RSS

Archiv für den Monat November 2015

Von Zara nach Askale

Die Nacht ist ziemlich kalt.
…..und still, unglaublich still, wir stehen mitten in einem kleinen Städtchen von 13.000 Einwohnern und es ist kein Laut zu hören, – fast unheimlich.
Erst gegen Morgen weckt, wie jeden Tag, der Muezzin mit seinem heftig lauten Gesang aus den krächzenden Lautsprechern des nahen Minaretts.

Wir stehen mitten im Schulzentrum des Ortes, der Hausmeister hat uns voller Stolz all die umliegenden Gebäude erklärt.
Es ist interessant, dem morgendlichen Geschehen vom Frühstückstisch aus zuzusehen, Mütter bringen die Kleinen zu Fuß zur Schule, die Älteren kommen in Gruppen, die Jungs erzählen untereinander, lachen, manche rauchen, – das übliche Machogehabe, sie tragen weiße Hemden, die Mädchen gehen leiser, gesitteter, sie tragen Einheitsröcke mit Schottenmuster und dicke weiße Strumpfhosen, die bunten Schulrucksäcke locker über die Schulter gehängt, Kleinbusse bringen die Schüler von außerhalb, manche Eltern bringen die Kinder mit dem Auto zur Schule. Es ist irgendwie, wie überall zu Schulbeginn.

Gegen 9.30 Uhr fahren wir los, wieder raus auf die 200 bis Erzincan und dann auf die 100 Richtung Erzurum.

Zunächst scheint noch die Sonne ein wenig, 9 Grad, doch es ändert sich bald, die Wolken werden dichter und es fallen ein paar Regentropfen.
Wir fahren durch ein karges Hochland, steppenartige Landschaft, Hügel und Felsen, dazwischen ein paar ärmliche Häuser, Landwirtschaft ist wohl nicht möglich, ein paar Schafe sind zu sehen, – sonst nur Leere.

Später steigt die Straße stetig an, wir kommen immer höher hinauf, kommen den schneebedeckten Bergkappen immer näher, beim Überqueren der beiden, jeweils knapp 2.200 Meter hohen Pässe sind wir plötzlich mittendrin im Winter, es liegt Schnee, die Temperatur fällt auf 3 Grad und erste Schneeflocken fliegen.
Talwärts verschwindet der Schnee wieder und die Temperatur steigt leicht an.

Unten in einem langen Tal liegt die Stadt Erzincan, beidseitig eingerahmt von Gebirgen, das könnte auch irgendwo in Österreich sein.
Damit es uns nicht zu eintönig wird, fahren wir in die Stadt hinein, machen ein paar Erledigungen, ein wenig Obst kaufen und die Internetkarte aufladen.
Anschließend gehen wir in einem blitzsauberen „Imbiss“ etwas essen, ein wirklich gutes und reichhaltiges Mittagessen für zwei, – und zahlen 17 TL (etwa 6 Euro).

Gegen 15 Uhr am Nachmittag wird es bereits so finster, daß wir mit Licht fahren müssen, es wird wahnsinnig früh dunkel hier im Osten, gegen 15.30 Uhr ist es fast dunkel.
Etwa 50 km vor Erzurum fahren wir durch das kleine Städtchen Askale.
Unser letzter Übernachtungsplatz am Sportzentrum in Zara hat uns gefallen, wir versuchen es hier auch, – und es klappt, an der Sporthalle sind die Parkplätze im Hof frisch asphaltiert, eingezäunt und hell beleuchtet. Der Hausmeister hat nichts dagegen und freut sich über den unverhofften Besuch. ( N 39° 55´21.1″ E 040° 42´14.9″ )

Tagesetappe:   322 km                    Gesamtstrecke:   4.240 km

 

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 30. November 2015 in Allgemein

 

Schlagwörter: , ,

Von Göreme nach Zara

In der Nacht regnet es immer wieder mal für ein paar Minuten, dann leuchtet wieder der fast volle Mond.
Und es ist irgendwie kalt geworden über Nacht, heute früh strahlt die Sonne, das Thermometer aber zeigt nur noch 9 Grad.

Heute geht es nun auf die Transitetappe in den Iran, etwa 1.000 km quer durchs Land, ohne große Sehenswürdigkeiten, – nur fahren, – voraussichtlich drei Tage lang.
Eigentlich wäre die südliche Strecke über Diyarbakir hinüber zum Van-See die Strecke unserer Wahl, sie liegt aber fast durchgehend in den Kurdengebieten und sollte derzeit möglichst gemieden werden. So wählen wir die Strecke, die etwa 350 km weiter im Norden verläuft, über Kayseri, Sivas, Erzincan, Erzurum und Agri in die Grenzstadt Dogubayazit.

Zunächst fahren wir hinüber nach Kayseri, dann über die 260 und 860 nach Sivas und weiter über die 200 bis Zara.
Auch hier, wie schon auf der bisherigen Strecke, Straßen vom Allerfeinsten, wir sind wirklich angenehm überrascht, auf den Karten sind sie als normale Landstraßen eingezeichnet, in Wirklichkeit sind sie aber fast durchweg autobahnmäßig vierspurig ausgebaut, zudem noch ziemlich gut.
Der Verkehr ist mehr als gering, alles geht vollkommen stressfrei, es bleibt Zeit zum ausgiebigen Schauen, meist ist vorne und hinten alles frei, – wir kommen entspannt und gut voran.

Von Göreme bis Kayseri überwiegt noch kappadokische Landschaft, immer wieder mal Kegelfelsen, Höhlenwohnungen und bizarre Gesteinsformationen.
Dazwischen werden überall Trauben angebaut. Kappadokischer Wein soll sehr gut sein, hört man, probieren konnten wir ihn leider nicht.

Dann wechselt das Landschaftsbild, kleine Dörfer und weite landwirtschaftliche Flächen in hügeligem Mittelgebirge prägen das Bild.
Meist sind dies Stoppeläcker, also Getreideanbau, der hier wohl in großem Stil betrieben wird.
Später begegnen uns immer wieder LKW-Sattelzüge die Zuckerrüben geladen haben und offensichtlich die Zuckerfabrik ansteuern.
Etwa 100 km vor Sivas durchfahren wir dann den Landstrich, in dem die Zuckerrüben angebaut werden, die Felder sind leer, bereits wieder umgepflügt, aber die riesigen Vollerntemaschinen stehen noch in den Dörfern und immer wieder sehen wir Verladestationen, an denen man riesige Zuckerrübenberge zusammengeschüttet hat, die nun offensichtlich nach und nach in die Fabriken geliefert werden.

Im Hintergrund tauchen nun die ersten schneebedeckten Gebirgszüge auf.
Wir durchfahren die nächsten vier bis sechs Tage die kälteste Region unserer gesamten Reise, ein Hochland in der Mitte und im Nordosten der Türkei, wir bewegen uns derzeit auf etwa 1.300 Meter ü. NN. und werden die nächsten Tage in noch höhere Regionen aufsteigen.
Das macht sich natürlich an der Temperatur bemerkbar, heute kommt das Thermometer nicht über 11 Grad hinaus, am nachmittag mit jedem Kilometer Fahrt in Richtung Nordost wird es noch kühler, bis auf 8 Grad geht die Temperatur herunter.
Nach den derzeitigen Wetterberichten gehen die Temperaturen die nächsten Tage auf 1 bis 3 Grad am Tag und bis minus 3 Grad in der Nacht zurück.
Aber es soll trocken bleiben, also Schnee ist dankenswerterweise keiner in Sicht, – wenn überhaupt, dann nur einige wenige Flocken; – hoffen wir das Beste.
Erst ab und hinter Teheran soll es dann wieder mit 14 bis 16 Grad ganz angenehm temperiert sein, bevor wir in Irans Süden kommen, wo es sowieso sommerlich werden wird.
Heute abend werden wir das erste mal unsere Heizung ein wenig anwerfen müssen.

50 km hinter Sivas liegt das kleine Städtchen Zara, die Sonne geht schon unter, gleich wird es dunkel, es ist gerade mal 16 Uhr.
Wir fahren in das Städtchen hinein und finden an den Basketball- und Tennisplätzen neben der großen Sporthalle einen ruhigen und hellen Parkplatz, asphaltiert und gerade, – das passt, – hier bleiben wir für die Nacht. ( N 39° 53´23.6″ E 037° 44´42.7″ )

Tagesetappe:        344 km                    Gesamtstrecke:   3.918 km

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 29. November 2015 in Allgemein

 

Schlagwörter: , ,

Rund um Göreme

Heute haben wir einen „Ruhigen“ geplant, die Umgebung anschauen, mittags Essen gehen und ein wenig ausruhen.

Und wir haben Glück, die Sonne strahlt schon früh am Morgen von einem makellos blauen Himmel, und es bleibt den ganzen Tag so traumhaft.
Die Temperatur liegt bei 19 Grad, am frühen Nachmittag kommt dann allerdings wieder ein unangenehm kalter Wind dazu.

Gegen 10.30 Uhr fahren wir hinunter ins Städtchen und hinüber an die andere Canyon-Seite nach Zelve, dort in einem Seitental sollen die schönsten Wohnhöhlen Kappadokiens zu sehen sein.
Nach einem Tee im Straßencafe am Eingang, zahlen wir den Eintrittspreis von 10 TL p.P. in das „Naturmuseum“ und machen uns das Tal hinauf, eine etwa 2 km lange Wanderung, – wird uns sicher gut tun.
Die Wege dort sind wunderbar angelegt, Treppen und Pflasterstreifen führen uns über einen Rundweg an den Höhlen und Kirchen vorbei, viele sind geöffnet, man kann hinein gehen und sie besichtigen. Sieht irgendwie gemütlich aus, alles recht zweckmäßig angelegt, mit verschiedenen Räumen pro Wohnung, die Küchen sind recht deutlich zu erkennen.
Viele Wohnungen sind mehrgeschoßig, die oberen Gefilde sind über kleine Treppen oder Kletterstufen im Inneren erreichbar, für uns Besucher aber in der Regel gesperrt.

Das kleine Tal ist auf beiden Seiten „bewohnt“ gewesen, eine richtige Dorfstruktur lässt sich erkennen, mit Versammlungsplatz und sogar Kirchen sind in den Fels gehauen.
Eine Meisterleistung, die die Menschen hier im Laufe der Jahrhunderte vollbracht haben.

Wir fahren weiter durch die irre Felsenlandschaft, über Devrent noch einmal hinüber nach Ürgüp und dann wieder zurück nach Göreme.
Hier lassen wir uns im Städtchen in einem Restaurant an der Hauptstraße nieder, essen und schauen dem regen Treiben auf der Straße zu.
Der Ort ist voll touristisch erschlossen, mittlerweile leben über zwei Drittel der hiesigen Bevölkerung vom Tourismus.
Adventure-Tours, Wanderungen, Quad-Touren und die weltweit bekannten Heißluftballon-Fahrten werden hier in jedem zweiten Haus angeboten.
Derzeit ist Neben- oder vielleicht auch gar keine Saison, wir können uns lebhaft vorstellen, wie es hier in der warmen Jahreszeit zugeht. Dann sind wir längst wieder weg.

