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Archiv für den Monat Dezember 2015

„Zwangs“-Pause in Dubai

Naja, auch ohne „Zwang“, könnten wir uns den Aufenthalt hier in Dubai sehr gut vorstellen. Würden wir freiwillig auch machen, hier läßt es sich aushalten.

Die Tage vergehen im Flug.
Der Himmel ewig blau, Summer in the city, hier läßt es sich wahrlich leben.
Vom Frühstück bis abends findet alles draußen statt, es ist warm, immer wieder kommen Emiratis vorbei, plauschen ein wenig mit uns.
Ich pflege meinen Fuß, wir schauen aufs Meer, geniesen die Sonne, lesen ein wenig, bereiten uns auf den Oman vor.

Mittlerweile füllt sich der Strandparkplatz, Silvester rückt näher, und immer mehr Traveller aus aller Welt treffen hier ein, ein wirklich internationaler Stellplatz, neben uns und weiteren sieben Fahrzeugen aus Deutschland haben sich mittlerweile Holländer, Franzosen, Österreicher, Schweizer, Rumänen und sogar ein Fahrzeug aus Australien hier eingefunden.
Auch die Emiratis bringen langsam ihre „Geschütze“ hier in Stellung, – riesige Ami-Motorhomes oder Trailer, sie postieren sie hier am Strand, um Silvester hier draussen zu verbringen.
Auch Rosmarie und Fritz aus der Schweiz sind heute hier eingetroffen, sie haben wir im letzten Jahr in Marokko kennengelernt.

Am Morgen fahren wir kurz in die Stadt, Wasser tanken und ein wenig einkaufen, am Nachmittag pilgert Heike in die „Emirates-Mall“, sie will sich die Ski-Halle ansehen.
Es gibt wirklich viel zu sehen, Dubai macht viele Angebote, ich werde allerdings derzeit zwangsläufig die Füße ruhig halten, wir denken, daß wir in sechs Wochen, wenn wir aus dem Oman wieder hierher zurück kommen, noch Einiges nachholen können, was wir jetzt versäumen.

Draußen laufen schon seit Tagen die Vorbereitungen für das größte Silvesterfeuerwerk der Welt.
Wie bei allem, wollen auch hier die Emiratis die Nase vorne haben, draußen auf dem Meer werden mehr als 30 kleine Pontos verankert, von denen aus die Raketen gezündet werden, hier am Strand wird eine riesige Audioanlage mit zwei Leinwänden installiert. Wir sind gespannt, was hier morgen abend geboten wird.

Und gerade im Moment, während ich hier schreibe, findet offensichtlich eine Art Generalprobe drüben am „Burj al Arab“ statt, ein Feuerwerk wird gezündet, – ok, sieht schon mal ganz gut aus.

Von hier aus einen schönen Gruß, einen guten Beschluß und Alles Gute für das Jahr 2016, bleibt gesund und munter.

Tagesetappe:   17 km                    Gesamtstrecke:   7.642 km

 
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Verfasst von - 30. Dezember 2015 in Allgemein

 

Dubai

Die Nacht ist schön ruhig im Innenhof der Mediclinic.

Wir vertrödeln den Vormittag, Heike geht hinüber in die nahe „Wafi Mall“, eine der vielen Mega-Einkaufszeilen, die es in Dubai gibt, schaut mal, was dort so geboten wird.

Gegen 15 Uhr humpele ich hinüber in die Klinik zum Orthopäden, dort kriege ich ein paar gute Ratschläge und einen dieser modernen „Plastik-Gipse“ verpasst.
Schön ist ja, daß man diese Dinger zum Duschen ablegen kann, sonst ist allerdings auch nichts schön an der Angelegenheit.

Gegen 16 Uhr bin ich fertig, der gesamte „Spaß“ gestern und heute kostet etwa 700 Euro, meine Versicherung wird zahlen, allerdings muß ich den Betrag zunächst vorstrecken.
Nun aber nichts wie weg hier, zurück zu unserem Stellplatz am Strand, wir werden für ein paar Tage hier stehen bleiben, mein Fuß braucht ein wenig Ruhe, bevor es weiter geht.
Fahren kann ich ja, wegen der Automatik brauche ich dazu nur den rechten Fuß, allerdings das Einsteigen in das hohe Führerhaus sieht echt abenteuerlich aus, hoffentlich schaut dabei niemand zu !

Der „Palmeira-Beach“, den die Einheimischen „Al-Sufouh“ nennen, – ein genialer Platz, – weitläufig, – mit herrlich hellem Sand, – direkt zwischen „Burj al Arab“ und der „Palm Jumeirah“ gelegen. Das Wasser wunderbar klar und blau, die Sonne warm und kräftig, es herrscht Badebetrieb, die Menschen aus der Stadt verbringen ihre Freizeit hier, – draußen ziehen die Yachten vorbei, – die Megayacht von Scheich Mohammed liegt drüben am Palmenstamm vor Anker.

