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Von Derince nach Ayas Icmecesi

25 Nov

Der Stellplatz ist ganz ok, wir haben noch ganz nette „Unterhaltungen“ mit einigen Jungs, die spät noch auf dem Heimweg von der Schule sind.
Die Nacht ist dann doch ziemlich laut, das Donnern der LKW auf der Schnellstraße dringt bis hier her und läßt auch nachts nicht wirklich nach.

Gegen 10 Uhr gehen wir wieder auf die Schnellstraße E 80 Richtung Ankara und biegen ein Stück vor Hendek auf die Landstraße 140 ab.
Sie wird uns über Akyazi und Nallihan nach Beypazari und später nach Ankara bringen.
Zunächst sind entlang der Schnellstraße noch geballt Städte zu sehen und viele Gewerbegebiete, das sieht alles immer noch ziemlich „europäisch“ aus.

Erst als wir auf die Landstraße abbiegen und auch aufs Land kommen, ändert sich das Bild schlagartig, hier ist die ländliche Türkei zu finden, jenseits von Istanbul und Ankara, kleine Dörfer mit meist ärmlichen Häusern, Kühe grasen auf den Weiden, abgeerntete Felder, Kleinlandwirtschaft, auf den Gemüseäckern wird gerade geerntet, Kraut, Kohl, Möhren, Zwiebeln, Schafherden ziehen später darüber, fressen das übriggebliebene Grün. In manchen Gegenden stehen Obstbaumplantagen, vereinzelt wird Wein angebaut.

Auch die Landschaft hat sich schlagartig verändert, wir kommen weg vom Meer, es wird hügelig, später fahren wir gar durch kleine Mittelgebirge.
Um Nallihan finden wir beeindruckend aussehende Berge, in allen erdenklichen Farben leuchten sie uns entgegen, weißer Kalkstein, roter Sandstein, gelber Mergel und braune und grüne Oxidationen, oft mehrere Schichten farbigen Gesteins übereinander, wirklich sehenswert. Das Spektakel endet dann am Stausee Sakarya Nehri, wo sich die Farben zudem in der Wasseroberfläche spiegeln und sich der bizarre Eindruck noch verstärkt.

Das Wetter ändert sich jetzt, wir verlassen die milden Küstenzonen und kommen ins Landesinnere, heute früh noch 18 Grad und Sonne, später dann während der Fahrt ins Land wird die Sonne immer mehr von leichten Wolken verdrängt und die Temperatur fällt stetig ab, pendelt sich dann bei 14 Grad ein. Nur einmal, als wir über einen mehr als 1.260 Meter hohen Pass fahren, fällt sie auf 9 Grad ab und es regnet sogar für einige Minuten, als wir auf der anderen Seite das Tal wieder erreichen, zeigt auch das Thermometer wieder 14 Grad.

Mit jedem Tag, den wir weiter Richtung Osten fahren, wird es nun auch früher dunkel, hier bereits gegen 16.30 Uhr, also mehr als eine Stunde früher, als noch letzte Woche.
Deswegen beginnen wir mit der Stellplatzsuche schon kurz nach dem Mittagessen gegen 14 Uhr.

Nach Ankara wollen wir heute nicht mehr hinein fahren, also halten wir vorher die Augen offen.
Ein Hinweisschild weist auf ein Thermalbad in der Nähe hin, das schauen wir uns an.
Nun ja, unser Verständnis von Thermalbad ist ein Anderes, hier hat man einige riesige Betonklötze wild in die Landschaft gestellt und bietet Wellness und Spa für die nahen Städter an, – schön geht irgendwie anders. Wir fahren hindurch und finden oben auf dem Berg mit einer beeindruckenden Fernsicht, eine Baustelle mit einem unvollendeten Riesen-Betonklotz, die wohl schon vor einiger Zeit eingestellt wurde. Aber ein sauberer, geebneter Platz mit ein paar Bäumchen und sonst keiner Seele drumherum, das hat es doch, – unser Platz für die Nacht. ( N 40° 03´15.2″ E 032° 09´01.3″ )
Noch während wir parken kommt ein junger Mann und begrüsst uns, er ist der letzte „Übriggebliebene“ der Großbaustelle, Hausmeister und Nachtwächter in Personalunion, ich gebe zu verstehen, daß wir hier übernachten wollen, er bejaht und freut sich riesig, zeigt uns den besten Platz und verspricht, auf uns aufzupassen.
Nach wenigen Minuten bringt er uns zur Begrüßung frischen Kaffee und Kekse, später dann noch frischen Kuchen und später noch einmal Tee, er ist wirklich überaus gastfreundlich.
Leider können wir uns nicht wirklich gut mit ihm unterhalten, aber wir kommen klar, und zum Dank revanchieren wir uns mit einem Abendessen, das wir ihm rüberbringen.

Tagesetappe:     275 km                    Gesamtstrecke:   3.084 km

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Verfasst von - 25. November 2015 in Allgemein

 

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