RSS

Schlagwort-Archive: Salalah

Von Ain Razat nach Shisr

Auch hier in der kleinen Oase ist die Nacht wieder wunderbar ruhig und sturmfrei, also alles richtig gemacht.

Am Morgen wollen wir weiter, auf der N 31 die Salalahebene verlassen und über die Dhofarberge nach Norden.
Doch beim Anlassen schwächelt unser HerrMAN ein wenig, ich habe das die letzten Tage schon bemerkt, daß der Starterbatterie die Luft ausgeht.
Wir beschliessen, nochmal zurück in die Stadt zu fahren und gleich Neue einbauen zu lassen, die Alten sind schon ziemlich alt, und die nächsten 1.000 km nach Norden treffen wir kaum auf größere Ansiedlungen. Es wäre blöd, wenn wir die nächsten Tage irgendwo in der Wüste nicht mehr starten könnten und stehenbleiben.

Also zurück nach Salalah und einmal quer durch die Stadt, bis hinüber in das Industriegebiet, dort sind alle Autohäuser und eine Vielzahl von kleinen Reparaturwerkstätten und Läden für Autozubehör.
Wir müssen zwei oder dreimal erfolglos fragen, dann zeigt uns ein Inder den Weg zum richtigen Laden, dort gibt es zwar nicht die Originale, doch sie passen und der Preis ist auch ok. Der Einbau dauert etwa eine Stunde, dann können wir weiter.

Wieder zurück durch die ganze Stadt und auf die N 31 nach Norden, „Muscat 1.010 km“ steht auf einem der Schilder am Straßenrand.
Die N 31 ist sehr gut ausgebaut, steil führt sie über die Dhofarberge hinweg, auch hier ist die Straße tief in den Fels hineingegraben.
Von oben haben wir einen tollen Blick über die gesamte Salalahebene, über die Stadt selbst und hinaus ans Meer.
Überall ist an den riesigen Staubwolken zu erkennen, wo sich die nächsten Mega-Baustellen durchs Land „fressen“. Es ist einfach gigantisch, was hier in den letzten Jahren geschaffen wurde, und was noch auf dem Plan steht, die Zahl der derzeitigen Baustellen ist schier unbeschreiblich.

Etwa 50 km nördlich von Salalah liegt auf der linken Seite der Weihrauchpark „Wadi Daukah“.
Er wurde hier künstlich angelegt, ein Teil der Weihrauchbäume stand schon hier, andere hat man dazu gepflanzt, das „Wadi Daukah“ ist noch viele Kilometer weiter nördlich.
Hier wird den Besuchern der Salalahregion die Möglichkeit gegeben, sich Weihrauchbäume und das Drumherum „stadtnah“ anzusehen, auf Tafeln ist „Wadi Daukah“ dargestellt und vieles rund um den Weihrauch erklärt.
Wir schauen uns das alles in Ruhe an, ein für den Park zuständiger „Gärtner“ aus Pakistan erklärt uns Vieles rund um den Baum, die Aufzucht und seine Eigenheiten, eine sehr lehrreiche und äußerst angenehme Unterhaltung mit ihm.

Dann fahren wir weiter, – die Landschaft entlang der Strecke wird nun immer eintöniger, – flach, – einfarbig, – vegetationslos, wir haben fast 1.000 km Wüste vor uns.
Unser nächstes Ziel ist Shisr mit seinen Ausgrabungen.
Über Thumrayt folgen wir der N 31 und biegen etwa 35 km hinter der Stadt links ab.
Etwa 40 km vor Shisr fahren wir ein gutes Stück in die endlos flache Wüste hinaus und suchen uns einen Stellplatz für die Nacht.
Die Auswahl ist deutlich begrenzt, es gibt mangels jeglicher Vegetation keinen Schatten, den wir ansteuern könnten, es gibt auch keinerlei Dünen oder Hügel, hinter die wir uns verziehen können, die Wüste ist hier flach, wie ein riesiger, endloser See.
So stellen wir uns eben mitten in die Ebene, das geht auch mal. ( N 18° 01´15.9″ E 053° 54´42.5″ )

Am Abend schrauben wir noch eine gute Stunde an unserem HerrMAN, – ein Vorderreifen fährt sich außen einseitig ab, und Klaus meint, wir sollten ihn umdrehen, er hat einfach Lust drauf, das zu machen, also packen wir es an, – und es funktioniert.
Bis wir fertig sind, duftet es schon wunderbar vom Grill, unsere Frauen waren offensichtlich auch nicht untätig, – danach gibts das obligate abendliche Lagerfeuer, bis tief in die Nacht sitzen wir zusammen und plaudern, – so ein Zigeunerleben hat schon was.

