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Von Paralia Ofryniou nach Nea Anchialos

Auch in der Nacht regnet es immer wieder ein wenig, die Brandung drüben am Strand ist nicht gerade friedlich.

Hier im Dörfchen herrscht noch tiefe „Winterstimmung“, – an der Strandpromenade hat es viele kleine Lokale, – alle sind noch geschlossen, auch der Strand und die öffentlichen Einrichtungen davor, Beach-Volleyballplatz, Turngeräte und Spielplatz sehen vom Winter noch ziemlich mitgenommen aus, hier gibt es zur Saisoneröffnung noch Einiges zu tun.

Gegen 10 Uhr fahren wir los, hinaus auf die Autobahn E 90 und weiter in Richtung Thessaloniki.
Das Wetter ist wieder nicht wirklich „griechisch“, – es bleibt kühl, – mit 13 Grad von Frühling noch weit entfernt, – außerdem ist es trüb, von Sonnenschein keine Spur, und immer wieder fallen ein paar Tropfen Regen vom Himmel.
Allerdings sagt uns die Natur, daß hier die letzten Tage schon richtig schön Frühling gewesen sein muß, – überall blüht der Ginster, die Bäume tragen Blüten, die Wiesen sind fettgrün und stehen voller Blumen, und auf den Feldern hat das Getreide schon weit ausgetrieben.

Kurz vor Thessaloniki verabschieden wir uns von Rosmarie und Fritz, sie fahren nach Westen,  – machts gut Ihr beiden, gute Reise, – irgendwo trifft man sich wieder.
Wir fahren nach Süden weiter, Richtung Larissa, Lamia und Athen, E 75 heißt nun unsere Autobahn.
Hinter Thessaloniki sehen wir auf der linken Seite immer wieder das Ägäische Meer, – durch die dunklen Wolken auch nicht wirklich traumhaft blau.

Die Autobahn durch Griechenland ist recht gut ausgebaut, allerdings lassen sich die Griechen das auch ganz gut bezahlen, – immer wieder gibt es Mautstellen, an denen abkassiert wird, mal 5 Euro, mal 10 Euro, auch mal nur 3 Euro, am Ende des Tages sind es allerdings über 40 Euro, die wir berappt haben, – ganz schön happig für 300 Kilometer !

Am späten Nachmittag verlassen wir die Autobahn und fahren hinaus ans Meer, einen Nachtplatz suchen.
In dem kleinen Städtchen Nea Anchialos gibt es einen kleinen Hafen, – Fischerboote und kleine Yachten liegen hier, und ein kleiner, ruhiger Parkplatz liegt abseits der Straße direkt daneben. Na, das paßt doch. ( N 39° 16´35.5″ E 22° 49´15.3″ )
Beim Abendspaziergang mit Aspros entlang der Promenade findet Heike ein paar nette kleine Lokale, – in einer Fischtaverne lassen wir uns später nieder.

Tagesetappe:   320 km                    Gesamtstrecke:   20.658 km

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Verfasst von - 24. März 2016 in Allgemein

 

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Von Alexandroupolis nach Paralia Ofryniou

In der Nacht regnet es ein wenig, der Morgen jedoch ist wieder trocken und mit 18 Grad ganz angenehm.

Wir beehren schnell noch den Telefonladen in der Stadt, – Internet in Griechenland ist nicht gerade billig, – dann fahren wir weiter.
Nachdem wir die Türkei hinter uns gelassen haben, treibt uns die Eile nicht mehr so, wir lassen es ruhiger angehen.
Die E 90 nach Westen ist eine ziemlich neue und gut ausgebaute Autobahn mit ganz wenig Verkehr, entsprechend flott kommen wir voran.
An zwei Mautstellen haben wir jeweils 6 Euro Maut zu zahlen.

Die Landschaft verändert sich gegenüber gestern in der Türkei nicht merklich, – hügeliges Land mit Wiesen und Feldern, – Landwirtschaft, – Obst- und Weinbau prägen das Bild.
Und selbst die kleinen Dörfer rechts und links der Autobahn sehen nicht viel anders aus als die in der Türkei, – hier prägen noch die Minarette das Ortsbild.

