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Von der Al Fizaya Beach nach Ain Jarziz

Im Paradies ist die Hölle los !
In der Nacht baut sich der Sturm immer mehr auf, heftige Fallwinde stürzen in wilden Böen über die mehr als 400 Meter hohen, steil aufragenden Felsen zu uns herunter, unser HerrMAN wackelt wie wild, Sand wird aufgewirbelt und zieht in Wolkenformationen über uns hinweg, trotz geschlossener Luken dringt er durch alle Ritzen, – richtig gut schlafen funktioniert irgendwie anders.

Irmgard und Klaus haben sich in der Nacht verdrückt und näher vor die Felswand gestellt, aber auch dort windet es nicht wirklich weniger.
Jedenfalls ist die Nacht viel zu kurz und wir sind früh auf, – nichts wie weg hier, – die Flucht aus dem Paradies.

Wir fahren über die 47 zurück, – durch den Canyon, – vorbei an Al Mughsayl und weiter bis kurz vor Salalah, – dort biegen wir nach Norden in die Berge ab.
Der Sturm läßt auch dort nicht merklich nach, zudem fällt die Temperatur dort oben auf 16 Grad, ziemlich ungemütlich, mitten im „gefühlten“ Sommer.

Die Straße nach dort oben ist nagelneu ausgebaut und bestens asphaltiert, in steilen Serpentinen windet sie sich bis auf etwa 1.000 Meter hinauf.
Bei Rakoob stehen viele Weihrauchbäume, wir halten kurz an.
Weihrauch war schon seit jeher das „Gold“ des Dhofar, verhalf den hiesigen Bewohnern bereits in der Antike zu einem relativen Wohlstand, Kaufleute, Seefahrer, Karawanenführer, alle profitierten davon. Schon damals wurden die „Tränen der Götter“ über den Ozean bis nach Indien, Afrika und in den Mittelmeerraum gebracht, Kamelkarawanen brachten ihn auf dem Landweg bis hinauf ans östliche Mittelmeer, von wo er bis nach Rom weiter transportiert wurde.
Weihrauchbäume wachsen nur wild, sie können nicht gezüchtet oder verpflanzt werden, und sie wachsen nur hier in großen Mengen.
Durch Anritzen der Rinde bluten die Bäume und es entstehen nach einer gewissen Zeit Tropfen aus Harz, die als „Weihrauch“ geerntet werden.
Diese Harztropfen werden zu Salben und anderen Medizinprodukten verarbeitet, ihr Rauch „reinigt“ und desinfiziert die Luft in Räumen und verleiht der Kleidung einen angenehmen Duft, Trinkwasser wird damit aromatisiert, gekaut hilft er gegen verschiedene Beschwerden und natürlich ist er verschiedenen Religionen heilig und wird dort den Göttern als Weihrauchopfer dargebracht.
Je heller diese Tropfen sind, um so besser ist die Qualität, um so teurer wird er gehandelt.
Seine größte Blüte erlebte der Weihrauchhandel zwischen 500 v. Chr. und 100 n. Chr., heute spielt der Weihrauchhandel kaum noch eine Rolle.

Wenig später kommen wir zum Grabmal des Propheten Hiob (Ayub), er wird in allen drei großen Religionen benannt, – hier liegt er begraben.

Wir verlassen die Berge und nähern uns wieder Salalah.
Etwa 10 km vor der Stadt führt ein kleines Seitental zu der Quelle „Ain Jarziz“.
Wir erwarten, daß es dort wieder wärmer und der immer noch starke Wind in dem schmalen Tal etwas abgehalten wird.
Wir fahren hin und bleiben für die Nacht. Hoffentlich wird sie ruhiger und gemütlicher als die Letzte. ( N 17° 06´18.1″ E 054° 04´28.4″ )

Tagesetappe:   113 km                    Gesamtstrecke:   10.916 km

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Ein Kommentar

Verfasst von - 31. Januar 2016 in Allgemein

 

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Von Salalah zum Al Fizaya Beach

Der Tag beginnt früh, Dominik und seine Familie, die in unserer Nähe stehen, fahren am Morgen schon vor 7 Uhr los, dabei wühlt sich der Steyr von Dominik ziemlich laut durch den tiefen Sand. Als er dann weg ist, ist die Nacht zu Ende.

Es ist stürmisch heute, ein unangenehm kräftiger Wind kommt vom Landesinneren und bläst aufs Meer hinaus, es ist warm, ja schwül, die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, der Wind wirbelt überall Sand und Staub auf, der permanent in der Luft hängt, zudem ist es diesig, alles wirkt dadurch irgendwie trübe.
Wenn also die Fotos heute irgendwie unscharf aussehen, liegt das nicht etwa am Fotografen, – nein, – auch im Original ist alles irgendwie unscharf und verschwommen zu sehen.

