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Von Manah nach Muscat

Schön ruhig ist die Nacht und lange nicht mehr so kalt, wie in der reinen Sandwüste.

Heute fahren wir zurück in die Hauptstadt, müssen uns um unsere Iran-Visa kümmern.
Dazu fahren wir kurz auf die 31 und wechseln dann bei Nizwah auf die Autobahn 15, es sind etwa 150 Kilometer bis Muscat.
Hier oben ist die Landschaft wieder interessant, die farbigen Felsen des Jabal-al-Akhdar-Gebirges begleiten uns den gesamten Tag, – entlang der Strecke sind viele Dörfer und kleine Städte, oft in trockenen Flußtälern gelegen, zwischen Palmengärten und bunten Felsen, einfach schön anzusehen.

Gegen 12 Uhr sind wir in Muscat und müssen fast durch die ganze Stadt, zunächst zur Reiseagentur „The Legend of Desert Travel and Tourism Company“, bei der wir schon vor 6 Wochen wegen der Iran-Visa vorgesprochen haben.

Die Stadt fasziniert immer wieder mit ihren tollen Grünanlagen, mit ihrer Sauberkeit und den wirklich geschmackvollen Gebäuden, die die breiten Straßen säumen, wir passieren die Sultan Qaboos Moschee und das neue Opernhaus von Muscat, sehen viele kleine Gebäude und Moscheen, alles zwischen Palmenalleen, grünem Rasen und bunten Blumenbeeten, hier fährt man wirklich durch ein Märchen aus 1001 Nacht.

Auf dem Weg zur Agentur überholt uns ein Fahrzeug, wild gestikulierend zeigt uns der Fahrer, daß wir anhalten sollen, – als ich irgendwie erschrocken in einem Seitenweg anhalte, kommt er auf mich zu und entpuppt sich als „wildgewordener“ Zeitungsreporter, der jetzt hier und sofort unbedingt ein Interview und ein paar Fotos machen muß, – daß wir eigentlich keine Zeit haben, stört ihn reichlich wenig. Naja, der Höflichkeit wegen, geben wir ihm die paar Minuten, – die sind irgendwie total verrückt, die Zeitungsleute aus Muscat. Die nächsten Tage wird dann der „Oman Daily Observer“ über uns berichten, wie das schon vor 6 Wochen die „Times of Oman“ gemacht hat.

Dann sind wir in der Agentur und es ist wieder mal alles recht schwierig.
Weil ja am Donnerstag iranischer Feiertag sei, und anschließend am Freitag und Samstag omanisches Wochenende, meint der Angestellte, wird das mit den Visa vor Sonntag nichts werden, wir werden also die nächsten 6 Tage hier in Muscat verbringen.
Außer, – so meint er, wir würden uns beeilen und gleich direkt in die iranische Botschaft düsen, um alle Unterlagen dort persönlich abzugeben, – er würde schnell mal mit denen telefonieren, könnte es evtl. heute noch klappen. Naja, wers glaubt, wird selig, der will uns nur heute los werden, hat gleich Feierabend und keine Lust mehr, ist mein erster Gedanke.

Mehr oder weniger frustiert und lustlos fahren wir die 10 km zur iranischen Botschaft, ich melde mich an der Pforte, – werde diesmal sogar eingelassen, – und ich glaubs nicht wirklich, – der Angestellte aus der Reiseagentur kommt ins Pförtnerbüro und sagt mir, er hätte alles organisiert, ich solle hinten links in die Visastelle, die wüssten schon Bescheid, – das sollte heute noch klappen.
Und ich gehe hin, lege die Anträge, Pässe und Versicherungsunterlagen vor, – die Referenznummer hatten wir schon vor mehr als 6 Wochen abgegeben, wir gehen die Anträge noch zusammen durch und ergänzen ein paar Eintragungen, dann zahle ich mit der Visa-Karte 56 OMR, das Visum kostet pro Nase anstatt 50 dann 70 Euro, aber in einer Stunde sollte ich wieder kommen, dann sei alles fertig und liege an der Pforte bereit.
Und so geschieht es, ich bin gegen 15 Uhr wieder an der Pforte, habe ein nettes Gespräch mit dem Angestellten und bekomme unsere Visa !
Zwei Stunden, seit unserem Erstkontakt in der Reiseagentur, – das ist absolut rekordverdächtig !

Anschließend macht Heike einen ausgedehneten Einkauf im LuLu-Hypermarkt, wir waren lange im Outback und es fehlt so Einiges, – dann verziehen wir uns nach Mutrah an den Hafen, hier haben wir vor 6 Wochen schon mal recht nett gestanden. ( N 23° 37´31.6″ E 058° 34´45.8″ )

Am Abend macht Heike noch den Suq in Mutrah unsicher, sie sucht und findet noch irgendwelche ausgefallenen Stoffe, nach 90 Minuten ist sie schon zurück.