Wir fahren zurück auf unseren Campingplatz, morgen gehen wir auf die lange Strecke gen Osten.

Tagesetappe:       39 km                    Gesamtstrecke:   3.574 km

 
3 Kommentare

Verfasst von - 28. November 2015 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , , ,

Von Aksaray nach Göreme

Unser Stellplatz liegt nicht nur neben einem Hotel, sondern direkt im „Bankenviertel“.
Diese Ansammlung von „Bankfilialen“ habe ich am Morgen draußen an der Straße entdeckt.

Der Tag begrüßt uns mit viel Sonne, es ist angenehm draußen.
Wir machen unsere Erledigungen, Geld fassen (die Gelegenheit war günstig), tanken und fahren los.
Zunächst ein kleines Stück auf der 300 Richtung Nevsehir, dann auf eine kleine Nebenstrecke Richtung Güzelyurt und weiter nach Derinkuyu.
Von dort wieder nach Norden, über Kaymakli nach Nevsehir und dann über Uchisar nach Göreme, dem Herzstück Kappadokiens.

Die Straßen hier in der Türkei sind bisher allerfeinst, im städtischen Bereich Istanbul und Ankara sowieso, oft sechsspurig, aber auch viele Landstraßen sind autobahnmäßig, also vierspurig ausgebaut, zudem meist wirklich toll in Schuß, und auch hier diese kleine Nebenstrecke, die wir heute fahren, ist breit ausgebaut und nagelneu asphaltiert.

In Güzelyurt lebte noch bis ins 20. Jahrhundert eine große griechische Gemeinde, was heute nur noch am Aussehen der alten Kirchen aus der byzanthinischen Zeit und an deren Namen (Agios Gregorios) zu merken ist, Land und Leute und das Dorf selbst ist genau so türkisch, wie die Dörfer vorher oder nachher auch.
Imposant ist die festungsartige Kapelle auf einem Hügel vor dem Städtchen, der kleine Stausee daneben und der fast 3.300 Meter hohe Hasan Dagi im Hintergrund.

In Derinkuyu und Kaymakli findet man riesige unterirdische Dörfer, die die Menschen in früheren Jahren in den weichen Tuffstein gegraben haben, oft bis zu 40 Meter tief und auf acht Stockwerke verteilt. Die Ausmaße der Anlagen in Kaymakli sind bisher nur in einem geringen Maß bekannt, viele der unterirdischen Gänge sind noch immer verschüttet.

Auf der Strecke rund um Nevsehir haben sich eine große Menge an kleinen und mittleren Fabriken gegründet, die den örtlichen Tuff zu Bimssteinen verarbeiten und offensichtlich ins ganze Land liefern. Überall sehen wir die vollen Lagerplätze und LKW´s, die die Steine wegschaffen.

Kurz hinter Nevsehir sehen wir dann links im Berg die ersten richtigen Höhlendörfer, Jahrhunderte alt, und noch immer zum Teil bewohnt, tief eingegraben in den weichen Tuffstein bieten sie ganzjährig ein recht angenehmes Wohnklima. Wo die Räumlichkeiten in den Höhlenwohnungen zu klein geworden waren, hat man einfach draußen vor dem Eingang mit Tuffsteinen noch ein wenig dazu gebaut.
In Uchisar, wo wir später den „Höhlenfelsen“ bestaunen, baut man sogar noch heute Höhlenwohnungen, clevere Hoteliers haben den besonderen Flair dieser „Hotelzimmer“ entdeckt und bauen munter weiter, die Gäste mögen es und der Bedarf ist groß. Hier musste sogar schon von Amts wegen Einhalt geboten werden, weil durch zu viele Höhlen bereits Felsen zum Einsturz gebracht wurden. So wird heute eher mit Maß und Ziel, und mit Berechnung ausgehöhlt.

Dann fahren wir den Berg hinunter nach Göreme.
An einem Panoramapunkt, auf einem Berghang, kurz vor dem Ort haben wir einen Wahnsinns Ausblick auf das Tal und die Stadt.
Göreme, das ist echt ein Superlativ, das gesamte Tal wurde in den letzten 60 Millionen Jahren vom Schmelzwasser ausgespült und nur diese einzelnen Kegelfelsen aus etwas härterem Gestein sind stehen geblieben, die Menschen haben sich dort hinein ihre Wohnungen gebaut, in den Seitentälern gibt es unzählige Kirchen und Klöster in diesen Felsen.
Dazwischen hat man in der Stadt die neuzeitlichen Häuser in konventioneller Weise gebaut, Straßen, Moscheen, halt alles, was eine Stadt so hat.
Das sieht total unwirklich aus, wie eine Filmkulisse, Steinzeit und Moderne, Tür an Tür.
Morgen werden wir uns das alles mal genauer ansehen.

Heute fahren wir durch den Ort hindurch und auf der anderen Seite des Tales ein kleines Stück hoch, dort gibt es einen kleinen Campingplatz. ( N 38° 38´13.7″ E 034° 51´16.8″ )
Heute nachmittag schon hatten wir irgendwo auf unserer Fahrt zwei deutsche Wohnmobile fahren sehen, nun stehen auch sie, und noch sechs andere, hier auf dem Platz.
Artur Sebazungu führt eine Wohnmobiltour von Abenteuer Osten / Seabridge mit acht Fahrzeugen genau da hin, wo wir auch hin fahren werden, über den Iran und die Emirate in den Oman. Wir unterhalten uns ein wenig und tauschen ein paar Infos aus. Sicher werden wir uns morgen, oder irgendwann in den nächsten drei Monaten mal wieder über den Weg fahren.

