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Von Täbriz nach Bazargan

26.12.1394

Es ballert heftig weiter bis gegen 1.30 Uhr in der Nacht.
Mittlerweile haben wir erfahren, daß es sich bei der Knallerei um den alten Brauch der Wintervertreibung handelt, – am Sonntag ist Frühlingsanfang.

Allerdings beeindruckt das den Winter nicht wirklich, als wir heute morgen aus dem Fenster schauen, ist alles weiß, es hat frisch geschneit. Na toll …!

Gestern Abend haben wir nochmal gemeinsam beraten und uns entschieden, den Rückweg doch über das türkische Dogubayazit anzutreten, – der Grenzübergang ist nur eine Tagesreise weg, – der Weg über Armenien und Georgien ist ein ganzes Stück weiter und jetzt bei dem Schnee und den hohen Bergen dort unverhältnismäßig schwieriger.
Also, auf, – Richtung Türkei.
Gegen 9.30 Uhr fahren wir los. Der obere Teil des Goli-Parks ist übrigens wesentlich schöner und ruhiger als der Untere, in dem wir im Dezember gestanden haben, außerdem gibt es im Park hier oben eine Zapfstelle für Wasser, an der wir gleich noch unsere Tanks füllen.

Heute ist die 32 unsere Straße, sie führt von Täbriz über Marand nach Bazargan, ist am Anfang zweispurig, später nur noch einspurig ausgebaut, aber in gutem Zustand und läßt uns gut vorwärts kommen.
Allerdings beginnt es schon bald ein wenig zu schneien, der Himmel ist grau verhangen, dicke schwere Wolken hängen an den Bergen, es ist diesig und kalt, 1 Grad zeigt das Thermometer, – und es schneit immer stärker, – mittlerweile sind Teile der Straße mit Schneematsch bedeckt, – unter den Scheibenwischern bauen sich Eisklötze auf, sie wischen nicht mehr vernünftig, die Sicht wird noch schlechter, – unser Tempo liegt jetzt bei maximal 50 km/h, mehr ist nicht drin, öfters eher weniger, – unser Tagesziel Bazargan rückt in weite Ferne, das wird wohl nichts werden.

Doch nach einer guten Stunde Winter und Schneefall ist der Himmel gnädig mit uns, – wir kommen in eine etwas tiefer liegende Region und es hört auf zu schneien, – der Schnee verschwindet sogar ganz, hier hat es auch in der Nacht nicht geschneit, – wenig später sind die Straßen sogar trocken.
Und noch ein wenig später ist wieder Frühling, – ist das eine verrückte Gegend hier, Obstbaumplantagen stehen in voller Blüte, die Bäume tragen zartes Grün, – kalt bleibt es trotzdem, allerdings scheint es hier schon mal wärmer gewesen zu sein, sonst hätten sich die Blüten nicht rausgetraut, – ein schöner Anblick, das Blütenmeer vor den verschneiten Bergen im Hintergrund.

In Maku, wenige Kilometer vor der Grenze füllen wir unsere Dieseltanks noch einmal randvoll, so günstig werden wir es so schnell nicht mehr haben.
Rund um die Stadt erreicht dann die Verrücktheit der Natur ihren Höhepunkt, vor der Stadt steht alles in voller Blüte, die Landschaft wirkt frühlingshaft, – in der Stadt blühen die Forsythien, – hinter der Stadt ist noch Winter, dick liegt der Schnee noch auf dem Land, die Bäume sind noch kahl und ohne Blüten, – das alles innerhalb von 15 Minuten und nur etwa 5 Kilometer auseinander.

Gegen Abend erreichen wir dann doch noch Bazargan, die Grenzstadt zur Türkei, – morgen wollen wir Iran verlassen, – der Ararat auf der türkischen Seite überragt die Stadt mächtig und schneeweiß, ein toller Anblick, – oft zeigt er sich nicht so offen, meist versteckt er sich hinter Wolken.

