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Archiv für den Monat Januar 2016

Von der Al Fizaya Beach nach Ain Jarziz

Im Paradies ist die Hölle los !
In der Nacht baut sich der Sturm immer mehr auf, heftige Fallwinde stürzen in wilden Böen über die mehr als 400 Meter hohen, steil aufragenden Felsen zu uns herunter, unser HerrMAN wackelt wie wild, Sand wird aufgewirbelt und zieht in Wolkenformationen über uns hinweg, trotz geschlossener Luken dringt er durch alle Ritzen, – richtig gut schlafen funktioniert irgendwie anders.

Irmgard und Klaus haben sich in der Nacht verdrückt und näher vor die Felswand gestellt, aber auch dort windet es nicht wirklich weniger.
Jedenfalls ist die Nacht viel zu kurz und wir sind früh auf, – nichts wie weg hier, – die Flucht aus dem Paradies.

Wir fahren über die 47 zurück, – durch den Canyon, – vorbei an Al Mughsayl und weiter bis kurz vor Salalah, – dort biegen wir nach Norden in die Berge ab.
Der Sturm läßt auch dort nicht merklich nach, zudem fällt die Temperatur dort oben auf 16 Grad, ziemlich ungemütlich, mitten im „gefühlten“ Sommer.

Die Straße nach dort oben ist nagelneu ausgebaut und bestens asphaltiert, in steilen Serpentinen windet sie sich bis auf etwa 1.000 Meter hinauf.
Bei Rakoob stehen viele Weihrauchbäume, wir halten kurz an.
Weihrauch war schon seit jeher das „Gold“ des Dhofar, verhalf den hiesigen Bewohnern bereits in der Antike zu einem relativen Wohlstand, Kaufleute, Seefahrer, Karawanenführer, alle profitierten davon. Schon damals wurden die „Tränen der Götter“ über den Ozean bis nach Indien, Afrika und in den Mittelmeerraum gebracht, Kamelkarawanen brachten ihn auf dem Landweg bis hinauf ans östliche Mittelmeer, von wo er bis nach Rom weiter transportiert wurde.
Weihrauchbäume wachsen nur wild, sie können nicht gezüchtet oder verpflanzt werden, und sie wachsen nur hier in großen Mengen.
Durch Anritzen der Rinde bluten die Bäume und es entstehen nach einer gewissen Zeit Tropfen aus Harz, die als „Weihrauch“ geerntet werden.
Diese Harztropfen werden zu Salben und anderen Medizinprodukten verarbeitet, ihr Rauch „reinigt“ und desinfiziert die Luft in Räumen und verleiht der Kleidung einen angenehmen Duft, Trinkwasser wird damit aromatisiert, gekaut hilft er gegen verschiedene Beschwerden und natürlich ist er verschiedenen Religionen heilig und wird dort den Göttern als Weihrauchopfer dargebracht.
Je heller diese Tropfen sind, um so besser ist die Qualität, um so teurer wird er gehandelt.
Seine größte Blüte erlebte der Weihrauchhandel zwischen 500 v. Chr. und 100 n. Chr., heute spielt der Weihrauchhandel kaum noch eine Rolle.

Wenig später kommen wir zum Grabmal des Propheten Hiob (Ayub), er wird in allen drei großen Religionen benannt, – hier liegt er begraben.

Wir verlassen die Berge und nähern uns wieder Salalah.
Etwa 10 km vor der Stadt führt ein kleines Seitental zu der Quelle „Ain Jarziz“.
Wir erwarten, daß es dort wieder wärmer und der immer noch starke Wind in dem schmalen Tal etwas abgehalten wird.
Wir fahren hin und bleiben für die Nacht. Hoffentlich wird sie ruhiger und gemütlicher als die Letzte. ( N 17° 06´18.1″ E 054° 04´28.4″ )

Tagesetappe:   113 km                    Gesamtstrecke:   10.916 km

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Verfasst von - 31. Januar 2016 in Allgemein

 

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An der Al Fizayah Beach

Die Nacht ist nicht wirklich still, wie man es hier draußen in der Einsamkeit eigentlich erwarten könnte, immer wieder ziehen heftige Windböen über die Bucht und wackeln an unserem HerrMAN, auch die Brandung des Ozeans ist ziemlich laut. Als Ausgleich kriegen wir einen wunderschönen Sternenhimmel geboten, der sich über die sonst stockdunkle Bucht spannt.