Am Abend funkeln die hell beleuchteten Hotels von links, von der Palme herüber, der „Burj al Arab“ leuchtet von rechts, die Hochhaustürme schauen von der nahen Stadt zu uns herüber. Ich glaube, es gibt wirklich schlechtere Plätze für eine Zwangspause. ( N 25° 07´06.1″ E 055° 10´08.9″ )

Tagesetappe:   31 km                    Gesamtstrecke:   7.625 km

 
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Verfasst von - 27. Dezember 2015 in Allgemein

 

Von Sharjah nach Dubai

Der Morgen ist wolkenverhangen, tiefschwarz und bedrohlich zieht eine Front vom Meer herein.
Ein Uniformierter kommt auf dem Fahrrad vorbei um uns mitzuteilen, daß die Zollabfertigung ab 9 Uhr geöffnet sei.

So beginnen wir unseren Weg durch den Papierdschungel…..
……und draussen beginnt es zu regnen !! Ja kanns denn wahr sein, wir hier in Dubai und schon regnets, das hatten wir nicht auf dem Plan !

Zunächst marschieren wir drei Fahrer mit unseren Papieren zur Pforte am Hafenausgang, dort erklärt man uns, was zu tun sei.
Ein junger Zöllner fährt mit uns in einem Landcruiser zurück zu unserem Stellplatz, sieht sich die Fahrzeuge an und kontrolliert die Fahrgestellnummern.
Wieder zurück an der Pforte marschieren wir zum Zollgebäude, dort wird das Carnet und die Papiere gesichtet, in Listen eingetragen und weitere Formulare ausgefüllt.
Zwischenzeitlich können wir uns am Geldautomaten mit Landeswährung versorgen, – gestern waren die Automaten im abgeschlossenen Zollgebäude nicht zugänglich.
An zwei weiteren Schaltern haben wir unsere Gebühren zu zahlen, so gegen 12 Uhr sind wir so weit erst mal fertig und können zurück, als Nächstes müssen die Fahrzeuge durch den Scanner.

Heike und Aspros bleiben auf unserem Stellplatz zurück und halten sich „bedeckt“, neben dem Scanner rumstehen wäre zu auffällig.
Das Scannen dauert etwa 30 Minuten, dann müssen wir zurück zu einem Container nahe unserem Stellplatz, um den Stempel für den Scanner abzuholen und die Gebühren zu entrichten. Ich hole schnell Heike und Aspros ab.
Während wir im Container die Papiere kriegen trifft mich schier der Schlag:
Einer der rumsitzenden Beamten fragt mich: „You have a dog ?“
Schluck. – Was soll ich leugnen, unser Stellplatz ist ja von hier aus deutlich genug sichtbar, klar, daß sie Aspros schon gesehen haben.
„Yes, J have“.
„Your dog has passport ?“
„Sure“.
„Ok, thank you“.
Das wars wohl ? Plumps, da fällt der Stein runter, der will gar nicht mehr von uns ?!

Das war die letzte Station, nun vor ans Haupttor, Papiere zeigen und nichts wie weg hier.
Papiere in Ordnung, die Schranke öffnet sich, wir sind durch !
Allerdings sollen wir doch noch mal links hinfahren und anhalten.
Mist, – schaut jetzt doch noch mal einer in die Wohnkabine ?
Nee, sie überprüfen noch einmal die Fahrgestellnummern, – dann sind wir endgültig draußen.

Nun nichts wie ab, Richtung Süden, Dubai liegt nur wenige Kilometer südlich von Sharjah, die Städte gehen mittlerweile nahtlos ineinander über.
Unser Stellplatz liegt fast 40 km südlicher, mitten in Dubai, direkt zwischen „Burj al Arab“ und „The Palm Jumeirah“, an einem langen Sandstrand.
Die Fahrt durch die Stadt ist beeindruckend, – 14-spurig der Highway „Sheikh Zayed Road“, – die Hochhauskulisse gigantisch, ästhetisch schön die Gebäude, nicht so eng aneinander, wie in anderen Metropolen, viel Platz dazwischen, Licht, selbst bei dem schlechten Wetter, – der „Burj al Kalif“, dieser mächtige Spargel, das höchste Gebäude der Welt ist von Wolken umhüllt, aber immer wieder ist die Spitze über den Regenwolken zu sehen und gibt einen Eindruck von seiner gigantischen Höhe.

Auch heute sind die Fußwege im Hafen wieder ewig lang gewesen, mein Fuß schmerzt heftig.
Wir entschließen uns, gleich heute noch zum Arzt zu gehen, so kann das nicht bleiben.
Wie alles in Dubai, ist auch das Gesundheitswesen mega, hier gibts kein Krankenhaus, sondern eine „Medical-City“, ein ganzer Stadtteil, 25 km nördlich von hier, über den Highway aber schnell zu erreichen, mit einer Unmenge von Krankenhäusern, Spezialkliniken, Ärztezentren, Apotheken, Rehazentren, etc.
Hier gibt es ein „German Hospital“, das ich ansteuere, – allerdings ist das ein Flop, – eine kleine Arztpraxis im dritten Stock, nichts ist deutsch hier und der Arzt hat auch keine Zeit. Danke, und tschüs !
Ich fahre rüber in die „Mediclinic“, das City-Hospital und melde mich in der Notaufnahme. Ein supermoderner Neubau, alles blitzblank und auf höchstem medizinischen und technischen Niveau.
Nach dem Schreibkram habe ich 10 Minuten zu warten, dann bin ich dran, der indische Arzt läßt mich zum Röntgen bringen, nach 10 Minuten unterbreitet er mir das Ergebnis:
Wadenbeinbruch !  — na Klasse, das hat mir gerade noch gefehlt.
Dabei hatte ein Passant bei meinem „Ausrutscher“ in Bushehr (Iran) vor 10 Tagen die Ambulanz angerufen, die mich untersucht und festgestellt hat, daß nichts gebrochen sei.
Ich solle zwei Tage Eis drauf geben, dann wird alles wieder gut sein.
Pustekuchen ! —  Nun latsche ich schon 10 Tage auf dem kaputten Knochen rum, kein Wunder, daß die Schwellung nicht zurückgeht.

Nun gut, – alles „Jammern“ nutzt nichts, niemand kann was dafür, ich bin blöd hingetreten und fertig.
Ich kriege also einen „Notgips“ für die Nacht verpasst und habe morgen gegen 15.20 Uhr einen Termin beim Orthopäden hier im Haus.

Wir bleiben gleich hier im Innenhof des Hospitals stehen, es ist schön still und fahren kann ich erst mal sowieso nicht.
Morgen sehen wir dann weiter.

Tagesetappe:   80 km                    Gesamtstrecke:   7.594 km

 

 
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Verfasst von - 26. Dezember 2015 in Allgemein

 

Weihnachtstag in Sharjah

Wir sind ein netter Haufen und haben noch reichlich Spaß in unserer Wagenburg, gestern an Heiligabend.

Nachdem Alkohol in Iran strikt verboten ist, kann man hier im Duty-Free-Shop welchen kaufen, und so gibts Wein und Ouzo, später noch Whiskey anstatt Glühwein oder Punsch. Die Temperatur passt, der Abend ist mild, wir sitzen lange zusammen draussen, essen, trinken und erzählen.

Am Morgen ist Ausschlafen angesagt, Nichts wartet auf uns, den Tag „totschlagen“ heißt die Devise.
Das gelingt uns ganz gut, wir beservicen ein wenig unsere Autos, – putzen und schrauben, – an Cristians E-Bikes bauen wir die Akkus um.
An der Rückseite eines Containers hängen Stromkabel, – wir probieren, und tatsächlich ist Strom drauf, – das lassen wir uns nicht entgehen und klemmen unsere Fahrzeuge dran um alle Batterien wieder einmal vollständig aufzuladen.
So ist der Tag schneller um, als wir denken können, und morgen früh geht es schnell weiter.

Wegen Aspros haben wir natürlich nun ein Problem, ihn zwei Tage zu verstecken ist absolut unmöglich, so gehen wir schon gestern abend und natürlich auch heute mit ihm spazieren und harren der Dinge, die da kommen, – es müsste eher mit dem Teufel zugehen, wenn ihn tatsächlich niemand entdecken würde.

Am Abend kocht Alex für alle und schon ist unser Weihnachten gehalten.

Tagesetappe:   0 km                    Gesamtstrecke:   7.514 km

 
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Verfasst von - 25. Dezember 2015 in Allgemein

 

Sharjah

Die Überfahrt ist angenehm ruhig, wenig Seegang, auch die Schiffsdiesel sind nur leise zu hören.
Nach knapp 10 Stunden Fahrt sehen wir eine unglaubliche Anzahl von Schiffen, überwiegend Tankern, die vor der Küste der Emirate, die am Horizont schon zu sehen ist, vor sich hin dümpeln, offensichtlich warten sie hier auf Aufträge oder ihre Beladung.

Die Vereinigten Arabischen Emirate bedienen sich des selben Kalenders wie wir, also heute ist auch hier der 24.12.2015, die Uhr drehen wir noch einmal um eine halbe Stunde nach vorne, nun sind wir drei Stunden vor der deutschen Zeit.
Im Gegensatz zur Türkei und Iran, wo Englisch nicht unbedingt sehr weit verbreitet ist, ist Englisch hier die Umgangssprache, das erleichtert alles ein wenig.

Dann gegen 9.30 Uhr in der Frühe taucht im Morgendunst schemenhaft die Silhouette einer Großstadt mit hohen Wolkenkratzern auf.
Für Dubai ist es noch zu früh, mag wohl Umm Al Quwain sein, wir sind also bald da.

Gegen 10 Uhr fahren wir in den Hafen von Sharjah, etwa 40 km nördlich von Dubai ein.
Wir sind als letzte auf die Fähre drauf, also fahren wir als erste runter, die Hafenpolizei und unser Schiffsagent erwarten uns schon, wir sollen an der Seite warten, bis wir weitere Instruktionen erhalten.
Dann kommen Busse und holen die Passagiere ab, sauber getrennt, die Frauen in den Einen, die Männer in den Anderen, so werden sie zum Abfertigungsterminal gebracht.
Der Abfertigungsagent unserer Schifffahrtsgesellschaft, ein netter Inder, wie übrigens sehr viele Angestellte hier, teilt uns mit, daß es ein Problem mit der Einfuhr unserer Fahrzeuge gibt, weil heute und morgen der Zoll geschlossen ist, heute ist ein Feiertag und morgen Freitag, also Sonntag, an dem auch nicht gearbeitet wird.
Wir als Personen könnten abgefertigt werden, das Immigrationoffice sei geöffnet, nur mit den Fahrzeugen gibt es das Problem.
Nun gut, – zuerst geleitet uns ein Fahrzeug der Hafenpolizei zum Abfertigungsterminal, ein schäbiger Wartesaal ist für die nächsten zwei Stunden unser Domizil.
Zuerst werden alle Frauen abgefertigt, am Schalter wird heftig geschubst und gestossen, emiratische Polizisten greifen immer wieder ein, um Ordnung in den Laden zu kriegen, dann alle Männer, – wir Touristen werden gebeten, bis zum Schluß zu warten. Eine Leibesvisitation findet stichprobenartig in einem Nebenraum statt.
Die Erteilung der Einreisevisa geht ohne Antrag, die Paßkontrolle geht freundlich und flott vor sich.

