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Archiv für den Monat Februar 2016

Bandar Abbas

10.12. (Esfand) 1394

Die Nacht ist der wahre Horror, schweißgebadet ertragen wir die „Sauna in der Tiefgarage“.
Zum Lärm der Kühlaggregate kommt noch das Brummen der Schiffsdiesel, die die gesamte Fähre vibrieren lassen.

Am Morgen gegen 10 Uhr legen wir in Bandar Abbas an und beginnen mit der Abfertigung.
Zunächst müssen die Fahrzeuge an Bord bleiben, Aspros leider auch, wir müssen zu Fuß ins Passengerterminal um „eingestempelt“ zu werden.
Als westliche Touristen bekommen wir eine „Sonderbehandlung“, werden am Eingang abgeholt, unsere Pässe werden eingesammelt, wir selbst werden in ein Büro geführt, wo wir die Einreisepapiere ausfüllen müssen.
Dann sollen wir draussen im Wartesaal warten.
Nach etwa einer Stunde werden wir wieder abgeholt und in ein weiteres Büro geführt, wo wir dann wieder etwas warten und unsere Pässe gestempelt und wieder ausgehändigt bekommen.
Danach werden wir zurück in das erste Büro geführt, man will uns weiterreichen, damit wir mit der Zollabfertigung unserer Fahrzeuge beginnen können, – nur unsere Papiere sind natürlich noch alle in den Fahrzeugen, wir sollten ja ausdrücklich nur unsere Pässe mitbringen.

Nun dauert es fast 30 Minuten und einige „Anstupser“ bei verschiedenen Zöllnern, bis sich jemand findet, der es ermöglicht, die Tür vom Passagierterminal hinaus zum Schiff zu öffnen, das ist offensichtlich nicht vorgesehen, niemand ist zuständig.
Irgendwann gelingt es dann doch, wir holen die Papiere, – Heike will bei Aspros bleiben, das läßt man nicht zu, weder im Fahrzeug, noch auf dem Hafengelände, also muß auch sie wieder mit auf den Weg durch die Instanzen, – jemand vom Schiffspersonal schreibt uns den Weg auf, den wir angeblich zu gehen haben, um die Fahrzeuge durch den Zoll zu kriegen. (Mit dem Taxi zur Schiffsagentur draußen in der Stadt, – Glücklicherweise haben wir das nicht gemacht, es stellt sich später nämlich als absoluter Schwachsinn heraus !)

Zurück im Passagierterminal müssen wir schon wieder ein Formular ausfüllen, sonst kommen wir erst gar nicht in den Zollabfertigungsbereich rein.
Und dort stehen sie schon, die „fleißigen Helfer“, Grenzhelfer oder Schlepper, – nennt sie, wie ihr wollt, jedenfalls bieten sie relativ aufdringlich ihre Dienste auf dem Weg durch die Abfertigung an. Rosmarie und Fritz haben uns erzählt, daß sie bei der Einreise einen hatten, der für relativ vernünftiges Geld einen recht guten Job machte.
So entschließen wir uns, zusammen einen zu nehmen, dem wir unsere Papiere anvertrauen und der die verschiedenen Gänge für uns erledigt.

Zunächst füllen wir im Zollgebäude zusammen mit ihm wieder Formulare aus, – er macht Kopien, – sortiert, – läuft hin und her, – wir gehen dann zusammen in ein weiteres Büro, – dann füllt er die Formulare noch einmal aus, offensichtlich war irgendetwas an den Ersten nicht richtig, – dann haben wir zu warten, – mittlerweile ist es kurz vor 14 Uhr.
Dann können wir endlich die Fahrzeuge aus dem Schiff holen, vor der hinteren Pforte sollen wir auf unseren Helfer warten. Unseren HerrMAN kriege ich zügig raus, bei Fritz dauert es, er ist noch von einem Container zugeparkt.
Als auch er draussen ist, kommt ein Zöllner, – die Fahrgestellnummer wird kontrolliert, – die Motornummer will er auch sehen, – das geht allerdings nur mit gekipptem Fahrerhaus, – irgendwie gelingt es mir, ihn von diesem Blödsinn abzubringen, – er schaut sich die Fahrzeuge an, – bei Fritz schaut er kurz in die Kabine, – dann verschwinden er und unser Helfer, – wir sollen hier warten.
Und so warten wir hier, – mindestens zwei Stunden, dann kommt er wieder.
Nun müssen wir über die Waage, jeder zweimal, weil das Ding beim ersten mal irgendwie nicht richtig wiegt, – dann fahren wir im Hafen ganz nach hinten raus, – dort in einer Lagerhalle werden die Carnet de passage bearbeitet, – dann müssen wir noch einmal ganz nach vorne fahren, noch einen Stempel abholen, – dann wieder nach ganz dort hinten, – und warten, – mittlerweile ist es dunkel geworden, langsam werden wir mürrisch und ungeduldig, – irgendwie reichts jetzt bald !

Zurück zur hinteren Pforte, – nochmal warten, – nochmal verschwindet er, – dann können wir zumindest schon mal aus dem hinteren Bereich rausfahren, – wir müssen noch einmal ins Büro der Schiffsagentur, dort ist noch eine Gebühr fällig, unser Helfer verauslagt auch diese, wie wir es vereinbart haben, – dann weiter, – vorne, vor der Hauptpforte noch einmal warten, – noch immer kämpft unser Helfer mit unseren Papieren in einem letzten Containerbüro, – dann ist es geschafft, – wir kriegen unsere Carnets, – die Stempel sind drin.