Auch am Morgen sind die Windstöber nicht wirklich weniger, so daß das Frühstück leider drinnen stattfinden muß.
Als wir damit fertig sind, hat sich auch der Wind verabschiedet und als ob nichts gewesen wäre, lacht die Sonne, – es ist ein herrlicher Badetag….

….und wir bleiben wieder mal !

Ruth und Jürgen in ihrem MAN kommen vorbei, die beiden haben wir zum Jahreswechsel bereits in Dubai getroffen, – sie stehen schon seit 3 Tagen nur eine kleine Bucht weiter hinten. Wir plaudern über das Woher und Wohin, über Reisepläne und die Schwierigkeiten, die uns allen so manche Grenze bereitet, – dann fahren sie weiter.

Wir bleiben und vertrödeln den Tag, wir erledigen ein paar Notwendigkeiten „in Haus und Hof“, und geben uns ansonsten dem Nichtstun hin.
Am Abend, kurz nach Sonnenuntergang kommen die heftigen Windböen zurück, – das abendliche Grillen und draußen sitzen muß für heute leider ausfallen.

Wir planen und bereden noch die Route für die nächsten Tage:
Weiter nach Südwesten wollen wir nicht mehr fahren, es sind noch etwa 75 km bis zur Grenze zum Jemen, dort wäre ohnehin Schluß.
Die Landschaft der letzten 50 km wiederholt sich bis dorthin, – Felsen, Berge, Serpentinen, – bergauf, bergab und immer wieder Ausblicke aufs Meer.

Somit sind wir hier am südlichsten Punkt und somit dem Scheitelpunkt unserer Reise angelangt, ab morgen sind wir auf der „Rückreise“ und fahren gen Norden, zurück nach Salalah, dort und in der Umgebung verbringen wir noch zwei oder drei Tage, dann ziehen wir ab.

Tagesetappe:   0 km                    Gesamtstrecke:   10.803 km

 
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Verfasst von - 30. Januar 2016 in Allgemein

 

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Von Salalah zum Al Fizaya Beach

Der Tag beginnt früh, Dominik und seine Familie, die in unserer Nähe stehen, fahren am Morgen schon vor 7 Uhr los, dabei wühlt sich der Steyr von Dominik ziemlich laut durch den tiefen Sand. Als er dann weg ist, ist die Nacht zu Ende.

Es ist stürmisch heute, ein unangenehm kräftiger Wind kommt vom Landesinneren und bläst aufs Meer hinaus, es ist warm, ja schwül, die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, der Wind wirbelt überall Sand und Staub auf, der permanent in der Luft hängt, zudem ist es diesig, alles wirkt dadurch irgendwie trübe.
Wenn also die Fotos heute irgendwie unscharf aussehen, liegt das nicht etwa am Fotografen, – nein, – auch im Original ist alles irgendwie unscharf und verschwommen zu sehen.

Heute verlassen wir Salalah im Westen und fahren auf die 47, die nach etwa 150 km den Jemen erreicht.
So weit wollen wir allerdings nicht fahren.
Von unserem St(r)andplatz fahren wir an der „Khwar Dahariz“-Lagune vorbei, dort stehen unzählige Vögel im seichten Wasser, – Graureiher, Rosaflamingos, Ibise und verschiedene Entenarten, – dann über die „Promenade“ an der Corniche entlang, – sie befindet sich noch im Bau, – man kann aber schon erkennen, wie sie mal aussehen wird, wenn sie fertiggestellt ist.
Oberhalb, an der Sultan Qaboos Road kommen wir an den Marktständen vorbei, – wir holen uns frische, kleine Bananen aus hiesigem Anbau, – ein Geschmackserlebnis der besonderen Art, und eine Trink-Kokosnuss, – naja, man muß nicht alles mögen.
In Salalah besuchen wir zunächst den Weihrauch-Suq in Al Haffa, zahlreiche Läden bieten dort Weihrauch und alles, was irgendwie mit Weihrauch zu tun hat, – Brenner, Pasten und andere Dinge, aber auch Kumas, Tücher und ähnliche Sachen, – für die Frauen kosmetische Produkte, wie Parfüms und Cremes, überwiegend aus eigener Herstellung.

