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Von Mirbat nach Salalah

Hier im Einzugsbereich von Salalah gibt es natürlicherweise wieder mehr anzusehen, also fahren wir etwas früher los, wir wollen die Stadt heute abend noch erreichen.

Seit gestern schon ist die Luftfeuchtigkeit bedeutend höher, obwohl sich die Tagestemperatur von etwa 28 Grad im Vergleich zu den letzten Tagen nicht verändert hat, schwitzen wir wesentlich mehr. Der Bereich um Salalah hat ein spezielles Kleinklima, hier ist es immer irgendwie feucht, zudem oft bewölkt und dadurch „kühler“, wenn im Sommer die Gebiete um die Hauptstadt Muscat wegen der sengenden Hitze von über 45 Grad kaum noch bewohnbar sind, spielt Salalah seine Trümpfe aus, mit nur 35 Grad ist es hier für omanische Verhältnisse angenehm kühl, zudem fällt gelegentlich ein leichter Nieselregen, die Region nordwestlich von Salalah ist grün, fast alpenländisch, sogar Kühe grasen hier.
Salalah ist dann Zufluchtsort für viele Omanis, die hier urlauben, es gibt eine Vielzahl Hotels und kilometerlange Badestrände, selbst die Sultansfamilie hat sich schon vor Generationen Salalah als Wohnsitz auserkoren, der Amtssitz in der Hauptstadt ist nur zum „arbeiten“ zu gebrauchen.

In Mirbat fahren wir durch die Altstadt, die schönen alten Lehmhäuser zerfallen leider immer mehr, werden abgerissen und durch moderne Bauten ersetzt.
Der Ort ist geschichtsträchtig, bereits im Mittelalter wurde von hier fleißig Handel mit China und Indien betrieben, natürlich mit Weihrauch, der seit Urzeiten hier im Dhofar gewonnen wird, aber auch mit Araberpferden, die früher hier gezüchtet wurden.
Das alte Fort hingegen ist vorbildlich renoviert, von außen und von innen ist es hergerichtet und vermittelt einen schönen Eindruck seiner Zeit.
Am Ortsausgang besuchen wir den großen Friedhof, der von einem zweitürmigen Mausoleum überragt wird, in dem der heilige Ali al Alawi begraben liegt.

Nach etwa 10 Kilometern entlang der Küstenstraße biegen wir auf die neue Serpentinenstraße in Richtung Berge.
Dort stehen die für den Oman seltenen Baobabbäume, – ein kurioser Anblick, ganz ohne Blätter, zum Teil mit rosa Blüten, ein Überlebenskünstler unter den Bäumen.

Nächste Station ist dann der alte Weihrauchhafen „Samhuram“, den wir etwa 25 km weiter westlich erreichen.
Ein Naturhafen, geschützt in einer Felsenbucht liegend, war er der ideale Platz, um den Weihrauch des Dhofar, der in alle Welt verschifft wurde, sicher zu verladen.
Er soll schon 400 v. Chr. gegründet worden sein, konnte perfekt vor Angreifern geschützt werden und bot genügend Schutz gegen die Unbill des Meeres, die sich jedes Jahr in Form heftiger Sommerstürme gezeigt hat. Heute ist die ehemalige Hafeneinfahrt durch eine Sandbank versperrt, seinerzeit wurde die Fahrrinne regelmäßig freigehalten.
Etwas zurückgesetzt auf einem Hügel sind die Mauerreste der alten Festung „Khor Rouri“ zu sehen, – seit 2000 Weltkulturerbe der UNESCO und bestens restauriert.
Von hier oben ist der Blick fantastisch, über die Lagune, in der sich viele Vögel, Reiher und auch Flamingis aufhalten, durch die beiden Klippen hindurch, hinaus aufs Meer.
Die großzügige Anlage wurde mittlerweile komplett hergerichtet, Zufahrtswege geschaffen, ein kleines Museum angegliedert, – unten an der Lagune sind die Reste einer alten Dhau zu sehen und deren originalgetreuer Nachbau, – in einem hinteren Bereich zwischen den Felsen wird derzeit ein Amphitheater errichtet.

Nur wenige Kilometer westlich, im Ort Taqah steht das gleichnamige alte Fort.
Zunächst nur als Wohnfort errichtet, diente es später als Residenz, wurde in den letzten Jahren bestens renoviert und ist im Innenbereich komplett und äußerst liebevoll eingerichtet, weswegen es einen besonders schönen Eindruck der damaligen Zeit vermittelt. Viele kleine Räume, Gänge, Terrassen und schmale Treppen lassen es viel größer erscheinen, als es tatsächlich ist. Direkt daneben, auf einer Anhöhe steht ein zweites Fort, das allerdings nicht zugänglich ist.