Die Abrechnung mit unserem Helfer verläuft erwartungsgemäß nicht ganz planmäßig, wie immer versuchen die Jungs natürlich, einem anständig das Fell über die Ohren zu ziehen, etwa 75 Euro hat er an Hafengebühren für uns verauslagt, – das passt, darüber sind wir uns ziemlich einig, – bei seinem Honorar wirds dann etwas schwieriger.
Wie wir schon gehört und gelesen haben, verlangen sie bis zu 200 Dollar, unserer meint es gut mit uns und will „nur“ 150. Ich frage ihn, ob er noch alle beieinander habe und biete ihm 25, nach ewigem Hin und Her, lasse ich mich auf 40 hochhandeln, dann ist Schluß, mehr gebe ich nicht.

Noch ein letzter Check an der Hauptpforte, dort kriegen wir ein Papier ausgehändigt, das wir bei der Ausreise aus Iran beim Zoll wieder vorlegen müssen.

Nun ist es 21 Uhr, 11 Stunden Abfertigung trotz Grenzhelfer, ein absolut unverständliches und undurchsichtiges Prozedere, wie lange dauert so etwas wohl ohne Helfer ?
Wir sind absolut platt, haben den ganzen Tag nichts gegessen, viel zu wenig getrunken und die Laune ist ganz weit unten.
Wir fahren auf den Parkplatz am Strand, auf dem wir im Dezember schon gestanden haben, kaufen uns in einer kleinen Garküche am Platz was zu essen und fallen todmüde ins Bett. ( N 27° 11´04.2″ E 56° 19´23.1″ )
Draußen ist es noch herrlich warm, 26 Grad bis spät in die Nacht, es geht wieder „hoch“ her, die halbe Stadt kommt heraus zum Strand, geht promenieren, viele sitzen auf dem Rasen des Parks und essen oder rauchen ihre Wasserpfeifen, laute Musik aus den Autoradios ist zu hören, einige haben Zelte zum Übernachten zwischen die parkenden Autos gestellt, fliegende Händler schlafen unter den Planen auf den Pritschen ihrer Pickups, Frauen sitzen am Gehsteig und bieten Fladen oder Fleischklopse aus kleinen Garküchen an, Händler verkaufen Zigaretten und Süßigkeiten, andere bieten Shisha an. Dabei erleben wir, wie plötzlich alle Händler mit ihren Shishas wegrennen, ein Kleinbus der Polizei ist eingetroffen, eine Razzia findet statt, später erfahren wir, daß sie nach Drogen Ausschau halten.

Tagesetappe:   17 km                    Gesamtstrecke:   14.477 km

 
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Verfasst von - 29. Februar 2016 in Allgemein

 

Von Sharjah (Vereingte Arabische Emirate) nach Bandar Abbas (Iran)

Von Sharjah (Vereingte Arabische Emirate) nach Bandar Abbas (Iran)

Der Stadtstrand von Sharjah ist kleiner, als der Sufouh-Strand in Dubai, aber auch hier ist schon am frühen Morgen Betrieb, die Menschen kommen hier heraus, um Frühsport zu machen, zu Schwimmen, oder einfach nur um ihren Morgenspaziergang am Strand zu machen.
Und auch die „Strandreinigung“ ist schon früh unterwegs und haut uns aus den Federn, mit einer Art „Kehrmaschine“ wird der gesamte Strand durchgesiebt und gereinigt, das geht natürlich nicht wirklich geräuschlos von statten.

So sind wir dann wenigstens früh genug wach, heute ist wieder mal „Grenztag“.
Kurz nach 10 Uhr fahren wir die paar Kilometer am Meer entlang zum Port Khalid um „einzuschiffen“.
In der Kurzfassung sieht das so aus:
Wir fahren durch die Hafenpforte, zahlen im Abfertigungsgebäude außerhalb 15 AED, in der Pforte noch einmal 20 AED an Gebühren, dafür kriegen wir ein paar bunte Ladepapiere und fahren dann zum Gate 6, wo die Hormuz 12 schon liegt und der Agent von Valfjer Shipping auf uns wartet.
Zwei Hallen weiter werden unsere Fahrzeuge vermessen, die Fahrgestellnummern überprüft, ein paar Papiere ausgefüllt und ein Barcodelabel an die Seitenscheibe geklebt.
Bereits kurz vor 12 sind wir zolltechnisch fertig und gehen in Blickweite zum Schiff in Wartestellung.
Obwohl die Abfahrt der Fähre erst für 21 Uhr geplant ist, werden wir bereits gegen 15.30 Uhr zum Auffahren aufgefordert und zwischen Kühlcontainern eingeparkt.

Die Abfertigung der persönlichen Papiere im Passagierterminal soll um 16 Uhr beginnen, wir werden hingebracht, erst 1 1/2 Stunden später wird der Schalter wirklich geöffnet, das Ausstempeln der Pässe zieht sich bis 18 Uhr hin, in der Gepäckabfertigung nebenan bekommen wir noch unsere Bordkarte, den Rückweg zum Schiff gehen wir zu Fuß. Dort sind dann auch unsere Fahrzeugpapiere fertig, wir kriegen das gestempelte Carnet und den Fahrzeugschein von unserem Agenten ausgehändigt und sind fertig.