Heute verlassen wir Salalah im Westen und fahren auf die 47, die nach etwa 150 km den Jemen erreicht.
So weit wollen wir allerdings nicht fahren.
Von unserem St(r)andplatz fahren wir an der „Khwar Dahariz“-Lagune vorbei, dort stehen unzählige Vögel im seichten Wasser, – Graureiher, Rosaflamingos, Ibise und verschiedene Entenarten, – dann über die „Promenade“ an der Corniche entlang, – sie befindet sich noch im Bau, – man kann aber schon erkennen, wie sie mal aussehen wird, wenn sie fertiggestellt ist.
Oberhalb, an der Sultan Qaboos Road kommen wir an den Marktständen vorbei, – wir holen uns frische, kleine Bananen aus hiesigem Anbau, – ein Geschmackserlebnis der besonderen Art, und eine Trink-Kokosnuss, – naja, man muß nicht alles mögen.
In Salalah besuchen wir zunächst den Weihrauch-Suq in Al Haffa, zahlreiche Läden bieten dort Weihrauch und alles, was irgendwie mit Weihrauch zu tun hat, – Brenner, Pasten und andere Dinge, aber auch Kumas, Tücher und ähnliche Sachen, – für die Frauen kosmetische Produkte, wie Parfüms und Cremes, überwiegend aus eigener Herstellung.

Dann fahren wir an der neuen Industriezone West vorbei, dort wird heftig gebaut, es soll ein Sonder-Wirtschaftsgebiet großen Ausmaßes entstehen, der neue Industriehafen ist schon fertig, die riesigen Kräne sind weithin sichtbar, in Reih und Glied stehen sie drüben an den Kais.

Nach etwa 30 km erreichen wir Al Mughsayl.
Noch vor dem Ort empfängt uns der lange „Al Marneef Strand“, die Straße führt direkt an ihm entlang, – das Wasser leuchtet türkisfarben, der Sand ist auch hier schneeweiß.
Überall hat man kleine Pavillons, Grill- und Feuerstellen errichtet, die von den Menschen hier fleißig genutzt werden, – gerade heute am moslemischen Sonntag sind fast alle schon besetzt.
Am Ende des langen Strandes besuchen wir anschließend die „Al Marneef Höhle“, einen großen Felsüberhang, und nur wenige Meter weiter hinten, auf einer Felsenklippe über dem Meer, die „Blowholes“, hier hat das Meer die Felsen unterspült, die anrollenden Wellen pressen sich dort hinein und drücken eine Wasserfontäne, ähnlich einem Geysir, durch kleine Felsspalten nach oben. Sieht spektakulär aus und faucht bei jeder anrollenden Welle wie ein feuerspeiender Drache.

Vorhin im Ort hatten wir ein kleines omanisches Restaurant gesehen, mit einem überdachten Freisitz, es macht einen recht guten Eindruck und ist gut besucht.
Hier kehren wir heute mal zum Mittagessen ein, – Kamelgulasch mit Reis und scharfer Chilisauce, – das sieht appettitlich aus und schmeckt auch so.

Hinter Al Mughsayl geht es in die Berge, eine atemberaubende Strecke erwartet uns, sie ist wieder mitten durch die Berge gebaut, rechts und links ragen die durchschnittenen Felsen fast senkrecht hoch, – später, von oben, haben wir Ausblick in einen tiefen Canyon, – noch später fahren wir durch einen solchen hindurch, – in steilen Serpentinen mühen wir uns auf der einen Seite in der Felswand hinunter in die Schlucht, um uns gleich anschließend auf der anderen Seite über nicht weniger steile Serpentinen wieder die andere Felswand nach oben zu schrauben. Eine tolle Strecke mit wunderbaren Aussichten.

Oben angekommen, weist ein Schild auf den „Al Fizaya Beach“ hin, unser heutiges Tagesziel.
Über eine ziemlich steile Schotterpiste schrauben wir uns nun wieder 6 km ziemlich steil die Felswände hinunter bis zum Meer, langsam und mit Bedacht ist das kein Problem, allerdings ist Vorsicht geboten, denn immer wieder mal kommt uns ein Landcruiser entgegen, dann wird es ziemlich eng in den Spitzkehren.
Unten angekommen, werden wir allerdings für den mühsamen Abstieg belohnt.
Ein langer Strand erwartet uns, mehrere kleine, feinsandige Buchten, die immer wieder durch Klippen voneinander getrennt sind, laden zum Bleiben ein.
Und so machen wirs dann auch, – Schluß für heute, – hier bleiben wir über Nacht. ( N 16° 50´18.0″ E 053° 43´08.2″ )

Tagesetappe:   83 km                    Gesamtstrecke:   10.803 km

 
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Verfasst von - 29. Januar 2016 in Allgemein

 

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