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Von Al Fujairah nach Umm al Quwain

14 Feb

Am Morgen werden wir etwas unsanft geweckt, um 7 Uhr sind draussen laute Stimmen zu hören und Motoren brummen.
Die Fischer ziehen mit ewig langen Stricken, die sie an ihren Toyotas befestigt haben, große Netze aus dem Wasser in Richtung Strand, Boote halten draußen dagegen und andere Fischer stehen brusttief in der Brandung und holen mit kleinen Planen zentnerweise kleine Sardinen aus den Netzen, die sie auf die Ladeflächen der Pickups schütten.
Möwen und Kormorane in unglaublichen Mengen kreisen über den Netzen, stoßen immer wieder hinab ins Wasser und machen den Fischern den Fang streitig.
Eine eigenartige Fangmethode, die aber hier üblich zu sein scheint, wir haben sie später, weiter im Norden, noch einmal gesehen.

Von Al Fujairah fahren wir nach Norden, immer die 99 an der Ostküste entlang bis zum ihrem Ende bei Dibba, dort führt sie dann ein Stück nach Westen, auf die E18, die dann weiter nach Norden, bis nach Ras al Khaimah führt.
In Ras al Khaimah erreichen wir wieder die Westküste, den Persisch-arabischen Golf, auf der E11 fahren wir wieder nach Süden.

In Al Fujairah überwiegt zunächst noch der städtische Teil mit Bürotürmen, Geschäftshäusern und Ladenpassagen, – gebaut wird überall, das scheint auch hier normal zu sein.
Im nördlichen Teil dann liegt der Ölverladehafen der Emirate, über Pipelines wird das schwarze Gold durchs Land hierher gepumpt, in riesigen Tankanlagen, die sich kilometerlang beidseitig der Straße aufreihen, zwischengelagert und dann in die wartenden Tankschiffe verladen.
Auch hier, entlang der 99 reiht sich ein Städtchen an das andere, kaum ein Kilometer, der nicht bebaut ist, Khor Fakkan wartet mit einer neu gebauten Universität auf, die eher nach einem Schloß aussieht. Überhaupt ist auch hier alles recht gepflegt und sauber angelegt, die Gebäude schön und groß, „repräsentativ“ halt.
Ziemlich weit im Norden sind einige Ferienresorts zu sehen, die man in die Landschaft gestellt hat, – naja, nicht so unser Geschmack, aber den muß es ja auch nicht treffen.

Hinter Dibba, wo wir die Küste verlassen, wird es ruhiger und einsamer, die Strecke führt durch niedrige Berge, kahl, ohne jeglichen Bewuchs, – später dienen sie dazu, der Zementindustrie, die sich hier gleich mit mehreren riesigen Werken niedergelassen hat, Rohstoff für das begehrte Pulver zu liefern, – ganze Berge werden hierfür abgetragen und weggefahren.

Dort, wo die E18 nach Norden führt, wird wieder ein wenig Landwirtschaft betrieben, Dattelpalmen stehen immer wieder mal entlang der Straße.
Ab Ras al Khaimah über Sharjah, Ajman und Dubai bis ganz hinunter nach Abu Dhabi ist die Golfküste touristisch erschlossen, hier im Norden noch eher zaghaft und übersichtlich, einige Beach Resorts haben sich entlang der Küste angesiedelt, südlich von Ras al Khaimah werden gerade Feriendomizile aus dem Boden gestampft.

Vor Umm al Quwain kommen wir an einem der wenigen „Alkoholläden“ der Emirate vorbei, ( N 25° 35´258 E 55° 39´087 ) wir können es nicht lassen und kaufen uns nach vielen Wochen Abstinenz mal wieder ein Fläschchen Wein.
Nur wenige Kilometer später kommen wir zur Khwar al Baydah, einer großen Lagune, östlich der Stadt, Naturschutzgebiet und Rastplatz vieler verschiedener Vogelarten, mehrere Dünen versperren den Blick darauf, aber ein kleiner Weg führt dorthin.
Hinter der Düne breitet sich eine herrliche Seenlandschaft vor uns aus, Büsche und kleine Bäume stehen im seichten Wasser und viele Wasservögel schwimmen auf ihr, überall stehen Flamingos, die Düne hält den Lärm der Straße ab, hier ist es menschenleer, ein genialer Nachtplatz, hier bleiben wir. ( N 25° 32´25.5″ E 055° 38´29.3″ )
So lange es noch hell ist, beobachten wir mit dem Fernglas das Treiben am Wasser, – der Sonnenuntergang ist kitschig schön, – überall ist das Schnattern der Gänse zu hören, – einige Vögel piepsen bis spät in die Nacht.

Tagesetappe:    177 km                    Gesamtstrecke:   12.896 km

 
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Verfasst von - 14. Februar 2016 in Allgemein

 

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