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Von Hasik nach Mirbat

Gegen 10 Uhr fahren wir wieder hinaus auf die Küstenstraße 42, die nun zügig hinunter ans Meer führt, bis zu dem kleinen Ort Hasik.
Ab hier führt sie immer ziemlich dicht am Meer entlang, nur ein schmaler Streifen bleibt zwischen Meer und den dahinter steil aufragenden Bergen.

Hinter Hasik gibt es wieder über viele Kilometer keine einzige Siedlung, nur die reine Natur.
Die Küste ist abwechslungsreich, mal reichen die Felsen bis ins Meer hinein, die Küste ist steinig, das Meer klatscht dagegen, – an anderen Stellen wieder gibt es langgezogene Buchten mit feinem, weißen Sand, – aber auch Kiesstrände, – und einen ganz Besonderen, – sein „Sand“ leuchtet fast rosa, als wir ihn näher ansehen, erkennen wir, daß er fast nur aus zerriebenen Muschelschalen und Schneckenhäusern besteht.
Heike schleppt wieder die schönsten Fundstücke an, – die Muschelschalen erreichen hier öfters die Größe einer Hand.

Als wir gegen Mittag an einer langgezogenen, herrlich sandigen Badebucht vorbeikommen, sieht Heike ziemlich nah am Ufer etwas Großes im Wasser schwimmen.
Wir halten an, und sehen eine Gruppe großer dunkler Fische, erst nach einiger Beobachtung sind sie eindeutig als Delphine zu erkennen, sie sind sehr groß und von ungewöhnlich dunkler Farbe, ich zähle ungefähr 20.
Sie drehen gemächlich ihre Kreise, schwimmen am Strand ein Stück die Bucht hinauf, drehen und schwimmen wieder runter, – so geht es minutenlang, sie haben keine Eile, die Bucht scheint ihnen zu gefallen, – sie sind wirklich ganz nah, Heike läuft zum Strand runter, um sie noch besser sehen zu können, ich beobachte vom Straßenrand mit dem Fernglas. Das ist wahnsinnig spannend und aufregend, so eine große Gruppe, freilebend, und so nah, – ein ungewöhnliches Schauspiel.

Irmgard und Klaus waren ein Stück vorneweg gefahren und hatten sie offensichtlich nicht gesehen, als sie endlich nach 20 Minuten zu uns zurückkommen, ist Klaus nicht mehr zu halten, – er steigt ins Wasser und schwimmt zu der Gruppe raus. Sie sind sehr vorsichtig, aber interessiert, beäugen ihn, drehen eine Schleife, kommen zurück, wieder ein wenig näher, sie teilen sich und wiederholen das Spiel mehrmals, jedesmal kommen sie ihm näher, letztendlich sind sie nur noch etwa 6 oder 7 Meter von Klaus entfernt.
Ein unvergessliches Erlebnis für ihn. Für uns war das Zusehen schon spannend genug.
Wir könnten den munteren Tieren noch ewig zusehen, doch nach einer Stunde fahren wir wieder.

Nach etwa 40 Kilometern erreichen wir Sadah, ein kleines Städtchen mit einem Fischerhafen und ein paar Geschäften.
Wir fahren hinein, Irmgard und Heike haben schon wieder einen Stoffladen entdeckt und kaufen ein, – dann sind wir schon wieder weg.
Bis Sadah war die 42 eine wirkliche „Traumstraße“, – nirgendwo im ganzen Land haben wir weniger „Zivilisation“ und mehr „Sensationen“ gesehen, als auf dieser Strecke.
Ab hier beginnt nun der Einzugsbereich von Salalah, der Verkehr wird mehr, die Bebauung dichter, die Nähe der alten Sultansstadt macht sich schon immer bemerkbar.

Bei Sadah wird die 42 zur 49 und führt nun weg vom Meer, hinauf auf eine flache Ebene, trocken, steinig, ohne viel Vegetation, eigentlich fast langweilig, im Vergleich zu all den Highlights, die wir die letzten Tage so gesehen haben.
Zudem wird die 49 bis hinüber nach Salalah auf ihrer gesamten Länge neu gebaut, es wird überall gegraben und gebaggert, mancherorts wird der Verkehr umgeleitet, Baustellen-LKW kreuzen oft die Fahrbahn, hinterlassen Dreck, öfters staubt es kräftig hinter uns.

Nach etwa 50 km kommen wir nach Mirbat, dort suchen wir uns wieder einen Stellplatz am Meer. ( N 16° 58´45.7″ E 054° 41´05.1″ )

Tagesetappe:   154 km                    Gesamtstrecke:   10.563 km

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Verfasst von - 26. Januar 2016 in Allgemein

 

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Vom Wadi Shuwaymiyah nach Hasik

Wir verlassen das Wadi Shuwaymiyah über die Wellblechpiste, es gibt keinen anderen Zugang.
Im Ort kaufen wir frisches Brot und Wasser, dann fahren wir über die neue Küstenstraße 42 in Richtung Süden.

Kurz hinter Shuwaymiyah führt sie schnurgerade direkt an der Küste entlang, bis sie nach einigen Kilometern in einem steilen Anstieg auf die Hochebene hinauf führt.
Die neue Küstenstraße ist ein gigantisches Bauwerk, – immer wieder ist sie tief in die Felsen hineingegraben, die gewaltigen Felswände stehen rechts und links der Straße leuchtend gelb in der Mittagssonne, Fangzäune und Spritzbeton sollen Steinschlag und Erdrutsche verhindern, – das Verkehrsaufkommen ist äußerst gering in diesem Abschnitt, uns begegnen gerade mal 10 oder 15 Fahrzeuge auf der gesamten Fahrt, einen Ort kriegen wir heute gar nicht zu sehen, hier gibt es außer Landschaft nichts.
Immer wieder führt sie uns zu den spektakulärsten Orten dieser Gegend, vielleicht des gesamten Südens, immer wieder wird auf Parkplätze und Aussichtspunkte hingewiesen.

Zuerst gleich im Anstieg hinter Shuwaymiyah, von diesem Aussichtspunkt hat man einen wunderbaren Blick zurück auf die Küstenlinie bis hinüber zum Ort, türkisfarbenes, sauberes Wasser und schneeweiße Strände, – absolut leer, – noch ! Ein großes Schild an der Straße weist auf den Neubau eines Tourismus-Resorts hin, noch ist keine Bautätigkeit zu sehen.
Im Wasser vor der Küste schwimmt ein „schwarzer Teppich“, – mit dem Fernglas können wir erkennen, daß sich ein riesiger Schwarm Kormorane dort niedergelassen hat.

Weiter oben in den zerklüfteten Bergen das nächste Highlight.
Direkt links neben der Straße stürzt die Felskante einige hundert Meter tief hinunter in einen Canyon, tief eingeschnitten in den schwarzgebrannten Fels ist unten der Lauf eines ausgetrockneten Flußes zu sehen, der bis hinaus ins Meer führt.

Und nur wenige hundert Meter weiter der Hinweis auf den nächsten Aussichtspunkt, – nur wenige Meter abseits der Straße gibt er den Blick auf einen weiteren, noch größeren und eindrucksvolleren Canyon frei. Eine unglaubliche Landschaft liegt unter uns.
In keinem unserer Reiseführer gibt es einen Hinweis auf diese „kleinen Wunder“, vermutlich ist der Zugang zu ihnen erst mit dem Bau der neuen Straße möglich geworden.

Sie bringt uns weiter, ein Stück über das Hochplateau und dann in die zerklüfteten Berge des „Jabal Zaulaul“, – immer absolut unproblematisch, – sie ist bestens ausgebaut, – breit und sicher. Immer wieder gibt sie Ausblicke frei, die von hoch oben auf die Küstenlinie und hinunter aufs Meer gehen und immer wieder gibt es Parkplätze und beschilderte Aussichtspunkte.

Später führt sie in Serpentinen hinab, wieder tief in die Felsen eingemeißelt und manchmal ziemlich steil, bis sie unten auf Meereshöhe einen Wadi kreuzt, der durch eine Palmenoase hinaus ins Meer führt. Wir sind etwa 20 km vor dem Ort Hasik, auch hier hat man neben der Straße einen Aussichtspunkt gebaut, den wir anfahren.
Die Oase ist ein Augenschmaus, – ein kleiner Palmenwald, – meist mehrstämmige Dattelpalmen, – dahinter ein grün leuchtender See zwischen gelbweißen Felswänden, – die können wir nicht einfach so links liegen lassen !

Also drehen wir um und fahren in das Wadi hinein, einige hundert Meter tief, – weg von der Straße, dort hinten ist es traumhaft still, – das Wasser im See ist absolut badetauglich und herrlich warm, – der Tag ist gelaufen, – hier bleiben wir ! ( N 17° 36´04.7″ E 055° 15´19.8″ )
Unter den Palmen verbummeln wir den Nachmittag, suchen Holz zusammen, für unser allabendliches Lagerfeuer.
Als später der Vollmond hinter den Felsen hervor kommt und die Oase taghell erleuchtet, ist der Abend perfekt.
Nun ja, – fast, – nur ein paar Schnaken attackieren uns immer wieder.

Tagesetappe:   80 km                    Gesamtstrecke:   10.409 km

 
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Verfasst von - 25. Januar 2016 in Allgemein

 

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