Tagesetappe:   170 km                    Gesamtstrecke:   11.157 km

Advertisements
 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 2. Februar 2016 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , , , ,

Von Ain Jarziz über Salalah nach Ain Razat

Die Nacht ist endlich wieder mal richtig still, am Abend zieht auch hier immer wieder mal eine Winböe durch das Tal, in der Nacht jedoch ist es ruhig.

Heute steht noch einmal Salalah auf dem Plan.
Die neue „Sultan Qaboos Moschee“ ist unser erstes Ziel, sie ist nur bis 11 Uhr für Besucher geöffnet, also fahren wir etwas früher los.
Salalah ist recht einfach zu fahren, ist von drei großen Querstraßen durchzogen, die wiederum über fünf Querverbindungen zu erreichen sind, so finden wir uns recht schnell zurecht. Also vom Norden her rein, einmal links abgebogen, später noch mal rechts abgebogen, – steht die Moschee auf der linken Seite vor uns.
Ein heller, prächtiger Bau mit zwei Minaretten und zwei großen Kuppeln mit schönen Verzierungen, – nicht zu feudal, – eher schlicht wirkt sie auf uns, – ohne goldene Dächer oder blaue Kachelverzierungen, trotzdem elegant und weitläufig.
Sie ist auch für Nichtmuslime zugänglich, natürlich ist dabei auf „vernünftige“ Bekleidung zu achten.
Der große Gebetsraum im Inneren ist hell, durch die Seitenfenster und Oberlichter in den Kuppeln kommt viel Licht nach innen, – die Wände mit geometrischer Ornamentik, – der Boden ganz mit Teppichen ausgelegt, – in den Kuppeln hängen mächtige, gläserne Lüster.

Unser zweites Ziel sind die „Archäologischen Ausgrabungen al Baleed“ mit dem Weihrauchmuseum.
In einer großen, neu gestalteten Anlage sind die Reste der alten Stadt „Zafar“ zu sehen, – ein Teil einer Befestigungsmauer, – die Zitadelle und Reste einer Moschee wurden unter dem Sand entdeckt und ausgegraben, – weitläufig zieht sich das Grabungsfeld zwischen Meer und Lagune entlang, schön angelegt mit Wegen und Parkbänken entlang der Lagune lädt es zu einem Spaziergang ein.
Das Weihrauchmuseum gleich am Eingang der Anlage zeigt Ausstellungsstücke aus der Geschichte des gesamten Landes, ein größerer Teil beschäftigt sich mit der omanischen Seefahrt, das Thema Weihrauch wird eher am Rande gestreift, draußen auf dem Freigelände hat man Weihrauchbäume angepflanzt und das Weihrauchgebiet „Wadi Daukah“, das nördlich von Salalah liegt, „nachgebaut“.

Am Nachmittag ist dann noch mal einkaufen angesagt, diesmal im „Carrefour“.

Übernachten wollen wir wieder am Strand, östlich der Stadt, wo wir schon vor Tagen gestanden haben.
Als wir dort ankommen, fegt der Wind noch immer heftig über den Strand und bringt Sand- und Staubwolken mit sich, das brauchen wir nicht schon wieder.
Etwa 15 km nördlich der Stadt gibt es eine weitere Quelle, „Ain Razat“, kurz unterhalb der Berge, vielleicht klappt es ja dort wieder mit der Nachtruhe.
Wir fahren hin und finden ein schönes, kleines Tal mit einem kleinen See und Picknickplätzen unter großen Bäumen.
Na, wenn das nichts ist. ( N 17° 07´45.3″ E 054° 14´18.4″ )