Tagesetappe:   220 km                    Gesamtstrecke:   12.191 km

 
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Verfasst von - 9. Februar 2016 in Allgemein

 

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Von Haylat-al-Khrayshifah nach Manah

Die N 31 ist wirklich eine Lebensader quer durch den Oman, von Muscat im Norden nach Salalah im Süden, über 1000 km, immer geradeaus.
Entsprechend viel Verkehr ist auf ihr, und sogar in der Nacht hören wir aus der Ferne immer wieder mal das Rauschen der schweren LKW.

Am Morgen kehren wir auf sie zurück und fahren nach Norden.
Die Landschaft ist weiterhin absolut monoton, ohne viel Abwechslung, – einfach nur einschläfernd.
Doch nach etwa 50 km tauchen am Horizont wieder ein paar hohe Sanddünen auf, endlich mal wieder ein schöner Anblick.
Die Al-Zamayin-Dünen, – dort haben wir vor 15 Jahren übernachtet, allerdings vermuteten wir sie ein ganzes Stück weiter nördlich, bei Al-Ghabab, sonst wären wir gestern noch bis hierher weiter gefahren.
Nun gut, wir fahren natürlich von der Straße ab und hinter diese mächtigen Sandberge, machen eine ausgiebige Rast, – erfreuen uns an deren Schönheit, – gehen ein Stück, – fotografieren, – und Aspros kann noch mal ausgiebig herumtollen.

Beim Herausfahren geraten wir in tiefen Sand, – im Nu steckt der HerrMAN fest, – ich fahre mit viel zu hohem Luftdruck, war zu faul, wegen der paar Meter Luft aus allen vier Reifen abzulassen und dann wenige Minuten später gleich wieder aufzufüllen, das rächt sich nun wohl ?
Ich probiere ein wenig, spiele mit den Pedalen, – und kriege ihn tatsächlich rückwärts wieder frei, kann uns ein ganzes Stück bis zur nächsten festen Stelle rauswühlen, dann geht es locker und sicher weiter.

Zurück auf der N 31 wird es sofort wieder monoton, die Dünen sind nur wenige Kilometer sichtbar.
Draußen in der Wüste ist ein schöner, palmenumstandener See sichtbar, – natürlich ist das eine Fata Morgana, – in diesen flachen und heißen Wüsten kann man diese Luftspiegelungen immer wieder schön deutlich sehen.
Erst nach etwa 150 Kilometern sehen wir die erste Ansiedlung, das Städtchen Al-Ghabab, die N 31 führt uns daran vorbei.
Nach weiteren 100 Kilometern hat dann die Monotonie endlich ein Ende, – wird auch wirklich Zeit, – macht ja depressiv, diese absolute Leere.
Am Horizont tauchen die 1000 Meter hohen Berge des „Jabal Salakh“ auf und später bleibt es gebirgig, wir nähern uns Adam und danach Nizwah, sind damit wieder im nördlichen Oman angelangt, mit seinen wunderschönen, bis zu 3000 Metern hohen Gebirgen, das ist doch mal eine ganz andere Landschaft, einfach schön anzusehen.

Kurz vor Nizwah, in dem Ort Manah gibt es ein altes Stadtviertel ganz aus Lehm, längst verlassen und dem Verfall preisgegeben, aber in vielen Teilen immer noch ganz gut erhalten, wir haben uns das vor 15 Jahren mit Begeisterung angesehen, sogar eine alte Moschee steht mittendrin und ist noch in ganz gutem Zustand gewesen.
Wir fahren durch die engen Gassen, die sich durch die Palmengärten und zwischen den Häusern hindurchschlängeln bis dort hin.
Als wir ankommen, sind die alten Stadttore mit Holzplatten zugestellt, das alte Stadtviertel ist seit 2008 nicht mehr zugänglich, offensichtlich ist es dort mittlerweile zu gefährlich geworden. Allerdings gibt es für die Zukunft Hoffnung, denn die Mauern, Häuser und Türme werden fleißig renoviert und bleiben so der Nachwelt erhalten, in einigen Jahren wird man sie wieder besichtigen können, schöner und besser denn je.

Außerhalb des Ortes, in der Nähe eines kleinen Parks finden wir in einem kleinen Akazienwäldchen unseren heutigen Übernachtungsplatz. ( N 22° 48´44.9″ E 057° 34´12.8″ )

Tagesetappe:   294 km                    Gesamtstrecke:   11.971 km

 
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Verfasst von - 8. Februar 2016 in Allgemein

 

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