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Von Aksaray nach Göreme

Unser Stellplatz liegt nicht nur neben einem Hotel, sondern direkt im „Bankenviertel“.
Diese Ansammlung von „Bankfilialen“ habe ich am Morgen draußen an der Straße entdeckt.

Der Tag begrüßt uns mit viel Sonne, es ist angenehm draußen.
Wir machen unsere Erledigungen, Geld fassen (die Gelegenheit war günstig), tanken und fahren los.
Zunächst ein kleines Stück auf der 300 Richtung Nevsehir, dann auf eine kleine Nebenstrecke Richtung Güzelyurt und weiter nach Derinkuyu.
Von dort wieder nach Norden, über Kaymakli nach Nevsehir und dann über Uchisar nach Göreme, dem Herzstück Kappadokiens.

Die Straßen hier in der Türkei sind bisher allerfeinst, im städtischen Bereich Istanbul und Ankara sowieso, oft sechsspurig, aber auch viele Landstraßen sind autobahnmäßig, also vierspurig ausgebaut, zudem meist wirklich toll in Schuß, und auch hier diese kleine Nebenstrecke, die wir heute fahren, ist breit ausgebaut und nagelneu asphaltiert.

In Güzelyurt lebte noch bis ins 20. Jahrhundert eine große griechische Gemeinde, was heute nur noch am Aussehen der alten Kirchen aus der byzanthinischen Zeit und an deren Namen (Agios Gregorios) zu merken ist, Land und Leute und das Dorf selbst ist genau so türkisch, wie die Dörfer vorher oder nachher auch.
Imposant ist die festungsartige Kapelle auf einem Hügel vor dem Städtchen, der kleine Stausee daneben und der fast 3.300 Meter hohe Hasan Dagi im Hintergrund.

In Derinkuyu und Kaymakli findet man riesige unterirdische Dörfer, die die Menschen in früheren Jahren in den weichen Tuffstein gegraben haben, oft bis zu 40 Meter tief und auf acht Stockwerke verteilt. Die Ausmaße der Anlagen in Kaymakli sind bisher nur in einem geringen Maß bekannt, viele der unterirdischen Gänge sind noch immer verschüttet.

Auf der Strecke rund um Nevsehir haben sich eine große Menge an kleinen und mittleren Fabriken gegründet, die den örtlichen Tuff zu Bimssteinen verarbeiten und offensichtlich ins ganze Land liefern. Überall sehen wir die vollen Lagerplätze und LKW´s, die die Steine wegschaffen.

Kurz hinter Nevsehir sehen wir dann links im Berg die ersten richtigen Höhlendörfer, Jahrhunderte alt, und noch immer zum Teil bewohnt, tief eingegraben in den weichen Tuffstein bieten sie ganzjährig ein recht angenehmes Wohnklima. Wo die Räumlichkeiten in den Höhlenwohnungen zu klein geworden waren, hat man einfach draußen vor dem Eingang mit Tuffsteinen noch ein wenig dazu gebaut.
In Uchisar, wo wir später den „Höhlenfelsen“ bestaunen, baut man sogar noch heute Höhlenwohnungen, clevere Hoteliers haben den besonderen Flair dieser „Hotelzimmer“ entdeckt und bauen munter weiter, die Gäste mögen es und der Bedarf ist groß. Hier musste sogar schon von Amts wegen Einhalt geboten werden, weil durch zu viele Höhlen bereits Felsen zum Einsturz gebracht wurden. So wird heute eher mit Maß und Ziel, und mit Berechnung ausgehöhlt.

Dann fahren wir den Berg hinunter nach Göreme.
An einem Panoramapunkt, auf einem Berghang, kurz vor dem Ort haben wir einen Wahnsinns Ausblick auf das Tal und die Stadt.
Göreme, das ist echt ein Superlativ, das gesamte Tal wurde in den letzten 60 Millionen Jahren vom Schmelzwasser ausgespült und nur diese einzelnen Kegelfelsen aus etwas härterem Gestein sind stehen geblieben, die Menschen haben sich dort hinein ihre Wohnungen gebaut, in den Seitentälern gibt es unzählige Kirchen und Klöster in diesen Felsen.
Dazwischen hat man in der Stadt die neuzeitlichen Häuser in konventioneller Weise gebaut, Straßen, Moscheen, halt alles, was eine Stadt so hat.
Das sieht total unwirklich aus, wie eine Filmkulisse, Steinzeit und Moderne, Tür an Tür.
Morgen werden wir uns das alles mal genauer ansehen.

Heute fahren wir durch den Ort hindurch und auf der anderen Seite des Tales ein kleines Stück hoch, dort gibt es einen kleinen Campingplatz. ( N 38° 38´13.7″ E 034° 51´16.8″ )
Heute nachmittag schon hatten wir irgendwo auf unserer Fahrt zwei deutsche Wohnmobile fahren sehen, nun stehen auch sie, und noch sechs andere, hier auf dem Platz.
Artur Sebazungu führt eine Wohnmobiltour von Abenteuer Osten / Seabridge mit acht Fahrzeugen genau da hin, wo wir auch hin fahren werden, über den Iran und die Emirate in den Oman. Wir unterhalten uns ein wenig und tauschen ein paar Infos aus. Sicher werden wir uns morgen, oder irgendwann in den nächsten drei Monaten mal wieder über den Weg fahren.