Dann werden wir bei unserem Schiffsagenten vorstellig, zahlen die Tickets für die Überfahrt und erhalten das „Bill of Delivery“, ohne das kein Fahrzeug hier raus kommt, insgesamt zahlen wir noch 100 AE-Dirham für die entstandenen Unkosten.

Aspros halten wir zunächst in unserem HerrMAN versteckt, die Einreise von Haustieren in die VAE ist, zumindest offiziell, hochkompliziert, aufwendig und teuer, es ist eigentlich eine Einfuhrgenehmigung des Landwirtschaftsministeriums erforderlich, die 10 Tage Vorlaufzeit bedarf, eine Menge an Untersuchungen und Zeugnissen erfordert und zudem an die 600 US-Dollar kostet. Wir haben aber in Reiseberichten gelesen, daß nicht wirklich ernst danach geschaut wird und riskieren die illegale Einreise, – hoffentlich geht alles gut.

Nach dem zwischenzeitlichen Aufkeimen von Hoffnung, daß wir unsere Fahrzeuge doch heute noch irgendwie durch den Zoll kriegen, ist es am frühen Nachmittag amtlich und endgültig. Wir sind hier für die nächsten zwei Tage festgenagelt, – nichts geht, – wir können zwar zu Fuß raus, wir sind ja offiziell schon eingereist, – nur eben ohne unsere Fahrzeuge. Ist natürlich Quatsch, was sollen wir ohne unser mobiles Haus dort draussen ?
Cristian mag sich nicht geschlagen geben, wir werden alle zusammen bei der Portpolice am Hafenausgang vorstellig, – er redet mit Engelszungen auf sie ein, probiert wirklich alles, unter Hinterlegung des Carnets und der Pässe oder jedweder weiteren Pfandforderung doch raus zu kommen und Samstag früh zur Zollabfertigung wieder zu erscheinen.
Die Jungs mühen sich, haben Verständnis für unser Problem, telefonieren und beratschlagen, doch alles bleibt zwecklos, sie können nicht über ihren Schatten springen.
Es ist absolut unzulässig und wir müssen notgedrungen warten, bis der Zoll am Samstag morgen um 8 Uhr wieder geöffnet ist.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit suchen wir uns einen einigermaßen brauchbaren Stellplatz im Hafengelände, werden allerdings schon nach wenigen Minuten von der Hafenpolizei auf einen anderen Platz verwiesen, – ein ziemlich staubiger Stellplatz, zwischen Lagerhallen, Silos und Containern.
Ein wirklich schöner Platz, um Weihnachten zu verbringen, muß man lange nach suchen.

Tagesetappe:   4 km                    Gesamtstrecke:   7.514 km

 

 
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Verfasst von - 24. Dezember 2015 in Allgemein

 

Vielen lieben Dank an Bettina

Heute berichte ich mal kurz über die „kleinen“ Schwierigkeiten, die einem unterwegs so beschäftigen:

Wir hatten uns ja in Vorbereitung zu unserer Reise mit allen Problemen und Unwägbarkeiten, auch bezüglich des Zugangs zum Internet, beschäftigt.

Daß die Situation in Iran evtl. schwierig werden könnte, hatten wir auf dem Plan und waren mehr als positiv überrascht, als wir direkt nach Ankunft aus der Türkei in Maku eine SIM-Karte fürs mobile Internet kaufen konnten, zudem zu einem recht vernünftigen Preis.
Allerdings haben uns die Jungs im Laden schon darauf hingewiesen, daß „facebook“ und „youtube“ in Iran geblockt und somit nicht zugänglich sein werden.
Gut, ok, damit können wir leben, haben wir sowieso nicht Zeit und Muße dazu.

Doch gleich am ersten Abend kommt die Ernüchterung:
„gmx“, und damit auch zwei E-Mail-Adressen von uns sind ebenfalls nicht zugänglich.
….und dann der absolute Tiefschlag:
unsere Reiseseiten „HerrMANaufReisen“ oder „Oman2016“ sind ebenfalls gesperrt, alle Seiten mit der „wordpress“-Endung, aber auch andere Blogs sind nicht zugänglich.

Nun ist guter Rat teuer.
Vier Wochen lang keinen einzigen Reisebericht einstellen, das geht gar nicht.
Zu Hause macht man sich Sorgen, wo wir stecken, wir können nur bedingt mailen, nicht über „facebook“ schreiben und auch unser Blog nicht bedienen. – Na Klasse !