Wie schon bei der Herfahrt, können wir während der Überfahrt in unserem HerrMAN bleiben, das ist eigentlich prima, – nur ist es heute brütend heiß hier auf dem Schiff, die Luft steht und es ist ein Höllenlärm, wir stehen mitten in den beladenen Kühlcontainern, deren Kühlaggregate die ganze Zeit laufen, sie lärmen unbeschreiblich, heizen die Luft noch mehr auf und verpesten den gesamten Laderaum mit ihren Abgasen.

Gegen 20 Uhr gibts im obersten Deck ein Abendessen, naja, Flugzeugessen halt, wir nehmen es mit runter, essen „zu Hause“, das ist bequemer.
Die Fähre startet dann endlich gegen 22.30 Uhr, morgen früh gegen 10 Uhr sollen wir ankommen, – die Nacht wird nicht sehr angenehm werden.

Tagesetappe:   8 km                    Gesamtstrecke:   14.460 km

 

 
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Verfasst von - 28. Februar 2016 in Allgemein

 

Von Dubai nach Sharjah

Die Nacht ist einigermaßen ruhig, ist ja wieder Arbeitstag hier in Dubai, – die Party nur wenige Schritte neben uns löst sich schon gegen Mitternacht auf.

Das „schlechte“ Wetter ist vorbei, der Himmel am Morgen ist wieder herrlich blau.
Gegen 10 Uhr verlassen wir Dubai, wir müssen uns sputen, die Schiffsagentur in Sharjah hat heute nur bis 13 Uhr geöffnet.
Ein letztes Mal quer durch die Stadt, die Shaik Zayed-Road hinauf, durch die Häuserschluchten, heute ist der Dunst über der Stadt nicht ganz so dick, die Umrisse der Hochhäuser sind besser zu sehen, als bisher, der Burj al Khalifa allerdings versteckt sich wieder hinter einem Schleier.
Der Übergang von Dubai nach Sharjah ist fließend, wir kommen am Flughafen Dubai vorbei und sind irgendwie plötzlich in Sharjah, ohne es wirklich zu merken, die Gebäude  reihen sich fast nahtlos aneinander.

Nach etwa einer Stunde sind wir vor der Al Hili Marineagentur, ( N 25° 19´45.8″ E 055° 22´03.0″ ) Parkplätze sind genug vorhanden.
Hier gibt es die Tickets für die Hormuz 12 der Valfajr-Reederei, mit der wir übersetzen werden.
Cristian hat wieder einen tollen Sonderpreis für uns ausgehandelt, diesmal zahlen wir 500 US-Dollar, zuzüglich der Hafengebühren, die Passagiertickets haben wir schon bei der Herfahrt im Dezember mitgekauft.
Alles zusammen kostet 3.180 AED und ist in bar zu zahlen, also ziehen wir erst mal los, Geld tauschen, – das gestaltet sich allerdings recht schwierig, denn keine der hiesigen Banken tauscht Geld, eine Wechselstube gibt es hier draußen nicht, letztendlich ziehen wir das Geld aus dem Bankautomaten.
Nach einer Stunde sind wir zurück, – die Tickets sind schon fertig, – Carnet de passage und Fahrzeugschein werden gleich einbehalten, die bekommen wir morgen im Hafen wieder zurück.

Anschließend „verbraten“ wir unsere restlichen Dirham, – ich fülle beide Dieseltanks randvoll und Heike kauft im Supermarkt noch mal kräftig ein.
An einer kleinen Moschee draußen am Meer füllen wir unseren Wassertank auf, – dann haben wir alles erledigt und fahren über die Corniche Road hinaus an den Stadtstrand, dort sind Rosmarie und Fritz bereits eingetroffen, sie setzen auch morgen über.
Der Stellplatz hier draußen ( N 25° 19´57.1″ E 55° 21´27.3″ ) ist nicht unbedingt super, aber für die eine Nacht absolut in Ordnung, am Nachmittag sind die Parkplätze proppevoll, mit Einbruch der Dunkelheit jedoch leeren sie sich zusehends und es wird ruhiger. Die Security hat ihr ok für unsere Übernachtung gegeben, zum Hafen werden wir morgen früh nur wenige Minuten zu fahren haben.

Am späteren Abend schallt von irgendwo laute Musik durch die Stadt, später wird ein Feuerwerk abgebrannt, – hier gibt es offensichtlich immer etwas zu feiern.

Tagesetappe:   85 km                    Gesamtstrecke:   14.451 km

 
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Verfasst von - 27. Februar 2016 in Allgemein

 

Dubai 4

Dubai 4
Die Nacht ist der Hammer, hier ist ja Wochenende und der Strand hat sich reichlich gefüllt, überall ist Party, es wird gekocht und gegrillt bis spät in die Nacht, – laute Stimmen überall, – Lachen, – die Menschen haben Spaß, – laute Musik kommt von überall, – auch die Boote, die draußen vor dem Strand vorbeifahren, haben den Sound voll aufgedreht, überall wummern die Bässe…..
…. und brummen die Stromgeneratoren.

Die Emiratis rücken an solchen Tagen mit ihren Wohnwagen an, – Wohnwagen ?, – naja, das sind oft Wohnvillen auf Rädern, riesige Dinger, – mit einem Slideout, das sind die Kleinen, – normal sind Slideouts auf beiden Seiten, – dann lassen sie es richtig krachen, – werfen Flutlichter an, wie in einem Fußballstadion, – drehen die Soundanlage auf, wie in einer Großraumdisco, – dazu brauchts natürlich einen großen Generator für den Strom, – und der brummt dann bis morgens um 7 Uhr, direkt unter unserem Schlafzimmerfenster, – und dann ziehen sie wieder ab, – so ist das hier.