Nachdem wir uns zunächst in der Stadt auf einem „Public Parking“ niedergelassen haben, müssen wir nach einigen Minuten doch noch mal umziehen, – die Streife steht schon wieder mal neben uns und erklärt, daß wir hier nicht stehen dürfen. Verstehe es wer will, „Public Parking“ und Parkverbot, – sorry, aber die spinnen doch !
Murrend verlassen wir den Platz, nicht ohne ihnen klar und deutlich unser Unverständnis dafür mitzuteilen, – dann fahren wir vor in die Grenzabfertigungszone, – dort hinter der Schranke gibt es einen großen Parkplatz an einem ehemaligen Hotel, – nur eine kleines Lokanta ist hier noch. ( N 39° 23´55.9″ E 44° 23´13.0″ )
Wir fragen sicherheitshalber den Wirt, ob Parken hier klar geht, – und offensichtlich hat er nichts dagegen, – wir gehen später bei ihm was essen, – das Ambiente hat zwar etwas von einer Imbissbude, – aber was er uns auf den Tisch stellt, schmeckt ganz hervorragend, eine Suppe mit Kartoffeln, Tomaten und Hammelfleisch, dazu Salat, Fladenbrot und Mixed Pickles, zu trinken gibts Cola und Wasser und vorher und nachher natürlich heißen Tee.
Der Preis für unser „Festmahl“ ist eher lächerlich, wir zahlen umgerechnet 12,50 Euro, wohlgemerkt für 4 Personen.
Dann gehen wir früh schlafen, – morgen ist „Grenztag“, das heißt etwas früher aus den Federn.

Tagesetappe: 281 km Gesamtstrecke: 18.197 km

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Verfasst von - 16. März 2016 in Allgemein

 

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Winterreise 2015 / 2016

Für den Winter 2015 / 2016 planen wir eine Reise mit unserem HerrMAN auf die arabische Halbinsel.

Über Österreich und Italien werden wir mit der Fähre über die Adria nach Griechenland schippern,
die Monate September und Oktober, wie immer, auf Kreta verbringen,
und dann Anfang November quer durch Griechenland in die Türkei fahren.

Die Türkei durchqueren wir auf einer nördlichen Route, entlang des Schwarzen Meeres,
um dann etwa Anfang Dezember in den Iran einzureisen.

Etwa 4 Wochen werden wir auf einer östlichen Route über die Berge und durch die weiten Wüsten des Iran gen Süden fahren,
natürlich die Sehenswürdigkeiten und Städte entlang der Route besichtigen,
um dann Ende Dezember mit der Fähre von „Bandar Abbas“ über den „Golf“ in die „Vereinigten Arabischen Emirate“ zu reisen.

Falls es klappt, den Jahreswechsel in Dubai oder Abu Dhabi erleben,

und dann in den Oman weiterreisen.
Dort werden wir ungefähr 4.000 Kilometer und etwa 7 Wochen durchs Land reisen,
an der Küste des Indischen Ozeans nach Süden, bis Salalah,
und auf einer westlichen Route durch die „Rub al Khali“, dem „leeren Viertel“, der größten Sandwüste der Welt wieder nach Norden.

Wieder durch die „Emirates“ über den „Golf“ nach „Bandar Abbas“ und im Iran, diesmal auf einer westlichen Route nach Norden.

(Eine geplante Alternative von den „Emirates“ durch „Saudi-Arabien“ nach Jordanien und Israel und dann mit der Fähre in die Türkei haben wir schnell wieder verworfen.
„Saudi-Arabien“ erteilt nur Transitvisa für eine schnelle Durchreise nach Jordanien, für die Gesamtstrecke von etwa 2.500 bis 3.000 Kilometern hat man lediglich 3, mit Glück 5 Tage Zeit, das ist uns zu stressig, zumal Frauen in „Saudi-Arabien“ nicht hinter das Steuer dürfen und ich die gesamte Strecke alleine machen müsste. Dazwischen kommen darf schon gar nichts. Nee, danke, muß nicht sein !)

Etwa Mitte März wollen wir in der Türkei zurück sein,

Anfang April dann wieder auf Kreta um den sagenhaften Frühling dort wieder für zwei Monate zu geniessen,

bevor wir dann irgendwann Ende Mai wieder mit der Fähre über die Adria nach Italien schippern und über Österreich nach Deutschland zurückkehren.

Derzeit läuft die Planung auf Hochtouren, den HerrMAN checken und frischen TÜV machen, die Route festlegen, die Visabeschaffung für VAE und Oman ist einfach, ein wenig schwieriger ist hier der Iran, Impfungen für Mensch und Tier auffrischen, Versicherungen prüfen und abschließen, internationale Papiere erneuern, etc., etc.

Es bleibt spannend !

Reiseroute Iran-VAE-Oman

 
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Verfasst von - 22. Juni 2015 in Allgemein

 

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