Am Mittag beginnt es zu regnen, alles ist dunkel und wolkenverhangen, stellenweise schüttet es aus Eimern, – so gar nicht, wie man sich Griechenland immer vorstellt.

Heute machen wir früher Schluß, Rosmarie und Fritz kennen einen Stellplatz am Strand bei Paralia Ofryniou, unweit der Autobahn, dort fahren wir hin.
( N 40° 45´37.7″ E 23° 54´24.3″ )
Am Abend treffen wir uns auf ein Gläschen Wein bei ihnen im Mobil, – fast 4 Wochen reisen wir nun zusammen, – morgen trennen sich unsere Wege.

Tagesetappe:   200 km                    Gesamtstrecke:   20.338 km

 
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Verfasst von - 23. März 2016 in Allgemein

 

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Von Eskikaraagas (Türkei) nach Alexandroupolis (Griechenland)

Die Nacht ist wirklich traumhaft still, nur das Schnattern der Vögel ist aus der Ferne zu hören, – auch die Kraniche haben sich irgendwo niedergelassen, sie sind deutlich zu hören.

Am Morgen ziehen wir weiter, zurück auf die 200, Karacabey, Bandirma und Biga, – mit der Fähre von Lapseki nach Gelibolu auf die 550, – nach Norden bis Kesan, – dort auf die 110 gen Westen, bei Ipsala über die Grenze Türkei-Griechenland und auf der A2 bis Alexandroupoli.

Heute läuft es allerbest, wir kommen sehr gut voran, die Straßen sind gut und nicht sehr dicht befahren, das Wetter paßt, die Sonne scheint und das Thermometer zeigt 18 Grad.

Schon gegen Mittag kommen wir in Lapseki an der Fähre an.
Sie führt über die schmale Meerenge des Marmarameeres, das wir nun komplett umrundet haben, auf der Hinfahrt die nördliche Strecke über Istanbul und jetzt auf der Rückfahrt die Südroute.
Die Fähre in Lapseki fährt im Stundenrythmus, die Überfahrt dauert etwa 30 Minuten, – gerade genug Zeit für ein Mittagessen, – wir zahlen für die Überfahrt 70 TLira, also knapp 22 Euro für Fahrzeug und Passagiere. Wir haben Glück und können direkt auffahren, die Fähre steht schon da und nach etwa 15 Minuten warten ist sie voll und fährt los.

Die Landschaft ist frühlingshaft, die Wiesen grün, hier südlich und westlich des Marmarameeres wird Landwirtschaft betrieben, – überall werden gerade die Felder bestellt, – es gibt viele Obstbaumplantagen und natürlich unendlich viele Olivenhaine, in denen überall gearbeitet wird, – die Bäume werden geschnitten, – überall rauchen die Feuer vom Verbrennen der Äste und Zweige. Einige Olivenhaine haben auffallend braune Blätter, offensichtlich war dieser Winter ein paar Grad zu kalt für sie.

In Kesan, nur wenige Kilometer vor der Grenze hauen wir die letzten Lira auf den Kopf, – tanken, und füllen im Supermarkt unsere Bestände auf, dann fahren wir zur Grenze.
Ja, und was soll ich sagen, – der Grenzübertritt — ein Traum !!, – wir sind sofort dran, – auf der türkischen Seite werden die Pässe ins Lesegerät geschoben und dann ausgestempelt, – wenige Meter später wirft ein überaus freundlicher Zöllner einen kurzen Blick in die Wohnkabine, – das wars schon,
– auf der griechischen Seite werden die Pässe ebenfalls im Lesegerät gecheckt, – der Zöllner verzichtet auf den Blick ins Fahrzeug, unterhält sich dafür lieber kurz mit mir über unsere Reise und wünscht dann eine Gute Fahrt, – alles in Allem keine 20 Minuten ! , — warum muß das denn anderswo immer so kompliziert sein !!??

Die griechische Autobahn ist in bestem Zustand, – die letzten Kilometer drüben in der Türkei waren ein wenig heftig, die Straße dort macht einen vernachlässigten Eindruck, ist rillig und aufgefahren.