Und auch in der Frühe gegen 8 Uhr geht der Zirkus weiter, ständig treffen Autos ein, mit lauter Musik, Cabrios mit offenen Dächern, Luftballons dran, Transparente, die Insassen sind alle kostümiert und hocken meist mehr auf den Autos, als daß sie drin sitzen, – Hupen, – Johlen, – am hinteren Ende des Strandes werden sie schon mit stürmischem Applaus erwartet, – ist denn schon wieder Fasching ??
Keine Ahnung, was es zu Feiern gibt, jedenfalls ziehen sie dann in einer Art Polonaisse über den Strand, danach gibt es was am Büffet, – und nach gut einer Stunde ist der Spuk auch schon vorbei und alle ziehen wieder ab. Irgendwie sind alle Leute hier immer gut drauf.

Für heute haben wir uns nichts vorgenommen, vom Frühstück bis zum Nachmittag sitzen wir mit Rosmarie und Fritz zusammen und erzählen, später planen wir unsere Route für die kommende Iran-Durchfahrt.

Am Nachmittag wird das Wetter „schlecht“, – es kommt ein strammer Wind übers Meer und es ziehen Wolken auf, – seit Wochen kaum welche gesehen, – ein Himmel, der nicht blau ist, ganz ungewohnt für hiesige Verhältnisse, – die Temperatur fällt jedoch nicht unter 26 Grad, der Badebetrieb draußen am Strand geht fast ungestört weiter.

Tagesetappe:   0 km                    Gesamtstrecke:   14.366 km

 
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Verfasst von - 26. Februar 2016 in Allgemein

 

Dubai 3

Die Nacht ist wieder diesig, am Morgen tauchen die Umrisse der Hochhäuser nur zaghaft aus dem Nebel, sie kommen auch tagsüber nie ganz klar zum Vorschein, die heiße Wüstenluft, die aus Süden übers Land herein zieht und die relative Kühle, die vom Norden über das Meer streicht, kämpfen hier jede Nacht miteinander, zurück bleibt Dunst und ein wenig feuchter Tau, den die Sonne am Morgen im Nu aufsaugt.
Ansonsten wird es schon merklich wärmer, der hiesige „Winter“, der eher ein Frühsommer ist, scheint um zu sein, für unsere Verhältnisse herrscht bereits Hochsommer.

Irgendwie scheint es schon seit Wochen irgendwelche Probleme mit der Elektroversorgung im Wohnteil unseres HerrMAN zu geben, zeigt uns zumindest unser Kontrollpaneel an, spüren, bzw. deuten kann ich sie nicht wirklich, nervös machen sie trotzdem irgendwie.
Wir finden im Internet einen Bosch-Car-Service, nur 11 km entfernt, da wollen wir nachher mal hin, – Fritz gibt uns zur Sicherheit noch die Adresse eines Yachtservice in Sharjah, der bei seinem Wohnmobil einen recht tückischen Fehler in der Elektrik sehr kompetent gefunden hat.

An der angegebenen Adresse in Dubai gibt es einen Party-Service, eine Firma für Swimmingpools und eine Autowerkstatt, von einem Bosch-Dienst ist leider nichts zu sehen, wir drehen eine Schleife um den Block, dann gehe ich einfach mal in die Autowerkstatt rein und frage nach.
Ein Bosch-Service sei hier nicht, wird mir gesagt, aber ihre Werkstatt hätte einen recht kompetenten Autoelektriker, der sich gerne mal um unser Problem kümmern wird.
Ich willige ein, wir müssen ein wenig warten, weil er gerade noch mit einem Kundenfahrzeug beschäftigt ist, dann hört er sich die Schilderung des Problems an und beginnt zu suchen, mißt von vorne nach hinten alles durch, löst Schraubverbindungen und zieht sie nach, reinigt die Polklemmen und versucht sich in die Schaltungen unserer Elektrik einzudenken.
Chef der Werkstatt ist ein Inder, die Jungs in der Werkstatt kommen aus Kamerun, wir unterhalten uns ganz nett, – ich schau mir dabei ihre Ausrüstung an, interessiere mich für das nagelneue Schweißgerät, – frage ein wenig, – als der Chef merkt, daß ich ein wenig Ahnung von der Materia habe, fragt er plötzlich, ob ich den Jungs nicht mal zeigen könnte, wie man damit umgeht und vernünftig schweißt, – offensichtlich ist das Gerät so neu, daß es noch keiner so richtig kann.
Also machen wir zusammen erst mal einen kleinen Schweißlehrgang, sie hatten damit bisher lediglich ein wenig rumgepappt, 20 Minuten später haben sie die Grundbegriffe drauf und können schon mal loslegen, so schwer ist es ja nun wirklich nicht.

Nach gut einer Stunde hat der Elektriker alles durchgeprüft, einen Defekt kann er nicht feststellen, – alles passt, – die Batterien sind voll geladen, – ich kann es zwar irgendwie nicht glauben, weil uns unser Kontrollpaneel etwas ganz anderes anzeigt, – kann es evtl. sein, daß das Kontrollpaneel selbst einen Defekt hat und falsch anzeigt ?
Zu reparieren gibts nichts, und der Chef nimmt dann auch kein Geld für die Überprüfung, offensichtlich als Gegenleistung für den kleinen „Schweißerlehrgang“.

Dann muß es unbedingt noch mal die Dubai Outlet Mall sein !
Naja, um des lieben Friedens Willen verbringen wir halt den Rest des Tages dort, erst nach 19 Uhr kommen wir zurück an unseren Sufouh-Strand.

Wenigstens war die Fahrt durch die Stadt wieder ein Erlebnis, diese Hochhauskulisse ist schon fantastisch, zwischendrin ragt der riesige „Burj al Khalifa“ hoch in den Himmel hinein, mit mehr als 800 Metern das höchste Gebäude der Welt, die Stadt liegt schon seit Tagen so im Dunst, daß die Umrisse nur unscharf zu erkennen sind, der Blick hinauf zur Spitze bleibt absolut unklar.

Tagesetappe:   90 km                    Gesamtstrecke:   14.366 km

 
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Verfasst von - 25. Februar 2016 in Allgemein

 

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Dubai 2

Die Nacht ist lau, ein paar Wolken sind aufgezogen, die Wärme des Tages hält sich lange.

Heute machen wir wieder — nicht viel, Heike krämert „im Haus“ rum, ich schau mal verschiedene Sachen am HerrMAN nach.

Gegen Mittag treffen Rosmarie und Fritz ein, sie haben heute ihre Fährtickets für Sonntag abgeholt und bestätigen unser Wissen:
Die Donnerstagfähre wäre Quatsch, weil drüben in Iran nicht abgefertigt wird, also fahren wir auch am Sonntag.
Wir klären die Adresse der Agentur und die Öffnungszeiten ab und Cristian schreibt uns, daß er versucht, noch einen besseren Preis für uns auszuhandeln.

Wir werden nun Samstag nach Sharjah fahren, die Tickets abholen und Sonntag auf die Fähre gehen.
Somit ist unser Tagespensum erfüllt, — relaxen ist angesagt.

Tagesetappe:   0 km                    Gesamtstrecke:   14.276 km

 
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Verfasst von - 24. Februar 2016 in Allgemein

 

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Dubai 1

Wider Erwarten ist die Nacht relativ trocken hier am Meer, und angenehm warm, – anders als in der Wüste, wo es in der Nacht doch immer recht frisch geworden ist.

Heute sind erst mal Nachbarschaftsbesuche angesagt, dann Kümmern um die Fahrpläne.
Die Fähre Bandar Abbas / Iran -Sharjah / VAE fährt Montag, Mittwoch und Samstag, – am Folgetag, also Dienstag, Donnerstag und Sonntag kehrt sie von Sharjah / VAE nach Bandar Abbas / Iran zurück.
Wie wir erfahren, verkehrt die Rückfähre zwar an diesen drei Tagen, unser Wunschtermin Donnerstag ist allerdings schon mal geplatzt, – die Donnerstagsfähre geht zwar in den Iran zurück, weil Freitag und Samstag dort Wochenende ist, wird allerdings an diesen Tagen beim Zoll nicht abgefertigt.
Zur Sicherheit haben wir eine Mail an die Agentur geschickt und gleichzeitig um die Angabe eines Preises gebeten, die Antwort läßt aber noch auf sich warten.
Wahrscheinlich werden wir erst Sonntag fahren können.

So machen wir heute erst mal einen Geruhsamen, in der Sonne sitzen, – am Internet rumwerkeln, irgendwie spinnt der Router wieder mal, – ich trainiere meinen Fuß, gehe eine Runde über den weitläufigen Platz, dabei treffe ich am anderen Ende des Strandes Traveller aus Österreich, die wir schon vor sieben Wochen im Oman kurz getroffen haben, auch hier wird natürlich ausgiebig geplauscht, dabei rennt die Zeit, – der Tag ist im Nu um.

Am Nachmittag verabschieden wir Audrey und Cristian, sie machen auch noch einen Abstecher nach Oman, – machts gut Ihr beiden, war schön, Euch kennengelernt zu haben, – Danke für Eure Hilfe und bis zum Sommer, wir sehen uns !

Am Abend gibts noch einen ausgiebigen Strandspaziergang, – das Barfußlaufen im weichen Sand tut gut, – und dann einen Sonnenuntergang, wie wir ihn schon lange nicht mehr gesehen haben. Am späten Nachmittag sind ein paar dünne Wolken aufgezogen, an denen sich nun das Rot der untergehenden Sonne reflektiert, das Meer spiegelt das alles wieder, – ein Traum in Rot.

Tagesetappe:   0 km                    Gesamtstrecke:   14.276 km

 
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Verfasst von - 23. Februar 2016 in Allgemein

 

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Von Al Saad zurück nach Dubai

Ist dann doch noch ganz gut unser Nachtplatz, der Mond taucht die Dünen hinterm Zaun in ein schönes Licht, der Zaun ist kaum noch sichtbar.
Der nahe Ort und die Durchgangsstraße sind nicht zu hören und die paar Flieger am Abend, die Al Ain anfliegen sind auch bald durch.

Auch am Morgen fliegen sie wieder, etwa eine halbe Stunde, dann kehrt Ruhe ein.
Wir machen uns auf den Weg, wollen heute zurück nach Dubai, – wieder mal, – zum dritten mal, – Dubai hat sich schon irgendwie zum Basislager für uns entwickelt.

