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Von Sohar (Oman) nach Al Fujairah (Vereinigte Arabische Emirate)

Der Wind legt sich am späteren Abend, – auch der Publikumsandrang läßt später merklich nach, – das Knattern der über den Strand rauschenden Quads hört auf, – Spaziergänger und die Fußball spielenden Jungs verlassen mit Einbruch der Dunkelheit den Strand, – auch die beiden, die ihren Bullen spazieren führen, – und irgendwann sind wir fast alleine, – nur ein paar campierende Omanis sitzen dort vorne am Strand um ihr Lagerfeuer.

Heute wird unser letzter Tag im Oman sein, wir sind schon wieder ziemlich weit im Norden des Landes angelangt und werden sicher heute noch die Grenze in die Vereinigten Arabischen Emirate überschreiten. – Inshallah.

Sechs Wochen Oman.
Fast 5.000 Kilometer sind wir durch dieses wundervolle Land gefahren, haben traumhafte Landschaften gesehen, – bizarr geformte, hohe Berge, – herrlich grüne Palmengärten in den Oasen und Wadis, – das endlos blaue Wasser des Indischen Ozeans mit seinen unglaublich schneeweißen Traumstränden, – die faszinierende Welt der Wüsten mit ihren endlos leeren Flächen und ihren bezaubernd schönen Dünenlandschaften, – moderne Städte und Dörfer mit besten Straßen, – und nicht zuletzt unglaublich freundliche und hilfsbereite Menschen, die es uns leicht gemacht haben, uns in diesem Land wahnsinnig wohl zu fühlen.
Wir haben noch nie ein solch sicheres und freies Land bereist, wie den Oman ! Danke dafür !
Ja, – dieses Land ist ideal zum Überwintern, – geniales Wetter, warm, aber nicht heiß, täglich blauer Himmel und viel Sonne, – freies Stehen überall, – sorgloses Reisen, – beste Versorgung, – das schreit direkt nach einer Wiederholung !
– wenn da nicht diese verdammt lange und anstrengende An- und Abreise mit jeweils fast 7.500 Kilometern und die schwierigen Grenzübertritte Iran-VAE und zurück wären.

Aber erst mal sind wir noch hier.
Gegen 10 Uhr machen wir uns auf den Weg, zurück auf die 01 und immer nach Norden.
Unterwegs halten wir noch einige Male an, – die Küstenstraße ist schon seit Muscat so eng bebaut, daß wir eigentlich ständig durch irgendwelche Orte fahren.
Wir haben noch einige omanische Rial, die wir noch ausgeben wollen, so kaufen wir unterwegs ein wenig Obst und Gemüse und Heike ergattert in einem kleinen Laden ein paar schöne Tücher, – die letzten 10 Rial werden dann in Diesel umgesetzt, fast 70 Liter kriegen wir dafür.

Wir wollen uns in den Emiraten zunächst den Norden ansehen und wählen als Grenzübergang Khatmat Milahah, einen kleinen Übergang, der kaum von Touristen genutzt wird, – auch wegen Aspros, – wir haben ja wieder das „Einreiseproblem“, das wir schon bei der ersten VAE-Einreise an Weihnachten in Sharjah hatten und das wir irgendwie umgehen wollen.
In Khatmat Milahah wird gerade eine neue, ziemlich gigantisch große Grenzabfertigung gebaut, man erkennt schon, wie sie mal werden wird.
Die Alte ist ziemlich klein und irgendwie provisorisch, kleine Häuschen und Container stehen überall, richtig viel ist nicht los, aber immerhin fahren doch einige PKW und überraschend viele emiratische LKW hier durch.

Die Ausreise aus dem Oman funktioniert eigentlich recht schnell, im Nu sind die Pässe ausgestempelt, – nur mit dem Carnet de passage kennt sich absolut niemand aus, wodurch wir einige Zeit verplempern, – man schickt mich einige Male hin und her. Als ich dann nach einer kompletten Platzrunde wieder beim ersten Zöllner ankomme, wird es ihm wahrscheinlich doch irgendwie peinlich und er erbarmt sich, mit mir zusammen das Papier durchzuschauen und die Ausreisestempel an der richtigen Stelle zu platzieren.

Dann folgt die Einreise in die Emirate, am ersten Grenzposten zeigt mir eine schwarz verhüllte, junge Grenzbeamtin das Büro, in dem ich mich melden soll.
Wie schon bei der Ausreise, sind auch hier unsere Reisepässe relativ schnell fertig, – als es dann an das Carnet de passage geht, wird es wieder ein wenig schwieriger.
Zunächst zickt der Zöllner etwas rum, wegen unserer deutschen Fahrzeugversicherung, – will sie nicht anerkennen, weil sie nur in deutscher Sprache ausgestellt ist, – als ich mich aber kontinuierlich weigere, eine Emiratische abzuschließen, wird der Chef eingeschaltet und plötzlich geht es dann doch recht schnell, – das Carnet wird ausgefüllt, – ins Fahrzeug schaut dankenswerterweise niemand, – Aspros muß leider die ganze Zeit in seiner Hütte eingesperrt bleiben, das passt ihm gar nicht und zwischendurch hat er seinen Unmut darüber schon mal deutlich laut kundgetan, – Heike kann ihn aber besänftigen und niemand merkt etwas. Nach knapp zwei Stunden haben wir alles hinter uns und sind durch.

Der erste Ort, Kalba, empfängt uns gleich mit einem Novum.
Hier hat man sich zwischen Meer und Stadt eine kleine Lagunenlandschaft gebaut, ein schöner See mit Uferpromenade, Grünanlagen und Blumenbeeten, selbst ein Bootssteg ist vorhanden, an dem kleine Boote festgemacht sind. Das sieht irgendwie aus, wie am Gardasee. Wir sind allerdings hier mitten in der arabischen Wüste !?

Nur wenige Kilometer nördlich kommen wir in die größte Stadt hier an der emiratischen Ostküste, Al-Fujairah.
Aus einem kleinen Fischerort ist auch hier in wahnsinnig kurzer Zeit eine moderne Stadt geworden, die umvermeidlichen Hochhäuser in der City gehören dazu.
Wir fahren die Uferstraße entlang und finden bald einen recht schönen Stellplatz für die Nacht. ( N 25° 08´17.3″ E 056° 21´22.4″ )
Auf einem großen, freien Platz, zwischen den Häusern stehen wir direkt am Strand, von hier können wir den Fischern bei der Arbeit zusehen.
Als es am Abend dunkel wird, leuchtet die Armada der Öltanker, die draußen auf dem Meer auf die Beladung warten, wie die Silhouette einer Stadt, drüben am anderen Ufer einer großen Bucht, es sind weit mehr als 80, die ich im Hellen gezählt hatte.
Später, als es ganz dunkel ist und die Brandung ein wenig stärker wird, fluoreszieren die Wellen, wie wir es schon bei Ras-al-Hadd im Oman gesehen haben, – das sieht toll aus, wenn die eigentlich weiße Gischt auf der Brandung plötzlich in einem gleißend grünen Licht erscheint.

Tagesetappe:    108 km                    Gesamtstrecke:   12.719 km

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Verfasst von - 13. Februar 2016 in Allgemein

 

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Von Wadam as Sahil nach Sohar

In der Nacht kommt Wind auf, er bläst ziemlich stark übers Meer, – kalt ist er nicht, aber unangenehm, – er wirbelt immer wieder Sand und Staub auf und jagt ihn durch die Luft.

Gegen 10 Uhr fahren wir weiter.
Wir nehmen bewußt nicht die Schnellstraße 01, sondern fahren die schmale Asphaltstraße, die ganz draußen am Meer entlanggeht.
Sie führt durch die kleinen Fischerdörfer, meist direkt am Strand entlang, – gelegentlich sind kurze Stücke über eine Sandpiste zu fahren.

So kriegen wir einen schönen Einblick in die alten Dörfer und in das tägliche Treiben der Fischer.
Zum Teil sieht es „wüst“ aus hier draußen, die kleinen Boote liegen direkt am Strand, alle Utensilien, die die Fischer so brauchen direkt daneben, Netze, Anker, Seile, alte Kübel und Styroporkisten, – mit Winden oder uralten Pickups lassen sie ihre Boote zu Wasser oder ziehen sie wieder an Land.
Natürlich liegt auch viel Unrat zwischen den einzelnen Fischerhütten, leider ist die gesamte Gegend hier oben, nordwestlich von Muskat bis hoch nach Sohar heftig vermüllt, das ist schade, gerade weil dort unten in der Capital Area alles so vorbildlich sauber gewesen ist.

Zudem werden hier entlang des Meeres unglaublich viele alte Häuser abgerissen, wieso oder warum das so ist, wissen wir nicht, es fällt allerdings auf, daß über zig Kilometer viele kleine Häuser verlassen oder gar schon eingefallen sind. Das ist natürlich zudem kein wirklich schöner Anblick.
Nur wenige Meter weiter im Hinterland entstehen dafür unglaublich viele neue, wunderschöne Häuser, fast palastähnlich, wie wir sie im gesamten Land gesehen haben.

