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Archiv für den Monat Dezember 2015

„Zwangs“-Pause in Dubai

Naja, auch ohne „Zwang“, könnten wir uns den Aufenthalt hier in Dubai sehr gut vorstellen. Würden wir freiwillig auch machen, hier läßt es sich aushalten.

Die Tage vergehen im Flug.
Der Himmel ewig blau, Summer in the city, hier läßt es sich wahrlich leben.
Vom Frühstück bis abends findet alles draußen statt, es ist warm, immer wieder kommen Emiratis vorbei, plauschen ein wenig mit uns.
Ich pflege meinen Fuß, wir schauen aufs Meer, geniesen die Sonne, lesen ein wenig, bereiten uns auf den Oman vor.

Mittlerweile füllt sich der Strandparkplatz, Silvester rückt näher, und immer mehr Traveller aus aller Welt treffen hier ein, ein wirklich internationaler Stellplatz, neben uns und weiteren sieben Fahrzeugen aus Deutschland haben sich mittlerweile Holländer, Franzosen, Österreicher, Schweizer, Rumänen und sogar ein Fahrzeug aus Australien hier eingefunden.
Auch die Emiratis bringen langsam ihre „Geschütze“ hier in Stellung, – riesige Ami-Motorhomes oder Trailer, sie postieren sie hier am Strand, um Silvester hier draussen zu verbringen.
Auch Rosmarie und Fritz aus der Schweiz sind heute hier eingetroffen, sie haben wir im letzten Jahr in Marokko kennengelernt.

Am Morgen fahren wir kurz in die Stadt, Wasser tanken und ein wenig einkaufen, am Nachmittag pilgert Heike in die „Emirates-Mall“, sie will sich die Ski-Halle ansehen.
Es gibt wirklich viel zu sehen, Dubai macht viele Angebote, ich werde allerdings derzeit zwangsläufig die Füße ruhig halten, wir denken, daß wir in sechs Wochen, wenn wir aus dem Oman wieder hierher zurück kommen, noch Einiges nachholen können, was wir jetzt versäumen.

Draußen laufen schon seit Tagen die Vorbereitungen für das größte Silvesterfeuerwerk der Welt.
Wie bei allem, wollen auch hier die Emiratis die Nase vorne haben, draußen auf dem Meer werden mehr als 30 kleine Pontos verankert, von denen aus die Raketen gezündet werden, hier am Strand wird eine riesige Audioanlage mit zwei Leinwänden installiert. Wir sind gespannt, was hier morgen abend geboten wird.

Und gerade im Moment, während ich hier schreibe, findet offensichtlich eine Art Generalprobe drüben am „Burj al Arab“ statt, ein Feuerwerk wird gezündet, – ok, sieht schon mal ganz gut aus.

Von hier aus einen schönen Gruß, einen guten Beschluß und Alles Gute für das Jahr 2016, bleibt gesund und munter.

Tagesetappe:   17 km                    Gesamtstrecke:   7.642 km

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Verfasst von - 30. Dezember 2015 in Allgemein

 

Dubai

Die Nacht ist schön ruhig im Innenhof der Mediclinic.

Wir vertrödeln den Vormittag, Heike geht hinüber in die nahe „Wafi Mall“, eine der vielen Mega-Einkaufszeilen, die es in Dubai gibt, schaut mal, was dort so geboten wird.

Gegen 15 Uhr humpele ich hinüber in die Klinik zum Orthopäden, dort kriege ich ein paar gute Ratschläge und einen dieser modernen „Plastik-Gipse“ verpasst.
Schön ist ja, daß man diese Dinger zum Duschen ablegen kann, sonst ist allerdings auch nichts schön an der Angelegenheit.

