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Von Aksaray nach Göreme

27 Nov

Unser Stellplatz liegt nicht nur neben einem Hotel, sondern direkt im „Bankenviertel“.
Diese Ansammlung von „Bankfilialen“ habe ich am Morgen draußen an der Straße entdeckt.

Der Tag begrüßt uns mit viel Sonne, es ist angenehm draußen.
Wir machen unsere Erledigungen, Geld fassen (die Gelegenheit war günstig), tanken und fahren los.
Zunächst ein kleines Stück auf der 300 Richtung Nevsehir, dann auf eine kleine Nebenstrecke Richtung Güzelyurt und weiter nach Derinkuyu.
Von dort wieder nach Norden, über Kaymakli nach Nevsehir und dann über Uchisar nach Göreme, dem Herzstück Kappadokiens.

Die Straßen hier in der Türkei sind bisher allerfeinst, im städtischen Bereich Istanbul und Ankara sowieso, oft sechsspurig, aber auch viele Landstraßen sind autobahnmäßig, also vierspurig ausgebaut, zudem meist wirklich toll in Schuß, und auch hier diese kleine Nebenstrecke, die wir heute fahren, ist breit ausgebaut und nagelneu asphaltiert.

In Güzelyurt lebte noch bis ins 20. Jahrhundert eine große griechische Gemeinde, was heute nur noch am Aussehen der alten Kirchen aus der byzanthinischen Zeit und an deren Namen (Agios Gregorios) zu merken ist, Land und Leute und das Dorf selbst ist genau so türkisch, wie die Dörfer vorher oder nachher auch.
Imposant ist die festungsartige Kapelle auf einem Hügel vor dem Städtchen, der kleine Stausee daneben und der fast 3.300 Meter hohe Hasan Dagi im Hintergrund.

In Derinkuyu und Kaymakli findet man riesige unterirdische Dörfer, die die Menschen in früheren Jahren in den weichen Tuffstein gegraben haben, oft bis zu 40 Meter tief und auf acht Stockwerke verteilt. Die Ausmaße der Anlagen in Kaymakli sind bisher nur in einem geringen Maß bekannt, viele der unterirdischen Gänge sind noch immer verschüttet.

Auf der Strecke rund um Nevsehir haben sich eine große Menge an kleinen und mittleren Fabriken gegründet, die den örtlichen Tuff zu Bimssteinen verarbeiten und offensichtlich ins ganze Land liefern. Überall sehen wir die vollen Lagerplätze und LKW´s, die die Steine wegschaffen.

Kurz hinter Nevsehir sehen wir dann links im Berg die ersten richtigen Höhlendörfer, Jahrhunderte alt, und noch immer zum Teil bewohnt, tief eingegraben in den weichen Tuffstein bieten sie ganzjährig ein recht angenehmes Wohnklima. Wo die Räumlichkeiten in den Höhlenwohnungen zu klein geworden waren, hat man einfach draußen vor dem Eingang mit Tuffsteinen noch ein wenig dazu gebaut.
In Uchisar, wo wir später den „Höhlenfelsen“ bestaunen, baut man sogar noch heute Höhlenwohnungen, clevere Hoteliers haben den besonderen Flair dieser „Hotelzimmer“ entdeckt und bauen munter weiter, die Gäste mögen es und der Bedarf ist groß. Hier musste sogar schon von Amts wegen Einhalt geboten werden, weil durch zu viele Höhlen bereits Felsen zum Einsturz gebracht wurden. So wird heute eher mit Maß und Ziel, und mit Berechnung ausgehöhlt.

Dann fahren wir den Berg hinunter nach Göreme.
An einem Panoramapunkt, auf einem Berghang, kurz vor dem Ort haben wir einen Wahnsinns Ausblick auf das Tal und die Stadt.
Göreme, das ist echt ein Superlativ, das gesamte Tal wurde in den letzten 60 Millionen Jahren vom Schmelzwasser ausgespült und nur diese einzelnen Kegelfelsen aus etwas härterem Gestein sind stehen geblieben, die Menschen haben sich dort hinein ihre Wohnungen gebaut, in den Seitentälern gibt es unzählige Kirchen und Klöster in diesen Felsen.
Dazwischen hat man in der Stadt die neuzeitlichen Häuser in konventioneller Weise gebaut, Straßen, Moscheen, halt alles, was eine Stadt so hat.
Das sieht total unwirklich aus, wie eine Filmkulisse, Steinzeit und Moderne, Tür an Tür.
Morgen werden wir uns das alles mal genauer ansehen.

Heute fahren wir durch den Ort hindurch und auf der anderen Seite des Tales ein kleines Stück hoch, dort gibt es einen kleinen Campingplatz. ( N 38° 38´13.7″ E 034° 51´16.8″ )
Heute nachmittag schon hatten wir irgendwo auf unserer Fahrt zwei deutsche Wohnmobile fahren sehen, nun stehen auch sie, und noch sechs andere, hier auf dem Platz.
Artur Sebazungu führt eine Wohnmobiltour von Abenteuer Osten / Seabridge mit acht Fahrzeugen genau da hin, wo wir auch hin fahren werden, über den Iran und die Emirate in den Oman. Wir unterhalten uns ein wenig und tauschen ein paar Infos aus. Sicher werden wir uns morgen, oder irgendwann in den nächsten drei Monaten mal wieder über den Weg fahren.

Tagesetappe:      147 km                    Gesamtstrecke:   3.535 km

 

 
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Verfasst von - 27. November 2015 in Allgemein

 

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