Tagesetappe:      147 km                    Gesamtstrecke:   3.535 km

 

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 27. November 2015 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , , , , , ,

Von Ayas Icmecesi über Ankara nach Aksaray

Leider gibt es am späten Abend in der Dunkelheit noch eine wilde Auseinandersetzung draussen, nur etwa 50 Meter neben unserem Stellplatz, als sich eine wilde Horde Kangal, diese mächtigen, weißen Hütehunde aus Anatolien, fünf sind es, über einen anderen Schäferhund hermachen, das Theater dauert gute 10 Minuten, unser Nachtwächter hat sie vorher schon mal durch den Wurf mit einem Holzknüppel vertrieben, ich versuche danach noch, sie mit Steinwürfen zu vertreiben, es ist aussichtslos, näher ran traue ich mich nicht, das ist mir einfach zu gefährlich. — Nun ja, nach 10 Minuten hört das Kläffen und Winseln auf, Ruhe kehrt ein.

Dann ist die Nacht wirklich traumhaft still hier oben in den Bergen, der Vollmond leuchtet zwischen den kleinen, weißen Wolken hindurch, es ist kühl draussen.

Am Morgen bringt uns unser Freund schon wieder Tee mit Keksen und lädt uns für später noch unbedingt zu sich in sein „Büro“ ein.
Aspros Morgenspaziergang findet heute mit schwerer Bewaffnung statt.
Die wilde Hundemeute aber ist schon weiter gezogen, erklärt uns unser Freund, sie gehörte zu einer riesigen Schafherde, die in der Nacht drüben an der anderen Hangseite ihren Platz hatte. Vielleicht war der fremde Schäferhund der Herde zu nah gekommen … ?

Unser Morgenbesuch im Hausmeisterbüro ist spaßig und wahnsinnig freundschaftlich, mit Händen und Füßen betrieben wir Konversation, trinken Tee, essen Kekse und rauchen.
Als wir aufbrechen, läßt er es sich nicht nehmen, uns noch mit einer Tüte voller frisch gepflückter Äpfel und einer Tüte erntefrischer Möhren zu beglücken, einen solch wirklich herzlichen Menschen haben wir lange nicht gesehen. Wir revanchieren uns mit einem tiefen Griff in unsere „Souvenirkiste“, in der allerlei Nützliches und auch Süßes drin ist, der Abschied ist wirklich herzlich, freundliche Grüße und Wünsche wechseln noch lange die Seiten, — dann fahren wir los.

Richtung Ankara, 4-Millionen-Stadt, schon wieder so ein Mega-Moloch !?, – nun, – nichts wie rein, – das Atatürk-Mausoleum wollen wir uns ansehen, finden es auch gleich, nur ist parken absolut unmöglich, in weitem Umkreis ist alles dicht, wir sehen es nur aus der Ferne, dann gebe ich Gas, – so schön kann kein Mausoleum sein. Tschüs Ankara !

Und weiter über die E 90 Richtung Süden, unser nächstes Ziel heißt „Kappadokien“.
Über Gölbasi kommen wir bald an den Tuz Gölü, einen Salzsee von 80 km Länge und 50 km Breite, aus dem schon die alten Römer Salz gewonnen haben und der auch heute noch der Salzgewinnung in großem Stil dient. Seine durchschnittliche Tiefe liegt bei nur 30 Zentimetern, nur eine schmale Rinne in der Mitte ist bis zu 1,5 Meter tief, sein Salzgehalt ist um 10 % höher, als der des Toten Meeres.

Der Tag ist wieder mal viel zu kurz, wir wollen noch bis Aksaray, doch 60 km vorher beginnt es schon wieder zu dunkeln.
Trotzdem beschliessen wir, bis Aksaray weiter zu fahren, denn dort, so haben wir gelesen, soll es ein Touristikzentrum geben, in dem man auch campen kann.
Und es lohnt, – direkt im gesicherten Bereich des Hotel Melendiz (Ilhara-Hotel im Algaci-Komplex)  ist ein angenehmer Stellplatz unter Bäumen, der Preis von 30 TL ist absolut in Ordnung, im Sommer seien auch die Wasser- und Stromversorgung intakt, verspricht man uns, wir bleiben natürlich trotzdem, beides haben wir reichlich an Bord, mehrere Restaurants (auch ein Mc Donald !?) sind in unmittelbarer Nähe, zudem ist der Weg in die Stadt nicht sehr weit.
( N 38° 23´14.0″ E 033° 59´36.2″ )

Tagesetappe:     304 km                    Gesamtstrecke:   3.388 km

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 26. November 2015 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , ,

Von Derince nach Ayas Icmecesi

Der Stellplatz ist ganz ok, wir haben noch ganz nette „Unterhaltungen“ mit einigen Jungs, die spät noch auf dem Heimweg von der Schule sind.
Die Nacht ist dann doch ziemlich laut, das Donnern der LKW auf der Schnellstraße dringt bis hier her und läßt auch nachts nicht wirklich nach.

