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Von Bushehr nach Kangan

18 Dez

27. 09. 1394

Am Abend gegen 22.30 Uhr taucht schon wieder die Streife auf, langsam nervt das !
Sie prüfen wieder langfädig die Papiere und geben uns dann zu verstehen, daß wir mit zur Polizei fahren sollen.
Darauf haben wir nun überhaupt keine Lust und geben das auch zu verstehen, wir stehen hier prima und bleiben, zumal nur wenige Meter weiter Reza, ein iranischer Traveller, mit dem wir vorhin schon ein nettes und langes Gespräch hatten, sein Zelt im Park aufgeschlagen hat und auch hier übernachtet.
Ich habe mir 2 Stunden vorher heftig den linken Fuß vertreten und einen dicken Eisumschlag drum, den zeige ich her und sage den beiden, daß ich so keinen Schritt mehr fahren kann. Das wirkt anscheinend, sie verziehen sich, kommen aber später noch mal wieder und notieren sich die Paß- und Visanummern, – Heike soll irgendetwas unterschreiben, was sie nicht lesen kann, – das verweigert sie, – dann ziehen sie endlich ab.

Am Morgen bringt uns Reza frisches Brot und irgendein Linsenmus, das man offensichtlich hier zum Frühstück zu sich nimmt.
Der Tag ist schon herrlich warm, jetzt sind wir endlich angekommen, – heute kommen die dicken Klamotten in den Schrank, es wird auf Sommer umgestellt.

Nach dem Frühstück kommt Reza wieder zum Plauschen vorbei, er möchte mit seinem Fahrrad auch nach Bandar Abbas und in den Oman und fragt, ob wir ihn ein Stück mitnehmen könnten. Ja klar, gerne, – aber wohin mit dem Fahrrad. Doch das kriegen wir ziemlich flott gelöst, hinten an den Reserverädern bauen wir flugs aus dicken Ästen einen wunderbaren Fahrradträger, – direkt patentreif das Teil, – Reza holt sein Zelt und seine Sachen, – und dann kanns los gehen.
Wir finden es gar nicht schlecht, gerade hier unten in der Golfregion, die selbst bei den Iranern nicht ganz unkritisch gesehen wird, mit Reza einen ortskundigen Iraner als Begleiter zu haben, unterwegs erklärt er uns viele Dinge, die wir bisher noch nicht so verstanden hatten, er kennt sich recht gut aus, kann auch immer wieder mal für uns in Farsi übersetzen, wenn wir irgendwo was zu fragen haben, außerdem ist er Lehrer für Englisch und Türkisch an einer privaten Schule, wir sprechen nun den ganzen Tag englisch mit ihm, das ist richtig gut für unsere Englischkenntnisse, die wir somit mal wieder kräftig auffrischen können.

Von Busher fahren wir die relativ kleine, aber gut ausgebaute Straße, die direkt immer am Golf entlangführt, über Delvaz und Bordkhun nach Dayyer und Kangan.
Hinter Bushehr ist zunächst noch diese lagunenartige Sumpflandschaft, Reza erklärt uns, daß diese Lagunen bei starken Regenfällen, die es gelegentlich im Winter hier hat, komplett geflutet sind.
Weiter südlich führt die Straße dann durch eine wundervolle Landschaft, – herrliche Wüstengegend, – rechts meist irgendwie das Meer im Blick, – links eine absolut spektakuläre Felsenlandschaft. Steil aufragende Felstürme, über Jahrmillionen vom Wasser bearbeitet, – in tollen Farben, rot und grün und gelb und braun, jede Schicht irgendwie anders. Zwischen den Felsentürmen immer wieder schöne Palmenoasen, – wirklich toll anzusehen, – und das fast die gesamte Strecke lang.

Später, hinter Bordkhun tauchen bereits die ersten petrotechnischen Anlagen auf, hier und weiter südlich befinden sich die iranischen Öl- und Gasförderanlagen, kurz vor Kangan sehen wir dann schon erste Gasfackeln am Horizont, die Luft wird entsprechend diesig und riecht nicht wirklich so, wie frische Meeresluft eigentlich riechen sollte.

In Kangan fahren wir zum Stadtpark, auf dem zugehörigen Parkplatz finden wir unseren Nachtplatz, Reza zieht mit seinem Zelt einige Meter weiter in den Park, dort gibt es Toiletten und sogar Duschen, erzählt er uns später.
Heute ist Freitag, also in hiesigen Gefilden Sonntag, entsprechend viel Betrieb ist draußen auf der Straße, viele Menschen flanieren drüben im Park, bis spät in den Abend knattern die Mopeds durch das Städtchen. Wir wollen hoffen, daß es bald ein wenig ruhiger wird. ( N 27° 50´02.6″ E 052° 03´16.6″ )

Tagesetappe:   220 km                    Gesamtstrecke:   6.902 km

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Verfasst von - 18. Dezember 2015 in Allgemein

 

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