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Sharjah

24 Dez

Die Überfahrt ist angenehm ruhig, wenig Seegang, auch die Schiffsdiesel sind nur leise zu hören.
Nach knapp 10 Stunden Fahrt sehen wir eine unglaubliche Anzahl von Schiffen, überwiegend Tankern, die vor der Küste der Emirate, die am Horizont schon zu sehen ist, vor sich hin dümpeln, offensichtlich warten sie hier auf Aufträge oder ihre Beladung.

Die Vereinigten Arabischen Emirate bedienen sich des selben Kalenders wie wir, also heute ist auch hier der 24.12.2015, die Uhr drehen wir noch einmal um eine halbe Stunde nach vorne, nun sind wir drei Stunden vor der deutschen Zeit.
Im Gegensatz zur Türkei und Iran, wo Englisch nicht unbedingt sehr weit verbreitet ist, ist Englisch hier die Umgangssprache, das erleichtert alles ein wenig.

Dann gegen 9.30 Uhr in der Frühe taucht im Morgendunst schemenhaft die Silhouette einer Großstadt mit hohen Wolkenkratzern auf.
Für Dubai ist es noch zu früh, mag wohl Umm Al Quwain sein, wir sind also bald da.

Gegen 10 Uhr fahren wir in den Hafen von Sharjah, etwa 40 km nördlich von Dubai ein.
Wir sind als letzte auf die Fähre drauf, also fahren wir als erste runter, die Hafenpolizei und unser Schiffsagent erwarten uns schon, wir sollen an der Seite warten, bis wir weitere Instruktionen erhalten.
Dann kommen Busse und holen die Passagiere ab, sauber getrennt, die Frauen in den Einen, die Männer in den Anderen, so werden sie zum Abfertigungsterminal gebracht.
Der Abfertigungsagent unserer Schifffahrtsgesellschaft, ein netter Inder, wie übrigens sehr viele Angestellte hier, teilt uns mit, daß es ein Problem mit der Einfuhr unserer Fahrzeuge gibt, weil heute und morgen der Zoll geschlossen ist, heute ist ein Feiertag und morgen Freitag, also Sonntag, an dem auch nicht gearbeitet wird.
Wir als Personen könnten abgefertigt werden, das Immigrationoffice sei geöffnet, nur mit den Fahrzeugen gibt es das Problem.
Nun gut, – zuerst geleitet uns ein Fahrzeug der Hafenpolizei zum Abfertigungsterminal, ein schäbiger Wartesaal ist für die nächsten zwei Stunden unser Domizil.
Zuerst werden alle Frauen abgefertigt, am Schalter wird heftig geschubst und gestossen, emiratische Polizisten greifen immer wieder ein, um Ordnung in den Laden zu kriegen, dann alle Männer, – wir Touristen werden gebeten, bis zum Schluß zu warten. Eine Leibesvisitation findet stichprobenartig in einem Nebenraum statt.
Die Erteilung der Einreisevisa geht ohne Antrag, die Paßkontrolle geht freundlich und flott vor sich.

Dann werden wir bei unserem Schiffsagenten vorstellig, zahlen die Tickets für die Überfahrt und erhalten das „Bill of Delivery“, ohne das kein Fahrzeug hier raus kommt, insgesamt zahlen wir noch 100 AE-Dirham für die entstandenen Unkosten.

Aspros halten wir zunächst in unserem HerrMAN versteckt, die Einreise von Haustieren in die VAE ist, zumindest offiziell, hochkompliziert, aufwendig und teuer, es ist eigentlich eine Einfuhrgenehmigung des Landwirtschaftsministeriums erforderlich, die 10 Tage Vorlaufzeit bedarf, eine Menge an Untersuchungen und Zeugnissen erfordert und zudem an die 600 US-Dollar kostet. Wir haben aber in Reiseberichten gelesen, daß nicht wirklich ernst danach geschaut wird und riskieren die illegale Einreise, – hoffentlich geht alles gut.

Nach dem zwischenzeitlichen Aufkeimen von Hoffnung, daß wir unsere Fahrzeuge doch heute noch irgendwie durch den Zoll kriegen, ist es am frühen Nachmittag amtlich und endgültig. Wir sind hier für die nächsten zwei Tage festgenagelt, – nichts geht, – wir können zwar zu Fuß raus, wir sind ja offiziell schon eingereist, – nur eben ohne unsere Fahrzeuge. Ist natürlich Quatsch, was sollen wir ohne unser mobiles Haus dort draussen ?
Cristian mag sich nicht geschlagen geben, wir werden alle zusammen bei der Portpolice am Hafenausgang vorstellig, – er redet mit Engelszungen auf sie ein, probiert wirklich alles, unter Hinterlegung des Carnets und der Pässe oder jedweder weiteren Pfandforderung doch raus zu kommen und Samstag früh zur Zollabfertigung wieder zu erscheinen.
Die Jungs mühen sich, haben Verständnis für unser Problem, telefonieren und beratschlagen, doch alles bleibt zwecklos, sie können nicht über ihren Schatten springen.
Es ist absolut unzulässig und wir müssen notgedrungen warten, bis der Zoll am Samstag morgen um 8 Uhr wieder geöffnet ist.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit suchen wir uns einen einigermaßen brauchbaren Stellplatz im Hafengelände, werden allerdings schon nach wenigen Minuten von der Hafenpolizei auf einen anderen Platz verwiesen, – ein ziemlich staubiger Stellplatz, zwischen Lagerhallen, Silos und Containern.
Ein wirklich schöner Platz, um Weihnachten zu verbringen, muß man lange nach suchen.

Tagesetappe:   4 km                    Gesamtstrecke:   7.514 km

 

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Verfasst von - 24. Dezember 2015 in Allgemein

 

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