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Von Göreme nach Zara

29 Nov

In der Nacht regnet es immer wieder mal für ein paar Minuten, dann leuchtet wieder der fast volle Mond.
Und es ist irgendwie kalt geworden über Nacht, heute früh strahlt die Sonne, das Thermometer aber zeigt nur noch 9 Grad.

Heute geht es nun auf die Transitetappe in den Iran, etwa 1.000 km quer durchs Land, ohne große Sehenswürdigkeiten, – nur fahren, – voraussichtlich drei Tage lang.
Eigentlich wäre die südliche Strecke über Diyarbakir hinüber zum Van-See die Strecke unserer Wahl, sie liegt aber fast durchgehend in den Kurdengebieten und sollte derzeit möglichst gemieden werden. So wählen wir die Strecke, die etwa 350 km weiter im Norden verläuft, über Kayseri, Sivas, Erzincan, Erzurum und Agri in die Grenzstadt Dogubayazit.

Zunächst fahren wir hinüber nach Kayseri, dann über die 260 und 860 nach Sivas und weiter über die 200 bis Zara.
Auch hier, wie schon auf der bisherigen Strecke, Straßen vom Allerfeinsten, wir sind wirklich angenehm überrascht, auf den Karten sind sie als normale Landstraßen eingezeichnet, in Wirklichkeit sind sie aber fast durchweg autobahnmäßig vierspurig ausgebaut, zudem noch ziemlich gut.
Der Verkehr ist mehr als gering, alles geht vollkommen stressfrei, es bleibt Zeit zum ausgiebigen Schauen, meist ist vorne und hinten alles frei, – wir kommen entspannt und gut voran.

Von Göreme bis Kayseri überwiegt noch kappadokische Landschaft, immer wieder mal Kegelfelsen, Höhlenwohnungen und bizarre Gesteinsformationen.
Dazwischen werden überall Trauben angebaut. Kappadokischer Wein soll sehr gut sein, hört man, probieren konnten wir ihn leider nicht.

Dann wechselt das Landschaftsbild, kleine Dörfer und weite landwirtschaftliche Flächen in hügeligem Mittelgebirge prägen das Bild.
Meist sind dies Stoppeläcker, also Getreideanbau, der hier wohl in großem Stil betrieben wird.
Später begegnen uns immer wieder LKW-Sattelzüge die Zuckerrüben geladen haben und offensichtlich die Zuckerfabrik ansteuern.
Etwa 100 km vor Sivas durchfahren wir dann den Landstrich, in dem die Zuckerrüben angebaut werden, die Felder sind leer, bereits wieder umgepflügt, aber die riesigen Vollerntemaschinen stehen noch in den Dörfern und immer wieder sehen wir Verladestationen, an denen man riesige Zuckerrübenberge zusammengeschüttet hat, die nun offensichtlich nach und nach in die Fabriken geliefert werden.

Im Hintergrund tauchen nun die ersten schneebedeckten Gebirgszüge auf.
Wir durchfahren die nächsten vier bis sechs Tage die kälteste Region unserer gesamten Reise, ein Hochland in der Mitte und im Nordosten der Türkei, wir bewegen uns derzeit auf etwa 1.300 Meter ü. NN. und werden die nächsten Tage in noch höhere Regionen aufsteigen.
Das macht sich natürlich an der Temperatur bemerkbar, heute kommt das Thermometer nicht über 11 Grad hinaus, am nachmittag mit jedem Kilometer Fahrt in Richtung Nordost wird es noch kühler, bis auf 8 Grad geht die Temperatur herunter.
Nach den derzeitigen Wetterberichten gehen die Temperaturen die nächsten Tage auf 1 bis 3 Grad am Tag und bis minus 3 Grad in der Nacht zurück.
Aber es soll trocken bleiben, also Schnee ist dankenswerterweise keiner in Sicht, – wenn überhaupt, dann nur einige wenige Flocken; – hoffen wir das Beste.
Erst ab und hinter Teheran soll es dann wieder mit 14 bis 16 Grad ganz angenehm temperiert sein, bevor wir in Irans Süden kommen, wo es sowieso sommerlich werden wird.
Heute abend werden wir das erste mal unsere Heizung ein wenig anwerfen müssen.

50 km hinter Sivas liegt das kleine Städtchen Zara, die Sonne geht schon unter, gleich wird es dunkel, es ist gerade mal 16 Uhr.
Wir fahren in das Städtchen hinein und finden an den Basketball- und Tennisplätzen neben der großen Sporthalle einen ruhigen und hellen Parkplatz, asphaltiert und gerade, – das passt, – hier bleiben wir für die Nacht. ( N 39° 53´23.6″ E 037° 44´42.7″ )

Tagesetappe:        344 km                    Gesamtstrecke:   3.918 km

 
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Verfasst von - 29. November 2015 in Allgemein

 

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