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Archiv für den Monat Januar 2016

Von Sharbathat ins Wadi Shuwaymiyah

Irgendwann muß es halt doch weiter gehen.

Wir fahren in Richtung Manji, – eine Wellblechpiste vom Feinsten, – es rappelt ziemlich heftig, – erst ab Tempo 50 wird es ruhiger, eine weiße Staubfahne zieht hinter uns her.
Der Strand zieht sich noch einige Kilometer in die Länge, – Manji ist offensichtlich gar kein Ort, nur ein paar Pavillons stehen am Strand, – ein Ausflugsziel, – und ein paar Arbeiter sind damit beschäftigt, den Müll am Strand einzusammeln ! Das ist doch mal was !
Wir können uns noch immer nicht losreissen und halten noch zweimal an, zuletzt vor dem Anstieg in die Hochebene, dort sind schon Klippen und kleine Riffe im Meer, Krabben und Krebse tummeln sich dort in Massen, die Reiher stehen im seichten Wasser und haben leichtes Spiel.

Nun schlängelt sich die Piste steil den Anstieg hinauf, – von oben haben wir noch einmal eine traumhafte Aussicht über die Bucht.
Nach etwa 20 Kilometern führt uns die Piste zurück auf die 41, auf der wir bis Shalim bleiben.
Wir wollen ein wenig einkaufen, allerdings sind die meisten Geschäfte wegen der Mittagszeit schon wieder geschlossen, nur ein wenig Obst und Gemüse können wir ergattern und nebenan in einem Restaurant wieder mal einkehren, ich esse Kamelfleisch mit Reis, – schmeckt absolut lecker.

In Shalim gehen wir auf die 42, eine ziemlich neue und gut ausgebaute Aspahltstraße, die nun immer an der Küste entlang bis Salalah führt.
Nach etwa 35 km sehen wir die steile Abfahrt, die hinunter in den Canyon von Ash Shuwaymiyah führt.
Absolut spektakulär, der Blick hinunter in das tief ausgewaschene Tal, weiß, gelb und braun gestreift leuchten die bunten Felsen in der Mittagsonne.
Die Abfahrt dort hinunter ist nicht weniger spektakulär, tief eingegraben in den Fels windet sich die neue Asphaltstraße wahnsinnig steil in den Canyon hinunter.
Irgendwie ist der Blick in jede Richtung, egal in welche, ein Augenschmaus, – links geht er tief in den Canyon hinein, – rechts weit an der steilen Abbruchkante entlang bis fast zum Horizont, – nach vorne schlängelt sich das schwarze Asphaltband durch das weißgelbe Gestein, bis hinaus ans Meer, – und der Blick zurück zeigt die gewaltige Abbruchkante in ihrer gesamten Breite und die Straße, die sich dort hindurch zwängt.

Das Städtchen Ash Shuwaymiyah, wenige Kilometer südlich bietet nicht wirklich viel, wir fahren hindurch, es gibt nichts, was uns zum Anhalten bewegen könnte.
Wir nehmen die Piste, die tief in das Wadi Shuwaymiyah hineinführt.
Sie ist ziemlich heftig, eine Schotterpiste mitten im Flußbett, tief gewellt und knallhart, wieder scheppert es heftig, hier hilft nur Tempo, ab 55 km/h ist von dem Wellblech nichts mehr zu spüren, nur vor den Kurven muß ich vom Gas, sonst wird es eng, die Bodenhaftung bei diesem Tempo ist nicht wirklich groß.
Das Wadi ist breit und traumhaft schön, – rechts und links ragen die hellen Felsen in den blauen Himmel, – im Wadi, rechts und links der Piste, stehen vereinzelt Akazien, hie und da trotten Kamele auf der Suche nach Futter hindurch.

Nach einigen Kilometern erscheinen erste Palmen zwischen den Akazien,  wir erreichen unser Ziel, den „Wasserfall“.
Aus einer wasserführenden Schicht kurz unterhalb des Hochplateaus läuft Wasser und sucht sich seinen Weg über die Felswand hinunter ins Wadi, – nicht viel, – unter einem Wasserfall stellen wir uns etwas anderes vor, – aber Wasser erzeugt hier sofort kleine Wunder, und so sieht es hier auch aus, von den Felswänden hängen große „Tropfsteine“ herab, in Etagen kommt das Wasser herab, auf der Oberen hat man ein ovales Wasserbecken angelegt, in dem sich das Wasser zu einem Pool sammelt, der türkisfarben in der Sonne leuchtet, eine Treppe führt aus dem Wadi nach oben, weiter unten „tropft“ das Wasser dann in ein zweites Becken, von dort läuft es in den Wadi.
In den Felswänden, auf den Etagen und unten im Wadi wachsen die Palmen, Sträucher und Gräser, wunderschön sieht das Grün vor den kahlen Felsen aus, das Plätschern des Wassers klingt irgendwie fremd in diesem ach so trockenen Tal.

Unterhalb des Wasserfalls richten wir uns ein, ein wirklich idyllischer Stellplatz. ( N 17° 55´58.2″ E 055° 31´42.5″ )
Als wir am Abend draußen sitzen, quakt immer mal wieder ein Frosch und der Vollmond taucht Felsen und Wadi in ein wundervolles Licht, – es herrscht absolute Stille, – kein Geräusch ist zu hören.

Tagesetappe:   120 km                    Gesamtstrecke:   10.329 km

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Verfasst von - 24. Januar 2016 in Allgemein

 

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Strandtag bei Sharbathat

Es ist einfach traumhaft schön hier…….
….. und niemand von uns hat Lust weiter zu fahren !

Also, bleiben wir, – machen das selbe, wie gestern nachmittag schon, – also ….fast nichts !
Baden ist angesagt, Heike und Aspros machen lange Strandspaziergänge, hier gibt es viel zu entdecken, – das Meer bringt allerhand „Schätze“ mit sich, – Heike schleppt vertrocknete Kugelfische an, große Muschelschalen und Meeresschneckenhäuser,
– und den Schädel einer Meeresschildkröte, er hat eine beachtliche Größe, – ist etwa halb so groß wie ein menschlicher Kopf, – bei seinem Anblick kriegt man eine Vorstellung von der Größe dieser Tiere.

Ich wage mich mal an die Lagune, dort gibt es Reiher und irgendwelche Strandläufer zu beobachten.
Wir sammeln Holz am Strand für das abendliche Lagerfeuer, – am Nachmittag zaubert uns Heike einen Apfelstrudel.

So läßt es sich aushalten.

Tagesetappe:   0 km                    Gesamtstrecke:   10.209 km

 
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Verfasst von - 23. Januar 2016 in Allgemein

 

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Von Sawqirah nach Sharbathat

Am Morgen fahren wir zurück nach Al Lakbi, dort im Hafen haben wir gestern viele Dhaus liegen sehen, auch draußen vor der Küste sind einige zu sehen.
Dieser alte Schiffstyp ist weitverbreitet an der omanischen Küste, mit ihm sind die Seefahrer schon vor Jahrhunderten bis nach Afrika gesegelt, heute allerdings werden sie überwiegend mit Dieselmotoren angetrieben und nur noch zum Fischfang eingesetzt.
Eines dieser Schiffe hat man im Hafen bei Flut auf den Sand gesetzt und reinigt nun bei Ebbe die Planken von Muscheln und Tang.
Auf den anderen Booten wird an den Netzen gearbeitet, oder der morgendliche Fang in Kisten verpackt und an Land gebracht.

Kurz hinter Al Lakbi fahren wir den steilen Anstieg auf die Hochebene hinauf, – von dort ist der Blick zurück auf die Küstenregion fantastisch.
Die Hochebene ist, – wie wir sie überall die letzten Tage schon kennengelernt haben, – absolut trocken, steinig und vegetationslos, ein paar schöne, schwarz-weiß marmorierte Felsen stehen hier in der Ebene, der Himmel ist, – wie üblich, stahlblau.
Wir sind zurück auf der 41 und wollen weiter nach Ash Shuwaymiyah.

Nach etwa 50 km weist ein Schild auf den Strand von Sharbathat hin, wir biegen ab und fahren etwa 20 Kilometer bis dort hin.
Ja, und die haben sich doch wirklich gelohnt:
Es empfängt uns ein traumhaft weißer und langer Sandstrand, vor einem türkisfarbenen Meer, links der Ort Sharbathat, – am Strand die üblichen weiß-blauen Fischerboote, – landeinwärts ein paar Häuser, und rechts eine Piste hinüber nach Manji, – der Strandbogen zieht sich kilometerlang bis dorthin, – das Navi weist zudem auf eine Lagune hin, also biegen wir ab und fahren hin.