Von Taqah fahren wir dann hinüber nach Salalah.
Beim Einfahren in die 250.000-Einwohner-Stadt wird es urplötzlich grün, – entlang der Einfallstraße sind üppig grüne Rasenflächen angelegt, Blumenrabatten und hohe Palmen säumen unseren Weg. Während wir bisher im Oman überall Dattelpalmen gesehen haben, wachsen hier in Salalah und Umgebung Kokospalmen.
Mächtige gußeiserne Lampen säumen die breiten Straßen und verleihen dem Städtchen ein barockes Aussehen.
Rechts der Straße leuchten uns grüne Felder entgegen, links sehen wir große Plantagen, – Bananen, Mangos und Papayas werden hier angebaut.
Wir fahren auf der Sultan Qaboos Road einmal komplett durch die Stadt, suchen einen Nachtplatz, – im Westen, kurz vor dem Industriehafen drehen wir um und fahren zurück.
In der Nähe des „Samharam Tourist Village“ in einer großen Baulücke fahren wir hinaus zum schneeweißen Strand, direkt neben der „Khwar Awqad-Lagune“ finden wir unseren Stellplatz. ( N 16° 59´15.2″ E 054° 02´01.4″ )

Tagesetappe:   103 km                    Gesamtstrecke:   10.666 km

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Verfasst von - 27. Januar 2016 in Allgemein

 

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Von Hasik nach Mirbat

Gegen 10 Uhr fahren wir wieder hinaus auf die Küstenstraße 42, die nun zügig hinunter ans Meer führt, bis zu dem kleinen Ort Hasik.
Ab hier führt sie immer ziemlich dicht am Meer entlang, nur ein schmaler Streifen bleibt zwischen Meer und den dahinter steil aufragenden Bergen.

Hinter Hasik gibt es wieder über viele Kilometer keine einzige Siedlung, nur die reine Natur.
Die Küste ist abwechslungsreich, mal reichen die Felsen bis ins Meer hinein, die Küste ist steinig, das Meer klatscht dagegen, – an anderen Stellen wieder gibt es langgezogene Buchten mit feinem, weißen Sand, – aber auch Kiesstrände, – und einen ganz Besonderen, – sein „Sand“ leuchtet fast rosa, als wir ihn näher ansehen, erkennen wir, daß er fast nur aus zerriebenen Muschelschalen und Schneckenhäusern besteht.
Heike schleppt wieder die schönsten Fundstücke an, – die Muschelschalen erreichen hier öfters die Größe einer Hand.

Als wir gegen Mittag an einer langgezogenen, herrlich sandigen Badebucht vorbeikommen, sieht Heike ziemlich nah am Ufer etwas Großes im Wasser schwimmen.
Wir halten an, und sehen eine Gruppe großer dunkler Fische, erst nach einiger Beobachtung sind sie eindeutig als Delphine zu erkennen, sie sind sehr groß und von ungewöhnlich dunkler Farbe, ich zähle ungefähr 20.
Sie drehen gemächlich ihre Kreise, schwimmen am Strand ein Stück die Bucht hinauf, drehen und schwimmen wieder runter, – so geht es minutenlang, sie haben keine Eile, die Bucht scheint ihnen zu gefallen, – sie sind wirklich ganz nah, Heike läuft zum Strand runter, um sie noch besser sehen zu können, ich beobachte vom Straßenrand mit dem Fernglas. Das ist wahnsinnig spannend und aufregend, so eine große Gruppe, freilebend, und so nah, – ein ungewöhnliches Schauspiel.

Irmgard und Klaus waren ein Stück vorneweg gefahren und hatten sie offensichtlich nicht gesehen, als sie endlich nach 20 Minuten zu uns zurückkommen, ist Klaus nicht mehr zu halten, – er steigt ins Wasser und schwimmt zu der Gruppe raus. Sie sind sehr vorsichtig, aber interessiert, beäugen ihn, drehen eine Schleife, kommen zurück, wieder ein wenig näher, sie teilen sich und wiederholen das Spiel mehrmals, jedesmal kommen sie ihm näher, letztendlich sind sie nur noch etwa 6 oder 7 Meter von Klaus entfernt.
Ein unvergessliches Erlebnis für ihn. Für uns war das Zusehen schon spannend genug.
Wir könnten den munteren Tieren noch ewig zusehen, doch nach einer Stunde fahren wir wieder.

Nach etwa 40 Kilometern erreichen wir Sadah, ein kleines Städtchen mit einem Fischerhafen und ein paar Geschäften.
Wir fahren hinein, Irmgard und Heike haben schon wieder einen Stoffladen entdeckt und kaufen ein, – dann sind wir schon wieder weg.
Bis Sadah war die 42 eine wirkliche „Traumstraße“, – nirgendwo im ganzen Land haben wir weniger „Zivilisation“ und mehr „Sensationen“ gesehen, als auf dieser Strecke.
Ab hier beginnt nun der Einzugsbereich von Salalah, der Verkehr wird mehr, die Bebauung dichter, die Nähe der alten Sultansstadt macht sich schon immer bemerkbar.

Bei Sadah wird die 42 zur 49 und führt nun weg vom Meer, hinauf auf eine flache Ebene, trocken, steinig, ohne viel Vegetation, eigentlich fast langweilig, im Vergleich zu all den Highlights, die wir die letzten Tage so gesehen haben.
Zudem wird die 49 bis hinüber nach Salalah auf ihrer gesamten Länge neu gebaut, es wird überall gegraben und gebaggert, mancherorts wird der Verkehr umgeleitet, Baustellen-LKW kreuzen oft die Fahrbahn, hinterlassen Dreck, öfters staubt es kräftig hinter uns.

Nach etwa 50 km kommen wir nach Mirbat, dort suchen wir uns wieder einen Stellplatz am Meer. ( N 16° 58´45.7″ E 054° 41´05.1″ )

Tagesetappe:   154 km                    Gesamtstrecke:   10.563 km

 
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Verfasst von - 26. Januar 2016 in Allgemein

 

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