Dazu fahren wir von Al Saad nach Norden, über Sweihan weiter nach Nordwesten bis vor dem Ort Ajban die Straße nach Dubai abzweigt.
Ihr folgen wir, durch den Investment-Park Jebel Ali hinein in die Megastadt und hinüber zum Sufouh-Beach, zwischen Palm Jumeira und Burj al Arab.

Zu Beginn, hinter Al Saad ist die Landschaft noch schön anzusehen, rötliche Sanddünen auf beiden Seiten, mal mehr, mal weniger, – meist schöne Palmenhaine davor, das sieht immer super aus.
Das Städtchen Sweihan ist auch ganz nett, wie alle Kleinstädte, auch hier Grünanlagen, Blumenbeete und Palmen entlang der Straßen.
Hinter Sweihan wird alles wieder flach, die Dünen verschwinden, die Farbe des Sandes wechselt von rötlich auf gelb, später eher fast nach weiß.

Hinter dem Abzweig bei Ajban führt eine Truck-Road hinauf nach Dubai, eine spezielle Straße, die für die schweren LKW gebaut wurde, sie müssen hier fahren, alle anderen Nord-Süd-Verbindungen sind für sie gesperrt, entsprechend sieht es hier aus, – eine endlose Kolonne schwerer Baustellen-LKW fährt in beide Richtungen, überholen ist zudem verboten, nur einige PKW, die hier auch immer wieder mal fahren, zischen dran vorbei.
Trotzdem geht es zügig voran und im Nu sind wir in Jebel Ali, – vorbei an der Mega-Baustelle des neuen Al Maktoum Flughafens, es soll einer der Größten weltweit werden, zum Dubai Investment Park, hier wird über viele Kilometer ebenfalls nur gebaut, – wir sind froh, als wir endlich durch sind, das sieht alles schlimm aus, so weit das Auge reicht diese riesigen, zerwühlten Erdlöcher, überall Betongerüste, Baukräne und Bulldozer, halbfertige Fundamente, Eisenteile, Baracken und Container, Dreck und Durcheinander, die Luft hängt voller Staub, den die vielen Baumaschinen aufwirbeln.

Dann erscheint die Silhouette von Dubai-Süd am Horizont, sieht schon mächtig aus, die vielen Hochhäuser, auch wenn sie heute vor lauter Dunst kaum zu sehen sind.
Die vielen breiten Straßen lassen uns doch recht zügig durch die Megacity in den Stadtteil Sufouh kommen, – wir holen Sachen aus der Wäscherei ab, die wir letzte Woche aufgegeben hatten, kaufen ein und bunkern Brauchwasser aus einem Schlauch am Supermarkt.
Am späten Nachmittag treffen wir an der Sufouh-Beach ein, – das ist jetzt beim dritten Mal schon fast wie Nachhausekommen, – Audrey und Cristian sind noch immer da, Bianca und Dominik auch, – wie immer, gibt es nach der Begrüßung Einiges zu Erzählen. ( N 25° 07´05.7″ E 055° 10´08.6″ )
Hier werden wir die nächsten Tage bleiben, wir müssen uns um die Fahrpläne und die Tickets für die Überfahrt nach Iran kümmern.

Tagesetappe:   178 km                    Gesamtstrecke:   14.276 km

 
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Verfasst von - 22. Februar 2016 in Allgemein

 

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Vom Qusaywirah-Gebiet nach Al Saad

Das ist ein Platz nach unserem Geschmack !
– nichts verstellt den Blick auf die Schönheit der Wüste, – keine Häuser oder Farmen, – keine Strom- oder Funkmasten, – Handy ? – Fehlanzeige !,
– keinerlei Vegetation gibt es hier, – ein einziger, dürrer Busch steht in der Düne neben uns, – keine Ahnung wieviel Jahrzehnte er vielleicht schon so dasteht,
– keinerlei Leben, – tierische Spuren im Sand gibt es nicht, – noch nicht mal die eines Käfers. – Doch ! – am Abend gibt es tatsächlich ein paar Fliegen und Falter ums Licht,
– Stille, – man kann sein eigenes Blut im Körper rauschen hören,
– am Abend kommt der fast volle Mond über den Dünenkamm und wirft ein mystisches Licht über Dünen und Senke.
(Naja, daß am Abend dann doch drüben auf der Piste die Scheinwerfer eines Fahrzeuges zu sehen sind……., wir sind mal großzügig ….)

Die Nacht ist absolut trocken, kein Nebel heute früh, die Sonne brennt schon früh vom strahlend blauen Himmel, die Tage hier sind heiß, 31 Grad waren es gestern.
Der erste Teil des Frühstücks in der prallen Sonne ist noch recht angenehm, dann wächst das Verlangen nach Schatten, – und bald machen wir uns los.

Durch die Senke zurück auf die Piste und nochmal etwa 10 Kilometer durch tiefen Sand und holpernde Steinlöcher, dann beginnt eine asphaltierte Straße vom Feinsten, „nur“ zweispurig, – alles Andere wäre auch absolut überflüssig, – etwa alle 10 Kilometer begegnet uns mal ein Auto.
Sie führt etwa 70 Kilometer ziemlich schnurgerade nach Osten, – rechts neben ihr verläuft der Grenzzaun zu Saudi-Arabien, – links neben ihr ein hoher Maschendrahtzaun, der das Arabian-Oryx-Schutzgebiet im Südosten des Landes auf seiner gesamten Länge einzäunt, – wir haben ihn heute fast 200 Kilometer lang links neben uns.
Entlang der gesamten Strecke gibt es eigentlich Nichts, – nur wenn man diese Landschaft liebt, macht es Sinn, diese Route zu fahren, – die Dünen begleiten uns auf beiden Seiten, sie leuchten in den schönsten Sandfarben, – gelb, – orange, – fast rot an manchen Stellen, – braun, – und weiß natürlich, das Weiß leuchtet wie Schnee aus den Senken, irgendein Kalkgestein liegt dort wohl unter dem Sand, an vielen Stellen hat es der Wind freigelegt.

