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Vom Wadi Shuwaymiyah nach Hasik

25 Jan

Wir verlassen das Wadi Shuwaymiyah über die Wellblechpiste, es gibt keinen anderen Zugang.
Im Ort kaufen wir frisches Brot und Wasser, dann fahren wir über die neue Küstenstraße 42 in Richtung Süden.

Kurz hinter Shuwaymiyah führt sie schnurgerade direkt an der Küste entlang, bis sie nach einigen Kilometern in einem steilen Anstieg auf die Hochebene hinauf führt.
Die neue Küstenstraße ist ein gigantisches Bauwerk, – immer wieder ist sie tief in die Felsen hineingegraben, die gewaltigen Felswände stehen rechts und links der Straße leuchtend gelb in der Mittagssonne, Fangzäune und Spritzbeton sollen Steinschlag und Erdrutsche verhindern, – das Verkehrsaufkommen ist äußerst gering in diesem Abschnitt, uns begegnen gerade mal 10 oder 15 Fahrzeuge auf der gesamten Fahrt, einen Ort kriegen wir heute gar nicht zu sehen, hier gibt es außer Landschaft nichts.
Immer wieder führt sie uns zu den spektakulärsten Orten dieser Gegend, vielleicht des gesamten Südens, immer wieder wird auf Parkplätze und Aussichtspunkte hingewiesen.

Zuerst gleich im Anstieg hinter Shuwaymiyah, von diesem Aussichtspunkt hat man einen wunderbaren Blick zurück auf die Küstenlinie bis hinüber zum Ort, türkisfarbenes, sauberes Wasser und schneeweiße Strände, – absolut leer, – noch ! Ein großes Schild an der Straße weist auf den Neubau eines Tourismus-Resorts hin, noch ist keine Bautätigkeit zu sehen.
Im Wasser vor der Küste schwimmt ein „schwarzer Teppich“, – mit dem Fernglas können wir erkennen, daß sich ein riesiger Schwarm Kormorane dort niedergelassen hat.

Weiter oben in den zerklüfteten Bergen das nächste Highlight.
Direkt links neben der Straße stürzt die Felskante einige hundert Meter tief hinunter in einen Canyon, tief eingeschnitten in den schwarzgebrannten Fels ist unten der Lauf eines ausgetrockneten Flußes zu sehen, der bis hinaus ins Meer führt.

Und nur wenige hundert Meter weiter der Hinweis auf den nächsten Aussichtspunkt, – nur wenige Meter abseits der Straße gibt er den Blick auf einen weiteren, noch größeren und eindrucksvolleren Canyon frei. Eine unglaubliche Landschaft liegt unter uns.
In keinem unserer Reiseführer gibt es einen Hinweis auf diese „kleinen Wunder“, vermutlich ist der Zugang zu ihnen erst mit dem Bau der neuen Straße möglich geworden.

Sie bringt uns weiter, ein Stück über das Hochplateau und dann in die zerklüfteten Berge des „Jabal Zaulaul“, – immer absolut unproblematisch, – sie ist bestens ausgebaut, – breit und sicher. Immer wieder gibt sie Ausblicke frei, die von hoch oben auf die Küstenlinie und hinunter aufs Meer gehen und immer wieder gibt es Parkplätze und beschilderte Aussichtspunkte.

Später führt sie in Serpentinen hinab, wieder tief in die Felsen eingemeißelt und manchmal ziemlich steil, bis sie unten auf Meereshöhe einen Wadi kreuzt, der durch eine Palmenoase hinaus ins Meer führt. Wir sind etwa 20 km vor dem Ort Hasik, auch hier hat man neben der Straße einen Aussichtspunkt gebaut, den wir anfahren.
Die Oase ist ein Augenschmaus, – ein kleiner Palmenwald, – meist mehrstämmige Dattelpalmen, – dahinter ein grün leuchtender See zwischen gelbweißen Felswänden, – die können wir nicht einfach so links liegen lassen !

Also drehen wir um und fahren in das Wadi hinein, einige hundert Meter tief, – weg von der Straße, dort hinten ist es traumhaft still, – das Wasser im See ist absolut badetauglich und herrlich warm, – der Tag ist gelaufen, – hier bleiben wir ! ( N 17° 36´04.7″ E 055° 15´19.8″ )
Unter den Palmen verbummeln wir den Nachmittag, suchen Holz zusammen, für unser allabendliches Lagerfeuer.
Als später der Vollmond hinter den Felsen hervor kommt und die Oase taghell erleuchtet, ist der Abend perfekt.
Nun ja, – fast, – nur ein paar Schnaken attackieren uns immer wieder.

Tagesetappe:   80 km                    Gesamtstrecke:   10.409 km

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Verfasst von - 25. Januar 2016 in Allgemein

 

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