Heute ist Freitag, also moslemischer Sonntag, und überall in den Dörfern findet das Freitagsgebet statt, überall an den Moscheen herrscht Hochbetrieb, eine Unzahl an Autos steht davor, – wir hören im Vorbeifahren die Worte des Muezzin durch die Lautsprecher.
Die Omanis sind ja eigentlich immer blitzsauber gekleidet, mit ihren weißen Dishdashas und ihren Kopftüchern, aber heute strahlen sie noch weißer im Sonnenlicht, – ja, und ihr werdet es nicht glauben, – die angenehmen Duftwolken, die sie hinter sich herziehen, strömen durch die offenen Autofenster bis zu uns herein, – es ist unglaublich.

Bis Saham fahren wir immer draußen am Meer entlang, es zieht sich unheimlich in die Länge, ist aber hochinteressant.
Dann fahren wir auf die Schnellstraße 01 und sind im Nu in Sohar, Heike will noch einige Sachen im Supermarkt einkaufen, dann ist auch der Tag schon wieder um.
Mit der Einfahrt nach Sohar wandelt sich das Straßenbild schlagartig, alles ist wieder ordentlich angelegt, Palmen und gußeiserne Laternenmasten säumen die Straßen, parkähnliche Flächen sind angelegt, Blumenbeete und Rasenflächen schmücken die Stadt.
Wir fahren hinaus zum Sallan-Park, direkt am ewig langen Sandstrand der Stadt gelegen, zwischen Radisson und Sohar-Beach Hotel gelegen.
Dort ist heute verdammt viel los, wir verziehen uns ein wenig nach draußen, wenige Meter neben dem Radisson-Hotel bleiben wir für die Nacht am Strand stehen.
Es windet noch immer und feiner Sand wirbelt heftig durch die Luft. ( N 24° 24´39.9″ E 056° 42´50.9″ )

Tagesetappe:   133 km                    Gesamtstrecke:   12.611 km

 
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Verfasst von - 12. Februar 2016 in Allgemein

 

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Von der Al Fizaya Beach nach Ain Jarziz

Im Paradies ist die Hölle los !
In der Nacht baut sich der Sturm immer mehr auf, heftige Fallwinde stürzen in wilden Böen über die mehr als 400 Meter hohen, steil aufragenden Felsen zu uns herunter, unser HerrMAN wackelt wie wild, Sand wird aufgewirbelt und zieht in Wolkenformationen über uns hinweg, trotz geschlossener Luken dringt er durch alle Ritzen, – richtig gut schlafen funktioniert irgendwie anders.

Irmgard und Klaus haben sich in der Nacht verdrückt und näher vor die Felswand gestellt, aber auch dort windet es nicht wirklich weniger.
Jedenfalls ist die Nacht viel zu kurz und wir sind früh auf, – nichts wie weg hier, – die Flucht aus dem Paradies.

Wir fahren über die 47 zurück, – durch den Canyon, – vorbei an Al Mughsayl und weiter bis kurz vor Salalah, – dort biegen wir nach Norden in die Berge ab.
Der Sturm läßt auch dort nicht merklich nach, zudem fällt die Temperatur dort oben auf 16 Grad, ziemlich ungemütlich, mitten im „gefühlten“ Sommer.

Die Straße nach dort oben ist nagelneu ausgebaut und bestens asphaltiert, in steilen Serpentinen windet sie sich bis auf etwa 1.000 Meter hinauf.
Bei Rakoob stehen viele Weihrauchbäume, wir halten kurz an.
Weihrauch war schon seit jeher das „Gold“ des Dhofar, verhalf den hiesigen Bewohnern bereits in der Antike zu einem relativen Wohlstand, Kaufleute, Seefahrer, Karawanenführer, alle profitierten davon. Schon damals wurden die „Tränen der Götter“ über den Ozean bis nach Indien, Afrika und in den Mittelmeerraum gebracht, Kamelkarawanen brachten ihn auf dem Landweg bis hinauf ans östliche Mittelmeer, von wo er bis nach Rom weiter transportiert wurde.
Weihrauchbäume wachsen nur wild, sie können nicht gezüchtet oder verpflanzt werden, und sie wachsen nur hier in großen Mengen.
Durch Anritzen der Rinde bluten die Bäume und es entstehen nach einer gewissen Zeit Tropfen aus Harz, die als „Weihrauch“ geerntet werden.
Diese Harztropfen werden zu Salben und anderen Medizinprodukten verarbeitet, ihr Rauch „reinigt“ und desinfiziert die Luft in Räumen und verleiht der Kleidung einen angenehmen Duft, Trinkwasser wird damit aromatisiert, gekaut hilft er gegen verschiedene Beschwerden und natürlich ist er verschiedenen Religionen heilig und wird dort den Göttern als Weihrauchopfer dargebracht.
Je heller diese Tropfen sind, um so besser ist die Qualität, um so teurer wird er gehandelt.
Seine größte Blüte erlebte der Weihrauchhandel zwischen 500 v. Chr. und 100 n. Chr., heute spielt der Weihrauchhandel kaum noch eine Rolle.