Nach wenigen Kilometern sandiger und welliger Piste fahren wir zum Strand und stellen uns zwischen Lagune und Meer in die Sanddünen, – das ist mal ein Platz, wie man ihn wirklich äußerst selten findet. So, – stellen wir uns vor, – oder zumindest so ähnlich, – könnte das Paradies aussehen.
Und spontan entschließen wir uns, zu bleiben, – ich glaube, wir erreichen Salalah nie, wenn das mit den Paradiesen so weiter geht. ( N 17° 56´25.8″ E 056° 12´16.3″ )

Doch auch dieses Paradies hat schon seine Schattenseiten, der weitläufige Strand ist an einigen Stellen stark mit Plastikflaschen vermüllt, die offensichtlich die letzten Monsunstürme im Sommer mit ihren meterhohen Wellen hier angespült haben, denn Menschen sind hier am Strand keine, wer sollte also die Flaschen hier hingeworfen haben ?
Trotzdem ist es ein Traumstrand, wie man ihn eigentlich nur von Bildern kennt.
Am Abend ist wieder Grillen angesagt, – danach sitzen wir lange am Lagerfeuer, – der Vollmond erleuchtet die gesamte Umgebung taghell.

Tagesetappe:   73 km                    Gesamtstrecke:   10.209 km

 

 
2 Kommentare

Verfasst von - 22. Januar 2016 in Allgemein

 

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Von Juwayrah nach Sawqirah

Die schönen Plätze nehmen gar kein Ende, am liebsten möchten wir an jedem einzelnen länger stehen bleiben und den Moment geniessen.
Doch auch hier müssen wir wieder weg.

Zurück auf die 41 und ab nach Süden heißt die Devise.
Als wir die Oase zur Straße hin verlassen, sind wir sofort zurück in der weiten Wüste, der Leeren, der Trostlosen, – nur Staub und Erde gibt es hier.
Die Straße führt fast nahezu geradeaus, das Fahren, zudem gegen die Sonne ermüdet schnell.

Unser nächstes Ziel sind die „Pink Lagoons“ bei Al Jazer.
Wir biegen ab, hinunter zur Küste, die 10 km lange Straße dorthin ist mittlerweile auch asphaltiert, – offensichtlich ziemlich frisch, denn der Belag ist noch tiefschwarz, – ein schöner Kontrast zur umliegenden Wüste, die hier in der Nähe der Küste wieder schneeweiß wird.
Die neue Straße führt direkt bis zum langen, weißen Strand an einer der Lagunen, – sie haben sich vor der Strandlinie gebildet, normalerweise halten sich in ihnen viele Vögel auf, Reiher und Flamingos. Doch es ist, wie es halt so oft ist; kein Einziger von ihnen ist zu sehen.
Der Strand, wie überall hier, herrlich weiß, das Meer wunderbar blau, allerdings herrscht derzeit Ebbe, der Wasserstand ist sehr niedrig, vielleicht ist auch deswegen die Lagune fast ohne Wasser, eine besondere Algenart läßt das Wasser in ihr pinkfarben leuchten, – ein Fischerboot liegt dort am Strand, wartet auf die Flut.

Hier gibt es nicht viel zu sehen, wir fahren zurück auf die Hauptstraße und weiter bis in die Nähe von Qaysad, dort führt sie wieder ziemlich dicht an der Küste entlang.
Wir können den Ozean sehen, ein toller Blick, weißer Sand, blaues Meer, der gewohnte Blick, wir fahren eine schmale Piste hinaus, um einen Nachtplatz zu suchen.
Doch das wird diesmal leider nichts, dieser Strandabschnitt ist aus der Nähe betrachtet nicht wirklich schön und ziemlich heftig vermüllt. – Schade eigentlich !

So fahren wir noch ein Stück weiter und landen schließlich bei Al Lakbi vor dem Anstieg zu einer Hochebene, also weg von Meer.
Nicht optimal, – so fahren wir vor den Klippen hinüber zum nächsten Ort, Sawqirah, dort an den Klippen endet die Straße.
Ein wenig abseits des Ortes, in der Nähe eines Parkplatzes stellen wir uns auf einen Platz zwischen Meer und Klippen.
Wir hatten schon Schönere, aber es ist ganz ok, vielleicht sind wir auch nur verwöhnt, von den Letzten. ( N 18° 08´08.3″ E 056° 32´59.8″ )

Hier bleiben wir, – schnell raucht der Grill, – heute gibts die restlichen Sardinen von gestern.