Ihr habt sicher bemerkt, daß Anfang Dezember mehrere Tage Sendepause war, einige haben sich auch in Kommentaren dazu geäußert, danke, daß Ihr Euch sorgt ! Muß aber nicht sein.

Dann kam uns Bettina, eine langjährige Freundin aus Chora Sfakion auf Kreta wieder in den Sinn, die mir vor Jahren bloggen auf wordpress beigebracht hat und selbst einige wordpress-Blogs betreibt, sie hatte uns schon auf unserer Rußlandreise angeboten, zu helfen, wenn es klemmt.
Wir schreiben sie also an und sie ist sofort mit Begeisterung dabei.
Seither habe ich ihr täglich unseren Reisebericht mit den Fotos in die Sfakia gemailt und sie hat alles in das Blog eingestellt.

Nun sind wir aus Iran draussen und in Dubai und haben wieder uneingeschränkten Internetzugang, können also alles wieder selbst machen.
Bis Mitte Februar, wenn wir wieder durch Iran zurück fahren, dann wird Bettina wieder für uns einspringen.

Liebe Bettina, Dir vielen herzlichen Dank für Deine Hilfe und Deinen perfekten Einsatz, du hast die Kohlen aus dem Feuer geholt. Danke !

 

 

 
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Verfasst von - 24. Dezember 2015 in Allgemein

 
Bild

Schöne Weihnachten

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Verfasst von - 23. Dezember 2015 in Allgemein

 

Von Bandar Abbas (Iran) nach Sharjah (Vereingte Arabische Emirate)

02. 10. 1394

Um 9.30 Uhr fahren wir los, der Hafen liegt knapp 20 km westlich. ( N 27° 09.278 E 056° 12.360 )

Wir wissen aus vielen Reiseberichten, daß das Auschecken aus Iran eine ewig langwierige, absolut unüberschaubare Prozedur darstellt, die kaum unter 10 Stunden zu bewältigen ist. Die Fähre soll gegen 21 Uhr planmäßig ablegen, was sie aber eigentlich noch nie gemacht hat. – Also schauen wir mal, was da so kommt.

Wir können direkt ins Hafengelände einfahren, parken hinter dem Wachhäuschen und kümmern uns zuerst um die Abholung der Tickets (dazu gehen wir vor dem Passenger-Terminal links den Weg hinter, zu dem zurückliegenden, gelben Gebäude).
Die Fahrzeugtickets sind für uns reserviert, wir kümmern uns am Schalter nebenan um die Schiffsladepapiere, sie sollen bis zum Abend fertig sein und zahlen die Hafengebühren von 50.000 Rial.
Wegen der Personentickets schlägt man uns vor, die Rückfahrttickets gleich mit zu kaufen, einfache Fahrt kostet 2,7 Mio Rial, Hin- und Rückfahrt nur 4,2 Mio Rial, also machen wir das. Sie sollen uns auch am Abend zusammen mit den Fahrzeugtickets ausgehändigt werden.

Dann beginnt das ewige Prozedere der „Fahrzeugausfuhr“.
Dazu gehen wir in das Zollgebäude, links vor dem Passenger-Terminal.
Der für uns zuständige Schalter ist gerade nicht besetzt, der zuständige Herr, der sich später noch als echter „Stinker“ herausstellen wird, kommt nach 15 Minuten und schickt uns erst mal Pässe und Carnet kopieren, was in einem kleinen Container vorne am Hafeneingang kostenpflichtig erledigt werden kann. Wir werden dort heute noch einige Male „aufschlagen“, denn der freundliche Herr an unserem Abfertigungsschalter steckt uns immer nur scheibchenweise zu, welche Kopien er gerne hätte.
Naja, und dann beginnt ein absolut undurchschaubarer Rundlauf, von Schalter zu Schalter, natürlich nicht schön nebeneinander, sondern immer möglichst weit voneinander entfernt, meist über den Hof in irgend ein anderes Gebäude oder einen Container, der irgendwo aufgestellt ist, zwischendurch müssen wir die Fahrzeuge vorführen, die Fahrgestellnummern werden kontrolliert, dann „wandern“ wir weiter, ein System ist absolut nicht erkennbar, wir tun halt, was wir von Schalter zu Schalter auf Nachfragen gesagt bekommen.
Dankenswerterweise haben wir Cristian als „Guide“ mit uns, mit seinen Sprachkenntnissen kann er wenigstens annähernd erfahren, was als Nächstes zu tun ist, ohne ihn wären wir heftig aufgeschmissen, denn kaum jemand hier ist der englischen Sprache mächtig.

Irgendwann gegen Abend können wir die Fahrzeuge dann in den Zollbereich im Hafen fahren, unsere Mitfahrer müssen draussen bleiben und sich ins Passenger-Terminal begeben.
Unser Weg durchs Labyrinth geht im Zollbereich weiter, dort holen wir weitere Stempel, müssen vor einem Büro im ersten Stock einer alten, verdreckten Halle fast eine Stunde warten, weil dort um 18 Uhr Schichtwechsel sein wird, der Neue noch nicht da ist, der Alte aber bereits vor einer Stunde gegangen ist.
Ja, — und irgendwann, nach annähernd 20 Stempeln und handschriftlichen Vermerken auf dem Ausreiseabschnitt des Carnet bekommen wir endlich den begehrten Ausreisestempel ins Carnet, die Fahrzeuge sind durch, wir stellen sie an der Fähre ab und begeben uns auch ins Passenger-Terminal, – es ist 19.00 Uhr.