Wir fahren wieder zu dem Stellplatz in Alexandroupolis, den wir schon auf der Anreise im Herbst genutzt haben, – ein großer Parkplatz am Hafen, – zwar kostenpflichtig, wir zahlen 12 Euro, aber absolut stadtnah, ruhig und sauber. ( N 40° 50´36.0″ E 25° 52´35.3″ )
Am Abend gehen wir los in die Stadt, wollen noch „Internet“ besorgen und endlich mal wieder köstlich schlemmen.
Die Telefonläden sind leider schon geschlossen, aber dafür sind um so mehr Tavernen offen, – und wir landen einen Volltreffer, – ein kleines Lokal in einer Seitengasse, in dem einige Einheimische sitzen, – es riecht schon draußen auf der Straße nach leckerem Grillfleisch, – wir schlagen uns so die Bäuche voll mit den leckersten Sachen, bestes Fleisch, schmackhafte Würstchen, frische Leber und frischen Salat, alles ganz toll gewürzt und zubereitet und urig, – für alle zusammen, mitten auf dem Tisch serviert, –  und natürlich gibts nun wieder Retsina zum Essen, – einfach ein Gedicht, – wir zahlen am Ende 10 Euro pro Person.

Tagesetappe:   344 km                    Gesamtstrecke:   20.138 km

 
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Verfasst von - 22. März 2016 in Allgemein

 

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Von Gerede nach Eskikaraagas

Am Morgen steht schon wieder mal ein „Sheriff“ vor unserer Haustüre und klopft, er versucht irgendwie darauf hinzuweisen, daß wir hier eigentlich nicht parken dürfen.
Ich verstehe nicht ganz wieso, denn vorne an der Zufahrt steht ein P-Schild, irgendeine Einschränkung steht nicht dabei, also was soll das ?
Ich gebe ihm zu verstehen, daß wir jetzt in Ruhe frühstücken werden und uns dann verziehen, – er nickt und zieht davon.
Der Parkplatzwächter ist da schon freundlicher, kommt und unterhält sich ein wenig mit uns, im Gegensatz zum Polizisten kann er sogar Englisch, wir sprechen über die beste Strecke zur Istanbul-Umfahrung, – er gibt uns zu verstehen, daß wir uns ruhig Zeit lassen können, – so unterschiedlich ist das !

Gegen 09.30 Uhr fahren wir los, wieder auf die 100, – sie führt tatsächlich ein mal quer durch die gesamte Türkei, – heute von Gerede über Bolu, Düzce und Hendek nach Izmit.
Hier verlassen wir die 100 um Istanbul zu umfahren, unser Plan ist, südlich des Marmara-Meeres nach Westen zu fahren um bei Lapseki mit der Fähre nach Europa überzusetzen, dazu gehen wir auf die 130 bis Yalova, dann auf die 575 über Gemlik nach Bursa. Die 2-Millionen-Stadt umgehen wir auf der Autobahn O 33 im Norden und gehen dann auf die 200 Richtung Bandirma.

Als wir am Morgen losfahren zeigt das Thermometer gerade mal 2 Grad, es ist immer noch winterlich kalt, aber die Sonne zeigt sich schon am Himmel.
Hinter Bolu dann geht es eine steile Abfahrt hinunter, von etwa 900 Meter bis auf etwa 150 Meter ü. NN und plötzlich sind wir mitten im schönsten Frühling, das Thermometer schnellt hoch auf 18 Grad, die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite, alle Wiesen sind grün und die Blumen blühen überall, Rapsfelder stehen wie gelbe Teppiche dazwischen, die Bäume haben schon frisches Grün und in den Städten stehen die Tulpen in voller Blüte.

Die Straße ist zwar wieder in gutem Zustand und meist zweispurig, nur so richtig zügig geht es nicht voran, weil wir eigentlich nur durch bebaute Gebiete mit Geschwindigkeitsbeschränkungen fahren, – Städtchen reiht sich an Städtchen, – Lücken dazwischen gibt es kaum noch. Man spürt die Nähe zu Istanbul, die Gegend ist wahnsinnig dicht besiedelt, Gewerbe- und Industriebetriebe stehen dicht an dicht.
Hinter Körfez erreichen wir das Marmara-Meer, – Schiffe und Hafenanlagen sind zu sehen, die Städtchen und Dörfer sehen mediterran aus, – in der Ferne sehen wir die neue Brücke nach Istanbul, sie ist noch nicht fertiggestellt, – das Klima scheint mild zu sein, überall sind hier Olivenbäume zu sehen, in den Städten gibt es erste Palmen.