Wenig später kommen wir zum Grabmal des Propheten Hiob (Ayub), er wird in allen drei großen Religionen benannt, – hier liegt er begraben.

Wir verlassen die Berge und nähern uns wieder Salalah.
Etwa 10 km vor der Stadt führt ein kleines Seitental zu der Quelle „Ain Jarziz“.
Wir erwarten, daß es dort wieder wärmer und der immer noch starke Wind in dem schmalen Tal etwas abgehalten wird.
Wir fahren hin und bleiben für die Nacht. Hoffentlich wird sie ruhiger und gemütlicher als die Letzte. ( N 17° 06´18.1″ E 054° 04´28.4″ )

Tagesetappe:   113 km                    Gesamtstrecke:   10.916 km

 
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Verfasst von - 31. Januar 2016 in Allgemein

 

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Von Mirbat nach Salalah

Hier im Einzugsbereich von Salalah gibt es natürlicherweise wieder mehr anzusehen, also fahren wir etwas früher los, wir wollen die Stadt heute abend noch erreichen.

Seit gestern schon ist die Luftfeuchtigkeit bedeutend höher, obwohl sich die Tagestemperatur von etwa 28 Grad im Vergleich zu den letzten Tagen nicht verändert hat, schwitzen wir wesentlich mehr. Der Bereich um Salalah hat ein spezielles Kleinklima, hier ist es immer irgendwie feucht, zudem oft bewölkt und dadurch „kühler“, wenn im Sommer die Gebiete um die Hauptstadt Muscat wegen der sengenden Hitze von über 45 Grad kaum noch bewohnbar sind, spielt Salalah seine Trümpfe aus, mit nur 35 Grad ist es hier für omanische Verhältnisse angenehm kühl, zudem fällt gelegentlich ein leichter Nieselregen, die Region nordwestlich von Salalah ist grün, fast alpenländisch, sogar Kühe grasen hier.
Salalah ist dann Zufluchtsort für viele Omanis, die hier urlauben, es gibt eine Vielzahl Hotels und kilometerlange Badestrände, selbst die Sultansfamilie hat sich schon vor Generationen Salalah als Wohnsitz auserkoren, der Amtssitz in der Hauptstadt ist nur zum „arbeiten“ zu gebrauchen.

In Mirbat fahren wir durch die Altstadt, die schönen alten Lehmhäuser zerfallen leider immer mehr, werden abgerissen und durch moderne Bauten ersetzt.
Der Ort ist geschichtsträchtig, bereits im Mittelalter wurde von hier fleißig Handel mit China und Indien betrieben, natürlich mit Weihrauch, der seit Urzeiten hier im Dhofar gewonnen wird, aber auch mit Araberpferden, die früher hier gezüchtet wurden.
Das alte Fort hingegen ist vorbildlich renoviert, von außen und von innen ist es hergerichtet und vermittelt einen schönen Eindruck seiner Zeit.
Am Ortsausgang besuchen wir den großen Friedhof, der von einem zweitürmigen Mausoleum überragt wird, in dem der heilige Ali al Alawi begraben liegt.

Nach etwa 10 Kilometern entlang der Küstenstraße biegen wir auf die neue Serpentinenstraße in Richtung Berge.
Dort stehen die für den Oman seltenen Baobabbäume, – ein kurioser Anblick, ganz ohne Blätter, zum Teil mit rosa Blüten, ein Überlebenskünstler unter den Bäumen.