Tagesetappe:   174 km                    Gesamtstrecke:   10.136 km

 
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Verfasst von - 21. Januar 2016 in Allgemein

 

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Von Ras Madrakah nach Juwayrah

Ein wirklich schöner Platz hier am Kap Ras Madrakah.

Doch ewig können wir hier nicht bleiben, es gibt Neues und Anderes zu entdecken.
Wir fahren über die 32 zurück und biegen nach etwa 25 km links auf die 41, die nach Süden führt.
Die Landschaft ist auf den ersten Kilometern noch „schneeweiß“, dann ändert sich die Farbe des Sandes auf gelb und braun.
Nachdem wir die Küstenebene mit ihren Felsen verlassen haben, wird die Wüste wieder bretteben und leer, – fast ohne jeden Bewuchs, – für unser Auge ein trostloses Bild.
Trotzdem ziehen immer wieder mal kleinere Ziegenherden oder vereinzelt Kamele hindurch, anscheinend finden sie immer noch irgendwo einen versteckten Grashalm.

Unsere erste Station wird heute nach etwa 70 Kilometern an der „3-Palmen-Oase“ sein, ein kleiner Wadi kreuzt die Straße und mündet etwa einen Kilometer weiter im Meer.
Wir folgen der sandigen Piste, die durch die Oase führt, ein paar vereinzelte Palmen stehen hier, ein Brunnen ist zu sehen, eine ärmliche Behausung der Nomaden, einige Kamele und Ziegen, hier sind wir nahe am Meer, denn der Sand ist wieder schneeweiß geworden.

Durch eine hohe, schneeweiße Düne vom Meer getrennt, hat sich hier ein kleiner See gebildet, an dessen Rand ein paar Palmen und grüne Sträucher gedeihen, – auf dem See tummeln sich zahlreiche Wasservögel, im seichten Wasser der Uferzone stehen ein paar Silberreiher, – im hinteren Teil des flachen Sees hat sich eine Kolonie Flamingos niedergelassen. — Ein Kleinod, – völlig unerwartet an diesem Ort.
Ebenso unerwartet der Strand direkt dahinter, ein unglaublicher Anblick, schneeweißer Sand, meterhoch aufgetürmt, in einem kilometerlangen Bogen, zieht er sich in beide Richtungen bis zum Horizont, – der Indische Ozean, schickt seine Wellen in einem steten Rauschen dagegen, – eigentlich ziemlich friedlich für einen Ozean.
Ein Stück draußen schauen die verrotteten Aufbauten eines Schiffswracks aus dem türkisblauen Wasser, – er scheint nicht immer so friedlich zu sein, im Sommer schmettern heftige Monsunstürme meterhohe Wellen gegen das Land, – doch jetzt im Winter gehen die Fischer mit ihren kleinen Booten nahe der Küste ihrer Arbeit nach.

Tja, und das wars dann für heute, – hier gehen wir nicht mehr weg, viel paradiesischer kann das Paradies selbst auch nicht sein.
Wir stellen uns direkt an den Strand und richten uns ein. ( N 18° 55´45.3″ E 057° 20´59.1″ )

Später, als Fischer hier neben uns ihr Boot anlanden, wollen wir ihnen ein paar schöne Fische abkaufen, – das läßt der Chef allerdings nicht zu !
…. er schenkt sie uns, – nimmt sie noch für uns aus und erklärt uns, wie sie am Besten zubereitet werden.

Am Nachmittag ist Klaus ständig im Wasser, es ist wunderbar klar und warm, – ich würde ja wahnsinnig gerne auch mal, – mein „kleines Handicap“ läßt das aber leider nicht zu.
So verbummeln wir den Rest des Tages in der Sonne.

Am Abend grillen wir den fangfrischen Fisch, und als wir gerade so mitten drin sind, kommt der Fischer von heute Mittag noch einmal vorbei und beglückt uns mit einer großen Tüte fangfrischer Sardinen, die er an einer anderen Stelle aus dem Meer geholt hat, – mehr als 20 Stück sind es wohl, die ersten 8 grillt er selbst für uns, der Rest wandert in den Kühlschrank, die gibts dann morgen abend.
So verbringen wir den Abend gemütlich am Lagerfeuer.

