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Von Salalah zum Al Fizaya Beach

Der Tag beginnt früh, Dominik und seine Familie, die in unserer Nähe stehen, fahren am Morgen schon vor 7 Uhr los, dabei wühlt sich der Steyr von Dominik ziemlich laut durch den tiefen Sand. Als er dann weg ist, ist die Nacht zu Ende.

Es ist stürmisch heute, ein unangenehm kräftiger Wind kommt vom Landesinneren und bläst aufs Meer hinaus, es ist warm, ja schwül, die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, der Wind wirbelt überall Sand und Staub auf, der permanent in der Luft hängt, zudem ist es diesig, alles wirkt dadurch irgendwie trübe.
Wenn also die Fotos heute irgendwie unscharf aussehen, liegt das nicht etwa am Fotografen, – nein, – auch im Original ist alles irgendwie unscharf und verschwommen zu sehen.

Heute verlassen wir Salalah im Westen und fahren auf die 47, die nach etwa 150 km den Jemen erreicht.
So weit wollen wir allerdings nicht fahren.
Von unserem St(r)andplatz fahren wir an der „Khwar Dahariz“-Lagune vorbei, dort stehen unzählige Vögel im seichten Wasser, – Graureiher, Rosaflamingos, Ibise und verschiedene Entenarten, – dann über die „Promenade“ an der Corniche entlang, – sie befindet sich noch im Bau, – man kann aber schon erkennen, wie sie mal aussehen wird, wenn sie fertiggestellt ist.
Oberhalb, an der Sultan Qaboos Road kommen wir an den Marktständen vorbei, – wir holen uns frische, kleine Bananen aus hiesigem Anbau, – ein Geschmackserlebnis der besonderen Art, und eine Trink-Kokosnuss, – naja, man muß nicht alles mögen.
In Salalah besuchen wir zunächst den Weihrauch-Suq in Al Haffa, zahlreiche Läden bieten dort Weihrauch und alles, was irgendwie mit Weihrauch zu tun hat, – Brenner, Pasten und andere Dinge, aber auch Kumas, Tücher und ähnliche Sachen, – für die Frauen kosmetische Produkte, wie Parfüms und Cremes, überwiegend aus eigener Herstellung.

Dann fahren wir an der neuen Industriezone West vorbei, dort wird heftig gebaut, es soll ein Sonder-Wirtschaftsgebiet großen Ausmaßes entstehen, der neue Industriehafen ist schon fertig, die riesigen Kräne sind weithin sichtbar, in Reih und Glied stehen sie drüben an den Kais.

Nach etwa 30 km erreichen wir Al Mughsayl.
Noch vor dem Ort empfängt uns der lange „Al Marneef Strand“, die Straße führt direkt an ihm entlang, – das Wasser leuchtet türkisfarben, der Sand ist auch hier schneeweiß.
Überall hat man kleine Pavillons, Grill- und Feuerstellen errichtet, die von den Menschen hier fleißig genutzt werden, – gerade heute am moslemischen Sonntag sind fast alle schon besetzt.
Am Ende des langen Strandes besuchen wir anschließend die „Al Marneef Höhle“, einen großen Felsüberhang, und nur wenige Meter weiter hinten, auf einer Felsenklippe über dem Meer, die „Blowholes“, hier hat das Meer die Felsen unterspült, die anrollenden Wellen pressen sich dort hinein und drücken eine Wasserfontäne, ähnlich einem Geysir, durch kleine Felsspalten nach oben. Sieht spektakulär aus und faucht bei jeder anrollenden Welle wie ein feuerspeiender Drache.

Vorhin im Ort hatten wir ein kleines omanisches Restaurant gesehen, mit einem überdachten Freisitz, es macht einen recht guten Eindruck und ist gut besucht.
Hier kehren wir heute mal zum Mittagessen ein, – Kamelgulasch mit Reis und scharfer Chilisauce, – das sieht appettitlich aus und schmeckt auch so.

Hinter Al Mughsayl geht es in die Berge, eine atemberaubende Strecke erwartet uns, sie ist wieder mitten durch die Berge gebaut, rechts und links ragen die durchschnittenen Felsen fast senkrecht hoch, – später, von oben, haben wir Ausblick in einen tiefen Canyon, – noch später fahren wir durch einen solchen hindurch, – in steilen Serpentinen mühen wir uns auf der einen Seite in der Felswand hinunter in die Schlucht, um uns gleich anschließend auf der anderen Seite über nicht weniger steile Serpentinen wieder die andere Felswand nach oben zu schrauben. Eine tolle Strecke mit wunderbaren Aussichten.

Oben angekommen, weist ein Schild auf den „Al Fizaya Beach“ hin, unser heutiges Tagesziel.
Über eine ziemlich steile Schotterpiste schrauben wir uns nun wieder 6 km ziemlich steil die Felswände hinunter bis zum Meer, langsam und mit Bedacht ist das kein Problem, allerdings ist Vorsicht geboten, denn immer wieder mal kommt uns ein Landcruiser entgegen, dann wird es ziemlich eng in den Spitzkehren.
Unten angekommen, werden wir allerdings für den mühsamen Abstieg belohnt.
Ein langer Strand erwartet uns, mehrere kleine, feinsandige Buchten, die immer wieder durch Klippen voneinander getrennt sind, laden zum Bleiben ein.
Und so machen wirs dann auch, – Schluß für heute, – hier bleiben wir über Nacht. ( N 16° 50´18.0″ E 053° 43´08.2″ )

Tagesetappe:   83 km                    Gesamtstrecke:   10.803 km

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Verfasst von - 29. Januar 2016 in Allgemein

 

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