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Bandar Abbas

21 Dez

30. 09. 1394

Gestern abend geht es wirklich lange hoch her draußen an der Promenade, irgendwann schlafen wir dann doch ein.
Aber selbst in der Nacht, es mag wohl so gegen drei Uhr in der Früh gewesen sein, dringt Gesang vom Strand zu uns herauf, sehr gesellig sind sie, die Iraner.

Heute wollen wir uns um die Fährverbindung und die Tickets kümmern, evtl. noch mal volltanken, wenn das möglich ist.
Gegen 10 Uhr fahren wir etwa 20 Kilometer durch die Stadt nach Westen in eine Schiffsagentur, in der es die Tickets geben soll.
Dort erfahren wir als erstes, daß eine Direktverbindung in den Oman, die wir wegen Aspros bevorzugen würden, nicht existiert.
Dann hören wir, was wir eh schon wussten, daß die Fährverbindung Bandar Abbas-Sharjah immer Samstags, Montags und Mittwochs gefahren wird, den Samstag sollte man wegen dem Freitag (Sonntag) meiden, weil die Fähre dann ziemlich voll ist, Montag ist heute, das ist wohl zu spät, also werden wir wohl am Mittwoch fahren.
Hier in der Agentur möchte man uns die Personentickets verkaufen, sollen 2,7 Mio Rial (75 US-Dollar) pro Nase kosten, einen Preis für unser Fahrzeugticket kann man uns nicht machen, dazu müssten wir direkt in den Hafen fahren, sagt man uns.
Also fahren wir, natürlich ohne Personentickets, an den Hafen, etwa 2 Kilometer westlich. Reinfahren in den gesicherten Bereich können wir nicht, weil wir dann evtl. nicht mehr rauskommen. Reza geht gerne mal für uns rein und fragt nach den Konditionen.

Noch bevor er zurückkommt, treffen wir Raphael aus Mainz wieder, den wir schon in Shiraz getroffen haben, – und Javier, der Spanier und einer der beiden Schweizer Jungs sitzen auch mit im Auto, sie wollen heute mit der Fähre übersetzen und sind schon fleißig am Einchecken.
Die drei Jungs fahren mit einem Auto raus, wir unterhalten uns kurz, sie müssen in der Stadt noch Geld tauschen, hier sollte man wegen dem besseren Umrechnungskurs in Rial zahlen. Dabei machen sie uns Mut, es ginge ja heute alles so relaxt zu bei der Abfertigung und wir sollten uns beeilen, beim Ticketkauf, dann könnten wir heute noch mit rüber.

Reza ist zwischenzeitlich eingetroffen, Ines und der zweite Schweizer auch, sie sagen das Gleiche. Also versuchen wir es, rein an den Schalter um Tickets zu holen.
Doch das war zu deutsch gedacht.
Die Beamtenmühlen hier mahlen sehr langsam. Also erstmal müsste er das Auto sehen, bevor er einen Preis machen könne.
Zuvor möchten wir aber wissen, ob wir evtl. mit einem für heute gelösten Ticket, im Fall, daß wir die Abfertigung doch nicht mehr schaffen würden, auch am Mittwoch noch fahren könnten. Dies zu beantworten, fühlt sich der Herr hinter dem Tresen nicht in der Lage.
Nachdem ich ihm ein Foto von unserem HerrMAN hingelegt und die Maße dazugeschrieben habe, hatte ich Hoffnung, nun einen Preis zu kriegen. – Fehlanzeige !
Es ist 14.10 Uhr und nun rückt er raus, – daß der Schalter ja seit 14 Uhr sowieso geschlossen sei, das mit den Tickets also nichts mehr werden wird.
Nun fragen wir, ob wir denn gleich die Tickets für Mittwoch haben könnten, was er auch verneint.
Dann fragen wir nochmal nach dem Preis und erklären ihm, daß wir ja morgen schon Geld tauschen können um nicht am Mittwoch erst noch mal in die Stadt zurück zu müssen.
Dazu fühlt er sich offensichtlich nicht in der Lage (hat ja wohl Feierabend), kopfschüttelnd ziehen wir ab.
Also die Überfahrt für heute hat sich somit erledigt, nun halten wir den Mittwoch im Auge.
Draußen sprechen wir mit Ines, sie werden in etwa den selben Preis zu zahlen haben, wie wir für unseren HerrMAN, so haben wir zumindest eine grobe Orientierung für den Geldtausch, den wir auf jeden Fall morgen schon machen wollen.

Wir verabschieden uns von den beiden und fahren zurück zu unserem Stellplatz, der zwar unglaublich laut ist, sich aber auch kein Besserer finden läßt.

Dort trifft am Abend auch noch Familie Ivan mit ihrem Wohnmobil ein. Cristian spricht Farsi, er macht derzeit das Projekt www.iranisgreat.com, wodurch er einige Beziehungen ins Land hat und uns anbietet, sich ihm anzuschließen. Er möchte evtl. von Bandar Lengeh direkt nach Dubai übersetzen, die Strecke sei kürzer und wesentlich billiger und mit drei Fahrzeugen könnten wir einen besseren Preis kriegen. Er will sich morgen darum kümmern. Wir sind gerne dabei.

Ansonsten ist der Abend schön warm und richtig nett, wir sitzen zusammen draußen, es kommen ständig Iranerinnen und Iraner vorbei, manche sprechen richtig gut Englisch und es kommen recht gute Gespräche zustande. Ein Paar mit seinem Jungen setzt sich zu uns und bleibt länger als eine Stunde, es geht lustig zu, wir reden aber auch über ernste Themen, erzählen uns gegenseitig, wie es so zugeht in unserer jeweiligen Heimat, – Familie, Beruf, Renten, Arbeitsplätze, Arbeitszeiten und Gesundheitswesen sind sehr interessante Themen, – es wird fleißig fotografiert, – Selfies geschossen und WhatsApp-Adressen getauscht.
Die gesamte Südküste und natürlich auch Bandar Abbas wirken bereits sehr afrikanisch auf uns, die Menschen sind hier wesentlich dunkelhäutiger, viele sind Belutschen, die aus Pakistan und der südostlichen Provinz Belutschistan hierher gesiedelt sind, anderen ist die afrikanische Abstammung deutlich anzusehen, – auch die Kleidung, die Frauen sind hier in bunte Tücher gehüllt, wie man es aus Afrika kennt, – die Vegetation, Sand und Palmen, Savanne und Akazienbäume, gelegentlich grasende Kamele dazwischen, – die Häuser und Dörfer, – das afrikanische Wetter, – das pulsierende Leben, – alles zeigt deutlich, daß wir hier im Süden angekommen sind.

„Heute wollen wir uns um die Fährverbindung und die Tickets kümmern, evtl. noch mal volltanken“, habe ich eingangs geschrieben.
Erledigt haben wir davon heute rein gar nichts ! Die Uhren gehen halt ganz anders hier, doch schön wars trotzdem. ….und es wird wieder spät, bis wir uns schlafen legen.

Tagesetappe:   38 km                    Gesamtstrecke:   7.493 km

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Verfasst von - 21. Dezember 2015 in Allgemein

 

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