RSS

Schlagwort-Archive: Ain Jarziz

Von Ain Jarziz über Salalah nach Ain Razat

Die Nacht ist endlich wieder mal richtig still, am Abend zieht auch hier immer wieder mal eine Winböe durch das Tal, in der Nacht jedoch ist es ruhig.

Heute steht noch einmal Salalah auf dem Plan.
Die neue „Sultan Qaboos Moschee“ ist unser erstes Ziel, sie ist nur bis 11 Uhr für Besucher geöffnet, also fahren wir etwas früher los.
Salalah ist recht einfach zu fahren, ist von drei großen Querstraßen durchzogen, die wiederum über fünf Querverbindungen zu erreichen sind, so finden wir uns recht schnell zurecht. Also vom Norden her rein, einmal links abgebogen, später noch mal rechts abgebogen, – steht die Moschee auf der linken Seite vor uns.
Ein heller, prächtiger Bau mit zwei Minaretten und zwei großen Kuppeln mit schönen Verzierungen, – nicht zu feudal, – eher schlicht wirkt sie auf uns, – ohne goldene Dächer oder blaue Kachelverzierungen, trotzdem elegant und weitläufig.
Sie ist auch für Nichtmuslime zugänglich, natürlich ist dabei auf „vernünftige“ Bekleidung zu achten.
Der große Gebetsraum im Inneren ist hell, durch die Seitenfenster und Oberlichter in den Kuppeln kommt viel Licht nach innen, – die Wände mit geometrischer Ornamentik, – der Boden ganz mit Teppichen ausgelegt, – in den Kuppeln hängen mächtige, gläserne Lüster.

Unser zweites Ziel sind die „Archäologischen Ausgrabungen al Baleed“ mit dem Weihrauchmuseum.
In einer großen, neu gestalteten Anlage sind die Reste der alten Stadt „Zafar“ zu sehen, – ein Teil einer Befestigungsmauer, – die Zitadelle und Reste einer Moschee wurden unter dem Sand entdeckt und ausgegraben, – weitläufig zieht sich das Grabungsfeld zwischen Meer und Lagune entlang, schön angelegt mit Wegen und Parkbänken entlang der Lagune lädt es zu einem Spaziergang ein.
Das Weihrauchmuseum gleich am Eingang der Anlage zeigt Ausstellungsstücke aus der Geschichte des gesamten Landes, ein größerer Teil beschäftigt sich mit der omanischen Seefahrt, das Thema Weihrauch wird eher am Rande gestreift, draußen auf dem Freigelände hat man Weihrauchbäume angepflanzt und das Weihrauchgebiet „Wadi Daukah“, das nördlich von Salalah liegt, „nachgebaut“.

Am Nachmittag ist dann noch mal einkaufen angesagt, diesmal im „Carrefour“.

Übernachten wollen wir wieder am Strand, östlich der Stadt, wo wir schon vor Tagen gestanden haben.
Als wir dort ankommen, fegt der Wind noch immer heftig über den Strand und bringt Sand- und Staubwolken mit sich, das brauchen wir nicht schon wieder.
Etwa 15 km nördlich der Stadt gibt es eine weitere Quelle, „Ain Razat“, kurz unterhalb der Berge, vielleicht klappt es ja dort wieder mit der Nachtruhe.
Wir fahren hin und finden ein schönes, kleines Tal mit einem kleinen See und Picknickplätzen unter großen Bäumen.
Na, wenn das nichts ist. ( N 17° 07´45.3″ E 054° 14´18.4″ )

Tagesetappe:   71 km                    Gesamtstrecke:   10.987 km

Advertisements
 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 1. Februar 2016 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , , , ,

Von der Al Fizaya Beach nach Ain Jarziz

Im Paradies ist die Hölle los !
In der Nacht baut sich der Sturm immer mehr auf, heftige Fallwinde stürzen in wilden Böen über die mehr als 400 Meter hohen, steil aufragenden Felsen zu uns herunter, unser HerrMAN wackelt wie wild, Sand wird aufgewirbelt und zieht in Wolkenformationen über uns hinweg, trotz geschlossener Luken dringt er durch alle Ritzen, – richtig gut schlafen funktioniert irgendwie anders.

Irmgard und Klaus haben sich in der Nacht verdrückt und näher vor die Felswand gestellt, aber auch dort windet es nicht wirklich weniger.
Jedenfalls ist die Nacht viel zu kurz und wir sind früh auf, – nichts wie weg hier, – die Flucht aus dem Paradies.

Wir fahren über die 47 zurück, – durch den Canyon, – vorbei an Al Mughsayl und weiter bis kurz vor Salalah, – dort biegen wir nach Norden in die Berge ab.
Der Sturm läßt auch dort nicht merklich nach, zudem fällt die Temperatur dort oben auf 16 Grad, ziemlich ungemütlich, mitten im „gefühlten“ Sommer.

Die Straße nach dort oben ist nagelneu ausgebaut und bestens asphaltiert, in steilen Serpentinen windet sie sich bis auf etwa 1.000 Meter hinauf.
Bei Rakoob stehen viele Weihrauchbäume, wir halten kurz an.
Weihrauch war schon seit jeher das „Gold“ des Dhofar, verhalf den hiesigen Bewohnern bereits in der Antike zu einem relativen Wohlstand, Kaufleute, Seefahrer, Karawanenführer, alle profitierten davon. Schon damals wurden die „Tränen der Götter“ über den Ozean bis nach Indien, Afrika und in den Mittelmeerraum gebracht, Kamelkarawanen brachten ihn auf dem Landweg bis hinauf ans östliche Mittelmeer, von wo er bis nach Rom weiter transportiert wurde.
Weihrauchbäume wachsen nur wild, sie können nicht gezüchtet oder verpflanzt werden, und sie wachsen nur hier in großen Mengen.
Durch Anritzen der Rinde bluten die Bäume und es entstehen nach einer gewissen Zeit Tropfen aus Harz, die als „Weihrauch“ geerntet werden.
Diese Harztropfen werden zu Salben und anderen Medizinprodukten verarbeitet, ihr Rauch „reinigt“ und desinfiziert die Luft in Räumen und verleiht der Kleidung einen angenehmen Duft, Trinkwasser wird damit aromatisiert, gekaut hilft er gegen verschiedene Beschwerden und natürlich ist er verschiedenen Religionen heilig und wird dort den Göttern als Weihrauchopfer dargebracht.
Je heller diese Tropfen sind, um so besser ist die Qualität, um so teurer wird er gehandelt.
Seine größte Blüte erlebte der Weihrauchhandel zwischen 500 v. Chr. und 100 n. Chr., heute spielt der Weihrauchhandel kaum noch eine Rolle.

Wenig später kommen wir zum Grabmal des Propheten Hiob (Ayub), er wird in allen drei großen Religionen benannt, – hier liegt er begraben.

Wir verlassen die Berge und nähern uns wieder Salalah.
Etwa 10 km vor der Stadt führt ein kleines Seitental zu der Quelle „Ain Jarziz“.
Wir erwarten, daß es dort wieder wärmer und der immer noch starke Wind in dem schmalen Tal etwas abgehalten wird.
Wir fahren hin und bleiben für die Nacht. Hoffentlich wird sie ruhiger und gemütlicher als die Letzte. ( N 17° 06´18.1″ E 054° 04´28.4″ )

Tagesetappe:   113 km                    Gesamtstrecke:   10.916 km

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 31. Januar 2016 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , , , ,