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Von Al Fujairah nach Umm al Quwain

Am Morgen werden wir etwas unsanft geweckt, um 7 Uhr sind draussen laute Stimmen zu hören und Motoren brummen.
Die Fischer ziehen mit ewig langen Stricken, die sie an ihren Toyotas befestigt haben, große Netze aus dem Wasser in Richtung Strand, Boote halten draußen dagegen und andere Fischer stehen brusttief in der Brandung und holen mit kleinen Planen zentnerweise kleine Sardinen aus den Netzen, die sie auf die Ladeflächen der Pickups schütten.
Möwen und Kormorane in unglaublichen Mengen kreisen über den Netzen, stoßen immer wieder hinab ins Wasser und machen den Fischern den Fang streitig.
Eine eigenartige Fangmethode, die aber hier üblich zu sein scheint, wir haben sie später, weiter im Norden, noch einmal gesehen.

Von Al Fujairah fahren wir nach Norden, immer die 99 an der Ostküste entlang bis zum ihrem Ende bei Dibba, dort führt sie dann ein Stück nach Westen, auf die E18, die dann weiter nach Norden, bis nach Ras al Khaimah führt.
In Ras al Khaimah erreichen wir wieder die Westküste, den Persisch-arabischen Golf, auf der E11 fahren wir wieder nach Süden.

In Al Fujairah überwiegt zunächst noch der städtische Teil mit Bürotürmen, Geschäftshäusern und Ladenpassagen, – gebaut wird überall, das scheint auch hier normal zu sein.
Im nördlichen Teil dann liegt der Ölverladehafen der Emirate, über Pipelines wird das schwarze Gold durchs Land hierher gepumpt, in riesigen Tankanlagen, die sich kilometerlang beidseitig der Straße aufreihen, zwischengelagert und dann in die wartenden Tankschiffe verladen.
Auch hier, entlang der 99 reiht sich ein Städtchen an das andere, kaum ein Kilometer, der nicht bebaut ist, Khor Fakkan wartet mit einer neu gebauten Universität auf, die eher nach einem Schloß aussieht. Überhaupt ist auch hier alles recht gepflegt und sauber angelegt, die Gebäude schön und groß, „repräsentativ“ halt.
Ziemlich weit im Norden sind einige Ferienresorts zu sehen, die man in die Landschaft gestellt hat, – naja, nicht so unser Geschmack, aber den muß es ja auch nicht treffen.

Hinter Dibba, wo wir die Küste verlassen, wird es ruhiger und einsamer, die Strecke führt durch niedrige Berge, kahl, ohne jeglichen Bewuchs, – später dienen sie dazu, der Zementindustrie, die sich hier gleich mit mehreren riesigen Werken niedergelassen hat, Rohstoff für das begehrte Pulver zu liefern, – ganze Berge werden hierfür abgetragen und weggefahren.

Dort, wo die E18 nach Norden führt, wird wieder ein wenig Landwirtschaft betrieben, Dattelpalmen stehen immer wieder mal entlang der Straße.
Ab Ras al Khaimah über Sharjah, Ajman und Dubai bis ganz hinunter nach Abu Dhabi ist die Golfküste touristisch erschlossen, hier im Norden noch eher zaghaft und übersichtlich, einige Beach Resorts haben sich entlang der Küste angesiedelt, südlich von Ras al Khaimah werden gerade Feriendomizile aus dem Boden gestampft.

Vor Umm al Quwain kommen wir an einem der wenigen „Alkoholläden“ der Emirate vorbei, ( N 25° 35´258 E 55° 39´087 ) wir können es nicht lassen und kaufen uns nach vielen Wochen Abstinenz mal wieder ein Fläschchen Wein.
Nur wenige Kilometer später kommen wir zur Khwar al Baydah, einer großen Lagune, östlich der Stadt, Naturschutzgebiet und Rastplatz vieler verschiedener Vogelarten, mehrere Dünen versperren den Blick darauf, aber ein kleiner Weg führt dorthin.
Hinter der Düne breitet sich eine herrliche Seenlandschaft vor uns aus, Büsche und kleine Bäume stehen im seichten Wasser und viele Wasservögel schwimmen auf ihr, überall stehen Flamingos, die Düne hält den Lärm der Straße ab, hier ist es menschenleer, ein genialer Nachtplatz, hier bleiben wir. ( N 25° 32´25.5″ E 055° 38´29.3″ )
So lange es noch hell ist, beobachten wir mit dem Fernglas das Treiben am Wasser, – der Sonnenuntergang ist kitschig schön, – überall ist das Schnattern der Gänse zu hören, – einige Vögel piepsen bis spät in die Nacht.

Tagesetappe:    177 km                    Gesamtstrecke:   12.896 km

 
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Verfasst von - 14. Februar 2016 in Allgemein

 

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Von Sohar (Oman) nach Al Fujairah (Vereinigte Arabische Emirate)

Der Wind legt sich am späteren Abend, – auch der Publikumsandrang läßt später merklich nach, – das Knattern der über den Strand rauschenden Quads hört auf, – Spaziergänger und die Fußball spielenden Jungs verlassen mit Einbruch der Dunkelheit den Strand, – auch die beiden, die ihren Bullen spazieren führen, – und irgendwann sind wir fast alleine, – nur ein paar campierende Omanis sitzen dort vorne am Strand um ihr Lagerfeuer.

Heute wird unser letzter Tag im Oman sein, wir sind schon wieder ziemlich weit im Norden des Landes angelangt und werden sicher heute noch die Grenze in die Vereinigten Arabischen Emirate überschreiten. – Inshallah.

Sechs Wochen Oman.
Fast 5.000 Kilometer sind wir durch dieses wundervolle Land gefahren, haben traumhafte Landschaften gesehen, – bizarr geformte, hohe Berge, – herrlich grüne Palmengärten in den Oasen und Wadis, – das endlos blaue Wasser des Indischen Ozeans mit seinen unglaublich schneeweißen Traumstränden, – die faszinierende Welt der Wüsten mit ihren endlos leeren Flächen und ihren bezaubernd schönen Dünenlandschaften, – moderne Städte und Dörfer mit besten Straßen, – und nicht zuletzt unglaublich freundliche und hilfsbereite Menschen, die es uns leicht gemacht haben, uns in diesem Land wahnsinnig wohl zu fühlen.
Wir haben noch nie ein solch sicheres und freies Land bereist, wie den Oman ! Danke dafür !
Ja, – dieses Land ist ideal zum Überwintern, – geniales Wetter, warm, aber nicht heiß, täglich blauer Himmel und viel Sonne, – freies Stehen überall, – sorgloses Reisen, – beste Versorgung, – das schreit direkt nach einer Wiederholung !
– wenn da nicht diese verdammt lange und anstrengende An- und Abreise mit jeweils fast 7.500 Kilometern und die schwierigen Grenzübertritte Iran-VAE und zurück wären.

Aber erst mal sind wir noch hier.
Gegen 10 Uhr machen wir uns auf den Weg, zurück auf die 01 und immer nach Norden.
Unterwegs halten wir noch einige Male an, – die Küstenstraße ist schon seit Muscat so eng bebaut, daß wir eigentlich ständig durch irgendwelche Orte fahren.
Wir haben noch einige omanische Rial, die wir noch ausgeben wollen, so kaufen wir unterwegs ein wenig Obst und Gemüse und Heike ergattert in einem kleinen Laden ein paar schöne Tücher, – die letzten 10 Rial werden dann in Diesel umgesetzt, fast 70 Liter kriegen wir dafür.

Wir wollen uns in den Emiraten zunächst den Norden ansehen und wählen als Grenzübergang Khatmat Milahah, einen kleinen Übergang, der kaum von Touristen genutzt wird, – auch wegen Aspros, – wir haben ja wieder das „Einreiseproblem“, das wir schon bei der ersten VAE-Einreise an Weihnachten in Sharjah hatten und das wir irgendwie umgehen wollen.
In Khatmat Milahah wird gerade eine neue, ziemlich gigantisch große Grenzabfertigung gebaut, man erkennt schon, wie sie mal werden wird.
Die Alte ist ziemlich klein und irgendwie provisorisch, kleine Häuschen und Container stehen überall, richtig viel ist nicht los, aber immerhin fahren doch einige PKW und überraschend viele emiratische LKW hier durch.