Die Personenkontrolle und -ausreise ist ziemlich easy, das Handgepäck wird durch einen Scanner gelassen, der Paß wird angesehen und ausgestempelt und das wars.
Allerdings sollen wir warten, bis alle anderen durch sind, wir kommen als Letzte dran. Vor uns etwa 100 Passagiere, meist Araber aus den Emirates und dem Oman, mit ihren tief verschleierten Frauen, teilweise versteckt hinter Gesichtsmasken, – das sieht schon sehr eigentümlich aus, wenn man es so direkt aus der Nähe besehen kann, im Warteraum sitzen sie direkt neben uns. Alle sind schwer bepackt, schieben ganze Wagenladungen Gepäck vor sich her, oft Lebensmittel, im Iran ist alles wesentlich billiger, natürlich dauert es, bis das alles kontrolliert ist.

Dann ist es 21 Uhr, wir sind noch immer nicht dran, haben noch nicht mal unsere Tickets, hier braucht es echt Nerven !
Als gegen 22 Uhr alle durch sind, kommen wir dran, zuerst die Tickets, – durch die „Bill of Loading“-Kosten von 1,9 Mio Rial bei den beiden anderen Fahrzeugen, bzw. 2,2 Mio Rial für unseren Großen und die Hin- und Rückfahrt-Tickets, die eigentlich nicht geplant waren, reichen uns allen die Rial nicht, Cristian wollte für uns alle mit seiner Iran-Card bezahlen, die wollen sie aber nicht akzeptieren, Bankautomaten gibts ja bekanntlich keine, also bleibt nur die Bezahlung in US-Dollar oder Euro, jetzt geht das hökern um einen guten Umrechnungskurs los, – es geht mehrere Runden lang, hin und her, in Dollar, in Euro, – und wieder in Dollar, – die Zeit läuft, – die Fähre wartet geduldig, – die anderen Passagiere notgedrungen auch, es wird nicht mit der Beladung begonnen, bevor alle durch die Abfertigung sind.

Dann kommt noch ein Problem bei Norbert und Alex hinzu, ihre Visa sind bereits seit 6 Tagen abgelaufen, man hat ihnen auf der Ausländerbehörde, die sie vor Tagen aufgesucht hatten, irgend einen „Mist“ erzählt, daß die Verlängerung automatisch bei der Ausreise eingestempelt würde, was natürlich nicht stimmt.
Also beginnen endlose Diskussionen, man einigt sich auf eine Strafzahlung von 375.000 Rial pro Tag, allerdings sind die Zöllner nicht inkassoberechtigt, und Rial haben unsere Jungs auch keine mehr. Letztendlich sollen sie im Land bleiben bis alles geklärt ist und erst am Samstag ausreisen dürfen.
Cristians Überredungskünste reichen dann letztendlich doch dazu aus, daß wir das abwenden können, – ich hatte unsere Tickets noch nicht bezahlt und habe noch die Rial dafür in der Tasche, – ich gebe ihnen 4,1 Mio, zahle meine Tickets in Euro, – damit ist das Problem aus dieser Sicht gelöst, – und als wir Ihnen die Rial zeigen, ist plötzlich auch jemand inkassoberechtigt ! – Na also, geht doch !

Letztendlich sind wir gegen 23 Uhr endgültig ausgestempelt, die Passagiere im Wartesaal hinter der Absperrung erwarten uns sehnsüchtig, – wenn Blicke töten könnten !

Wir fahren als Letzte auf die Fähre „Hormuz 12“, das Deck ist seitlich offen, also gut durchlüftet.
Wir können in unseren Campern an Deck übernachten, im zweiten Oberdeck wird noch ein Abendessen gereicht, – wir verzichten darauf, – mein Fuß klopft und ist kurz vorm Platzen, – das waren wohl doch ein paar Kilometer zu viel für ihn, ich bin fix und fertig, – wäre wohl eh die Treppen nach oben nicht mehr hoch gekommen, wir lassen uns einfach nur noch ins Bett fallen.

Drüben in Dubai werde ich wohl doch noch mal zum Arzt müssen.

Tagesetappe:   17 km                    Gesamtstrecke:   7.510 km

 
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Verfasst von - 23. Dezember 2015 in Allgemein

 

Tag 2 in Bandar Abbas

01. 10. (Dey) 1394

Der Abend ist wieder voller Menschen und entsprechend laut, – aber irgendwie gewöhnen wir uns daran, – finden sogar zeitweise Gefallen an dem bunten Treiben.
Die Nacht ist ruhig, am Morgen bleibt wir ein wenig länger in den Federn, – nichts eilt heute.