Hinter Bursa sehen wir den Ulubat-See links unten liegen, wir fahren die paar Kilometer dort hin und schauen, ob wir einen brauchbaren Nachtplatz finden.
Auf dem Weg dorthin ziehen vier große Kranichschwärme in ihrer typischen V-Formation gen Norden über uns hinweg.
Wir erreichen das kleine Örtchen Eskikaraagas, idyllisch auf einer kleinen Landzunge gelegen, die direkt in den See hineinragt.
Ein Aussichtsturm steht am Ortseingang, Schilder bezeichnen den See und die Umgebung als wahres Vogelparadies und für Ornithologen bestens geeignet.
Wir finden unseren Platz direkt nebenan auf einer kleinen Wiese. ( N 40° 11´20.2″ E 28° 36´41.8″ )

Tagesetappe:   367 km                    Gesamtstrecke:   19.794 km

 
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Verfasst von - 21. März 2016 in Allgemein

 

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Von Amasya nach Gerede

Unsere tägliche Panne gib uns heute:
Bei dem Starkregen am Abend beginnt plötzlich ein kleines Rinnsal innen am Fenster der Wohnkabine herunter zu laufen, – gestern früh Wasser im Kofferraum, heute hier drinnen, – na Klasse ! …und nicht nur am Fenster, auch daneben an der Wand suchen sich einige Tropfen ihren Weg.
Wo kommt das her, – die Fenster sind dicht, – die Rahmen habe ich im letzten Sommer neu abgedichtet, – es muß von ganz oben kommen, vom Dach, – bei den Feierlichkeiten zur Wintervertreibung letzte Woche im Goli Park in Täbriz ist ein Feuerwerkskörper oben auf dem Dach explodiert, hat der eventuell Schaden angerichtet ?
Heute schüttet es zu sehr zum Nachschauen, wir werfen ein paar Handtücher an die nassen Stellen, mit denen wir die Tropfen auffangen, mehr geht heute nicht, – morgen, bei hoffentlich besserem Wetter werde ich dem Malheur mal auf den Grund gehen.

Schon in der Nacht hört der Regen auf, am Morgen sind die Berge rundum weiß gepudert, es hat wieder mal geschneit.
Wir beseitigen unsere Wasserschäden, trocknen alles ein wenig ab und fahren gegen 09.30 Uhr los, weiter Richtung Westen.
Eigentlich schade, hier in Amasya hätten wir uns gerne mal für einen oder zwei Tage aufgehalten, es gibt Einiges anzuschauen, – naja, vielleicht ist die Türkei später mal wieder besser zu bereisen, ist ja nicht ganz so weit weg.

Direkt hinter dem Städtchen wird der Himmel freundlich blau und die Sonne kommt ein wenig durch, das macht Hoffnung für den Tag, die Temperatur liegt bei 5 Grad.
Sie steigt heute noch auf 11 Grad, fällt dann aber auch wieder, als wir die nächsten Berge erklimmen und uns wieder in Regionen um die 1.200 Meter bewegen.
Wenigstens bleibt es trocken, Wolken und Sonne halten sich die Waage.

Wir bleiben weiter auf der 100, – Suluova, Merzifon, Osmancik, Tosya, Kusurnlu und Gerede sind die Städtchen, die wir durchfahren.
Die Straße ist bestens ausgebaut, allerdings kommen wir nicht mehr so flott vorwärts, wie bisher, die Gegend hier ist wesentlich dichter besiedelt und ständig durchfahren wir kleinere Orte, die mit Geschwindigkeitsbeschränkungen versehen sind, meist 50 km/h, – und man meint das offensichtlich Ernst, denn immer wieder stehen feste Blitzer an der Straße, – einmal hat man uns fotografiert, – wo wir doch kaum zu schnell waren (?), – sicher wollten die nur mal ein Foto von uns und unserem HerrMAN (?).