Gegen 10 Uhr gehen wir wieder auf die Schnellstraße E 80 Richtung Ankara und biegen ein Stück vor Hendek auf die Landstraße 140 ab.
Sie wird uns über Akyazi und Nallihan nach Beypazari und später nach Ankara bringen.
Zunächst sind entlang der Schnellstraße noch geballt Städte zu sehen und viele Gewerbegebiete, das sieht alles immer noch ziemlich „europäisch“ aus.

Erst als wir auf die Landstraße abbiegen und auch aufs Land kommen, ändert sich das Bild schlagartig, hier ist die ländliche Türkei zu finden, jenseits von Istanbul und Ankara, kleine Dörfer mit meist ärmlichen Häusern, Kühe grasen auf den Weiden, abgeerntete Felder, Kleinlandwirtschaft, auf den Gemüseäckern wird gerade geerntet, Kraut, Kohl, Möhren, Zwiebeln, Schafherden ziehen später darüber, fressen das übriggebliebene Grün. In manchen Gegenden stehen Obstbaumplantagen, vereinzelt wird Wein angebaut.

Auch die Landschaft hat sich schlagartig verändert, wir kommen weg vom Meer, es wird hügelig, später fahren wir gar durch kleine Mittelgebirge.
Um Nallihan finden wir beeindruckend aussehende Berge, in allen erdenklichen Farben leuchten sie uns entgegen, weißer Kalkstein, roter Sandstein, gelber Mergel und braune und grüne Oxidationen, oft mehrere Schichten farbigen Gesteins übereinander, wirklich sehenswert. Das Spektakel endet dann am Stausee Sakarya Nehri, wo sich die Farben zudem in der Wasseroberfläche spiegeln und sich der bizarre Eindruck noch verstärkt.

Das Wetter ändert sich jetzt, wir verlassen die milden Küstenzonen und kommen ins Landesinnere, heute früh noch 18 Grad und Sonne, später dann während der Fahrt ins Land wird die Sonne immer mehr von leichten Wolken verdrängt und die Temperatur fällt stetig ab, pendelt sich dann bei 14 Grad ein. Nur einmal, als wir über einen mehr als 1.260 Meter hohen Pass fahren, fällt sie auf 9 Grad ab und es regnet sogar für einige Minuten, als wir auf der anderen Seite das Tal wieder erreichen, zeigt auch das Thermometer wieder 14 Grad.

Mit jedem Tag, den wir weiter Richtung Osten fahren, wird es nun auch früher dunkel, hier bereits gegen 16.30 Uhr, also mehr als eine Stunde früher, als noch letzte Woche.
Deswegen beginnen wir mit der Stellplatzsuche schon kurz nach dem Mittagessen gegen 14 Uhr.

Nach Ankara wollen wir heute nicht mehr hinein fahren, also halten wir vorher die Augen offen.
Ein Hinweisschild weist auf ein Thermalbad in der Nähe hin, das schauen wir uns an.
Nun ja, unser Verständnis von Thermalbad ist ein Anderes, hier hat man einige riesige Betonklötze wild in die Landschaft gestellt und bietet Wellness und Spa für die nahen Städter an, – schön geht irgendwie anders. Wir fahren hindurch und finden oben auf dem Berg mit einer beeindruckenden Fernsicht, eine Baustelle mit einem unvollendeten Riesen-Betonklotz, die wohl schon vor einiger Zeit eingestellt wurde. Aber ein sauberer, geebneter Platz mit ein paar Bäumchen und sonst keiner Seele drumherum, das hat es doch, – unser Platz für die Nacht. ( N 40° 03´15.2″ E 032° 09´01.3″ )
Noch während wir parken kommt ein junger Mann und begrüsst uns, er ist der letzte „Übriggebliebene“ der Großbaustelle, Hausmeister und Nachtwächter in Personalunion, ich gebe zu verstehen, daß wir hier übernachten wollen, er bejaht und freut sich riesig, zeigt uns den besten Platz und verspricht, auf uns aufzupassen.
Nach wenigen Minuten bringt er uns zur Begrüßung frischen Kaffee und Kekse, später dann noch frischen Kuchen und später noch einmal Tee, er ist wirklich überaus gastfreundlich.
Leider können wir uns nicht wirklich gut mit ihm unterhalten, aber wir kommen klar, und zum Dank revanchieren wir uns mit einem Abendessen, das wir ihm rüberbringen.

Tagesetappe:     275 km                    Gesamtstrecke:   3.084 km

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 25. November 2015 in Allgemein

 

Schlagwörter: , ,

Von Istanbul nach Derince

Am Abend treffen wir noch Ines und Javier aus Barcelona mit ihrem 4 x 4-Mercedes-Bus, sie stehen schon einige Tage hier und fahren ab morgen eine fast gleiche Route wie wir, wir unterhalten uns ein wenig, tauschen Tips und die Telefonnummern aus, dann trennen sich vorerst unsere Wege.
Die Nacht ist schon etwas lauter, hier unten an der Hauptstraße, aber durchaus noch erträglich.

Der Tag begrüßt uns wieder mit Sonnenschein und ein paar Wolken, 21 Grad werden wir heute haben.
Direkt nach dem Frühstück wollen wir los, genug Stadt für uns, wir ziehen weiter Richtung Ankara.

