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Von Yazd nach Emamzadeh Ali Abbas

09 Mrz

19.12.1394

Trotz der Zentrumsnähe ist die Nacht sehr ruhig, Straßenverkehr ist fast überhaupt keiner zu hören, nur zu der Moschee, direkt neben unserem Stellplatz kommen bis spät in die Nacht immer wieder einige Gläubige mit ihren Autos oder Mopeds gefahren.

Am Morgen können wir bei dem kleinen Krankenhaus nebenan Wasser auffüllen, allerdings ist kaum Druck in der Leitung und so dauert es ewig, bis unser Tank voll ist.
Dann fahren wir stadtauswärts, noch einmal durch den dichten Innenstadtverkehr, vorbei an den kleinen Geschäften und am Bazar.
An einer Tankstelle draußen an der Peripherie tanken wir, – es ist wieder eine größere Aktion, der Tankwart spricht kein Wort Englisch und so dauert es etwas länger, bis er eine Dieselkarte organisiert, mit der wir tanken können, – unsere 280 Liter werden in drei Durchgängen getankt und dann beim Bezahlen zusammenaddiert, – etwas umständlich, – aber immerhin haben wir Diesel bekommen, was bisher nicht immer der Fall gewesen ist.

Es ist schon fast 11 Uhr bis wir wirklich so richtig loskommen.
Die 71 ist heute unsere Straße, der „Persian-Gulf-Highway“, eine Haupt-Nord-Südverbindung, die von der Golfküste bis Teheran führt, auf ihr werden wir den gesamten Tag Richtung Nordwest unterwegs sein, von Yazd über Ardakan, Naein und Ardestan bis nach Badrud, etwa 50 km vor Kashan.
Sie ist autobahnmäßig ausgebaut, – allerdings ist der Verkehr auf ihr richtig heftig, unendliche LKW-Karawanen sind hier unterwegs, – die vielen Fliesen wegschaffen, die in der Yazder Gegend produziert werden, unglaubliche Mengen davon werden gen Norden gekarrt, – und Eisen, jede Menge schwerbeladene Eisenlaster sind hier ebenfalls unterwegs, Roheisenknüppel aus einer Hütte Richtung Norden, fertig gewalzte Profile Richtung Süden, – und Containerfahrzeuge natürlich, sie kommen von den Häfen am Golf und bringen die Waren ins Land.
Auffällig ist, daß nur relativ wenig PKW unterwegs sind, das ist so ganz anders, wie bei uns.

Anfangs ist die Strecke nicht besonders sehenswert, Industriebetrieb an Industriebetrieb sieht halt nicht wirklich so schön aus, später ist die Landschaft entlang der Strecke eher langweilig, – gerade, – ohne irgendwelche Blickfänge, – keine Berge, – keine schöne Wüste mit Dünen oder grüne Oasen. An den Städten huschen wir schnell vorbei.
Erste Ausläufer der Dasht-e Kavir-Wüste reichen rechts bis an die Straße heran, gerade, bretteben und eintönig.
Erst gegen Nachmittag wird die Landschaft wieder angenehmer, es tauchen erste Bergketten am Horizont auf, das lockert ein wenig auf.
Immer öfter tauchen nun auch wieder mal Dörfer auf, – ein schönes altes Lehmdorf mit grünen Gärten fällt uns besonders auf, – hier in der Region ist der Winter zu Ende, der Frühling ist ausgebrochen, die wenigen Bäume, die wir zu sehen kriegen stehen in voller Blüte oder treiben erstes zartes Grün aus.
Die Straße durch das Hochland steigt am Nachmittag bis auf fast 2.100 Meter Höhe an, die Temperatur fällt entsprechend auf 16 Grad, gegen Abend sind wir wieder unten auf 900 Meter und auch die Temperetaur ist hier mit 24 Grad wesentlich angenehmer.

Auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht kommen wir am Abend nach Badrud und zum dortigen Heiligtum „Agha Ali Abbas“, ein kilometerlanger sechsspuriger, von Kiefern eingerahmter Boulevard führt dort hin, am Heiligtum selber gibt es Tausende von Parkplätzen, offensichtlich ist hier an einigen Tagen im Jahr richtig Betrieb.
Heute ist hier gar nichts los, – ein Reisebus steht vor dem Heiligtum, – über die Lautsprecher hört man entfernt den Muezzin ununterbrochen seine Lieder singen, – wir finden ein Stück entfernt, auf einem kleinen Parkplatz am Kiefernwäldchen einen ruhigen Nachtplatz.
Das Heiligtum schauen wir uns morgen an. ( N 33° 43´39.7″ E 52° 03´55.8″ )

Tagesetappe:   330 km                    Gesamtstrecke:   16.615 km

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Verfasst von - 9. März 2016 in Allgemein

 

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