Die Dörfer und Städte sind hier landestypisch, so wie man sich die Türkei eben vorstellt, – die letzten Tage weiter drüben im Osten war das nicht so, dort sah alles anders aus, eher ärmlich und gar nicht türkisch.
Wasser gibt es in der Region offensichtlich genug, weiter oben in den Bergen sehen wir zahlreiche, gut gefüllte Flüße, – immer wieder auch kleine Stauseen, die randvoll sind und der Landwirtschaft über den trockenen Sommer helfen sollen, ein weitverzweigtes Kanalsystem ist von der Straße aus immer wieder zu sehen.
In den niedrigeren Regionen wird viel Landwirtschaft betrieben, Felder und Wiesen sind zu sehen, Obstbaumplantagen, ja sogar Weinfelder gibt es hier.

Gegen Abend erreichen wir das Städtchen Gerede, wir fahren durch und finden einen brauchbaren, wenig genutzten Parkplatz in der Nähe des Krankenhauses.
( N 40° 47´58.3″ E 32° 11´26.2″ )
Wie an fast allen Orten, an denen wir anhalten, ist auch hier das „Begrüßungskomitee“ schon da, sechs Hunde schlafen friedlich in der Wiese hinter den Parkplätzen, sie bleiben auch friedlich, als Heike und Aspros ihre Runde drehen.

Meine „Besichtigung“ auf unserem Dach ergibt nichts Wesentliches, der Feuerwerkskörper hat eine kleine Beule in der Dachhaut hinterlassen, eine Undichte kann das aber nicht sein, sonst ist nichts zu erkennen, – also bleibt nur übrig, weiter zu beobachten und zu hoffen, daß es nicht so oft regnet, bevor wir zurück sind.

Tagesetappe:   363 km                    Gesamtstrecke:   19.427 km

 
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Verfasst von - 20. März 2016 in Allgemein

 

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Von Susehri nach Amasya

Der Verkehr von der nahen Straße ist in der Nacht überhaupt nicht zu hören, – Tankstelle und Rasthaus haben die ganze Nacht geöffnet, – alles ist hell erleuchtet.
Die Nacht ist kalt, aber nicht frostig, am Morgen kommt wieder das Thema mit der inneren Uhr von Aspros, – Aufstehen gegen 7 Uhr, der Himmel ist heute bewölkt.

Unser Stellplatz erweist sich als Glücksfall, denn heute überholt uns wieder unser Problem mit dem Leck am Wassertank unseres HerrMAN.
Im Oman war uns das Plastikrohr abgebrochen, aus dem das Wasser aus dem Tank entnommen wird, ich konnte es damals mit Kleber provisorisch abdichten, – offensichtlich durch die Kälte der letzten Tage wird die Klebestelle plötzlich undicht, – gestern schon hat es ein wenig aus dem Laderaum getropft, wir versuchen, die Tropfen mit Tüchern aufzufangen, doch es geht nicht, – heute früh ist eine Pfütze unter dem HerrMAN, Wasser steht im Kofferraum, das wird nichts mehr, – Zwangspause ! – reparieren ist angesagt.
Wir müssen den Tank komplett entleeren, – die Tankverkleidung muß weg, die alten Verschraubungen raus und Neue rein, – improvisieren ist angesagt, – glücklicherweise habe ich schon vor Wochen unterwegs in zwei Installateurgeschäften einige Teile besorgt, die passen könnten.
Es dauert und ist reichlich mühselig, -aber es gelingt, – an der Tankstelle kriegen wir Wasser, füllen den Tank wieder auf, – und es scheint dicht zu sein.

Zur Feier des Tages belohnen wir uns mit einem Mittagessen im Rasthaus, – es ist schon nach 14 Uhr als wir endlich los kommen, – ein Stück wollen wir noch weiter.

Zurück auf die 100 und weiter nach Westen, über Resadiye und Erbaa nach Amasya, es läuft richtig gut, obwohl es zu regnen beginnt, machen wir noch gute 200 km.
Die Straße ist meist zweispurig und gut ausgebaut, wir bewegen uns langsam aber stetig talwärts, von fast 1.000 Metern in Susehri auf knapp 400 Meter hier in Amasya.
Das macht sich gleich an der Temperatur bemerkbar, bis 14 Grad steigt sie heute an, obwohl der Himmel von Wolken bedeckt ist und Regen fällt.