Gelegentlich zweigen Zufahrtswege zu den Ölfeldern von der Straße ab, dort ist immer irgendwie Betrieb, LKW oder Baufahrzeuge sind unterwegs, generell versperren aber Zäune und Tore den Zugang zu diesen Bereichen, – hier stehen auch wieder diese häßlichen Stromleitungs- und Funkmasten, was wäre die Welt ohne sie.
Ziemlich weit im Osten gibt es ein paar riesige Containerdörfer, – die Ölarbeiter sind hier untergebracht, sowie die Büros und Verwaltungen, – natürlich auch die wichtigsten Läden, die das anbieten, was benötigt wird, um den Betrieb hier draußen in der Wildnis überhaupt irgendwie möglich zu machen, – alles ist eingezäunt und mit Wachposten besetzt.

Vor Umm az Zumul, im Dreiländereck VAE, Saudi-Arabien, Oman, knickt die Straße nach Norden und verläuft nun fast 200 Kilometer ziemlich dicht an der Grenze zum Oman entlang. Die ersten etwa 60 Kilometer ändert sich außer der Fahrtrichtung wenig, – Dünenlandschaft und Asphaltband, – bis zum ersten Ort „Al Quaá“, – hier beginnt eine vierspurige Autobahn vom Allerfeinsten, – mit beidseitigem Grünstreifen, Beleuchtung und Parkplätzen. Für die paar Autos, die hier unterwegs sind, ein wahres Luxusprojekt !

Was uns weiterhin bleibt, sind die Zäune auf beiden Seiten, wir schauen schon eine Zeit lang, wo wir uns heute zur Nacht in die Dünen verziehen können, – das ist allerdings ein schier aussichtsloses Vorhaben. Der Grenzzaun zum Oman auf der rechten Seite ist sowieso undurchlässig, der schmale Streifen zwischen Straße und Grenze ist noch einmal zusätzlich durch einen Kamelzaun abgesichert.
Später stellen wir fest, daß immer wieder mal Tore eingebaut sind, die sich bei Annäherung sogar automatisch öffnen und schließen, allerdings ist der schmale Streifen meist von Beduinen besiedelt, die ihre Kamel- und Ziegenherden hier halten, – entsprechend schlimm sieht es hier meist aus, – zum Übernachten keine gute Idee.

Kurz vor Al Ain probieren wir es noch einmal, – diesmal linksseitig, – doch auch hier drehen wir wieder um, – in die Dünen führt noch nicht mal eine schmale Fahrspur, der Sand ist weich wie Mehl, – und vor den Dünen wieder Beduinenbehausungen und Berge von Kamel- und Ziegenmist, also Fehlanzeige.

Und schon schauen wir gegen die hohe Wand des „Jebel Hafeet“, dieses mächtigen Berges, der den südlichen Zugang der 350.000 Einwohner-Stadt Al Ain markiert, – hier haben wir Anfang Januar schon mal übernachtet, allerdings nicht wirklich richtig gut, – in dem wunderschönen Park unterhalb des Jebel Hafeet hat man uns seinerzeit darauf hingewiesen, daß man hier keine Hunde duldet, wir sind dann etwas außerhalb in der Flur gestanden, allerdings nicht wirklich ruhig.
Heute wollen wir es mit dem Zoo-Parkplatz probieren. Doch auch hier gleich ein Hinweisschild, daß Hunde nicht erwünscht sind, außerdem wird der Parkplatz um 20 Uhr geschlossen.

Also raus aus der Stadt und nochmal fast 30 Kilometer weiter nach Westen gefahren, dort bei Al Saad finden wir tatsächlich ein Schlupfloch durch den Kamelzaun, bis in die hohen Dünen kommen wir allerdings nicht, es kommen noch zwei weitere Zäune, die eine Pipeline absichern, – so bleiben wir einfach hinter einem kleinen Wäldchen am Ortsrand stehen, das sieht auch ganz gut aus, mit Blick auf die Dünen, ohne Straßenverkehr und Häuser. Hier bleiben wir. ( N 24° 14´02.4″ E 055° 27´49.0″ )

Tagesetappe:   323 km                    Gesamtstrecke:   14.098 km

 
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Verfasst von - 21. Februar 2016 in Allgemein

 

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Von den Moreeb-Dünen ins Qusaywirah-Gebiet

Unglaublich !
Auch heute morgen hängt wieder eine dicke Nebeldecke über der Wüste, – keine Ahnung, wie die sich hier bilden kann.
— und eine ganze Kamelherde steht draußen und begafft uns ungläubig, als wir zum ersten mal den Kopf zur Türe rausstrecken.
Wir trotzen dem Nebel, der zusehends dünner wird und frühstücken draussen, die Kamele bleiben auch, – die finden uns irgendwie interessant und kommen immer wieder nahe ran, manchmal vorwitzig nahe, – wollen wohl was von unserem Frühstück abhaben ?
Sie sind aber absolut friedlich, – auch Aspros läßt sie nahe rankommen, hat kein Problem mit ihnen.
Bald hat sich die Sonne wieder durchgesetzt und heizt kräftig ein, sie hat schon früh am Morgen eine unglaubliche Kraft, nicht umsonst sind alle Menschen hier ziemlich verhüllt.