Dann fahren wir an der neuen Industriezone West vorbei, dort wird heftig gebaut, es soll ein Sonder-Wirtschaftsgebiet großen Ausmaßes entstehen, der neue Industriehafen ist schon fertig, die riesigen Kräne sind weithin sichtbar, in Reih und Glied stehen sie drüben an den Kais.

Nach etwa 30 km erreichen wir Al Mughsayl.
Noch vor dem Ort empfängt uns der lange „Al Marneef Strand“, die Straße führt direkt an ihm entlang, – das Wasser leuchtet türkisfarben, der Sand ist auch hier schneeweiß.
Überall hat man kleine Pavillons, Grill- und Feuerstellen errichtet, die von den Menschen hier fleißig genutzt werden, – gerade heute am moslemischen Sonntag sind fast alle schon besetzt.
Am Ende des langen Strandes besuchen wir anschließend die „Al Marneef Höhle“, einen großen Felsüberhang, und nur wenige Meter weiter hinten, auf einer Felsenklippe über dem Meer, die „Blowholes“, hier hat das Meer die Felsen unterspült, die anrollenden Wellen pressen sich dort hinein und drücken eine Wasserfontäne, ähnlich einem Geysir, durch kleine Felsspalten nach oben. Sieht spektakulär aus und faucht bei jeder anrollenden Welle wie ein feuerspeiender Drache.

Vorhin im Ort hatten wir ein kleines omanisches Restaurant gesehen, mit einem überdachten Freisitz, es macht einen recht guten Eindruck und ist gut besucht.
Hier kehren wir heute mal zum Mittagessen ein, – Kamelgulasch mit Reis und scharfer Chilisauce, – das sieht appettitlich aus und schmeckt auch so.

Hinter Al Mughsayl geht es in die Berge, eine atemberaubende Strecke erwartet uns, sie ist wieder mitten durch die Berge gebaut, rechts und links ragen die durchschnittenen Felsen fast senkrecht hoch, – später, von oben, haben wir Ausblick in einen tiefen Canyon, – noch später fahren wir durch einen solchen hindurch, – in steilen Serpentinen mühen wir uns auf der einen Seite in der Felswand hinunter in die Schlucht, um uns gleich anschließend auf der anderen Seite über nicht weniger steile Serpentinen wieder die andere Felswand nach oben zu schrauben. Eine tolle Strecke mit wunderbaren Aussichten.

Oben angekommen, weist ein Schild auf den „Al Fizaya Beach“ hin, unser heutiges Tagesziel.
Über eine ziemlich steile Schotterpiste schrauben wir uns nun wieder 6 km ziemlich steil die Felswände hinunter bis zum Meer, langsam und mit Bedacht ist das kein Problem, allerdings ist Vorsicht geboten, denn immer wieder mal kommt uns ein Landcruiser entgegen, dann wird es ziemlich eng in den Spitzkehren.
Unten angekommen, werden wir allerdings für den mühsamen Abstieg belohnt.
Ein langer Strand erwartet uns, mehrere kleine, feinsandige Buchten, die immer wieder durch Klippen voneinander getrennt sind, laden zum Bleiben ein.
Und so machen wirs dann auch, – Schluß für heute, – hier bleiben wir über Nacht. ( N 16° 50´18.0″ E 053° 43´08.2″ )

Tagesetappe:   83 km                    Gesamtstrecke:   10.803 km

 
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Verfasst von - 29. Januar 2016 in Allgemein

 

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Salalah

Das Meer ist in der Nacht ziemlich laut, bei auflaufender Flut knallen die langen Brecher ganz schön heftig gegen den Strand.