Tagesetappe:   71 km                    Gesamtstrecke:   10.987 km

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 1. Februar 2016 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , , , ,

Von der Al Fizaya Beach nach Ain Jarziz

Im Paradies ist die Hölle los !
In der Nacht baut sich der Sturm immer mehr auf, heftige Fallwinde stürzen in wilden Böen über die mehr als 400 Meter hohen, steil aufragenden Felsen zu uns herunter, unser HerrMAN wackelt wie wild, Sand wird aufgewirbelt und zieht in Wolkenformationen über uns hinweg, trotz geschlossener Luken dringt er durch alle Ritzen, – richtig gut schlafen funktioniert irgendwie anders.

Irmgard und Klaus haben sich in der Nacht verdrückt und näher vor die Felswand gestellt, aber auch dort windet es nicht wirklich weniger.
Jedenfalls ist die Nacht viel zu kurz und wir sind früh auf, – nichts wie weg hier, – die Flucht aus dem Paradies.

Wir fahren über die 47 zurück, – durch den Canyon, – vorbei an Al Mughsayl und weiter bis kurz vor Salalah, – dort biegen wir nach Norden in die Berge ab.
Der Sturm läßt auch dort nicht merklich nach, zudem fällt die Temperatur dort oben auf 16 Grad, ziemlich ungemütlich, mitten im „gefühlten“ Sommer.

Die Straße nach dort oben ist nagelneu ausgebaut und bestens asphaltiert, in steilen Serpentinen windet sie sich bis auf etwa 1.000 Meter hinauf.
Bei Rakoob stehen viele Weihrauchbäume, wir halten kurz an.
Weihrauch war schon seit jeher das „Gold“ des Dhofar, verhalf den hiesigen Bewohnern bereits in der Antike zu einem relativen Wohlstand, Kaufleute, Seefahrer, Karawanenführer, alle profitierten davon. Schon damals wurden die „Tränen der Götter“ über den Ozean bis nach Indien, Afrika und in den Mittelmeerraum gebracht, Kamelkarawanen brachten ihn auf dem Landweg bis hinauf ans östliche Mittelmeer, von wo er bis nach Rom weiter transportiert wurde.
Weihrauchbäume wachsen nur wild, sie können nicht gezüchtet oder verpflanzt werden, und sie wachsen nur hier in großen Mengen.
Durch Anritzen der Rinde bluten die Bäume und es entstehen nach einer gewissen Zeit Tropfen aus Harz, die als „Weihrauch“ geerntet werden.
Diese Harztropfen werden zu Salben und anderen Medizinprodukten verarbeitet, ihr Rauch „reinigt“ und desinfiziert die Luft in Räumen und verleiht der Kleidung einen angenehmen Duft, Trinkwasser wird damit aromatisiert, gekaut hilft er gegen verschiedene Beschwerden und natürlich ist er verschiedenen Religionen heilig und wird dort den Göttern als Weihrauchopfer dargebracht.
Je heller diese Tropfen sind, um so besser ist die Qualität, um so teurer wird er gehandelt.
Seine größte Blüte erlebte der Weihrauchhandel zwischen 500 v. Chr. und 100 n. Chr., heute spielt der Weihrauchhandel kaum noch eine Rolle.

Wenig später kommen wir zum Grabmal des Propheten Hiob (Ayub), er wird in allen drei großen Religionen benannt, – hier liegt er begraben.

Wir verlassen die Berge und nähern uns wieder Salalah.
Etwa 10 km vor der Stadt führt ein kleines Seitental zu der Quelle „Ain Jarziz“.
Wir erwarten, daß es dort wieder wärmer und der immer noch starke Wind in dem schmalen Tal etwas abgehalten wird.
Wir fahren hin und bleiben für die Nacht. Hoffentlich wird sie ruhiger und gemütlicher als die Letzte. ( N 17° 06´18.1″ E 054° 04´28.4″ )

Tagesetappe:   113 km                    Gesamtstrecke:   10.916 km

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 31. Januar 2016 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , , , ,

Von Salalah zum Al Fizaya Beach

Der Tag beginnt früh, Dominik und seine Familie, die in unserer Nähe stehen, fahren am Morgen schon vor 7 Uhr los, dabei wühlt sich der Steyr von Dominik ziemlich laut durch den tiefen Sand. Als er dann weg ist, ist die Nacht zu Ende.

