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Von Sharbathat ins Wadi Shuwaymiyah

Irgendwann muß es halt doch weiter gehen.

Wir fahren in Richtung Manji, – eine Wellblechpiste vom Feinsten, – es rappelt ziemlich heftig, – erst ab Tempo 50 wird es ruhiger, eine weiße Staubfahne zieht hinter uns her.
Der Strand zieht sich noch einige Kilometer in die Länge, – Manji ist offensichtlich gar kein Ort, nur ein paar Pavillons stehen am Strand, – ein Ausflugsziel, – und ein paar Arbeiter sind damit beschäftigt, den Müll am Strand einzusammeln ! Das ist doch mal was !
Wir können uns noch immer nicht losreissen und halten noch zweimal an, zuletzt vor dem Anstieg in die Hochebene, dort sind schon Klippen und kleine Riffe im Meer, Krabben und Krebse tummeln sich dort in Massen, die Reiher stehen im seichten Wasser und haben leichtes Spiel.

Nun schlängelt sich die Piste steil den Anstieg hinauf, – von oben haben wir noch einmal eine traumhafte Aussicht über die Bucht.
Nach etwa 20 Kilometern führt uns die Piste zurück auf die 41, auf der wir bis Shalim bleiben.
Wir wollen ein wenig einkaufen, allerdings sind die meisten Geschäfte wegen der Mittagszeit schon wieder geschlossen, nur ein wenig Obst und Gemüse können wir ergattern und nebenan in einem Restaurant wieder mal einkehren, ich esse Kamelfleisch mit Reis, – schmeckt absolut lecker.

In Shalim gehen wir auf die 42, eine ziemlich neue und gut ausgebaute Aspahltstraße, die nun immer an der Küste entlang bis Salalah führt.
Nach etwa 35 km sehen wir die steile Abfahrt, die hinunter in den Canyon von Ash Shuwaymiyah führt.
Absolut spektakulär, der Blick hinunter in das tief ausgewaschene Tal, weiß, gelb und braun gestreift leuchten die bunten Felsen in der Mittagsonne.
Die Abfahrt dort hinunter ist nicht weniger spektakulär, tief eingegraben in den Fels windet sich die neue Asphaltstraße wahnsinnig steil in den Canyon hinunter.
Irgendwie ist der Blick in jede Richtung, egal in welche, ein Augenschmaus, – links geht er tief in den Canyon hinein, – rechts weit an der steilen Abbruchkante entlang bis fast zum Horizont, – nach vorne schlängelt sich das schwarze Asphaltband durch das weißgelbe Gestein, bis hinaus ans Meer, – und der Blick zurück zeigt die gewaltige Abbruchkante in ihrer gesamten Breite und die Straße, die sich dort hindurch zwängt.

Das Städtchen Ash Shuwaymiyah, wenige Kilometer südlich bietet nicht wirklich viel, wir fahren hindurch, es gibt nichts, was uns zum Anhalten bewegen könnte.
Wir nehmen die Piste, die tief in das Wadi Shuwaymiyah hineinführt.
Sie ist ziemlich heftig, eine Schotterpiste mitten im Flußbett, tief gewellt und knallhart, wieder scheppert es heftig, hier hilft nur Tempo, ab 55 km/h ist von dem Wellblech nichts mehr zu spüren, nur vor den Kurven muß ich vom Gas, sonst wird es eng, die Bodenhaftung bei diesem Tempo ist nicht wirklich groß.
Das Wadi ist breit und traumhaft schön, – rechts und links ragen die hellen Felsen in den blauen Himmel, – im Wadi, rechts und links der Piste, stehen vereinzelt Akazien, hie und da trotten Kamele auf der Suche nach Futter hindurch.

Nach einigen Kilometern erscheinen erste Palmen zwischen den Akazien,  wir erreichen unser Ziel, den „Wasserfall“.
Aus einer wasserführenden Schicht kurz unterhalb des Hochplateaus läuft Wasser und sucht sich seinen Weg über die Felswand hinunter ins Wadi, – nicht viel, – unter einem Wasserfall stellen wir uns etwas anderes vor, – aber Wasser erzeugt hier sofort kleine Wunder, und so sieht es hier auch aus, von den Felswänden hängen große „Tropfsteine“ herab, in Etagen kommt das Wasser herab, auf der Oberen hat man ein ovales Wasserbecken angelegt, in dem sich das Wasser zu einem Pool sammelt, der türkisfarben in der Sonne leuchtet, eine Treppe führt aus dem Wadi nach oben, weiter unten „tropft“ das Wasser dann in ein zweites Becken, von dort läuft es in den Wadi.
In den Felswänden, auf den Etagen und unten im Wadi wachsen die Palmen, Sträucher und Gräser, wunderschön sieht das Grün vor den kahlen Felsen aus, das Plätschern des Wassers klingt irgendwie fremd in diesem ach so trockenen Tal.