Gegen 16 Uhr bin ich fertig, der gesamte „Spaß“ gestern und heute kostet etwa 700 Euro, meine Versicherung wird zahlen, allerdings muß ich den Betrag zunächst vorstrecken.
Nun aber nichts wie weg hier, zurück zu unserem Stellplatz am Strand, wir werden für ein paar Tage hier stehen bleiben, mein Fuß braucht ein wenig Ruhe, bevor es weiter geht.
Fahren kann ich ja, wegen der Automatik brauche ich dazu nur den rechten Fuß, allerdings das Einsteigen in das hohe Führerhaus sieht echt abenteuerlich aus, hoffentlich schaut dabei niemand zu !

Der „Palmeira-Beach“, den die Einheimischen „Al-Sufouh“ nennen, – ein genialer Platz, – weitläufig, – mit herrlich hellem Sand, – direkt zwischen „Burj al Arab“ und der „Palm Jumeirah“ gelegen. Das Wasser wunderbar klar und blau, die Sonne warm und kräftig, es herrscht Badebetrieb, die Menschen aus der Stadt verbringen ihre Freizeit hier, – draußen ziehen die Yachten vorbei, – die Megayacht von Scheich Mohammed liegt drüben am Palmenstamm vor Anker.

Am Abend funkeln die hell beleuchteten Hotels von links, von der Palme herüber, der „Burj al Arab“ leuchtet von rechts, die Hochhaustürme schauen von der nahen Stadt zu uns herüber. Ich glaube, es gibt wirklich schlechtere Plätze für eine Zwangspause. ( N 25° 07´06.1″ E 055° 10´08.9″ )

Tagesetappe:   31 km                    Gesamtstrecke:   7.625 km

 
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Verfasst von - 27. Dezember 2015 in Allgemein

 

Von Sharjah nach Dubai

Der Morgen ist wolkenverhangen, tiefschwarz und bedrohlich zieht eine Front vom Meer herein.
Ein Uniformierter kommt auf dem Fahrrad vorbei um uns mitzuteilen, daß die Zollabfertigung ab 9 Uhr geöffnet sei.

So beginnen wir unseren Weg durch den Papierdschungel…..
……und draussen beginnt es zu regnen !! Ja kanns denn wahr sein, wir hier in Dubai und schon regnets, das hatten wir nicht auf dem Plan !

Zunächst marschieren wir drei Fahrer mit unseren Papieren zur Pforte am Hafenausgang, dort erklärt man uns, was zu tun sei.
Ein junger Zöllner fährt mit uns in einem Landcruiser zurück zu unserem Stellplatz, sieht sich die Fahrzeuge an und kontrolliert die Fahrgestellnummern.
Wieder zurück an der Pforte marschieren wir zum Zollgebäude, dort wird das Carnet und die Papiere gesichtet, in Listen eingetragen und weitere Formulare ausgefüllt.
Zwischenzeitlich können wir uns am Geldautomaten mit Landeswährung versorgen, – gestern waren die Automaten im abgeschlossenen Zollgebäude nicht zugänglich.
An zwei weiteren Schaltern haben wir unsere Gebühren zu zahlen, so gegen 12 Uhr sind wir so weit erst mal fertig und können zurück, als Nächstes müssen die Fahrzeuge durch den Scanner.

Heike und Aspros bleiben auf unserem Stellplatz zurück und halten sich „bedeckt“, neben dem Scanner rumstehen wäre zu auffällig.
Das Scannen dauert etwa 30 Minuten, dann müssen wir zurück zu einem Container nahe unserem Stellplatz, um den Stempel für den Scanner abzuholen und die Gebühren zu entrichten. Ich hole schnell Heike und Aspros ab.
Während wir im Container die Papiere kriegen trifft mich schier der Schlag:
Einer der rumsitzenden Beamten fragt mich: „You have a dog ?“
Schluck. – Was soll ich leugnen, unser Stellplatz ist ja von hier aus deutlich genug sichtbar, klar, daß sie Aspros schon gesehen haben.
„Yes, J have“.
„Your dog has passport ?“
„Sure“.
„Ok, thank you“.
Das wars wohl ? Plumps, da fällt der Stein runter, der will gar nicht mehr von uns ?!

Das war die letzte Station, nun vor ans Haupttor, Papiere zeigen und nichts wie weg hier.
Papiere in Ordnung, die Schranke öffnet sich, wir sind durch !
Allerdings sollen wir doch noch mal links hinfahren und anhalten.
Mist, – schaut jetzt doch noch mal einer in die Wohnkabine ?
Nee, sie überprüfen noch einmal die Fahrgestellnummern, – dann sind wir endgültig draußen.

Nun nichts wie ab, Richtung Süden, Dubai liegt nur wenige Kilometer südlich von Sharjah, die Städte gehen mittlerweile nahtlos ineinander über.
Unser Stellplatz liegt fast 40 km südlicher, mitten in Dubai, direkt zwischen „Burj al Arab“ und „The Palm Jumeirah“, an einem langen Sandstrand.
Die Fahrt durch die Stadt ist beeindruckend, – 14-spurig der Highway „Sheikh Zayed Road“, – die Hochhauskulisse gigantisch, ästhetisch schön die Gebäude, nicht so eng aneinander, wie in anderen Metropolen, viel Platz dazwischen, Licht, selbst bei dem schlechten Wetter, – der „Burj al Kalif“, dieser mächtige Spargel, das höchste Gebäude der Welt ist von Wolken umhüllt, aber immer wieder ist die Spitze über den Regenwolken zu sehen und gibt einen Eindruck von seiner gigantischen Höhe.

Auch heute sind die Fußwege im Hafen wieder ewig lang gewesen, mein Fuß schmerzt heftig.
Wir entschließen uns, gleich heute noch zum Arzt zu gehen, so kann das nicht bleiben.
Wie alles in Dubai, ist auch das Gesundheitswesen mega, hier gibts kein Krankenhaus, sondern eine „Medical-City“, ein ganzer Stadtteil, 25 km nördlich von hier, über den Highway aber schnell zu erreichen, mit einer Unmenge von Krankenhäusern, Spezialkliniken, Ärztezentren, Apotheken, Rehazentren, etc.
Hier gibt es ein „German Hospital“, das ich ansteuere, – allerdings ist das ein Flop, – eine kleine Arztpraxis im dritten Stock, nichts ist deutsch hier und der Arzt hat auch keine Zeit. Danke, und tschüs !
Ich fahre rüber in die „Mediclinic“, das City-Hospital und melde mich in der Notaufnahme. Ein supermoderner Neubau, alles blitzblank und auf höchstem medizinischen und technischen Niveau.
Nach dem Schreibkram habe ich 10 Minuten zu warten, dann bin ich dran, der indische Arzt läßt mich zum Röntgen bringen, nach 10 Minuten unterbreitet er mir das Ergebnis:
Wadenbeinbruch !  — na Klasse, das hat mir gerade noch gefehlt.
Dabei hatte ein Passant bei meinem „Ausrutscher“ in Bushehr (Iran) vor 10 Tagen die Ambulanz angerufen, die mich untersucht und festgestellt hat, daß nichts gebrochen sei.
Ich solle zwei Tage Eis drauf geben, dann wird alles wieder gut sein.
Pustekuchen ! —  Nun latsche ich schon 10 Tage auf dem kaputten Knochen rum, kein Wunder, daß die Schwellung nicht zurückgeht.

Nun gut, – alles „Jammern“ nutzt nichts, niemand kann was dafür, ich bin blöd hingetreten und fertig.
Ich kriege also einen „Notgips“ für die Nacht verpasst und habe morgen gegen 15.20 Uhr einen Termin beim Orthopäden hier im Haus.

Wir bleiben gleich hier im Innenhof des Hospitals stehen, es ist schön still und fahren kann ich erst mal sowieso nicht.
Morgen sehen wir dann weiter.

Tagesetappe:   80 km                    Gesamtstrecke:   7.594 km

 

 
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Verfasst von - 26. Dezember 2015 in Allgemein

 

Weihnachtstag in Sharjah

Wir sind ein netter Haufen und haben noch reichlich Spaß in unserer Wagenburg, gestern an Heiligabend.

Nachdem Alkohol in Iran strikt verboten ist, kann man hier im Duty-Free-Shop welchen kaufen, und so gibts Wein und Ouzo, später noch Whiskey anstatt Glühwein oder Punsch. Die Temperatur passt, der Abend ist mild, wir sitzen lange zusammen draussen, essen, trinken und erzählen.

Am Morgen ist Ausschlafen angesagt, Nichts wartet auf uns, den Tag „totschlagen“ heißt die Devise.
Das gelingt uns ganz gut, wir beservicen ein wenig unsere Autos, – putzen und schrauben, – an Cristians E-Bikes bauen wir die Akkus um.
An der Rückseite eines Containers hängen Stromkabel, – wir probieren, und tatsächlich ist Strom drauf, – das lassen wir uns nicht entgehen und klemmen unsere Fahrzeuge dran um alle Batterien wieder einmal vollständig aufzuladen.
So ist der Tag schneller um, als wir denken können, und morgen früh geht es schnell weiter.

Wegen Aspros haben wir natürlich nun ein Problem, ihn zwei Tage zu verstecken ist absolut unmöglich, so gehen wir schon gestern abend und natürlich auch heute mit ihm spazieren und harren der Dinge, die da kommen, – es müsste eher mit dem Teufel zugehen, wenn ihn tatsächlich niemand entdecken würde.

Am Abend kocht Alex für alle und schon ist unser Weihnachten gehalten.

Tagesetappe:   0 km                    Gesamtstrecke:   7.514 km

 
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Verfasst von - 25. Dezember 2015 in Allgemein

 

Sharjah

Die Überfahrt ist angenehm ruhig, wenig Seegang, auch die Schiffsdiesel sind nur leise zu hören.
Nach knapp 10 Stunden Fahrt sehen wir eine unglaubliche Anzahl von Schiffen, überwiegend Tankern, die vor der Küste der Emirate, die am Horizont schon zu sehen ist, vor sich hin dümpeln, offensichtlich warten sie hier auf Aufträge oder ihre Beladung.

Die Vereinigten Arabischen Emirate bedienen sich des selben Kalenders wie wir, also heute ist auch hier der 24.12.2015, die Uhr drehen wir noch einmal um eine halbe Stunde nach vorne, nun sind wir drei Stunden vor der deutschen Zeit.
Im Gegensatz zur Türkei und Iran, wo Englisch nicht unbedingt sehr weit verbreitet ist, ist Englisch hier die Umgangssprache, das erleichtert alles ein wenig.

Dann gegen 9.30 Uhr in der Frühe taucht im Morgendunst schemenhaft die Silhouette einer Großstadt mit hohen Wolkenkratzern auf.
Für Dubai ist es noch zu früh, mag wohl Umm Al Quwain sein, wir sind also bald da.

Gegen 10 Uhr fahren wir in den Hafen von Sharjah, etwa 40 km nördlich von Dubai ein.
Wir sind als letzte auf die Fähre drauf, also fahren wir als erste runter, die Hafenpolizei und unser Schiffsagent erwarten uns schon, wir sollen an der Seite warten, bis wir weitere Instruktionen erhalten.
Dann kommen Busse und holen die Passagiere ab, sauber getrennt, die Frauen in den Einen, die Männer in den Anderen, so werden sie zum Abfertigungsterminal gebracht.
Der Abfertigungsagent unserer Schifffahrtsgesellschaft, ein netter Inder, wie übrigens sehr viele Angestellte hier, teilt uns mit, daß es ein Problem mit der Einfuhr unserer Fahrzeuge gibt, weil heute und morgen der Zoll geschlossen ist, heute ist ein Feiertag und morgen Freitag, also Sonntag, an dem auch nicht gearbeitet wird.
Wir als Personen könnten abgefertigt werden, das Immigrationoffice sei geöffnet, nur mit den Fahrzeugen gibt es das Problem.
Nun gut, – zuerst geleitet uns ein Fahrzeug der Hafenpolizei zum Abfertigungsterminal, ein schäbiger Wartesaal ist für die nächsten zwei Stunden unser Domizil.
Zuerst werden alle Frauen abgefertigt, am Schalter wird heftig geschubst und gestossen, emiratische Polizisten greifen immer wieder ein, um Ordnung in den Laden zu kriegen, dann alle Männer, – wir Touristen werden gebeten, bis zum Schluß zu warten. Eine Leibesvisitation findet stichprobenartig in einem Nebenraum statt.
Die Erteilung der Einreisevisa geht ohne Antrag, die Paßkontrolle geht freundlich und flott vor sich.

Dann werden wir bei unserem Schiffsagenten vorstellig, zahlen die Tickets für die Überfahrt und erhalten das „Bill of Delivery“, ohne das kein Fahrzeug hier raus kommt, insgesamt zahlen wir noch 100 AE-Dirham für die entstandenen Unkosten.

Aspros halten wir zunächst in unserem HerrMAN versteckt, die Einreise von Haustieren in die VAE ist, zumindest offiziell, hochkompliziert, aufwendig und teuer, es ist eigentlich eine Einfuhrgenehmigung des Landwirtschaftsministeriums erforderlich, die 10 Tage Vorlaufzeit bedarf, eine Menge an Untersuchungen und Zeugnissen erfordert und zudem an die 600 US-Dollar kostet. Wir haben aber in Reiseberichten gelesen, daß nicht wirklich ernst danach geschaut wird und riskieren die illegale Einreise, – hoffentlich geht alles gut.

Nach dem zwischenzeitlichen Aufkeimen von Hoffnung, daß wir unsere Fahrzeuge doch heute noch irgendwie durch den Zoll kriegen, ist es am frühen Nachmittag amtlich und endgültig. Wir sind hier für die nächsten zwei Tage festgenagelt, – nichts geht, – wir können zwar zu Fuß raus, wir sind ja offiziell schon eingereist, – nur eben ohne unsere Fahrzeuge. Ist natürlich Quatsch, was sollen wir ohne unser mobiles Haus dort draussen ?
Cristian mag sich nicht geschlagen geben, wir werden alle zusammen bei der Portpolice am Hafenausgang vorstellig, – er redet mit Engelszungen auf sie ein, probiert wirklich alles, unter Hinterlegung des Carnets und der Pässe oder jedweder weiteren Pfandforderung doch raus zu kommen und Samstag früh zur Zollabfertigung wieder zu erscheinen.
Die Jungs mühen sich, haben Verständnis für unser Problem, telefonieren und beratschlagen, doch alles bleibt zwecklos, sie können nicht über ihren Schatten springen.
Es ist absolut unzulässig und wir müssen notgedrungen warten, bis der Zoll am Samstag morgen um 8 Uhr wieder geöffnet ist.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit suchen wir uns einen einigermaßen brauchbaren Stellplatz im Hafengelände, werden allerdings schon nach wenigen Minuten von der Hafenpolizei auf einen anderen Platz verwiesen, – ein ziemlich staubiger Stellplatz, zwischen Lagerhallen, Silos und Containern.
Ein wirklich schöner Platz, um Weihnachten zu verbringen, muß man lange nach suchen.

Tagesetappe:   4 km                    Gesamtstrecke:   7.514 km

 

 
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Verfasst von - 24. Dezember 2015 in Allgemein

 
Bild

Schöne Weihnachten

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Verfasst von - 23. Dezember 2015 in Allgemein

 

Von Bandar Abbas (Iran) nach Sharjah (Vereingte Arabische Emirate)

02. 10. 1394

Um 9.30 Uhr fahren wir los, der Hafen liegt knapp 20 km westlich. ( N 27° 09.278 E 056° 12.360 )

Wir wissen aus vielen Reiseberichten, daß das Auschecken aus Iran eine ewig langwierige, absolut unüberschaubare Prozedur darstellt, die kaum unter 10 Stunden zu bewältigen ist. Die Fähre soll gegen 21 Uhr planmäßig ablegen, was sie aber eigentlich noch nie gemacht hat. – Also schauen wir mal, was da so kommt.

Wir können direkt ins Hafengelände einfahren, parken hinter dem Wachhäuschen und kümmern uns zuerst um die Abholung der Tickets (dazu gehen wir vor dem Passenger-Terminal links den Weg hinter, zu dem zurückliegenden, gelben Gebäude).
Die Fahrzeugtickets sind für uns reserviert, wir kümmern uns am Schalter nebenan um die Schiffsladepapiere, sie sollen bis zum Abend fertig sein und zahlen die Hafengebühren von 50.000 Rial.
Wegen der Personentickets schlägt man uns vor, die Rückfahrttickets gleich mit zu kaufen, einfache Fahrt kostet 2,7 Mio Rial, Hin- und Rückfahrt nur 4,2 Mio Rial, also machen wir das. Sie sollen uns auch am Abend zusammen mit den Fahrzeugtickets ausgehändigt werden.

Dann beginnt das ewige Prozedere der „Fahrzeugausfuhr“.
Dazu gehen wir in das Zollgebäude, links vor dem Passenger-Terminal.
Der für uns zuständige Schalter ist gerade nicht besetzt, der zuständige Herr, der sich später noch als echter „Stinker“ herausstellen wird, kommt nach 15 Minuten und schickt uns erst mal Pässe und Carnet kopieren, was in einem kleinen Container vorne am Hafeneingang kostenpflichtig erledigt werden kann. Wir werden dort heute noch einige Male „aufschlagen“, denn der freundliche Herr an unserem Abfertigungsschalter steckt uns immer nur scheibchenweise zu, welche Kopien er gerne hätte.
Naja, und dann beginnt ein absolut undurchschaubarer Rundlauf, von Schalter zu Schalter, natürlich nicht schön nebeneinander, sondern immer möglichst weit voneinander entfernt, meist über den Hof in irgend ein anderes Gebäude oder einen Container, der irgendwo aufgestellt ist, zwischendurch müssen wir die Fahrzeuge vorführen, die Fahrgestellnummern werden kontrolliert, dann „wandern“ wir weiter, ein System ist absolut nicht erkennbar, wir tun halt, was wir von Schalter zu Schalter auf Nachfragen gesagt bekommen.
Dankenswerterweise haben wir Cristian als „Guide“ mit uns, mit seinen Sprachkenntnissen kann er wenigstens annähernd erfahren, was als Nächstes zu tun ist, ohne ihn wären wir heftig aufgeschmissen, denn kaum jemand hier ist der englischen Sprache mächtig.

Irgendwann gegen Abend können wir die Fahrzeuge dann in den Zollbereich im Hafen fahren, unsere Mitfahrer müssen draussen bleiben und sich ins Passenger-Terminal begeben.
Unser Weg durchs Labyrinth geht im Zollbereich weiter, dort holen wir weitere Stempel, müssen vor einem Büro im ersten Stock einer alten, verdreckten Halle fast eine Stunde warten, weil dort um 18 Uhr Schichtwechsel sein wird, der Neue noch nicht da ist, der Alte aber bereits vor einer Stunde gegangen ist.
Ja, — und irgendwann, nach annähernd 20 Stempeln und handschriftlichen Vermerken auf dem Ausreiseabschnitt des Carnet bekommen wir endlich den begehrten Ausreisestempel ins Carnet, die Fahrzeuge sind durch, wir stellen sie an der Fähre ab und begeben uns auch ins Passenger-Terminal, – es ist 19.00 Uhr.

Die Personenkontrolle und -ausreise ist ziemlich easy, das Handgepäck wird durch einen Scanner gelassen, der Paß wird angesehen und ausgestempelt und das wars.
Allerdings sollen wir warten, bis alle anderen durch sind, wir kommen als Letzte dran. Vor uns etwa 100 Passagiere, meist Araber aus den Emirates und dem Oman, mit ihren tief verschleierten Frauen, teilweise versteckt hinter Gesichtsmasken, – das sieht schon sehr eigentümlich aus, wenn man es so direkt aus der Nähe besehen kann, im Warteraum sitzen sie direkt neben uns. Alle sind schwer bepackt, schieben ganze Wagenladungen Gepäck vor sich her, oft Lebensmittel, im Iran ist alles wesentlich billiger, natürlich dauert es, bis das alles kontrolliert ist.

Dann ist es 21 Uhr, wir sind noch immer nicht dran, haben noch nicht mal unsere Tickets, hier braucht es echt Nerven !
Als gegen 22 Uhr alle durch sind, kommen wir dran, zuerst die Tickets, – durch die „Bill of Loading“-Kosten von 1,9 Mio Rial bei den beiden anderen Fahrzeugen, bzw. 2,2 Mio Rial für unseren Großen und die Hin- und Rückfahrt-Tickets, die eigentlich nicht geplant waren, reichen uns allen die Rial nicht, Cristian wollte für uns alle mit seiner Iran-Card bezahlen, die wollen sie aber nicht akzeptieren, Bankautomaten gibts ja bekanntlich keine, also bleibt nur die Bezahlung in US-Dollar oder Euro, jetzt geht das hökern um einen guten Umrechnungskurs los, – es geht mehrere Runden lang, hin und her, in Dollar, in Euro, – und wieder in Dollar, – die Zeit läuft, – die Fähre wartet geduldig, – die anderen Passagiere notgedrungen auch, es wird nicht mit der Beladung begonnen, bevor alle durch die Abfertigung sind.

Dann kommt noch ein Problem bei Norbert und Alex hinzu, ihre Visa sind bereits seit 6 Tagen abgelaufen, man hat ihnen auf der Ausländerbehörde, die sie vor Tagen aufgesucht hatten, irgend einen „Mist“ erzählt, daß die Verlängerung automatisch bei der Ausreise eingestempelt würde, was natürlich nicht stimmt.
Also beginnen endlose Diskussionen, man einigt sich auf eine Strafzahlung von 375.000 Rial pro Tag, allerdings sind die Zöllner nicht inkassoberechtigt, und Rial haben unsere Jungs auch keine mehr. Letztendlich sollen sie im Land bleiben bis alles geklärt ist und erst am Samstag ausreisen dürfen.
Cristians Überredungskünste reichen dann letztendlich doch dazu aus, daß wir das abwenden können, – ich hatte unsere Tickets noch nicht bezahlt und habe noch die Rial dafür in der Tasche, – ich gebe ihnen 4,1 Mio, zahle meine Tickets in Euro, – damit ist das Problem aus dieser Sicht gelöst, – und als wir Ihnen die Rial zeigen, ist plötzlich auch jemand inkassoberechtigt ! – Na also, geht doch !

Letztendlich sind wir gegen 23 Uhr endgültig ausgestempelt, die Passagiere im Wartesaal hinter der Absperrung erwarten uns sehnsüchtig, – wenn Blicke töten könnten !

Wir fahren als Letzte auf die Fähre „Hormuz 12“, das Deck ist seitlich offen, also gut durchlüftet.
Wir können in unseren Campern an Deck übernachten, im zweiten Oberdeck wird noch ein Abendessen gereicht, – wir verzichten darauf, – mein Fuß klopft und ist kurz vorm Platzen, – das waren wohl doch ein paar Kilometer zu viel für ihn, ich bin fix und fertig, – wäre wohl eh die Treppen nach oben nicht mehr hoch gekommen, wir lassen uns einfach nur noch ins Bett fallen.

Drüben in Dubai werde ich wohl doch noch mal zum Arzt müssen.

Tagesetappe:   17 km                    Gesamtstrecke:   7.510 km

 
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Verfasst von - 23. Dezember 2015 in Allgemein