Mit jedem Meter, den wir talwärts fahren ändert sich die Natur, irgendwann sind wir wieder im Frühling angekommen, die Wiesen und Felder sind auffällig grün, die Bäume tragen schon frisches Laub, die Region vor Erbaa ist landwirtschaftlich geprägt, es gibt Felder, die schon bestellt sind und Wiesen über die große Schafherden ziehen.
Zwischen Erbaa und Amasya sieht es irgendwie aus, wie wir Südtirol kennen, ein Tal mit einem Fluß, rechts und links Berge und dazwischen Obstplantagen, kilometerlang zieht sich das Bild so dahin, in den kleinen Ortschaften sehen wir viele Verkaufsbuden an der Straße, an denen das frische Obst direkt vermarktet wird.

In Amasya gibt es ein Sportstadion, an dem wir uns niederlassen wollen, dazu müssen wir wieder mal quer durch die Stadt.
Sie ist richtig schön, eingefaßt von hohen Bergen, auf einer Kuppe in der Mitte der Stadt gibt es eine alte Burg, die schon weithin sichtbar ist, ein Fluß zieht sich hindurch mit einer schönen Promenade und Alleenbäumen, irgendwie sieht sie aus, wie ein Kurstädtchen bei uns.
Am Stadion gibt es keine Parkplätze, aber kurz vorher ist ein großer Parkplatz, ziemlich mitten in der Stadt, aber trotzdem nicht laut, hier bleiben wir. ( N 40° 39´15.9″ E 35° 48´55.9″ )
Am Abend schüttet es aus Eimern, – einmal ist plötzlich das gesamte Viertel stockdunkel, – Stromausfall, – in den Wohnungen und Geschäften sieht man den Kegel von Taschenlampen oder das Flackern von Kerzenlicht, nach etwa 20 Minuten wird es wieder hell, der Spuk ist vorbei.

Tagesetappe: 227 km Gesamtstrecke: 19.064 km

 
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Verfasst von - 19. März 2016 in Allgemein

 

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Von Askale nach Susehri

Unser Platz ist wirklich still, – die Nacht elend kalt, – minus 17 Grad hat der Wetterbericht angekündigt, – ganz so heftig war es dann aber doch nicht, – allerdings sind minus 10 Grad auch noch kalt genug.
Um 06.30 Uhr veranstaltet Aspros sein tägliches „Wecktheater“, – „Hei, – hallo – spinnst Du ?“ frag ich ihn, denn sonst vollführt er seinen Tanz immer erst gegen 8 Uhr, – doch dann fällt mir ein, daß wir ja am Tag die Uhr um 1 1/2 Stunden zurückgedreht haben, – und seine innere Uhr ist unbestechlich !
Nun, die Sonne scheint schon so herrlich und wärmt wunderbar, – dann stehen wir halt heute mal früher auf, – hoffentlich dauert die Umstellung von Aspros innerer Uhr nicht all zu lange.

Gegen 9.30 Uhr fahren wir los, – in Askale tauschen wir Geld und laden unsere türkische Internet-SIM-Karte auf, – kaufen wieder mal das Nötigste ein und ziehen dann weiter nach Westen, immer die 100 entlang, nach Erzincan und weiter bis Susehri.
Ursprünglich war unser Plan, von Dogubayazit nach Norden ans Schwarze Meer zu fahren, dort nach Westen und dann etwa in der Mitte des Landes schnurgerade, über Ankara nach Süden zu fahren um dort gemütlich der Mittelmeerküste nach Westen zu folgen. Mit der Fähre wollten wir von Marmaris nach Rhodos und von dort nach Kreta übersetzen.
Wegen der Probleme im Kurdengebiet, der derzeit hohen Terrorgefahr, aber auch der großen Zahl von gestrandeten Flüchtlingen an der türkischen Westküste Richtung Griechenland haben wir alle Vorhaben in der Türkei gestrichen und fahren nur so flott es eben geht von Ost nach West, Ankara und Istanbul werden wir umfahren, – für die gesamte Durchquerung bis Alexandroupoli in Griechenland planen wir etwa 7 Tage.
Schade, – aber die Türkei ist derzeit kein Land zum Reisen, – auf den ersten Blick ist zwar alles recht normal und von all den Dingen ist nichts zu sehen, – aber irgendwie zu spüren ist es, – es beklemmt schon ein wenig, wenn alle paar Kilometer Polizei oder Militär Straßensperren aufgebaut haben und schwer bewaffnete Soldaten hinter Sandsackbarrieren und neben gepanzerten Fahrzeugen an der Straße stehen, – eine gewisse Nervosität liegt greifbar in der Luft.