Die Ausreise aus dem Oman funktioniert eigentlich recht schnell, im Nu sind die Pässe ausgestempelt, – nur mit dem Carnet de passage kennt sich absolut niemand aus, wodurch wir einige Zeit verplempern, – man schickt mich einige Male hin und her. Als ich dann nach einer kompletten Platzrunde wieder beim ersten Zöllner ankomme, wird es ihm wahrscheinlich doch irgendwie peinlich und er erbarmt sich, mit mir zusammen das Papier durchzuschauen und die Ausreisestempel an der richtigen Stelle zu platzieren.

Dann folgt die Einreise in die Emirate, am ersten Grenzposten zeigt mir eine schwarz verhüllte, junge Grenzbeamtin das Büro, in dem ich mich melden soll.
Wie schon bei der Ausreise, sind auch hier unsere Reisepässe relativ schnell fertig, – als es dann an das Carnet de passage geht, wird es wieder ein wenig schwieriger.
Zunächst zickt der Zöllner etwas rum, wegen unserer deutschen Fahrzeugversicherung, – will sie nicht anerkennen, weil sie nur in deutscher Sprache ausgestellt ist, – als ich mich aber kontinuierlich weigere, eine Emiratische abzuschließen, wird der Chef eingeschaltet und plötzlich geht es dann doch recht schnell, – das Carnet wird ausgefüllt, – ins Fahrzeug schaut dankenswerterweise niemand, – Aspros muß leider die ganze Zeit in seiner Hütte eingesperrt bleiben, das passt ihm gar nicht und zwischendurch hat er seinen Unmut darüber schon mal deutlich laut kundgetan, – Heike kann ihn aber besänftigen und niemand merkt etwas. Nach knapp zwei Stunden haben wir alles hinter uns und sind durch.

Der erste Ort, Kalba, empfängt uns gleich mit einem Novum.
Hier hat man sich zwischen Meer und Stadt eine kleine Lagunenlandschaft gebaut, ein schöner See mit Uferpromenade, Grünanlagen und Blumenbeeten, selbst ein Bootssteg ist vorhanden, an dem kleine Boote festgemacht sind. Das sieht irgendwie aus, wie am Gardasee. Wir sind allerdings hier mitten in der arabischen Wüste !?

Nur wenige Kilometer nördlich kommen wir in die größte Stadt hier an der emiratischen Ostküste, Al-Fujairah.
Aus einem kleinen Fischerort ist auch hier in wahnsinnig kurzer Zeit eine moderne Stadt geworden, die umvermeidlichen Hochhäuser in der City gehören dazu.
Wir fahren die Uferstraße entlang und finden bald einen recht schönen Stellplatz für die Nacht. ( N 25° 08´17.3″ E 056° 21´22.4″ )
Auf einem großen, freien Platz, zwischen den Häusern stehen wir direkt am Strand, von hier können wir den Fischern bei der Arbeit zusehen.
Als es am Abend dunkel wird, leuchtet die Armada der Öltanker, die draußen auf dem Meer auf die Beladung warten, wie die Silhouette einer Stadt, drüben am anderen Ufer einer großen Bucht, es sind weit mehr als 80, die ich im Hellen gezählt hatte.
Später, als es ganz dunkel ist und die Brandung ein wenig stärker wird, fluoreszieren die Wellen, wie wir es schon bei Ras-al-Hadd im Oman gesehen haben, – das sieht toll aus, wenn die eigentlich weiße Gischt auf der Brandung plötzlich in einem gleißend grünen Licht erscheint.

Tagesetappe:    108 km                    Gesamtstrecke:   12.719 km

 
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Verfasst von - 13. Februar 2016 in Allgemein

 

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