Heute ist für uns Behördentag in Salalah, wir wollen noch vor dem Wochenende unsere Visa verlängern lassen, die 30 Tage seit unserer Einreise sind schon fast um, einmal können wir um weitere 30 Tage verlängern.
Dazu fahren wir zum „Oman Police Headquarter“, in der Nähe der Dhofar University ( N 17° 04´05.6″ E 054° 08´40.6″ ).
Dort, hinter der Pforte müssen wir in den linken Flügel des großen Gebäudes, fragen uns durch und kommen auch relativ schnell dran, es herrscht Hochbetrieb in den Räumen, viele ausländische Gastarbeiter stehen dort an, um ihre Arbeitsvisa verlängern zu lassen, – Omanis, vermutlich ihre Arbeitgeber oder deren Angestellte helfen ihnen dabei.
Einer von ihnen ist sehr freundlich und zuvorkommend und zeigt uns, wo es lang geht, er geht mit Klaus an die entsprechenden Schalter und regelt das Meiste für uns, letztendlich müssen wir dann nur noch für die Einstempelung und zum Bezahlen anstehen, das dauert allerdings ein wenig.
20 Rial pro Person kostet die Verlängerung, nach knapp zwei Stunden sind wir durch und können nun bis Anfang März bleiben.

Anschließend ist mal ausgiebig „Shopping“ angesagt, Salalah hat einen LuLu-Hypermarket, einen Supermarkt mit allem Drum und Dran.
Erstmal vorrangig füllen wir unsere Lebensmittelvorräte auf, auch wieder mal Fleisch und Fisch für den Eisschrank, können wir die nächsten Tage mal wieder den Grill anwerfen. Nach dem Mittagessen gehen Irmgard und Heike noch mal ausgiebig durch die Shopping-Mall, ein paar Kleinigkeiten erwerben, – ein paar Souvenirs und Mitbringsel.

Am späten Nachmittag fahren wir ans östliche Ende der Stadt, fahren ein Stück über die „Khwar Dahariz“ hinaus und finden wieder einen guten Stellplatz direkt am langen Sandstrand. ( N 17° 00´45.6″ E 054° 11´04.5″ )
Hier treffen wir Bianca und Dominik aus Österreich wieder, die uns unterwegs schon öfters mal über den Weg „gefahren“ sind.
Es gibt viel zu erzählen, am Abend sitzen wir noch länger draussen am Strand.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit hält ein Auto neben uns, Said, ein Omani aus Salalah kommt uns besuchen, ihn haben wir gestern früh schon mal in Mirbat getroffen, er hat sich mit mir ein wenig unterhalten. Er hat uns vorhin durch die Stadt fahren sehen und lässt es sich nicht nehmen, uns Gastgeschenke zu bringen, – diese schönen omanischen Kopftücher, – gleich zwei davon, – er erzählt mir, daß eine alte Frau aus seinem Bekanntenkreis diese anfertigt. Trotz heftiger Gegenwehr läßt er sich nicht davon abbringen, uns die beiden Tücher zu schenken, – einen schönen, bunt bemalten Weihrauchbrenner aus Ton packt er gleich noch dazu und für Heike zwei Dosen mit irgendwelchen wohlriechenden Cremes aus dem Suq. Als ich mich weiter wehre und ihn frage, warum er uns das schenken möchte läßt er uns wissen: „You are my heros, you come with the car from Germany to visit Oman, thats great, you are welcome“. Er freut sich einfach darüber, daß wir da sind. Ich danke ihm einige Male, er lacht und findet das offensichtlich völlig selbstverständlich, was er da tut. Wir tauschen noch unsere Mailadressen, – für den Fall, daß wir irgend etwas benötigen sollten, sollen wir uns unbedingt bei ihm melden.
So sind sie, die Omanis, wir sind einfach nur überwältigt von so viel Gastfreundschaft !