Unterhalb des Wasserfalls richten wir uns ein, ein wirklich idyllischer Stellplatz. ( N 17° 55´58.2″ E 055° 31´42.5″ )
Als wir am Abend draußen sitzen, quakt immer mal wieder ein Frosch und der Vollmond taucht Felsen und Wadi in ein wundervolles Licht, – es herrscht absolute Stille, – kein Geräusch ist zu hören.

Tagesetappe:   120 km                    Gesamtstrecke:   10.329 km

 
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Verfasst von - 24. Januar 2016 in Allgemein

 

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Von Sawqirah nach Sharbathat

Am Morgen fahren wir zurück nach Al Lakbi, dort im Hafen haben wir gestern viele Dhaus liegen sehen, auch draußen vor der Küste sind einige zu sehen.
Dieser alte Schiffstyp ist weitverbreitet an der omanischen Küste, mit ihm sind die Seefahrer schon vor Jahrhunderten bis nach Afrika gesegelt, heute allerdings werden sie überwiegend mit Dieselmotoren angetrieben und nur noch zum Fischfang eingesetzt.
Eines dieser Schiffe hat man im Hafen bei Flut auf den Sand gesetzt und reinigt nun bei Ebbe die Planken von Muscheln und Tang.
Auf den anderen Booten wird an den Netzen gearbeitet, oder der morgendliche Fang in Kisten verpackt und an Land gebracht.

Kurz hinter Al Lakbi fahren wir den steilen Anstieg auf die Hochebene hinauf, – von dort ist der Blick zurück auf die Küstenregion fantastisch.
Die Hochebene ist, – wie wir sie überall die letzten Tage schon kennengelernt haben, – absolut trocken, steinig und vegetationslos, ein paar schöne, schwarz-weiß marmorierte Felsen stehen hier in der Ebene, der Himmel ist, – wie üblich, stahlblau.
Wir sind zurück auf der 41 und wollen weiter nach Ash Shuwaymiyah.

Nach etwa 50 km weist ein Schild auf den Strand von Sharbathat hin, wir biegen ab und fahren etwa 20 Kilometer bis dort hin.
Ja, und die haben sich doch wirklich gelohnt:
Es empfängt uns ein traumhaft weißer und langer Sandstrand, vor einem türkisfarbenen Meer, links der Ort Sharbathat, – am Strand die üblichen weiß-blauen Fischerboote, – landeinwärts ein paar Häuser, und rechts eine Piste hinüber nach Manji, – der Strandbogen zieht sich kilometerlang bis dorthin, – das Navi weist zudem auf eine Lagune hin, also biegen wir ab und fahren hin.

Nach wenigen Kilometern sandiger und welliger Piste fahren wir zum Strand und stellen uns zwischen Lagune und Meer in die Sanddünen, – das ist mal ein Platz, wie man ihn wirklich äußerst selten findet. So, – stellen wir uns vor, – oder zumindest so ähnlich, – könnte das Paradies aussehen.
Und spontan entschließen wir uns, zu bleiben, – ich glaube, wir erreichen Salalah nie, wenn das mit den Paradiesen so weiter geht. ( N 17° 56´25.8″ E 056° 12´16.3″ )

Doch auch dieses Paradies hat schon seine Schattenseiten, der weitläufige Strand ist an einigen Stellen stark mit Plastikflaschen vermüllt, die offensichtlich die letzten Monsunstürme im Sommer mit ihren meterhohen Wellen hier angespült haben, denn Menschen sind hier am Strand keine, wer sollte also die Flaschen hier hingeworfen haben ?
Trotzdem ist es ein Traumstrand, wie man ihn eigentlich nur von Bildern kennt.
Am Abend ist wieder Grillen angesagt, – danach sitzen wir lange am Lagerfeuer, – der Vollmond erleuchtet die gesamte Umgebung taghell.

Tagesetappe:   73 km                    Gesamtstrecke:   10.209 km

 

 
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Verfasst von - 22. Januar 2016 in Allgemein

 

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