Tagesetappe:   73 km                    Gesamtstrecke:   9.962 km

 
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Verfasst von - 20. Januar 2016 in Allgemein

 

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Ruhetag am Strand von Ras Madrakah

Schon früh am Morgen sticht die Sonne von einem makellos blauen Himmel, es ist warm, – Frühstück im Freien ist angesagt, – aber schon vor 9 Uhr suchen wir den Schatten, in der Sonne ist es absolut zu heiß.

Immer wieder kommen Omanis vorbei, nette, freundliche und auaufdringliche junge Männer, sie gesellen sie sich zu uns, fragen nach unserem Wohlbefinden, – oft entwickeln sich nette Gespräche, sie haben keine Vorbehalte, erzählen viel und beantworten bereitwillig unsere Fragen über Land und Leute, zwei von ihnen zeigen uns einen traditionellen Tanz, einer schenkt Klaus ein Kopftuch und zeigt, wie man es richtig bindet, dann nimmt er ihn gleich noch auf eine kleine „Offroad-Runde“ mit, zeigt ihm, wie man das hier so macht.
So vergeht der Morgen ziemlich schnell, wir beschließen, heute hier stehen zu bleiben, – Ruhetag, – es ist viel zu schön, um einfach weiter zu ziehen.

Die Frauen nutzen die Gelegenheit, sich um kleine Wäsche zu kümmern, wir Männer fachsimpeln über die Autos und die Technik, es gibt viel zu erzählen, wir sitzen gemütlich im Schatten und beobachten den Alltag der Einheimischen.
Einige Fischer kommen mit Pickups und fahren mit ihren Booten hinaus auf das Meer, später holt ein Kühllaster den Fang ab.
Einige Frauen aus dem Städtchen kommen mit den Kindern heraus an den Strand, die Kinder baden und spielen im Sand, die Frauen sitzen im Schatten und schauen zu.
Die jungen Burschen quälen ihre Pickups durch den tiefen Sand, die Autoradios immer ziemlich aufgedreht, – arabische Musik klingt dann für einen kurzen Moment über den Strand, hinten an den Felsen führt ein steiler, sandiger Weg hoch, – Pflichtübung für jeden, dort erst einmal mit heulendem Motor hoch zu knattern,  – fahren können sie, – offensichtlich tägliche Übung.

Am Abend treffen sich die Jungs in kleinen Gruppen hier am Strand, – sie grillen, – die Lagerfeuer brennen, – sie unterhalten sich lautstark und lachen, – Autos kommen und gehen, – sie haben Spaß miteinander, – einige von ihnen bleiben über Nacht hier.

Wir gehen heute mal etwas früher schlafen, – morgen fahren wir weiter.

Tagesetappe:   0 km                    Gesamtstrecke:   9.889 km

 
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Verfasst von - 19. Januar 2016 in Allgemein

 

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Von Ras Sidrah nach Ras Madrakah

Die Nacht an unserem einsamen Strandplatz ist erwartungsgemäß still, der weiße Sand reflektiert das starke Mondlicht, er leuchtet selbst in der Nacht schneeweiß.

Am Morgen fahren wir über die Piste zurück zur 32 und weiter Richtung Ad Duqm.
Ad Duqm, dort wo vor 15 Jahren eigentlich nichts gewesen ist, außer einem Skulpturengarten, den die Natur aus Kalk- und Sandsteinfelsen geschaffen hat, wurde zur Sonderwirtschaftszone erklärt, dort wird gebaut, – wie verrückt, – es soll in den nächsten 25 Jahren eine Industriestadt mit 100.000 Einwohnern aus dem Wüstenboden gestampft werden. Ein gigantisches Unternehmen, – ein Wahnsinnsprojekt !

Als wir uns der „alten Ansiedlung“ nähern, die nur aus ein paar vereinzelten Häusern, einer Tankstelle und einem kleinen Supermarkt besteht, sehen wir schon Kilometer vorher überall die Bagger in der Landschaft. Es werden neue Industriegebiete von gigantischen Ausmaßen geschaffen, – es sieht irre aus, wie überall in der Wüstenlandschaft die Arme der unzähligen Bagger „werkeln“ und sich eine ganze Armada von Bau-LKW hin- und her bewegt, – für uns irgendwie ziellos, – eine gewisse Ähnlichkeit mit „Laufspuren“ in einem Ameisenhaufen ist nicht von der Hand zu weisen.