Allerdings muß ich vorher noch eine Prepaid-Karte besorgen, damit wir über die mautpflichtige Brücke nach Asien rüberkönnen, mit Bargeld zahlen geht nicht mehr.
Javier sagte mir gestern, daß man diese Dinger in jedem Postamt kaufen kann, – nun denn, dann kanns ja los gehen.
Nach einigen Kilometern, am Goldenen Horn kann ich vor einer Bushaltestelle anhalten, und laufe schnell mal zur Post, durchfragen dauert ein wenig, die englische Sprache ist nicht wirklich weit verbreitet bei den Menschen hier.
Doch irgendwann bin ich in einem Postamt, und —oh Schreck, -eine Riesenhalle, -30 Schalter, -6 davon besetzt, -ein Wartezettelautomat und reihenweise volle Bänke mit wartender Kundschaft, -ich ziehe mir ein Märkchen, -262 steht drauf, -dran ist gerade die 202, –na Klasse, das kann ja dauern.
Nach einer knappen Stunde bin ich dran, soll ein Formular ausfüllen, das ich nicht lesen kann, die Frau hinter dem Schalter fragt mich Dinge, die ich nicht verstehe, wenigstens steht es Remi zwischen uns, denn was ich zu Ihr sage, versteht sie auch nicht, die Verzweiflung hinter dem Schalter ist mindestens genauso groß, wie die davor, aber zusammen kriegen wir das irgendwie hin und dann hab ich das Ding, kostet 50 Türkische Lira und wird an die Windschutzscheibe geklebt.
Wie man allerdings merken soll, was davon abgebucht wird, oder was noch an Guthaben drauf ist, bzw. wann das Ding evtl. leer ist, davon hab ich keine Ahnung.

Aber erst mal fahren wir.
Weiter durch den Mega-Moloch Istanbul, wir haben stadteinwärts 2 Stunden gebraucht, diese 2 Stunden brauchen wir auch wieder um aus dem Häuser- und Straßenmeer einigermaßen wieder heraus zu kommen.
Dazwischen geht es zuerst über die kleine Galatabrücke und dann etwas später über die große Bosporusbrücke, die das europäische mit dem asiatischen Istanbul verbindet.
Irgendwann sind wir drüben, ganz unspektakulär, und nur ein kleines, unauffälliges Schild heißt uns in Asien willkommen.

Irgendwann später verlassen wir die Autobahn und fahren auf die alte Nationalstraße 100, die auch zweispurig ausgebaut ist, wir suchen nach einer Möglichkeit, endlich mal anhalten zu können, wollen Pause machen, das ist hier gar nicht so einfach.
Doch irgendwann sehen wir draußen ein „kipa-Einkaufszentrum“, die gibt es wohl landesweit, hier in Derince, wie ich später sehe, dort fahren wir hin.
Große Parkplätze vor dem Einkaufszentrum, einkaufen will Heike auch ein wenig, und direkt daneben eine große Rasenfläche, das ist doch optimal für uns und Aspros …..
……und gefällt uns so gut, daß wir spontan beschließen, hier für die Nacht zu bleiben.
( N 40° 45´32.7″ E 029° 51´00.2″ )

Tagesetappe:    116 km                    Gesamtstrecke:   2.809 km

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 24. November 2015 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , ,

Istanbul

Der Sturm hat sich endlich gelegt, die Nacht ist unglaublich still, – wir übernachten wohlgemerkt mitten im Herzen von Istanbul.

Der Tag beginnt freundlich, die Sonne scheint, schnell ist es spätsommerlich warm.
Heute ist „Großkampftag“, Istanbuls Sehenswürdigkeiten sind es sicher wert, abgeklappert zu werden.

So ziehen wir drei gegen 10 Uhr zu Fuß los, – Aspros darf heute mit, zuerst Richtung „Hagia Sophia“, die wir gestern schon von der „Blauen Moschee“ aus sehen konnten.
Der im 6. Jahrhundert entstandene Monumentalbau war als „die große Kirche“ der Christenheit unter Kaiser Justinian entstanden und damals als achtes Weltwunder gefeiert worden. Sie war bis zum Untergang des Byzantinischen Reiches im 15. Jahrhundert Bischofs- und Staatskirche, bis sie dann, nach der Eroberung der Stadt durch Sultan Fatih Mehmet II in eine Moschee umgewandelt und um vier große Minarette erweitert wurde. Erst Atatürk beendete die Ausübung des islamischen Kults. Seit 1934 dient sie als Museum.
Der Bau ist tatsächlich riesig, die Kuppel von gigantischer Größe, Boden und Wände prunkvoll mit Marmor und Porphyrplatten verkleidet, im zugänglichen Obergeschoß sind einige große Wandmosaiken noch recht gut erhalten, die zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert entstanden sind.

Gleich über die Straße hinüber ist der Eingang zur „Cisterna Basilica“, einem riesigen, unterirdischen Wasserspeicher aus dem 6. Jahrhundert.
Er faßt 80.000 Kubikmeter Wasser und wird nicht umsonst „Versunkener Palast“ genannt.
Auf 336 Säulen wird ein Gewölbe getragen, das eine Fläche von 138 x 65 Metern überspannt.
Wenn sich das Auge erst an die relative Dunkelheit dort unten gewöhnt hat, wähnt man sich tatsächlich mehr in einem Palast, als in einem Wasserspeicher.

Dann steht die Besichtigung des „Topkapi-Palastes“ an, dem Wohnsitz der osmanischen Sultane, äußerlich eher bescheiden, aber bei genauerem Hinsehen traumhaft gelegen, der Blick geht über den Bosporus hinüber zur asiatischen Stadt und hinaus aufs Marmara-Meer.
Heute wird der Palast als Museum genutzt, die Anlage ist weitläufig, mit vier großen Innenhöfen und mächtigen, uralten Platanen.
In den Räumlichkeiten werden Exponate aus allen Epochen ausgestellt, wertvolles Porzellan, Schmuck und Teppiche, Schriften und edle Geschenke aus aller Welt.