Es ist stürmisch heute, ein unangenehm kräftiger Wind kommt vom Landesinneren und bläst aufs Meer hinaus, es ist warm, ja schwül, die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, der Wind wirbelt überall Sand und Staub auf, der permanent in der Luft hängt, zudem ist es diesig, alles wirkt dadurch irgendwie trübe.
Wenn also die Fotos heute irgendwie unscharf aussehen, liegt das nicht etwa am Fotografen, – nein, – auch im Original ist alles irgendwie unscharf und verschwommen zu sehen.

Heute verlassen wir Salalah im Westen und fahren auf die 47, die nach etwa 150 km den Jemen erreicht.
So weit wollen wir allerdings nicht fahren.
Von unserem St(r)andplatz fahren wir an der „Khwar Dahariz“-Lagune vorbei, dort stehen unzählige Vögel im seichten Wasser, – Graureiher, Rosaflamingos, Ibise und verschiedene Entenarten, – dann über die „Promenade“ an der Corniche entlang, – sie befindet sich noch im Bau, – man kann aber schon erkennen, wie sie mal aussehen wird, wenn sie fertiggestellt ist.
Oberhalb, an der Sultan Qaboos Road kommen wir an den Marktständen vorbei, – wir holen uns frische, kleine Bananen aus hiesigem Anbau, – ein Geschmackserlebnis der besonderen Art, und eine Trink-Kokosnuss, – naja, man muß nicht alles mögen.
In Salalah besuchen wir zunächst den Weihrauch-Suq in Al Haffa, zahlreiche Läden bieten dort Weihrauch und alles, was irgendwie mit Weihrauch zu tun hat, – Brenner, Pasten und andere Dinge, aber auch Kumas, Tücher und ähnliche Sachen, – für die Frauen kosmetische Produkte, wie Parfüms und Cremes, überwiegend aus eigener Herstellung.

Dann fahren wir an der neuen Industriezone West vorbei, dort wird heftig gebaut, es soll ein Sonder-Wirtschaftsgebiet großen Ausmaßes entstehen, der neue Industriehafen ist schon fertig, die riesigen Kräne sind weithin sichtbar, in Reih und Glied stehen sie drüben an den Kais.

Nach etwa 30 km erreichen wir Al Mughsayl.
Noch vor dem Ort empfängt uns der lange „Al Marneef Strand“, die Straße führt direkt an ihm entlang, – das Wasser leuchtet türkisfarben, der Sand ist auch hier schneeweiß.
Überall hat man kleine Pavillons, Grill- und Feuerstellen errichtet, die von den Menschen hier fleißig genutzt werden, – gerade heute am moslemischen Sonntag sind fast alle schon besetzt.
Am Ende des langen Strandes besuchen wir anschließend die „Al Marneef Höhle“, einen großen Felsüberhang, und nur wenige Meter weiter hinten, auf einer Felsenklippe über dem Meer, die „Blowholes“, hier hat das Meer die Felsen unterspült, die anrollenden Wellen pressen sich dort hinein und drücken eine Wasserfontäne, ähnlich einem Geysir, durch kleine Felsspalten nach oben. Sieht spektakulär aus und faucht bei jeder anrollenden Welle wie ein feuerspeiender Drache.

Vorhin im Ort hatten wir ein kleines omanisches Restaurant gesehen, mit einem überdachten Freisitz, es macht einen recht guten Eindruck und ist gut besucht.
Hier kehren wir heute mal zum Mittagessen ein, – Kamelgulasch mit Reis und scharfer Chilisauce, – das sieht appettitlich aus und schmeckt auch so.

Hinter Al Mughsayl geht es in die Berge, eine atemberaubende Strecke erwartet uns, sie ist wieder mitten durch die Berge gebaut, rechts und links ragen die durchschnittenen Felsen fast senkrecht hoch, – später, von oben, haben wir Ausblick in einen tiefen Canyon, – noch später fahren wir durch einen solchen hindurch, – in steilen Serpentinen mühen wir uns auf der einen Seite in der Felswand hinunter in die Schlucht, um uns gleich anschließend auf der anderen Seite über nicht weniger steile Serpentinen wieder die andere Felswand nach oben zu schrauben. Eine tolle Strecke mit wunderbaren Aussichten.