Eventuell wollen wir heute noch einmal Geld tauschen, die Tickets und die Hafengebühren zahlt man besser in iranischen Rial, die amtlichen Kurse, die man dort für Euro und Dollar angesetzt bekommt, spotten jeder Beschreibung.
Cristian telefoniert rum und versucht die beste und günstigste Fährverbindung zu erfahren.
Am Ende wird es doch nichts mit der kürzeren und günstigeren Passage von Bandar Lengeh direkt nach Dubai. Die offensichtlich kleinere Fähre wird zur Zeit nicht eingesetzt, weil das Wetter im Persischen Golf nicht stabil genug sei, es geht tatsächlich nur diese eine Fähre (Hormuz 12 der Valfajr Shipping Co.) von Bandar Abbas nach Sharjah, und zwar morgen und wir kommen mit.
Cristian konnte tatsächlich einen besseren Preis für unseren HerrMAN aushandeln, anstatt der Offerte für 700 US-Dollar, die wir schon in Shiraz bekommen hatten, müssen wir nur 600 US-Dollar zahlen, zudem können wir bei der Ankunft in Sharjah in US-Dollar oder AE-Dirham zahlen, also nochmal Geld tauschen fällt damit auch aus.

Prima, somit ist alles für heute erledigt und wir haben Zeit.
Mit Stadtbesichtigung oder Bazarbummel wird es allerdings nichts, mein seit Tagen heftig geschwollener und schmerzender Fuß will einfach nicht besser werden, ich schone ihn heute mal ein wenig, so geben wir uns dem Müßiggang hin.
Das Wetter dazu passt prima, die Nächte sind mit 19 Grad ziemlich mild, am Tag scheint die Sonne vom blauen Himmel und das Quecksilber steigt auf angenehme 26 Grad.

Wir beobachten das Treiben im Park und am Strand, es ist ein ständiges Kommen und Gehen.
Die Iraner sind sportlich, schon in der Morgendämmerung joggen oder walken sie am Strand entlang, fahren Mountainbike, gehen spazieren oder treffen sich zur Morgengymnastik an den Trimmgeräten, die eigentlich in jedem Park aufgebaut sind. Es sieht für uns schon ziemlich ungewöhnlich aus, wenn eine tief verschleierte, mit dem Shador bekleidete Frau am „Butterfly“ ihre Übungen macht oder die Hantelstangen stemmt.

Am späten Nachmittag nimmt der Zulauf dann merklich zu, Händler bauen langsam ihre Stände auf, Wasserpfeifen und Süßigkeiten werden angeboten, Frauen in bunten Tüchern legen Teppiche auf dem Boden aus und bauen ihre Garküchen auf, sie backen Crepes-ähnliche Fladen mit einer würzig-scharfen Füllung aus Irgendwas.
Eine von ihnen hat sich direkt neben uns niedergelassen, entsprechend geht es draussen zu, es sieht irgendwie aus, wie in einem Lager, eine Menge Leute stehen oder sitzen um die Garküche, essen, trinken und ratschen miteinander, wir mittendrin, probieren die Crepes, Heike lässt sich eine Wasserpfeife reichen, junge Frauen setzen sich zum Plauschen zu uns, es macht einen Heidenspaß.

Doch irgendwann müssen wir ins Bett, morgen werden wir etwas früher aufstehen, ein anstrengender „Grenztag“ steht uns bevor.

Tagesetappe:   0 km                    Gesamtstrecke:   7.493 km

 
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Verfasst von - 22. Dezember 2015 in Allgemein

 

Bandar Abbas

30. 09. 1394

Gestern abend geht es wirklich lange hoch her draußen an der Promenade, irgendwann schlafen wir dann doch ein.
Aber selbst in der Nacht, es mag wohl so gegen drei Uhr in der Früh gewesen sein, dringt Gesang vom Strand zu uns herauf, sehr gesellig sind sie, die Iraner.

Heute wollen wir uns um die Fährverbindung und die Tickets kümmern, evtl. noch mal volltanken, wenn das möglich ist.
Gegen 10 Uhr fahren wir etwa 20 Kilometer durch die Stadt nach Westen in eine Schiffsagentur, in der es die Tickets geben soll.
Dort erfahren wir als erstes, daß eine Direktverbindung in den Oman, die wir wegen Aspros bevorzugen würden, nicht existiert.
Dann hören wir, was wir eh schon wussten, daß die Fährverbindung Bandar Abbas-Sharjah immer Samstags, Montags und Mittwochs gefahren wird, den Samstag sollte man wegen dem Freitag (Sonntag) meiden, weil die Fähre dann ziemlich voll ist, Montag ist heute, das ist wohl zu spät, also werden wir wohl am Mittwoch fahren.
Hier in der Agentur möchte man uns die Personentickets verkaufen, sollen 2,7 Mio Rial (75 US-Dollar) pro Nase kosten, einen Preis für unser Fahrzeugticket kann man uns nicht machen, dazu müssten wir direkt in den Hafen fahren, sagt man uns.
Also fahren wir, natürlich ohne Personentickets, an den Hafen, etwa 2 Kilometer westlich. Reinfahren in den gesicherten Bereich können wir nicht, weil wir dann evtl. nicht mehr rauskommen. Reza geht gerne mal für uns rein und fragt nach den Konditionen.