Die Eintrittspreise sind nicht eben günstig, meist 10 Euro pro Sehenswürdigkeit und Person, aber durchaus gut angelegt.
Die Stimmung in Istanbul ist locker, die Menschen sind offen und freundlich, von akuter Gefahr oder gar Feindseligkeiten ist nicht wirklich etwas zu spüren, einzig sichtbares Zeichen einer gewissen Anspannung ist eine erhöhte Polizeipräsenz an den neuralgischen Punkten und sind die Einlaßkontrollen zu den Sehenswürdigkeiten, die denen auf Flughäfen nicht viel nachstehen, es sind überall Röntgengeräte installiert, in denen die Taschen durchleuchtet werden, man selbst geht durch eine elektronische Schleuse.
Nicht schlimm, finden wir, wenn es der Sicherheit dient, – bitteschön.

Aspros darf natürlich in keines der Gebäude mit rein, so gehen wir einzeln, nacheinander, das bietet dem jeweils Zurückgebliebenen immer die Möglichkeit, ein wenig auszuruhen, einen Tee oder ein Wasser in einem der zahlreichen Teehäuser einzunehmen. So wird der Ausflug nicht zu anstrengend, gegen 15 Uhr sind wir zurück.
Wir haben gestern noch einen zweiten Stellplatztip bekommen (Danke Bene), so fahren wir nur wenige hundert Meter weiter, hinunter ans Meer, Sturm und Wellengang sind ja vorbei, wo wir für 10 Euro auch einen bewachten Parkplatz kriegen. ( N 41° 00´05.7″ E 028° 58´38.7″ )

Tagesetappe:    6 km                    Gesamtstrecke:   2.693 km

 

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 23. November 2015 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , ,

Von Tekirdag nach Istanbul

Die Nacht wäre eigentlich ruhig, wenn da nicht ….
Naja, der Sturm fegt vom Meer aufs Land, die Wellen krachen gegen die Kaimauer, der Wind heult und unser HerrMAN wackelt heftig.
Dann kommt so gegen 23.30 Uhr (Samstag Nacht !) ein Bulldozer und räumt keine 100 Meter von uns weg, die halbe Nacht irgendwelche Sandhaufen von einer Baustelle im Hafen, gegen 3 Uhr in der Nacht ist er noch immer zu hören.

Am Morgen liegen die Sonnenschirme von den Cafes quer über der Promenade und drüben beim Rummelplatz ist ein großer See entstanden, die mächtigen Wellen haben einen Teil des Hafengeländes überschwemmt. Das kommt hier sicher nicht ganz so oft vor, denn Viele nutzen ihren Sonntagvormittag-Spaziergang zum Schauen.
Das Wetter ist trotzdem recht gut, die Sonne kommt raus, die Temperatur geht schnell hoch, bis 21 Grad heute, nur der starke, unangenehme Wind bleibt uns.

Unser Führerhaus hat auch Salzwasser abgekriegt, erst mal ist Scheiben putzen angesagt, alles ist weiß verkrustet.

Gegen 10.30 Uhr fahren wir los, wir bleiben auf der alten Nationalstraße, sie ist eigentlich recht gut ausgebaut, alles wirkt recht sauber und aufgeräumt.
Sie führt meist direkt am Marmara-Meer entlang, dort sieht es touristisch aus, Ferienhaussiedlungen mit Meerblick, lange Strände mit kleinen Lokalen ziehen sich die Küste entlang.

Dann beginnen schon die Vororte von Istanbul.
Die Stadt ist der Hammer, vermutlich leben hier 18 Millionen Menschen, so genau weiß das niemand, es ist eine echte Megacity und wir fahren fast zwei Stunden von den ersten Vororten, durch Hochhaussiedlungen, Gewerbeparks und Vierteln mit Bürohochhäusern bis zu unserem Stellplatz im Viertel „Sultanahmet“, nahe der „Blauen Moschee“.
Wobei wir heute am Sonntag noch Glück haben und der sprichwörtliche Verkehrskollaps ausbleibt, es ist viel Verkehr, oft auf sechs Spuren stadteinwärts, aber es geht eigentlich ohne Stau recht flüssig vorwärts.

Kurz vor unserem Ziel wirds dann ein wenig „kribbelig“, – eine Unterführung, Höhe 3,50 Meter, HerrMAN ist nach Papieren 3,60 hoch, gemessen nur 3,55 Meter, sollen wirs wagen ? – Wir müssen wohl, also Warnblinker an, -Schleichfahrt, -Heike geht oben durchs „Schiebedach“ raus, schaut,  und gibt grünes Licht, – zunächst zentimeterweise, die Antennen kratzen, andere Autofahrer winken, machen uns Mut zum Weiterfahren, – und es geht auch, 10 Zentimeter Luft bleiben immer, ohne Probleme sind wir durch.

Wir haben einen Stellplatztip für die Stadt, ( N 41° 00´14.6″ E 028° 58´41.5″ ) direkt unterhalb der „Blauen Moschee“ können wir auf einem bewachten Parkplatz stehen.
Der wohl teuerste Stellplatz, den wir in unserer über 20-jährigen Reisemobilkarriere haben, 100 Lira, also etwa 33 Euro für 24 Stunden.
Nun, eigentlich hätten wir direkt wegfahren sollen, als man uns den Preis genannt hat, aber der Platz ist halt auch wirklich genial, 100 Meter zur „Blauen Moschee“, 200 zur „Hagia Sophia“ und auch der „Topkapi-Palast“ ist fußläufig zu erreichen, besser gehts nicht, zudem haben wir einen traumhaften Blick über den Bosporus hinüber auf den asiatischen Teil der Stadt, also bleiben wir, verkürzen aber von geplanten zwei Tagen auf nur Einen.