Oben angekommen, weist ein Schild auf den „Al Fizaya Beach“ hin, unser heutiges Tagesziel.
Über eine ziemlich steile Schotterpiste schrauben wir uns nun wieder 6 km ziemlich steil die Felswände hinunter bis zum Meer, langsam und mit Bedacht ist das kein Problem, allerdings ist Vorsicht geboten, denn immer wieder mal kommt uns ein Landcruiser entgegen, dann wird es ziemlich eng in den Spitzkehren.
Unten angekommen, werden wir allerdings für den mühsamen Abstieg belohnt.
Ein langer Strand erwartet uns, mehrere kleine, feinsandige Buchten, die immer wieder durch Klippen voneinander getrennt sind, laden zum Bleiben ein.
Und so machen wirs dann auch, – Schluß für heute, – hier bleiben wir über Nacht. ( N 16° 50´18.0″ E 053° 43´08.2″ )

Tagesetappe:   83 km                    Gesamtstrecke:   10.803 km

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 29. Januar 2016 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , , , , ,

Salalah

Das Meer ist in der Nacht ziemlich laut, bei auflaufender Flut knallen die langen Brecher ganz schön heftig gegen den Strand.

Heute ist für uns Behördentag in Salalah, wir wollen noch vor dem Wochenende unsere Visa verlängern lassen, die 30 Tage seit unserer Einreise sind schon fast um, einmal können wir um weitere 30 Tage verlängern.
Dazu fahren wir zum „Oman Police Headquarter“, in der Nähe der Dhofar University ( N 17° 04´05.6″ E 054° 08´40.6″ ).
Dort, hinter der Pforte müssen wir in den linken Flügel des großen Gebäudes, fragen uns durch und kommen auch relativ schnell dran, es herrscht Hochbetrieb in den Räumen, viele ausländische Gastarbeiter stehen dort an, um ihre Arbeitsvisa verlängern zu lassen, – Omanis, vermutlich ihre Arbeitgeber oder deren Angestellte helfen ihnen dabei.
Einer von ihnen ist sehr freundlich und zuvorkommend und zeigt uns, wo es lang geht, er geht mit Klaus an die entsprechenden Schalter und regelt das Meiste für uns, letztendlich müssen wir dann nur noch für die Einstempelung und zum Bezahlen anstehen, das dauert allerdings ein wenig.
20 Rial pro Person kostet die Verlängerung, nach knapp zwei Stunden sind wir durch und können nun bis Anfang März bleiben.

Anschließend ist mal ausgiebig „Shopping“ angesagt, Salalah hat einen LuLu-Hypermarket, einen Supermarkt mit allem Drum und Dran.
Erstmal vorrangig füllen wir unsere Lebensmittelvorräte auf, auch wieder mal Fleisch und Fisch für den Eisschrank, können wir die nächsten Tage mal wieder den Grill anwerfen. Nach dem Mittagessen gehen Irmgard und Heike noch mal ausgiebig durch die Shopping-Mall, ein paar Kleinigkeiten erwerben, – ein paar Souvenirs und Mitbringsel.

Am späten Nachmittag fahren wir ans östliche Ende der Stadt, fahren ein Stück über die „Khwar Dahariz“ hinaus und finden wieder einen guten Stellplatz direkt am langen Sandstrand. ( N 17° 00´45.6″ E 054° 11´04.5″ )
Hier treffen wir Bianca und Dominik aus Österreich wieder, die uns unterwegs schon öfters mal über den Weg „gefahren“ sind.
Es gibt viel zu erzählen, am Abend sitzen wir noch länger draussen am Strand.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit hält ein Auto neben uns, Said, ein Omani aus Salalah kommt uns besuchen, ihn haben wir gestern früh schon mal in Mirbat getroffen, er hat sich mit mir ein wenig unterhalten. Er hat uns vorhin durch die Stadt fahren sehen und lässt es sich nicht nehmen, uns Gastgeschenke zu bringen, – diese schönen omanischen Kopftücher, – gleich zwei davon, – er erzählt mir, daß eine alte Frau aus seinem Bekanntenkreis diese anfertigt. Trotz heftiger Gegenwehr läßt er sich nicht davon abbringen, uns die beiden Tücher zu schenken, – einen schönen, bunt bemalten Weihrauchbrenner aus Ton packt er gleich noch dazu und für Heike zwei Dosen mit irgendwelchen wohlriechenden Cremes aus dem Suq. Als ich mich weiter wehre und ihn frage, warum er uns das schenken möchte läßt er uns wissen: „You are my heros, you come with the car from Germany to visit Oman, thats great, you are welcome“. Er freut sich einfach darüber, daß wir da sind. Ich danke ihm einige Male, er lacht und findet das offensichtlich völlig selbstverständlich, was er da tut. Wir tauschen noch unsere Mailadressen, – für den Fall, daß wir irgend etwas benötigen sollten, sollen wir uns unbedingt bei ihm melden.
So sind sie, die Omanis, wir sind einfach nur überwältigt von so viel Gastfreundschaft !

Tagesetappe:   54 km                    Gesamtstrecke:   10.720 km

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 28. Januar 2016 in Allgemein

 

Schlagwörter: , ,

Von Mirbat nach Salalah

Hier im Einzugsbereich von Salalah gibt es natürlicherweise wieder mehr anzusehen, also fahren wir etwas früher los, wir wollen die Stadt heute abend noch erreichen.

Seit gestern schon ist die Luftfeuchtigkeit bedeutend höher, obwohl sich die Tagestemperatur von etwa 28 Grad im Vergleich zu den letzten Tagen nicht verändert hat, schwitzen wir wesentlich mehr. Der Bereich um Salalah hat ein spezielles Kleinklima, hier ist es immer irgendwie feucht, zudem oft bewölkt und dadurch „kühler“, wenn im Sommer die Gebiete um die Hauptstadt Muscat wegen der sengenden Hitze von über 45 Grad kaum noch bewohnbar sind, spielt Salalah seine Trümpfe aus, mit nur 35 Grad ist es hier für omanische Verhältnisse angenehm kühl, zudem fällt gelegentlich ein leichter Nieselregen, die Region nordwestlich von Salalah ist grün, fast alpenländisch, sogar Kühe grasen hier.
Salalah ist dann Zufluchtsort für viele Omanis, die hier urlauben, es gibt eine Vielzahl Hotels und kilometerlange Badestrände, selbst die Sultansfamilie hat sich schon vor Generationen Salalah als Wohnsitz auserkoren, der Amtssitz in der Hauptstadt ist nur zum „arbeiten“ zu gebrauchen.

In Mirbat fahren wir durch die Altstadt, die schönen alten Lehmhäuser zerfallen leider immer mehr, werden abgerissen und durch moderne Bauten ersetzt.
Der Ort ist geschichtsträchtig, bereits im Mittelalter wurde von hier fleißig Handel mit China und Indien betrieben, natürlich mit Weihrauch, der seit Urzeiten hier im Dhofar gewonnen wird, aber auch mit Araberpferden, die früher hier gezüchtet wurden.
Das alte Fort hingegen ist vorbildlich renoviert, von außen und von innen ist es hergerichtet und vermittelt einen schönen Eindruck seiner Zeit.
Am Ortsausgang besuchen wir den großen Friedhof, der von einem zweitürmigen Mausoleum überragt wird, in dem der heilige Ali al Alawi begraben liegt.

Nach etwa 10 Kilometern entlang der Küstenstraße biegen wir auf die neue Serpentinenstraße in Richtung Berge.
Dort stehen die für den Oman seltenen Baobabbäume, – ein kurioser Anblick, ganz ohne Blätter, zum Teil mit rosa Blüten, ein Überlebenskünstler unter den Bäumen.

Nächste Station ist dann der alte Weihrauchhafen „Samhuram“, den wir etwa 25 km weiter westlich erreichen.
Ein Naturhafen, geschützt in einer Felsenbucht liegend, war er der ideale Platz, um den Weihrauch des Dhofar, der in alle Welt verschifft wurde, sicher zu verladen.
Er soll schon 400 v. Chr. gegründet worden sein, konnte perfekt vor Angreifern geschützt werden und bot genügend Schutz gegen die Unbill des Meeres, die sich jedes Jahr in Form heftiger Sommerstürme gezeigt hat. Heute ist die ehemalige Hafeneinfahrt durch eine Sandbank versperrt, seinerzeit wurde die Fahrrinne regelmäßig freigehalten.
Etwas zurückgesetzt auf einem Hügel sind die Mauerreste der alten Festung „Khor Rouri“ zu sehen, – seit 2000 Weltkulturerbe der UNESCO und bestens restauriert.
Von hier oben ist der Blick fantastisch, über die Lagune, in der sich viele Vögel, Reiher und auch Flamingis aufhalten, durch die beiden Klippen hindurch, hinaus aufs Meer.
Die großzügige Anlage wurde mittlerweile komplett hergerichtet, Zufahrtswege geschaffen, ein kleines Museum angegliedert, – unten an der Lagune sind die Reste einer alten Dhau zu sehen und deren originalgetreuer Nachbau, – in einem hinteren Bereich zwischen den Felsen wird derzeit ein Amphitheater errichtet.

Nur wenige Kilometer westlich, im Ort Taqah steht das gleichnamige alte Fort.
Zunächst nur als Wohnfort errichtet, diente es später als Residenz, wurde in den letzten Jahren bestens renoviert und ist im Innenbereich komplett und äußerst liebevoll eingerichtet, weswegen es einen besonders schönen Eindruck der damaligen Zeit vermittelt. Viele kleine Räume, Gänge, Terrassen und schmale Treppen lassen es viel größer erscheinen, als es tatsächlich ist. Direkt daneben, auf einer Anhöhe steht ein zweites Fort, das allerdings nicht zugänglich ist.

Von Taqah fahren wir dann hinüber nach Salalah.
Beim Einfahren in die 250.000-Einwohner-Stadt wird es urplötzlich grün, – entlang der Einfallstraße sind üppig grüne Rasenflächen angelegt, Blumenrabatten und hohe Palmen säumen unseren Weg. Während wir bisher im Oman überall Dattelpalmen gesehen haben, wachsen hier in Salalah und Umgebung Kokospalmen.
Mächtige gußeiserne Lampen säumen die breiten Straßen und verleihen dem Städtchen ein barockes Aussehen.
Rechts der Straße leuchten uns grüne Felder entgegen, links sehen wir große Plantagen, – Bananen, Mangos und Papayas werden hier angebaut.
Wir fahren auf der Sultan Qaboos Road einmal komplett durch die Stadt, suchen einen Nachtplatz, – im Westen, kurz vor dem Industriehafen drehen wir um und fahren zurück.
In der Nähe des „Samharam Tourist Village“ in einer großen Baulücke fahren wir hinaus zum schneeweißen Strand, direkt neben der „Khwar Awqad-Lagune“ finden wir unseren Stellplatz. ( N 16° 59´15.2″ E 054° 02´01.4″ )

Tagesetappe:   103 km                    Gesamtstrecke:   10.666 km

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 27. Januar 2016 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , , , , ,

Von Muscat zum „White Beach“ bei Fins

Ja, es dauert etwas länger, bis es draußen ruhig wird, frei nach Peter Maffay: „Samstag abend in unsrer Straße – ist immer was los !“

„Samstag abend“ ?
Die Kalender in den von uns bereisten Ländern bringen uns schon irre durcheinander, – in Europa und der Türkei „unser“ gregorianischer Kalender, hier hatten wir das Jahr 2015.
In Iran dann der iranische Kalender, mit dem Jahr 1394, er kommt nur in Iran und Afghanistan zur Anwendung, seine Zeitrechnung beginnt mit dem Auszug Mohammeds aus Mekka (der Hidschra) am 16. Juli 622, legt aber das Sonnenjahr mit seinen 365 Tagen zu Grunde, – Wochenende sind Donnerstag und Freitag.
Hier in Oman, sowie in vielen anderen arabischen Ländern gilt mittlerweile zwar auch der „Gregorianische“ als weltlicher Kalender mit dem Jahr 2016, aber auch immer noch der religiös orientierte arabische Kalender, der ebenfalls den Auszug Mohammeds aus Mekka am 16. Juli 622 als Beginn der Zeitrechnung ansieht, sich sonst aber nach dem Mondjahr richtet, und dies ist halt mal nur 354 Tage lang, somit ist jedes Jahr um 11 Tage kürzer, und die arabische Zeitrechnung der Iranischen nun mittlerweile um 42 Jahre voraus, heute ist also der 27. Rabia I im Jahr 1437. Reichlich kompliziert, aber genutzt wird im täglichen Leben, so z.B. auf den Lebensmitteln der gregorianische Kalender, so wie er bei uns auch gehandhabt wird.
Ja, und damit die Konfusion noch ein wenig größer wird, hat der Oman das Wochenende auf Freitag und Samstag gelegt, anstatt wie üblich auf  Donnerstag und Freitag, damit sich die internationale Zusammenarbeit nicht mehr nur auf die Tage Montag, Dienstag und Mittwoch beschränken muß, sondern auch noch der Donnerstag genutzt werden kann.

Also gestern am Donnerstagabend war „Samstagabend“, heute am Freitag dann eigentlich Sonntag und morgen am Samstag ein „Frei-Tag“, sozusagen nachgeholter Sonntag, weil ja „Donnerstag-Samstag“ Arbeitstag war.
Ja, – ich hör schön auf ……..

Am Morgen fahren wir los, die beiden Kreuzfahrtschiffe sind gestern abend noch aus dem Hafen „geschlichen“ und auf dem Ozean verschwunden.
Unser Weg führt uns die nächsten Wochen immer nach Süden, meist an der Küste des Indischen Ozeans entlang, bis nach Salalah.

Von Muscat fahren wir auf die 17, eine gut ausgebaute Autobahn, die mitten durch die Berge hinaus ans Meer führt.
Schon kurz hinter Muscat enden die schönen Parks und Grünanlagen, wir sind wieder mitten in der Wüste, – kein Baum, kein Strauch, – nichts, – nur kahle Berge und Felsen, die Luft ist trocken, 27 Grad, die Sonne brennt.

So geht es mehr als 100 Kilometer, bis dann bei Qurayyat das Meer zu sehen ist, sein herrliches Blau unterbricht das monotone Braun und Rot der Felsen.
Hier draußen fahren wir in eine eher flache Ebene hinein, sandig und steinig, nur vereinzelt stehen dürre Büsche in ihr, – die Berge treten zurück und sind nur noch entfernt am Horizont zu sehen.

Bei Dibab verlassen wir die Autobahn und fahren zur alten Küstenstraße hinüber, die immer direkt am Meer entlang führt, – irgendwann endet der Asphaltbelag, es geht auf Schotter weiter, dafür führt sie uns direkt zu den herrlichsten Flecken des Landes.
In Bamah füllen wir an der örtlichen Wasserstation unseren Tank auf und nur wenige Kilometer weiter, am „White Beach“ lassen wir uns nieder. ( N 22° 57´06.5″ E 059° 11´59.2″ )
Ein herrliches Stück Natur, – türkisblaues Meer, – weißer Sandstrand, – draußen sind die Fischer bei der Arbeit, – viele Einheimische kommen hier heraus um ihr Wochenende zu verbringen, – Zelte stehen am Strand, – es wird gebadet, Wasser 24 Grad, – neben uns kommen junge Leute aus der Stadt an, – aus der schnell installierten Musikanlage kommt flotte Musik, – Arabische, aber auch Internationale, – sie tanzen die ganze Nacht, – es geht lange hoch her,  – eine Strandparty vom Feinsten, sie verstehen zu Feiern.

Neben uns tauchen irgendwann Hanno und Kirstin aus Deutschland auf, die mit einem Mietwagen hier draußen unterwegs sind und auch hier übernachten, – wir setzen uns zusammen, grillen und reden lange, – die Nacht ist wunderbar lau.

Tagesetappe:   161 km                    Gesamtstrecke:   8.687 km

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 8. Januar 2016 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , , , ,