RSS

Von Kazerun nach Bushehr

17 Dez

26. 09. 1394

Am Abend gegen 22.30 Uhr kommen die Jungs von der Polizeistation herüber, bringen uns einen Korb mit Früchten, – Orangen, Mandarinen und Granatäpfel, – sie haben noch Lust auf einen Plausch. Leider sieht es mit ihrem Englisch nicht ganz so gut aus, so kauderwelschen wir uns halt eine halbe Stunde durch den Abend, es geht mehr schlecht wie recht, aber es geht. Die Schwester des Einen, die in Oklahama lebt, wird live aus den USA ans Handy zitiert und muß schnell noch ein wenig übersetzen, – einfach Klasse.

Die Nacht ist zwar sicher, aber nicht wirklich ruhig, von der Polizeistation kommen ständig Geräusche herüber, die Jungs machen ihren Dienst, Autos fahren rein und raus, das große Blechtor zum Hof wird jedesmal scheppernd geöffnet und wieder geschlossen.

Am Morgen, als wir uns das erste mal zeigen, kriegen wir zum Frühstück einen großen Teller Linsensuppe gebracht, – zum Frühstück für uns absolut ungewöhnlich, aber sehr schmackhaft. Sie geben sich wirklich alle Mühe, unseren Aufenthalt so angenehm als möglich zu gestalten, – sozusagen Übernachtung mit Halbpension und Unterhaltungsprogramm. Zum Abschied bedanken wir uns mit der üblichen Ladung Süßigkeiten und ziehen los.

Hinaus auf die 55, sie bringt uns direkt bis Bushehr (Bandar Bushehr).
Am Anfang führt die Straße noch relativ gerade durch die Ebene, dann kommen wir in eine herrliche Felsenlandschaft.
Bunt gefärbte Felsen zeigen schroff in den blauen Himmel, aufgetürmte Plattenschichten zeigen schräg nach oben, alles ist total ohne jegliche Vegetation.
Die Straße verjüngt sich zu einer relativ schmalen Landstraße und schlängelt sich viele Kilometer lang in zahlreichen Serpentinen langsam hinunter zum Persischen Golf.

Immer wieder durchfahren wir schöne kleine Palmenoasen, ganz unten angekommen einen stattlichen Palmenwald.
Unten auf Meereshöhe angekommen ist es gleich merklich wärmer, 20 Grad, später in Bushehr noch 22.
Hier führt uns der „Persian Gulf Highway“ schnurgerade und dreispurig etwa 50 Kilometer über die Ebene nach Bushehr.
Dort wird wie wild gebaut, durch die weite Lagune hat man bereits eine breite, kilometerlange Zubringerstraße zu den Hafenanlagen und einem ganz neuen Stadtviertel gebaut, daneben entstehen riesige Uferpromenaden mit breiten Pflasterwegen, Unmengen von Straßenlaternen, Parks, Grünflächen und Palmen, das sieht schon im Bau ziemlich gewaltig aus.
Am Ende der langen Straße kommen wir hinaus an den Golf und fahren nun immer die Uferstraße entlang Richtung Süden.
Die Promenade zieht sich über viele Kilometer am Meer entlang, toll angelegt und gepflegt, mit Ruhezonen und Parkbänken, Blumenrabatten, Büschen und Palmen, sie ist gut besucht, viele hundert Menschen flanieren am Meer entlang, unzählige haben sich wieder zum Picknick auf ihren Decken oder in den kleinen Pavillons niedergelassen.

Am Shaghab-Park finden wir den passenden Stellplatz für die Nacht, direkt am Meer, ruhig und hell, ein iranisches Restaurant ist nur 200 Meter weg und genügend Auslauf für die Spaziergänge mit Aspros haben wir auch. ( N 28° 54´50.6″ E 050° 49´01.3″ )

Tagesetappe:   177 km                    Gesamtstrecke:   6.682 km

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 17. Dezember 2015 in Allgemein

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: