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Von Piräus nach Patras

24 Mai

Um sechs Uhr in der Früh erreichen wir den Hafen von Piräus und suchen uns einen ruhigen Platz zum Frühstücken.
Auf der Fahrt durch das Hafengelände passieren wir den Liegeplatz, an dem die „Panagia Tinos“ vor einigen Tagen hier im Hafen gesunken ist.
Wenig später kommen wir unvermittelt wieder mitten in das Flüchtlingsdrama.
Piräus beherbergt noch immer etwa 2.500 gestrandete Flüchtlinge, die in kleinen Zelten und in einer alten Halle untergekommen sind, mittlerweile sind Sanitärcontainer und Dixi-Toiletten aufgestellt worden, eine Bretterbude dient als Essensausgabe, die Hafenpolizei patroullliert verstärkt, an vielen Stellen stehen deren Fahrzeuge und Wachposten. Mitarbeiter vom Roten Kreuz und der Einwanderungsbehörde haben in Containern provisorische Büros eingerichtet und kümmern sich um die Menschen und den Schreibkram der Asylverfahren.
Von unserem Parkplatz aus können wir zusehen, wie das Camp langsam erwacht und die Menschen den Tag beginnen, – mit einem jungen Mann haben wir kurz gesprochen, er hat seine Heimat Afghanistan verlassen und möchte nach Westeuropa weiterziehen, – wie die meisten hier.

Gegen 10 Uhr fahren wir dann los, – in Athen nutzen wir die günstigen Dieselpreise und tanken randvoll, es soll bis nach Hause reichen.
Die Fahrt durch die Stadt ist um diese Zeit keine wirkliche Herausforderung, – die Autobahn ist gut ausgebaut und führt uns über Korinth am gleichnamigen Golf entlang nach Patras.
An mittlerweile drei Mautstellen zahlen wir insgesamt knappe 20 Euro für die 230 Kilometer, – etwa 100 davon sind immer noch eine Megabaustelle, – mittlerweile sind jedoch Fortschritte zu sehen.
Das Wetter ist ganz in Ordnung, um die 24 Grad und Sonnenschein sind zum Reisen recht angenehm.

In Patras angekommen, möchte ich mit unseren bereits im Herbst gekauften Tickets auf die 17.30 Uhr Fähre nach Ancona einchecken, – das wird jedoch nichts.
Irgendwie ist hier heute der Teufel los, – man teilt mir mit, daß die Fähre heute ausgebucht ist, – morgen auch, – und übermorgen auch,  – erst am Freitag können wir mitkommen, – na Klasse !
Freitag ! – Am Freitag abend wollen wir doch bereits auf der „Abenteuer Allrad“ in Bad Kissingen sein. (www.abenteuer-allrad.de)
Nun ist guter Rat teuer, – die Fähre nach Venedig ist ebenfalls ausgebucht, – für die Fahrt über Land, also Serbien und Ungarn, ist die Zeit nun auch zu knapp.
Ich könnte heute um 18 Uhr noch mit der Fähre rüber nach Bari, teilt mir die nette Dame vom Schalter mit. Oh Gott, – lieber nicht, das hatten wir schon mal, sind 500 Kilometer mehr in Italien zu fahren.
Als sie mir dann allerdings sagt, daß die Fähre bereits frühs um 10 Uhr ankommt, die Ancona-Fähre aber erst abends gegen 17 Uhr, wittere ich Morgenluft und schlage zu.
Also fahren wir heute noch los und sind morgen früh in Bari.
Wir checken ein, fahren durch die Sicherheitskontrolle und rüber zur Fähre, die bereits mit dem Laden begonnen hat.

Die Flüchtlingssituation hier in Patras hat sich im Vergleich zu unserer letzten Überfahrt im Mai 2015 wesentlich gebessert, es sind zwar immer wieder vereinzelt Flüchtlinge zu sehen, die auf der Suche nach einer illegalen Überfahrt sind, – die Massen allerdings, die wir in 2015 gesehen haben, sind offensichtlich Vergangenheit.

Gegen 18 Uhr legt die Fähre ab, wir haben „Camping an Bord“ gebucht und stehen auf dem Oberdeck, hier können wir in unserem HerrMAN übernachten, das ist optimal.

Tagesetappe:   230 km                    Gesamtstrecke:   21.421 km

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Verfasst von - 24. Mai 2016 in Allgemein

 

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