Tagesetappe:      147 km                    Gesamtstrecke:   3.535 km

 

 
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Verfasst von - 27. November 2015 in Allgemein

 

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Von Ayas Icmecesi über Ankara nach Aksaray

Leider gibt es am späten Abend in der Dunkelheit noch eine wilde Auseinandersetzung draussen, nur etwa 50 Meter neben unserem Stellplatz, als sich eine wilde Horde Kangal, diese mächtigen, weißen Hütehunde aus Anatolien, fünf sind es, über einen anderen Schäferhund hermachen, das Theater dauert gute 10 Minuten, unser Nachtwächter hat sie vorher schon mal durch den Wurf mit einem Holzknüppel vertrieben, ich versuche danach noch, sie mit Steinwürfen zu vertreiben, es ist aussichtslos, näher ran traue ich mich nicht, das ist mir einfach zu gefährlich. — Nun ja, nach 10 Minuten hört das Kläffen und Winseln auf, Ruhe kehrt ein.

Dann ist die Nacht wirklich traumhaft still hier oben in den Bergen, der Vollmond leuchtet zwischen den kleinen, weißen Wolken hindurch, es ist kühl draussen.

Am Morgen bringt uns unser Freund schon wieder Tee mit Keksen und lädt uns für später noch unbedingt zu sich in sein „Büro“ ein.
Aspros Morgenspaziergang findet heute mit schwerer Bewaffnung statt.
Die wilde Hundemeute aber ist schon weiter gezogen, erklärt uns unser Freund, sie gehörte zu einer riesigen Schafherde, die in der Nacht drüben an der anderen Hangseite ihren Platz hatte. Vielleicht war der fremde Schäferhund der Herde zu nah gekommen … ?

Unser Morgenbesuch im Hausmeisterbüro ist spaßig und wahnsinnig freundschaftlich, mit Händen und Füßen betrieben wir Konversation, trinken Tee, essen Kekse und rauchen.
Als wir aufbrechen, läßt er es sich nicht nehmen, uns noch mit einer Tüte voller frisch gepflückter Äpfel und einer Tüte erntefrischer Möhren zu beglücken, einen solch wirklich herzlichen Menschen haben wir lange nicht gesehen. Wir revanchieren uns mit einem tiefen Griff in unsere „Souvenirkiste“, in der allerlei Nützliches und auch Süßes drin ist, der Abschied ist wirklich herzlich, freundliche Grüße und Wünsche wechseln noch lange die Seiten, — dann fahren wir los.

Richtung Ankara, 4-Millionen-Stadt, schon wieder so ein Mega-Moloch !?, – nun, – nichts wie rein, – das Atatürk-Mausoleum wollen wir uns ansehen, finden es auch gleich, nur ist parken absolut unmöglich, in weitem Umkreis ist alles dicht, wir sehen es nur aus der Ferne, dann gebe ich Gas, – so schön kann kein Mausoleum sein. Tschüs Ankara !

Und weiter über die E 90 Richtung Süden, unser nächstes Ziel heißt „Kappadokien“.
Über Gölbasi kommen wir bald an den Tuz Gölü, einen Salzsee von 80 km Länge und 50 km Breite, aus dem schon die alten Römer Salz gewonnen haben und der auch heute noch der Salzgewinnung in großem Stil dient. Seine durchschnittliche Tiefe liegt bei nur 30 Zentimetern, nur eine schmale Rinne in der Mitte ist bis zu 1,5 Meter tief, sein Salzgehalt ist um 10 % höher, als der des Toten Meeres.

Der Tag ist wieder mal viel zu kurz, wir wollen noch bis Aksaray, doch 60 km vorher beginnt es schon wieder zu dunkeln.
Trotzdem beschliessen wir, bis Aksaray weiter zu fahren, denn dort, so haben wir gelesen, soll es ein Touristikzentrum geben, in dem man auch campen kann.
Und es lohnt, – direkt im gesicherten Bereich des Hotel Melendiz (Ilhara-Hotel im Algaci-Komplex)  ist ein angenehmer Stellplatz unter Bäumen, der Preis von 30 TL ist absolut in Ordnung, im Sommer seien auch die Wasser- und Stromversorgung intakt, verspricht man uns, wir bleiben natürlich trotzdem, beides haben wir reichlich an Bord, mehrere Restaurants (auch ein Mc Donald !?) sind in unmittelbarer Nähe, zudem ist der Weg in die Stadt nicht sehr weit.
( N 38° 23´14.0″ E 033° 59´36.2″ )

Tagesetappe:     304 km                    Gesamtstrecke:   3.388 km

 
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Verfasst von - 26. November 2015 in Allgemein

 

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