Das Wetter am heutigen Tag meint es wirklich gut mit uns, die Sonne strahlt von einem blitzblauen Himmel, langsam wird es auch wieder ein wenig wärmer, noch einmal überqueren wir zwei Bergpässe, 2.100 und 2.200 Meter hoch, die Temperatur dort oben liegt bei 1 Grad, während unserer normalen Strecke auf Höhen um 1.300 Meter schon bei 6 Grad und gegen Abend kommen wir in flachere Gegenden und erreichen schon wieder angenehme 11 Grad, so kanns weiter gehen, wollen endlich wieder aus dem Eiskeller raus.

Es ist unbeschreiblich, wie oft sich im Laufe eines Tages die Natur um uns herum und die Jahreszeit verändert, – oben in den Bergen ist noch richtig Winter, der Schnee liegt noch dick, – in den Bergen hinter Erzurum erkennen wir Skipisten und einen Lift, – Ski und Rodel gut, – weiter unten hat die kräftige Märzsonne den Schnee bereits weggeleckt, die Berge in der Umgebung sind noch weiß, die Ebenen bereits schneefrei, oft haben sich in den Senken kleine Seen gebildet, das Schmelzwasser sammelt sich, kleine Bäche sprudeln überall von den Bergen herunter, – „im Märzen der Bauer…“, auf den Feldern sehen wir Bauern mit ihren Traktoren, die pflügen oder aussäen, und noch weiter unten wird es verstärkt Frühling, Blüten und erste zarte Triebe sind an den Bäumen und die Wiesen und Felder spriesen auffällig grün.

Am späten Nachmittag kommen wir nach Susehri, hier wollen wir uns einen Stellplatz für die Nacht suchen, – Parkplätze an Sportstadien, Schulen oder Universitäten sind immer recht angenehm, – so fahren wir zur örtlichen „Universität“, die jedoch keine geeigneten Parkplätze hat, – wir sehen allerdings ein Stück daneben einen brauchbaren Stellplatz auf einem Stück Brachland, Fritz fährt vor, wir kommen später nach, – neben der Uni stoppt uns schon gleich die örtliche „Polis“, – dort unten könnten wir nicht parken, das sei nicht erlaubt (?). Auf meine Frage, wo wir denn stehen könnten, ob es kein Stadion oder einen Fußballplatz mit Parkplätzen gebe, gibt mir einer der Polizisten zu verstehen, daß er vorfahren und uns einen Platz zeigen wird.
So werden wir im Geleitzug mit eingeschaltetem Blaulicht durch die halbe Stadt eskortiert und an einer Tankstelle „abgestellt“.
Wir sind zunächst recht skeptisch, doch bei genauerem Hinsehen stellt sich der Platz als angenehm heraus, ist weitläufig, sauber betoniert und gefegt, eingefasst von Blumenbeeten und weißem Holzzaun und ein wenig abseits der Straße, – gar nicht schlecht. ( N 40° 10´22.8″ E 38° 05´11.3″ )
Ich danke den Polizisten für ihren „Einsatz“, sie wünschen „Gute Reise“ und fahren weg.
Neben der Tankstelle sehen wir später ein kleines Rasthaus, das Lokal sieht angenehm aus, am Abend gehen wir mal schauen, – und bleiben zum Essen, eine schöne Auswahl an leckeren Gerichten, nett zu sitzen und sehr sauber ist das Lokal, – am Ende zahlen wir etwa 8 Euro pro Person, – der Stellplatz ist tatsächlich nicht schlecht !

Tagesetappe: 284 km Gesamtstrecke: 18.837 km

 
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Verfasst von - 18. März 2016 in Allgemein

 

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