Als wir dann zum Kap hinausfahren, können wir es fast nicht glauben, – kilometerlange vier- und sechsspurige Autobahnen führen in und durch die „Stadt“, mit gepflasterten Gehsteigen, Strom- und Wasserleitungen, Straßenbeleuchtung und Grünanlagen, die sich im Bau befinden. Drumherum ist nichts, – nichts als Wüste, kein Haus, kein Gewerbebau, kein Mensch und kein Tier, – die Straßen sind komplett leer, – eine Geisterstadt von etwa 10 Kilometern Durchmesser !
Hier hat man die Infrastruktur für eine Stadt mit 100.000 Einwohnern geschaffen, aber noch ist niemand da, – das sieht unglaublich aus.

Draußen am Meer ist bereits ein Industriehafen entstanden, ein Trockendock und der Internationale Flughafen, – ein Gaskraftwerk, Ölraffinerien und petrochemische Werke sind geplant. Außerdem ist gleich daneben, an der ewig langen Beach, eine Tourismuszone von gigantischen Ausmaßen geplant, zwei 4-Sterne-Hotels stehen bereits, ein Kongreßzentrum wird gerade gebaut.

Wir würden allerdings viel lieber zum Skulpturengarten fahren, hier hat die Natur ein einmaliges Werk vollbracht.
An einem der zahlreichen Kreisverkehre steht tatsächlich ein Hinweisschild „Rock Garden“, allerdings ist die zweispurige Straße dorthin noch gesperrt.
Also fahren wir einen Umweg, um auf anderen Straßen dorthin zu kommen, es gelingt uns aber nicht.
Letztendlich landen wir draußen am Trockendock, wir fragen die dort stehenden Wachposten, einer ist so freundlich und zeigt uns den Weg, er fährt ein Stück vor uns her, bis die Straße endet, dann zeigt er uns eine Schotterpiste, der wir etwa einen Kilometer folgen sollen, und dort hinten, wo von hier aus die Autobahn zu sehen ist, müssten wir diese kreuzen, dann wären wir da.
Dankend verabschieden wir ihn und fahren offroad zum Skulpturengarten, – fast, – denn an der Autobahn ist erst mal Ende, sie ist vierspurig, mit Leitplanken bestückt, also ein kreuzen ist absolut ausgeschlossen, eine Unterführung gibt es ebenso nicht. Also Schluß damit, die Skulpturen müssen ohne unsere Aufwartung auskommen.
Es bleibt zu hoffen, daß der Zugang dorthin später wieder geöffnet wird und daß dieses Kleinod der Natur nicht irgendwie „unter die Bagger“ kommt.

Wir verschwinden aus dieser Endlos-Megabaustelle zurück auf die 32 und Richtung Süden, unser nächstes Ziel ist das Kap „Ras Madrakah“, das wir gegen 16 Uhr erreichen.
Unterwegs gibt es nicht wirklich viel zu sehen, die Landschaft ist unheimlich flach und leer, – nicht umsonst wird der Landstrich hier unten „die leere Mitte“ genannt.
Unser Weg hinaus ans Meer führt uns an einem Platz mit „bunten“ Erdhügeln vorbei, die auf den ersten Blick aussehen, als hätten LKW hier Ladung um Ladung Erde abgekippt, allerdings ist dies nicht so, die Natur hat hier verscheidenfarbiges Gestein hervorgebracht, das im Laufe von Jahrtausenden verwittert ist und sich solche „Erdhaufen“ gebildet haben.
Gleich dahinter stehen die für diese Gegend typisch schwarzen Felsen, die zum schneeweißen Sand einen herrlichen Kontrast bilden.
Hier ist unser Nachtplatz. ( N 18° 59´00.4″ E 057° 48´48.4″ )
Am Abend wird wieder mal der Grill angeheizt, es ist angenehm mild draußen, entsprechend lange sitzen wir mit Irmgard und Klaus zusammen und plauschen.

Tagesetappe:   173 km                    Gesamtstrecke:   9.889 km

 
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Verfasst von - 18. Januar 2016 in Allgemein

 

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