Noch bevor er zurückkommt, treffen wir Raphael aus Mainz wieder, den wir schon in Shiraz getroffen haben, – und Javier, der Spanier und einer der beiden Schweizer Jungs sitzen auch mit im Auto, sie wollen heute mit der Fähre übersetzen und sind schon fleißig am Einchecken.
Die drei Jungs fahren mit einem Auto raus, wir unterhalten uns kurz, sie müssen in der Stadt noch Geld tauschen, hier sollte man wegen dem besseren Umrechnungskurs in Rial zahlen. Dabei machen sie uns Mut, es ginge ja heute alles so relaxt zu bei der Abfertigung und wir sollten uns beeilen, beim Ticketkauf, dann könnten wir heute noch mit rüber.

Reza ist zwischenzeitlich eingetroffen, Ines und der zweite Schweizer auch, sie sagen das Gleiche. Also versuchen wir es, rein an den Schalter um Tickets zu holen.
Doch das war zu deutsch gedacht.
Die Beamtenmühlen hier mahlen sehr langsam. Also erstmal müsste er das Auto sehen, bevor er einen Preis machen könne.
Zuvor möchten wir aber wissen, ob wir evtl. mit einem für heute gelösten Ticket, im Fall, daß wir die Abfertigung doch nicht mehr schaffen würden, auch am Mittwoch noch fahren könnten. Dies zu beantworten, fühlt sich der Herr hinter dem Tresen nicht in der Lage.
Nachdem ich ihm ein Foto von unserem HerrMAN hingelegt und die Maße dazugeschrieben habe, hatte ich Hoffnung, nun einen Preis zu kriegen. – Fehlanzeige !
Es ist 14.10 Uhr und nun rückt er raus, – daß der Schalter ja seit 14 Uhr sowieso geschlossen sei, das mit den Tickets also nichts mehr werden wird.
Nun fragen wir, ob wir denn gleich die Tickets für Mittwoch haben könnten, was er auch verneint.
Dann fragen wir nochmal nach dem Preis und erklären ihm, daß wir ja morgen schon Geld tauschen können um nicht am Mittwoch erst noch mal in die Stadt zurück zu müssen.
Dazu fühlt er sich offensichtlich nicht in der Lage (hat ja wohl Feierabend), kopfschüttelnd ziehen wir ab.
Also die Überfahrt für heute hat sich somit erledigt, nun halten wir den Mittwoch im Auge.
Draußen sprechen wir mit Ines, sie werden in etwa den selben Preis zu zahlen haben, wie wir für unseren HerrMAN, so haben wir zumindest eine grobe Orientierung für den Geldtausch, den wir auf jeden Fall morgen schon machen wollen.

Wir verabschieden uns von den beiden und fahren zurück zu unserem Stellplatz, der zwar unglaublich laut ist, sich aber auch kein Besserer finden läßt.

Dort trifft am Abend auch noch Familie Ivan mit ihrem Wohnmobil ein. Cristian spricht Farsi, er macht derzeit das Projekt www.iranisgreat.com, wodurch er einige Beziehungen ins Land hat und uns anbietet, sich ihm anzuschließen. Er möchte evtl. von Bandar Lengeh direkt nach Dubai übersetzen, die Strecke sei kürzer und wesentlich billiger und mit drei Fahrzeugen könnten wir einen besseren Preis kriegen. Er will sich morgen darum kümmern. Wir sind gerne dabei.

Ansonsten ist der Abend schön warm und richtig nett, wir sitzen zusammen draußen, es kommen ständig Iranerinnen und Iraner vorbei, manche sprechen richtig gut Englisch und es kommen recht gute Gespräche zustande. Ein Paar mit seinem Jungen setzt sich zu uns und bleibt länger als eine Stunde, es geht lustig zu, wir reden aber auch über ernste Themen, erzählen uns gegenseitig, wie es so zugeht in unserer jeweiligen Heimat, – Familie, Beruf, Renten, Arbeitsplätze, Arbeitszeiten und Gesundheitswesen sind sehr interessante Themen, – es wird fleißig fotografiert, – Selfies geschossen und WhatsApp-Adressen getauscht.
Die gesamte Südküste und natürlich auch Bandar Abbas wirken bereits sehr afrikanisch auf uns, die Menschen sind hier wesentlich dunkelhäutiger, viele sind Belutschen, die aus Pakistan und der südostlichen Provinz Belutschistan hierher gesiedelt sind, anderen ist die afrikanische Abstammung deutlich anzusehen, – auch die Kleidung, die Frauen sind hier in bunte Tücher gehüllt, wie man es aus Afrika kennt, – die Vegetation, Sand und Palmen, Savanne und Akazienbäume, gelegentlich grasende Kamele dazwischen, – die Häuser und Dörfer, – das afrikanische Wetter, – das pulsierende Leben, – alles zeigt deutlich, daß wir hier im Süden angekommen sind.

„Heute wollen wir uns um die Fährverbindung und die Tickets kümmern, evtl. noch mal volltanken“, habe ich eingangs geschrieben.
Erledigt haben wir davon heute rein gar nichts ! Die Uhren gehen halt ganz anders hier, doch schön wars trotzdem. ….und es wird wieder spät, bis wir uns schlafen legen.

Tagesetappe:   38 km                    Gesamtstrecke:   7.493 km

 
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Verfasst von - 21. Dezember 2015 in Allgemein