Gegen 15 Uhr kommen wir an und ziehen gleich los, heute besichtigen wir noch die „Sultan Ahmet-Moschee“, wie die „Blaue Moschee“ eigentlich richtig heißt.
Die größte Moschee des Landes, mit ihren sechs Minaretten trat sie nach ihrem Bau in Konkurrenz zum Heiligtum in Mekka. Besonders schön ist, daß auch der Gebetsraum von Besuchern anderer Glaubensrichtungen besucht werden darf, was natürlich einen besonderen Reiz mit sich bringt.
Das gesamte Viertel hier oben, mit Hotels, Restaurants und den Läden im „Arasta-Bazar“ ist angenehm, orientalischer Flair umgibt uns, wir schlendern noch eine ganze Zeit lang hindurch und suchen uns schon mal ein Lokal für den Abend aus.

Der Abend ist nett, das Viertel ist quirlig, aber nicht überlaufen, in den Teehäusern sitzen die Einheimischen bei Kaffe, Tee und Wasserpfeife, eine Band unterhält mit türkischer Musik, es herrscht eine friedliche Stimmung, der Abend ist mild, draußen sitzen geht gut, die Bedienung ist freundlich, das Essen gut. So kanns bleiben.

Tagesetappe:    140 km                    Gesamtstrecke:   2.687 km

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 22. November 2015 in Allgemein

 

Von Alexandroupolis (Griechenland) nach Tekirdag (Türkei)

Schon am Abend ist heftiger Wind vom Meer hereingezogen, der sich in der Nacht zu einem richtigen Sturm ausweitet, unser HerrMAN wackelt, wie eine Nußschale auf dem stürmischen Meer.

Heute früh müssen wir erst mal alle Scheiben putzen, der Wind hat die Blüten von den Tamarisken geschüttelt und wie feinen Schnee über uns ausgebreitet.
Die Temperatur ist wieder recht angenehm, 18 Grad, immer wieder blinzelt die Sonne ein wenig durch die Wolken, aber der Wind pfeift noch immer sehr unangenehm aus Südwest.
Dann fahren wir am Hafen entlang und quer durch die Stadt, vorbei am Obst- und Gemüsemarkt und zurück auf die Autobahn in Richtung Türkei.
Es sind nur noch etwa 30 Kilometer bis zur Grenze.

Der Grenzübertritt ist erfreulich unspektakulär und geht ziemlich flott über die Bühne, in einer knappen halben Stunde ist alles erledigt und wir sind drüben.

Zu Beginn ist die Straße wesentlich schlechter, als in Griechenland, wird aber immer besser und etwa nach der Hälfte ist sie tadellos neu gebaut.
Die Landschaft ist leicht hügelig, Felder und Wiesen, vereinzelt stehen ärmlich aussehende Gehöfte dazwischen, die kleinen Dörfer sehen ziemlich heruntergekommen aus, die Bereiche drum herum sind heftig vermüllt. Die kleinen Städtchen schauen besser aus, machen einen gepflegteren Eindruck, weithin sichtbar sind die Minarette, die jedes Dorf überragen, die Moscheen immer top gepflegt, oft neu gebaut.

Der Wind bläst noch immer in Sturmstärke über das Land, die Temperatur steigt auf 20 Grad, auch ohne Sonne, trotzdem ist es irgendwie unangenehm draussen.

Wir beschliessen, erst morgen nach Istanbul zu fahren und bleiben heute in Tekirdag, einem Städtchen am Marmara-Meer.
Blitzsauber, mit einer langgezogenen Uferpromenade und einem schönen Hafen, hier pulsiert das Leben, im Sommer scheinen einige Touristen hierher zu kommen, es gibt unzählige Cafes, jede Menge Restaurants und ein parkähnliches Gelände entlang der Promenade.
Wir beginnen unsere Stellplatzsuche direkt am Hafen, – ja, und es funktioniert wieder, – ein genialer Stellplatz, direkt an der Uferpromenade, nur wenige Schritte von der Stadt entfernt, trotzdem ziemlich ruhig und sauber, der Parkwächter begrüsst unds in astreinem Deutsch, die Übernachtung kostet nur knappe 2 Euro. ( N 40° 58´33.9″ E 027° 31´06.8″ )

In einer Wechselstube oben in der Stadt tausche ich Euro in Türkische Lira, für 1 Euro gibt es etwa 3 Lira, außerdem besorge ich uns eine Internet-SIM-Karte für 13 Euro, das 1 GB-Datenpaket kostet weitere 5 Euro.
Die Stadt ist ausgesprochen schön und quirlig, überall ist viel los, Samstag nachmittag, Obst- und Gemüsehändler stehen an der Straße, Maronenverkäufer an der Promenade, die Cafes sind gut gefüllt.

Am Abend probieren wir uns in einem Lokal gegenüber, -naja, das müssen wir noch irgendwie üben, die türkischen Gerichte sind uns noch nicht wirklich geläufig, mit Händen und Füßen kriegen wir eine Bestellung hin, es schmeckt uns auch. Aber morgen möchten wir dann doch lieber vorher wissen, was wir hinterher essen werden.

Tagesetappe:   160 km                    Gesamtstrecke:   2.547 km

 
2 Kommentare

Verfasst von - 21. November 2015 in Allgemein