Tagesetappe:   54 km                    Gesamtstrecke:   10.720 km

 
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Verfasst von - 28. Januar 2016 in Allgemein

 

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Von Mirbat nach Salalah

Hier im Einzugsbereich von Salalah gibt es natürlicherweise wieder mehr anzusehen, also fahren wir etwas früher los, wir wollen die Stadt heute abend noch erreichen.

Seit gestern schon ist die Luftfeuchtigkeit bedeutend höher, obwohl sich die Tagestemperatur von etwa 28 Grad im Vergleich zu den letzten Tagen nicht verändert hat, schwitzen wir wesentlich mehr. Der Bereich um Salalah hat ein spezielles Kleinklima, hier ist es immer irgendwie feucht, zudem oft bewölkt und dadurch „kühler“, wenn im Sommer die Gebiete um die Hauptstadt Muscat wegen der sengenden Hitze von über 45 Grad kaum noch bewohnbar sind, spielt Salalah seine Trümpfe aus, mit nur 35 Grad ist es hier für omanische Verhältnisse angenehm kühl, zudem fällt gelegentlich ein leichter Nieselregen, die Region nordwestlich von Salalah ist grün, fast alpenländisch, sogar Kühe grasen hier.
Salalah ist dann Zufluchtsort für viele Omanis, die hier urlauben, es gibt eine Vielzahl Hotels und kilometerlange Badestrände, selbst die Sultansfamilie hat sich schon vor Generationen Salalah als Wohnsitz auserkoren, der Amtssitz in der Hauptstadt ist nur zum „arbeiten“ zu gebrauchen.

In Mirbat fahren wir durch die Altstadt, die schönen alten Lehmhäuser zerfallen leider immer mehr, werden abgerissen und durch moderne Bauten ersetzt.
Der Ort ist geschichtsträchtig, bereits im Mittelalter wurde von hier fleißig Handel mit China und Indien betrieben, natürlich mit Weihrauch, der seit Urzeiten hier im Dhofar gewonnen wird, aber auch mit Araberpferden, die früher hier gezüchtet wurden.
Das alte Fort hingegen ist vorbildlich renoviert, von außen und von innen ist es hergerichtet und vermittelt einen schönen Eindruck seiner Zeit.
Am Ortsausgang besuchen wir den großen Friedhof, der von einem zweitürmigen Mausoleum überragt wird, in dem der heilige Ali al Alawi begraben liegt.

Nach etwa 10 Kilometern entlang der Küstenstraße biegen wir auf die neue Serpentinenstraße in Richtung Berge.
Dort stehen die für den Oman seltenen Baobabbäume, – ein kurioser Anblick, ganz ohne Blätter, zum Teil mit rosa Blüten, ein Überlebenskünstler unter den Bäumen.

Nächste Station ist dann der alte Weihrauchhafen „Samhuram“, den wir etwa 25 km weiter westlich erreichen.
Ein Naturhafen, geschützt in einer Felsenbucht liegend, war er der ideale Platz, um den Weihrauch des Dhofar, der in alle Welt verschifft wurde, sicher zu verladen.
Er soll schon 400 v. Chr. gegründet worden sein, konnte perfekt vor Angreifern geschützt werden und bot genügend Schutz gegen die Unbill des Meeres, die sich jedes Jahr in Form heftiger Sommerstürme gezeigt hat. Heute ist die ehemalige Hafeneinfahrt durch eine Sandbank versperrt, seinerzeit wurde die Fahrrinne regelmäßig freigehalten.
Etwas zurückgesetzt auf einem Hügel sind die Mauerreste der alten Festung „Khor Rouri“ zu sehen, – seit 2000 Weltkulturerbe der UNESCO und bestens restauriert.
Von hier oben ist der Blick fantastisch, über die Lagune, in der sich viele Vögel, Reiher und auch Flamingis aufhalten, durch die beiden Klippen hindurch, hinaus aufs Meer.
Die großzügige Anlage wurde mittlerweile komplett hergerichtet, Zufahrtswege geschaffen, ein kleines Museum angegliedert, – unten an der Lagune sind die Reste einer alten Dhau zu sehen und deren originalgetreuer Nachbau, – in einem hinteren Bereich zwischen den Felsen wird derzeit ein Amphitheater errichtet.

Nur wenige Kilometer westlich, im Ort Taqah steht das gleichnamige alte Fort.
Zunächst nur als Wohnfort errichtet, diente es später als Residenz, wurde in den letzten Jahren bestens renoviert und ist im Innenbereich komplett und äußerst liebevoll eingerichtet, weswegen es einen besonders schönen Eindruck der damaligen Zeit vermittelt. Viele kleine Räume, Gänge, Terrassen und schmale Treppen lassen es viel größer erscheinen, als es tatsächlich ist. Direkt daneben, auf einer Anhöhe steht ein zweites Fort, das allerdings nicht zugänglich ist.

Von Taqah fahren wir dann hinüber nach Salalah.
Beim Einfahren in die 250.000-Einwohner-Stadt wird es urplötzlich grün, – entlang der Einfallstraße sind üppig grüne Rasenflächen angelegt, Blumenrabatten und hohe Palmen säumen unseren Weg. Während wir bisher im Oman überall Dattelpalmen gesehen haben, wachsen hier in Salalah und Umgebung Kokospalmen.
Mächtige gußeiserne Lampen säumen die breiten Straßen und verleihen dem Städtchen ein barockes Aussehen.
Rechts der Straße leuchten uns grüne Felder entgegen, links sehen wir große Plantagen, – Bananen, Mangos und Papayas werden hier angebaut.
Wir fahren auf der Sultan Qaboos Road einmal komplett durch die Stadt, suchen einen Nachtplatz, – im Westen, kurz vor dem Industriehafen drehen wir um und fahren zurück.
In der Nähe des „Samharam Tourist Village“ in einer großen Baulücke fahren wir hinaus zum schneeweißen Strand, direkt neben der „Khwar Awqad-Lagune“ finden wir unseren Stellplatz. ( N 16° 59´15.2″ E 054° 02´01.4″ )

Tagesetappe:   103 km                    Gesamtstrecke:   10.666 km

 
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Verfasst von - 27. Januar 2016 in Allgemein

 

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Von Hasik nach Mirbat

Gegen 10 Uhr fahren wir wieder hinaus auf die Küstenstraße 42, die nun zügig hinunter ans Meer führt, bis zu dem kleinen Ort Hasik.
Ab hier führt sie immer ziemlich dicht am Meer entlang, nur ein schmaler Streifen bleibt zwischen Meer und den dahinter steil aufragenden Bergen.

Hinter Hasik gibt es wieder über viele Kilometer keine einzige Siedlung, nur die reine Natur.
Die Küste ist abwechslungsreich, mal reichen die Felsen bis ins Meer hinein, die Küste ist steinig, das Meer klatscht dagegen, – an anderen Stellen wieder gibt es langgezogene Buchten mit feinem, weißen Sand, – aber auch Kiesstrände, – und einen ganz Besonderen, – sein „Sand“ leuchtet fast rosa, als wir ihn näher ansehen, erkennen wir, daß er fast nur aus zerriebenen Muschelschalen und Schneckenhäusern besteht.
Heike schleppt wieder die schönsten Fundstücke an, – die Muschelschalen erreichen hier öfters die Größe einer Hand.

Als wir gegen Mittag an einer langgezogenen, herrlich sandigen Badebucht vorbeikommen, sieht Heike ziemlich nah am Ufer etwas Großes im Wasser schwimmen.
Wir halten an, und sehen eine Gruppe großer dunkler Fische, erst nach einiger Beobachtung sind sie eindeutig als Delphine zu erkennen, sie sind sehr groß und von ungewöhnlich dunkler Farbe, ich zähle ungefähr 20.
Sie drehen gemächlich ihre Kreise, schwimmen am Strand ein Stück die Bucht hinauf, drehen und schwimmen wieder runter, – so geht es minutenlang, sie haben keine Eile, die Bucht scheint ihnen zu gefallen, – sie sind wirklich ganz nah, Heike läuft zum Strand runter, um sie noch besser sehen zu können, ich beobachte vom Straßenrand mit dem Fernglas. Das ist wahnsinnig spannend und aufregend, so eine große Gruppe, freilebend, und so nah, – ein ungewöhnliches Schauspiel.

Irmgard und Klaus waren ein Stück vorneweg gefahren und hatten sie offensichtlich nicht gesehen, als sie endlich nach 20 Minuten zu uns zurückkommen, ist Klaus nicht mehr zu halten, – er steigt ins Wasser und schwimmt zu der Gruppe raus. Sie sind sehr vorsichtig, aber interessiert, beäugen ihn, drehen eine Schleife, kommen zurück, wieder ein wenig näher, sie teilen sich und wiederholen das Spiel mehrmals, jedesmal kommen sie ihm näher, letztendlich sind sie nur noch etwa 6 oder 7 Meter von Klaus entfernt.
Ein unvergessliches Erlebnis für ihn. Für uns war das Zusehen schon spannend genug.
Wir könnten den munteren Tieren noch ewig zusehen, doch nach einer Stunde fahren wir wieder.

Nach etwa 40 Kilometern erreichen wir Sadah, ein kleines Städtchen mit einem Fischerhafen und ein paar Geschäften.
Wir fahren hinein, Irmgard und Heike haben schon wieder einen Stoffladen entdeckt und kaufen ein, – dann sind wir schon wieder weg.
Bis Sadah war die 42 eine wirkliche „Traumstraße“, – nirgendwo im ganzen Land haben wir weniger „Zivilisation“ und mehr „Sensationen“ gesehen, als auf dieser Strecke.
Ab hier beginnt nun der Einzugsbereich von Salalah, der Verkehr wird mehr, die Bebauung dichter, die Nähe der alten Sultansstadt macht sich schon immer bemerkbar.

Bei Sadah wird die 42 zur 49 und führt nun weg vom Meer, hinauf auf eine flache Ebene, trocken, steinig, ohne viel Vegetation, eigentlich fast langweilig, im Vergleich zu all den Highlights, die wir die letzten Tage so gesehen haben.
Zudem wird die 49 bis hinüber nach Salalah auf ihrer gesamten Länge neu gebaut, es wird überall gegraben und gebaggert, mancherorts wird der Verkehr umgeleitet, Baustellen-LKW kreuzen oft die Fahrbahn, hinterlassen Dreck, öfters staubt es kräftig hinter uns.

Nach etwa 50 km kommen wir nach Mirbat, dort suchen wir uns wieder einen Stellplatz am Meer. ( N 16° 58´45.7″ E 054° 41´05.1″ )

Tagesetappe:   154 km                    Gesamtstrecke:   10.563 km

 
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Verfasst von - 26. Januar 2016 in Allgemein

 

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Vom Wadi Shuwaymiyah nach Hasik

Wir verlassen das Wadi Shuwaymiyah über die Wellblechpiste, es gibt keinen anderen Zugang.
Im Ort kaufen wir frisches Brot und Wasser, dann fahren wir über die neue Küstenstraße 42 in Richtung Süden.

Kurz hinter Shuwaymiyah führt sie schnurgerade direkt an der Küste entlang, bis sie nach einigen Kilometern in einem steilen Anstieg auf die Hochebene hinauf führt.
Die neue Küstenstraße ist ein gigantisches Bauwerk, – immer wieder ist sie tief in die Felsen hineingegraben, die gewaltigen Felswände stehen rechts und links der Straße leuchtend gelb in der Mittagssonne, Fangzäune und Spritzbeton sollen Steinschlag und Erdrutsche verhindern, – das Verkehrsaufkommen ist äußerst gering in diesem Abschnitt, uns begegnen gerade mal 10 oder 15 Fahrzeuge auf der gesamten Fahrt, einen Ort kriegen wir heute gar nicht zu sehen, hier gibt es außer Landschaft nichts.
Immer wieder führt sie uns zu den spektakulärsten Orten dieser Gegend, vielleicht des gesamten Südens, immer wieder wird auf Parkplätze und Aussichtspunkte hingewiesen.

Zuerst gleich im Anstieg hinter Shuwaymiyah, von diesem Aussichtspunkt hat man einen wunderbaren Blick zurück auf die Küstenlinie bis hinüber zum Ort, türkisfarbenes, sauberes Wasser und schneeweiße Strände, – absolut leer, – noch ! Ein großes Schild an der Straße weist auf den Neubau eines Tourismus-Resorts hin, noch ist keine Bautätigkeit zu sehen.
Im Wasser vor der Küste schwimmt ein „schwarzer Teppich“, – mit dem Fernglas können wir erkennen, daß sich ein riesiger Schwarm Kormorane dort niedergelassen hat.

Weiter oben in den zerklüfteten Bergen das nächste Highlight.
Direkt links neben der Straße stürzt die Felskante einige hundert Meter tief hinunter in einen Canyon, tief eingeschnitten in den schwarzgebrannten Fels ist unten der Lauf eines ausgetrockneten Flußes zu sehen, der bis hinaus ins Meer führt.

Und nur wenige hundert Meter weiter der Hinweis auf den nächsten Aussichtspunkt, – nur wenige Meter abseits der Straße gibt er den Blick auf einen weiteren, noch größeren und eindrucksvolleren Canyon frei. Eine unglaubliche Landschaft liegt unter uns.
In keinem unserer Reiseführer gibt es einen Hinweis auf diese „kleinen Wunder“, vermutlich ist der Zugang zu ihnen erst mit dem Bau der neuen Straße möglich geworden.

Sie bringt uns weiter, ein Stück über das Hochplateau und dann in die zerklüfteten Berge des „Jabal Zaulaul“, – immer absolut unproblematisch, – sie ist bestens ausgebaut, – breit und sicher. Immer wieder gibt sie Ausblicke frei, die von hoch oben auf die Küstenlinie und hinunter aufs Meer gehen und immer wieder gibt es Parkplätze und beschilderte Aussichtspunkte.

Später führt sie in Serpentinen hinab, wieder tief in die Felsen eingemeißelt und manchmal ziemlich steil, bis sie unten auf Meereshöhe einen Wadi kreuzt, der durch eine Palmenoase hinaus ins Meer führt. Wir sind etwa 20 km vor dem Ort Hasik, auch hier hat man neben der Straße einen Aussichtspunkt gebaut, den wir anfahren.
Die Oase ist ein Augenschmaus, – ein kleiner Palmenwald, – meist mehrstämmige Dattelpalmen, – dahinter ein grün leuchtender See zwischen gelbweißen Felswänden, – die können wir nicht einfach so links liegen lassen !

Also drehen wir um und fahren in das Wadi hinein, einige hundert Meter tief, – weg von der Straße, dort hinten ist es traumhaft still, – das Wasser im See ist absolut badetauglich und herrlich warm, – der Tag ist gelaufen, – hier bleiben wir ! ( N 17° 36´04.7″ E 055° 15´19.8″ )
Unter den Palmen verbummeln wir den Nachmittag, suchen Holz zusammen, für unser allabendliches Lagerfeuer.
Als später der Vollmond hinter den Felsen hervor kommt und die Oase taghell erleuchtet, ist der Abend perfekt.
Nun ja, – fast, – nur ein paar Schnaken attackieren uns immer wieder.

Tagesetappe:   80 km                    Gesamtstrecke:   10.409 km

 
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Verfasst von - 25. Januar 2016 in Allgemein

 

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