Irgendwann verziehen sich dann die Kamele in die eine Richtung, wir in die Andere, vorbei an der Kamelfarm und zurück auf die Asphaltstraße.
Von dort fahren wir zurück nach Mizerah und zunächst ein Stück entlang der breit ausgebauten, vierspurigen Straße nach Westen, Richtung Arada.
Die Oasen reihen sich auf, wie Perlen auf einer Schnur, immer wieder führt die Straße hoch über einen Dünenkamm, dahinter, in der Senke folgt die nächste Oase, und so setzt sich das fort, bis nach etwa 20 Kilometern die Dünen nicht mehr ganz so hoch werden, die Wüste wird etwas flacher und weitläufiger.
In einer der Senken gibt es einen riesigen, eingezäunten Platz mit drei großen, offenen Hallen und jeder Menge Freiflächen, die komplett mit großen Ballen Heu zugesetzt sind, hier gibt es Viehfutter für die Zeiten, in denen die Wüste gar nichts mehr hergibt und zugefüttert werden muß.

Kurz danach drehen wir um und fahren zurück bis Mizerah und etwa 65 km weiter durch die östlichen Oasen bis nach Hemim.
Auch hier das selbe Bild, hohe Dünen rechts und links am Horizont, dazwischen die breit ausgebaute Straße, die immer wieder über einen Dünenkamm klettert, hinter dem sich im nächsten Tal die nächste Oase befindet. Meist große Palmenwälder und Gemüsegärten, gelegentlich ein paar Gewächshäuser und ein paar Behausungen für die Landarbeiter, die sich um die Arbeit auf den Feldern kümmern.

Ganz im Osten der Oasenkette, in Hemim, beginnt die Straße nach Norden, zurück nach Abu Dhabi, — wir drehen um, fahren wenige Kilometer zurück und nehmen den Abzweig zum „Qasr al Sarab“, einem in 2009 eröffneten 5-Sterne-Luxusresort, das etwa 10 Kilometer südlich von Hemim in den Dünen erbaut wurde. In 60 Villen werden dem betuchten Gast alle Annehmlichkeiten geboten, die man eigentlich in der Wüste nicht erwartet. Uns reicht ein Blick im Vorbeifahren, das sieht wirklich ganz toll aus, eine echte Oase inmitten der Wildnis.
Der Parkplatz vor dem Haupteingang bietet nicht nur Stellflächen für Autos, – nein, auch solche für Hubschrauber, – einer davon ist sogar belegt.

Hinter dem Hotel führt ein kurzes Stück Sandpiste durch die imposante Dünenlandschaft, dann kommen wir zurück auf eine gut asphaltierte Straße, die weiter nach Süden führt.
Die Landschaft wird hier immer noch schöner, die Dünen höher und von herrlich gelboranger Farbe, oft sind sie zweifarbig, mit bräunlichen Einschlüssen, hier draussen ist alles weniger verbaut, die vielen Stromleitungen sind verschwunden, es gibt keine Bebauung mehr, lediglich die Zäune auf beiden Seiten begleiten uns weiter.
Nach etwa 25 Kilometern endet die Straße kurz vor dem Grenzzaun von Saudi-Arabien.

Nun führt eine breite Sandpiste links weg, also nach Osten, ihr werden wir weiter folgen, nach etwas mehr als 20 Kilometern soll sie wieder asphaltiert sein und noch ca. 75 km immer längs der saudi-arabischen Grenze verlaufen.
Die Piste dient als Zubringer für die Ölfelder im Qusaywirah-Gebiet, entsprechend tief ist sie ausgefahren, der viele Schwerverkehr hat den Sand tief aufgefahren, hier ist an manchen Stellen mächtig Kraft erforderlich, um nicht hängen zu bleiben, an anderen Stellen wieder kommt eine harte Gesteinsschicht durch, die ziemlich zerfahren und löcherig ist, also auch kein Zuckerlecken.
Aber die Landschaft gibt viel mehr als nur Entschädigung für die schlechte Strecke, – es ist traumhaft schön, – endlich mal Wüste vom Feinsten, – so, wie wir sie mögen, – hohe, buntgefärbte Dünen vor stahlblauem Himmel, – weiß-gelb leuchten die langgestreckten Salztonpfannen dazwischen, – die Piste naturbelassen und auch die Wüste ziemlich unbefleckt, nur der Zaun auf der linken Seite, der das Oryx-Antilopen-Schutzgebiet abgrenzt, stört das Bild. Aber wenns denn sein muß, warum nicht.

Nach fast 20 Kilometern fahren wir von der Sandpiste ab, verschwinden durch die weite Ebene hinter der nächsten Düne und geniessen den Abend und die untergehende Sonne.
Heike macht ihren obligaten Gang hinauf auf die Dünen und Aspros tollt rum, bis ihm die Zunge unter den Füßen hängt, er liebt den weichen Sand und die steilen Dünen.
( N 22° 43´18.9″ E 054° 34´16.1″ )

Tagesetappe:   171 km                    Gesamtstrecke:   13.775 km

 

 

 
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Verfasst von - 20. Februar 2016 in Allgemein

 

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