Nächste Station ist dann der alte Weihrauchhafen „Samhuram“, den wir etwa 25 km weiter westlich erreichen.
Ein Naturhafen, geschützt in einer Felsenbucht liegend, war er der ideale Platz, um den Weihrauch des Dhofar, der in alle Welt verschifft wurde, sicher zu verladen.
Er soll schon 400 v. Chr. gegründet worden sein, konnte perfekt vor Angreifern geschützt werden und bot genügend Schutz gegen die Unbill des Meeres, die sich jedes Jahr in Form heftiger Sommerstürme gezeigt hat. Heute ist die ehemalige Hafeneinfahrt durch eine Sandbank versperrt, seinerzeit wurde die Fahrrinne regelmäßig freigehalten.
Etwas zurückgesetzt auf einem Hügel sind die Mauerreste der alten Festung „Khor Rouri“ zu sehen, – seit 2000 Weltkulturerbe der UNESCO und bestens restauriert.
Von hier oben ist der Blick fantastisch, über die Lagune, in der sich viele Vögel, Reiher und auch Flamingis aufhalten, durch die beiden Klippen hindurch, hinaus aufs Meer.
Die großzügige Anlage wurde mittlerweile komplett hergerichtet, Zufahrtswege geschaffen, ein kleines Museum angegliedert, – unten an der Lagune sind die Reste einer alten Dhau zu sehen und deren originalgetreuer Nachbau, – in einem hinteren Bereich zwischen den Felsen wird derzeit ein Amphitheater errichtet.

Nur wenige Kilometer westlich, im Ort Taqah steht das gleichnamige alte Fort.
Zunächst nur als Wohnfort errichtet, diente es später als Residenz, wurde in den letzten Jahren bestens renoviert und ist im Innenbereich komplett und äußerst liebevoll eingerichtet, weswegen es einen besonders schönen Eindruck der damaligen Zeit vermittelt. Viele kleine Räume, Gänge, Terrassen und schmale Treppen lassen es viel größer erscheinen, als es tatsächlich ist. Direkt daneben, auf einer Anhöhe steht ein zweites Fort, das allerdings nicht zugänglich ist.

Von Taqah fahren wir dann hinüber nach Salalah.
Beim Einfahren in die 250.000-Einwohner-Stadt wird es urplötzlich grün, – entlang der Einfallstraße sind üppig grüne Rasenflächen angelegt, Blumenrabatten und hohe Palmen säumen unseren Weg. Während wir bisher im Oman überall Dattelpalmen gesehen haben, wachsen hier in Salalah und Umgebung Kokospalmen.
Mächtige gußeiserne Lampen säumen die breiten Straßen und verleihen dem Städtchen ein barockes Aussehen.
Rechts der Straße leuchten uns grüne Felder entgegen, links sehen wir große Plantagen, – Bananen, Mangos und Papayas werden hier angebaut.
Wir fahren auf der Sultan Qaboos Road einmal komplett durch die Stadt, suchen einen Nachtplatz, – im Westen, kurz vor dem Industriehafen drehen wir um und fahren zurück.
In der Nähe des „Samharam Tourist Village“ in einer großen Baulücke fahren wir hinaus zum schneeweißen Strand, direkt neben der „Khwar Awqad-Lagune“ finden wir unseren Stellplatz. ( N 16° 59´15.2″ E 054° 02´01.4″ )

Tagesetappe:   103 km                    Gesamtstrecke:   10.666 km

 
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Verfasst von - 27. Januar 2016 in Allgemein

 

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Von Hasik nach Mirbat

Gegen 10 Uhr fahren wir wieder hinaus auf die Küstenstraße 42, die nun zügig hinunter ans Meer führt, bis zu dem kleinen Ort Hasik.
Ab hier führt sie immer ziemlich dicht am Meer entlang, nur ein schmaler Streifen bleibt zwischen Meer und den dahinter steil aufragenden Bergen.

Hinter Hasik gibt es wieder über viele Kilometer keine einzige Siedlung, nur die reine Natur.
Die Küste ist abwechslungsreich, mal reichen die Felsen bis ins Meer hinein, die Küste ist steinig, das Meer klatscht dagegen, – an anderen Stellen wieder gibt es langgezogene Buchten mit feinem, weißen Sand, – aber auch Kiesstrände, – und einen ganz Besonderen, – sein „Sand“ leuchtet fast rosa, als wir ihn näher ansehen, erkennen wir, daß er fast nur aus zerriebenen Muschelschalen und Schneckenhäusern besteht.
Heike schleppt wieder die schönsten Fundstücke an, – die Muschelschalen erreichen hier öfters die Größe einer Hand.

Als wir gegen Mittag an einer langgezogenen, herrlich sandigen Badebucht vorbeikommen, sieht Heike ziemlich nah am Ufer etwas Großes im Wasser schwimmen.
Wir halten an, und sehen eine Gruppe großer dunkler Fische, erst nach einiger Beobachtung sind sie eindeutig als Delphine zu erkennen, sie sind sehr groß und von ungewöhnlich dunkler Farbe, ich zähle ungefähr 20.
Sie drehen gemächlich ihre Kreise, schwimmen am Strand ein Stück die Bucht hinauf, drehen und schwimmen wieder runter, – so geht es minutenlang, sie haben keine Eile, die Bucht scheint ihnen zu gefallen, – sie sind wirklich ganz nah, Heike läuft zum Strand runter, um sie noch besser sehen zu können, ich beobachte vom Straßenrand mit dem Fernglas. Das ist wahnsinnig spannend und aufregend, so eine große Gruppe, freilebend, und so nah, – ein ungewöhnliches Schauspiel.

Irmgard und Klaus waren ein Stück vorneweg gefahren und hatten sie offensichtlich nicht gesehen, als sie endlich nach 20 Minuten zu uns zurückkommen, ist Klaus nicht mehr zu halten, – er steigt ins Wasser und schwimmt zu der Gruppe raus. Sie sind sehr vorsichtig, aber interessiert, beäugen ihn, drehen eine Schleife, kommen zurück, wieder ein wenig näher, sie teilen sich und wiederholen das Spiel mehrmals, jedesmal kommen sie ihm näher, letztendlich sind sie nur noch etwa 6 oder 7 Meter von Klaus entfernt.
Ein unvergessliches Erlebnis für ihn. Für uns war das Zusehen schon spannend genug.
Wir könnten den munteren Tieren noch ewig zusehen, doch nach einer Stunde fahren wir wieder.

Nach etwa 40 Kilometern erreichen wir Sadah, ein kleines Städtchen mit einem Fischerhafen und ein paar Geschäften.
Wir fahren hinein, Irmgard und Heike haben schon wieder einen Stoffladen entdeckt und kaufen ein, – dann sind wir schon wieder weg.
Bis Sadah war die 42 eine wirkliche „Traumstraße“, – nirgendwo im ganzen Land haben wir weniger „Zivilisation“ und mehr „Sensationen“ gesehen, als auf dieser Strecke.
Ab hier beginnt nun der Einzugsbereich von Salalah, der Verkehr wird mehr, die Bebauung dichter, die Nähe der alten Sultansstadt macht sich schon immer bemerkbar.

Bei Sadah wird die 42 zur 49 und führt nun weg vom Meer, hinauf auf eine flache Ebene, trocken, steinig, ohne viel Vegetation, eigentlich fast langweilig, im Vergleich zu all den Highlights, die wir die letzten Tage so gesehen haben.
Zudem wird die 49 bis hinüber nach Salalah auf ihrer gesamten Länge neu gebaut, es wird überall gegraben und gebaggert, mancherorts wird der Verkehr umgeleitet, Baustellen-LKW kreuzen oft die Fahrbahn, hinterlassen Dreck, öfters staubt es kräftig hinter uns.

Nach etwa 50 km kommen wir nach Mirbat, dort suchen wir uns wieder einen Stellplatz am Meer. ( N 16° 58´45.7″ E 054° 41´05.1″ )

Tagesetappe:   154 km                    Gesamtstrecke:   10.563 km

 
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Verfasst von - 26. Januar 2016 in Allgemein

 

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Vom Wadi Shuwaymiyah nach Hasik

Wir verlassen das Wadi Shuwaymiyah über die Wellblechpiste, es gibt keinen anderen Zugang.
Im Ort kaufen wir frisches Brot und Wasser, dann fahren wir über die neue Küstenstraße 42 in Richtung Süden.

Kurz hinter Shuwaymiyah führt sie schnurgerade direkt an der Küste entlang, bis sie nach einigen Kilometern in einem steilen Anstieg auf die Hochebene hinauf führt.
Die neue Küstenstraße ist ein gigantisches Bauwerk, – immer wieder ist sie tief in die Felsen hineingegraben, die gewaltigen Felswände stehen rechts und links der Straße leuchtend gelb in der Mittagssonne, Fangzäune und Spritzbeton sollen Steinschlag und Erdrutsche verhindern, – das Verkehrsaufkommen ist äußerst gering in diesem Abschnitt, uns begegnen gerade mal 10 oder 15 Fahrzeuge auf der gesamten Fahrt, einen Ort kriegen wir heute gar nicht zu sehen, hier gibt es außer Landschaft nichts.
Immer wieder führt sie uns zu den spektakulärsten Orten dieser Gegend, vielleicht des gesamten Südens, immer wieder wird auf Parkplätze und Aussichtspunkte hingewiesen.

Zuerst gleich im Anstieg hinter Shuwaymiyah, von diesem Aussichtspunkt hat man einen wunderbaren Blick zurück auf die Küstenlinie bis hinüber zum Ort, türkisfarbenes, sauberes Wasser und schneeweiße Strände, – absolut leer, – noch ! Ein großes Schild an der Straße weist auf den Neubau eines Tourismus-Resorts hin, noch ist keine Bautätigkeit zu sehen.
Im Wasser vor der Küste schwimmt ein „schwarzer Teppich“, – mit dem Fernglas können wir erkennen, daß sich ein riesiger Schwarm Kormorane dort niedergelassen hat.

Weiter oben in den zerklüfteten Bergen das nächste Highlight.
Direkt links neben der Straße stürzt die Felskante einige hundert Meter tief hinunter in einen Canyon, tief eingeschnitten in den schwarzgebrannten Fels ist unten der Lauf eines ausgetrockneten Flußes zu sehen, der bis hinaus ins Meer führt.

Und nur wenige hundert Meter weiter der Hinweis auf den nächsten Aussichtspunkt, – nur wenige Meter abseits der Straße gibt er den Blick auf einen weiteren, noch größeren und eindrucksvolleren Canyon frei. Eine unglaubliche Landschaft liegt unter uns.
In keinem unserer Reiseführer gibt es einen Hinweis auf diese „kleinen Wunder“, vermutlich ist der Zugang zu ihnen erst mit dem Bau der neuen Straße möglich geworden.

Sie bringt uns weiter, ein Stück über das Hochplateau und dann in die zerklüfteten Berge des „Jabal Zaulaul“, – immer absolut unproblematisch, – sie ist bestens ausgebaut, – breit und sicher. Immer wieder gibt sie Ausblicke frei, die von hoch oben auf die Küstenlinie und hinunter aufs Meer gehen und immer wieder gibt es Parkplätze und beschilderte Aussichtspunkte.

Später führt sie in Serpentinen hinab, wieder tief in die Felsen eingemeißelt und manchmal ziemlich steil, bis sie unten auf Meereshöhe einen Wadi kreuzt, der durch eine Palmenoase hinaus ins Meer führt. Wir sind etwa 20 km vor dem Ort Hasik, auch hier hat man neben der Straße einen Aussichtspunkt gebaut, den wir anfahren.
Die Oase ist ein Augenschmaus, – ein kleiner Palmenwald, – meist mehrstämmige Dattelpalmen, – dahinter ein grün leuchtender See zwischen gelbweißen Felswänden, – die können wir nicht einfach so links liegen lassen !

Also drehen wir um und fahren in das Wadi hinein, einige hundert Meter tief, – weg von der Straße, dort hinten ist es traumhaft still, – das Wasser im See ist absolut badetauglich und herrlich warm, – der Tag ist gelaufen, – hier bleiben wir ! ( N 17° 36´04.7″ E 055° 15´19.8″ )
Unter den Palmen verbummeln wir den Nachmittag, suchen Holz zusammen, für unser allabendliches Lagerfeuer.
Als später der Vollmond hinter den Felsen hervor kommt und die Oase taghell erleuchtet, ist der Abend perfekt.
Nun ja, – fast, – nur ein paar Schnaken attackieren uns immer wieder.

Tagesetappe:   80 km                    Gesamtstrecke:   10.409 km

 
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Verfasst von - 25. Januar 2016 in Allgemein

 

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Von Sharbathat ins Wadi Shuwaymiyah

Irgendwann muß es halt doch weiter gehen.

Wir fahren in Richtung Manji, – eine Wellblechpiste vom Feinsten, – es rappelt ziemlich heftig, – erst ab Tempo 50 wird es ruhiger, eine weiße Staubfahne zieht hinter uns her.
Der Strand zieht sich noch einige Kilometer in die Länge, – Manji ist offensichtlich gar kein Ort, nur ein paar Pavillons stehen am Strand, – ein Ausflugsziel, – und ein paar Arbeiter sind damit beschäftigt, den Müll am Strand einzusammeln ! Das ist doch mal was !
Wir können uns noch immer nicht losreissen und halten noch zweimal an, zuletzt vor dem Anstieg in die Hochebene, dort sind schon Klippen und kleine Riffe im Meer, Krabben und Krebse tummeln sich dort in Massen, die Reiher stehen im seichten Wasser und haben leichtes Spiel.

Nun schlängelt sich die Piste steil den Anstieg hinauf, – von oben haben wir noch einmal eine traumhafte Aussicht über die Bucht.
Nach etwa 20 Kilometern führt uns die Piste zurück auf die 41, auf der wir bis Shalim bleiben.
Wir wollen ein wenig einkaufen, allerdings sind die meisten Geschäfte wegen der Mittagszeit schon wieder geschlossen, nur ein wenig Obst und Gemüse können wir ergattern und nebenan in einem Restaurant wieder mal einkehren, ich esse Kamelfleisch mit Reis, – schmeckt absolut lecker.

In Shalim gehen wir auf die 42, eine ziemlich neue und gut ausgebaute Aspahltstraße, die nun immer an der Küste entlang bis Salalah führt.
Nach etwa 35 km sehen wir die steile Abfahrt, die hinunter in den Canyon von Ash Shuwaymiyah führt.
Absolut spektakulär, der Blick hinunter in das tief ausgewaschene Tal, weiß, gelb und braun gestreift leuchten die bunten Felsen in der Mittagsonne.
Die Abfahrt dort hinunter ist nicht weniger spektakulär, tief eingegraben in den Fels windet sich die neue Asphaltstraße wahnsinnig steil in den Canyon hinunter.
Irgendwie ist der Blick in jede Richtung, egal in welche, ein Augenschmaus, – links geht er tief in den Canyon hinein, – rechts weit an der steilen Abbruchkante entlang bis fast zum Horizont, – nach vorne schlängelt sich das schwarze Asphaltband durch das weißgelbe Gestein, bis hinaus ans Meer, – und der Blick zurück zeigt die gewaltige Abbruchkante in ihrer gesamten Breite und die Straße, die sich dort hindurch zwängt.

Das Städtchen Ash Shuwaymiyah, wenige Kilometer südlich bietet nicht wirklich viel, wir fahren hindurch, es gibt nichts, was uns zum Anhalten bewegen könnte.
Wir nehmen die Piste, die tief in das Wadi Shuwaymiyah hineinführt.
Sie ist ziemlich heftig, eine Schotterpiste mitten im Flußbett, tief gewellt und knallhart, wieder scheppert es heftig, hier hilft nur Tempo, ab 55 km/h ist von dem Wellblech nichts mehr zu spüren, nur vor den Kurven muß ich vom Gas, sonst wird es eng, die Bodenhaftung bei diesem Tempo ist nicht wirklich groß.
Das Wadi ist breit und traumhaft schön, – rechts und links ragen die hellen Felsen in den blauen Himmel, – im Wadi, rechts und links der Piste, stehen vereinzelt Akazien, hie und da trotten Kamele auf der Suche nach Futter hindurch.

Nach einigen Kilometern erscheinen erste Palmen zwischen den Akazien,  wir erreichen unser Ziel, den „Wasserfall“.
Aus einer wasserführenden Schicht kurz unterhalb des Hochplateaus läuft Wasser und sucht sich seinen Weg über die Felswand hinunter ins Wadi, – nicht viel, – unter einem Wasserfall stellen wir uns etwas anderes vor, – aber Wasser erzeugt hier sofort kleine Wunder, und so sieht es hier auch aus, von den Felswänden hängen große „Tropfsteine“ herab, in Etagen kommt das Wasser herab, auf der Oberen hat man ein ovales Wasserbecken angelegt, in dem sich das Wasser zu einem Pool sammelt, der türkisfarben in der Sonne leuchtet, eine Treppe führt aus dem Wadi nach oben, weiter unten „tropft“ das Wasser dann in ein zweites Becken, von dort läuft es in den Wadi.
In den Felswänden, auf den Etagen und unten im Wadi wachsen die Palmen, Sträucher und Gräser, wunderschön sieht das Grün vor den kahlen Felsen aus, das Plätschern des Wassers klingt irgendwie fremd in diesem ach so trockenen Tal.

Unterhalb des Wasserfalls richten wir uns ein, ein wirklich idyllischer Stellplatz. ( N 17° 55´58.2″ E 055° 31´42.5″ )
Als wir am Abend draußen sitzen, quakt immer mal wieder ein Frosch und der Vollmond taucht Felsen und Wadi in ein wundervolles Licht, – es herrscht absolute Stille, – kein Geräusch ist zu hören.

Tagesetappe:   120 km                    Gesamtstrecke:   10.329 km

 
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Verfasst von - 24. Januar 2016 in Allgemein

 

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