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Von Ain Razat nach Shisr

Auch hier in der kleinen Oase ist die Nacht wieder wunderbar ruhig und sturmfrei, also alles richtig gemacht.

Am Morgen wollen wir weiter, auf der N 31 die Salalahebene verlassen und über die Dhofarberge nach Norden.
Doch beim Anlassen schwächelt unser HerrMAN ein wenig, ich habe das die letzten Tage schon bemerkt, daß der Starterbatterie die Luft ausgeht.
Wir beschliessen, nochmal zurück in die Stadt zu fahren und gleich Neue einbauen zu lassen, die Alten sind schon ziemlich alt, und die nächsten 1.000 km nach Norden treffen wir kaum auf größere Ansiedlungen. Es wäre blöd, wenn wir die nächsten Tage irgendwo in der Wüste nicht mehr starten könnten und stehenbleiben.

Also zurück nach Salalah und einmal quer durch die Stadt, bis hinüber in das Industriegebiet, dort sind alle Autohäuser und eine Vielzahl von kleinen Reparaturwerkstätten und Läden für Autozubehör.
Wir müssen zwei oder dreimal erfolglos fragen, dann zeigt uns ein Inder den Weg zum richtigen Laden, dort gibt es zwar nicht die Originale, doch sie passen und der Preis ist auch ok. Der Einbau dauert etwa eine Stunde, dann können wir weiter.

Wieder zurück durch die ganze Stadt und auf die N 31 nach Norden, „Muscat 1.010 km“ steht auf einem der Schilder am Straßenrand.
Die N 31 ist sehr gut ausgebaut, steil führt sie über die Dhofarberge hinweg, auch hier ist die Straße tief in den Fels hineingegraben.
Von oben haben wir einen tollen Blick über die gesamte Salalahebene, über die Stadt selbst und hinaus ans Meer.
Überall ist an den riesigen Staubwolken zu erkennen, wo sich die nächsten Mega-Baustellen durchs Land „fressen“. Es ist einfach gigantisch, was hier in den letzten Jahren geschaffen wurde, und was noch auf dem Plan steht, die Zahl der derzeitigen Baustellen ist schier unbeschreiblich.

Etwa 50 km nördlich von Salalah liegt auf der linken Seite der Weihrauchpark „Wadi Daukah“.
Er wurde hier künstlich angelegt, ein Teil der Weihrauchbäume stand schon hier, andere hat man dazu gepflanzt, das „Wadi Daukah“ ist noch viele Kilometer weiter nördlich.
Hier wird den Besuchern der Salalahregion die Möglichkeit gegeben, sich Weihrauchbäume und das Drumherum „stadtnah“ anzusehen, auf Tafeln ist „Wadi Daukah“ dargestellt und vieles rund um den Weihrauch erklärt.
Wir schauen uns das alles in Ruhe an, ein für den Park zuständiger „Gärtner“ aus Pakistan erklärt uns Vieles rund um den Baum, die Aufzucht und seine Eigenheiten, eine sehr lehrreiche und äußerst angenehme Unterhaltung mit ihm.

Dann fahren wir weiter, – die Landschaft entlang der Strecke wird nun immer eintöniger, – flach, – einfarbig, – vegetationslos, wir haben fast 1.000 km Wüste vor uns.
Unser nächstes Ziel ist Shisr mit seinen Ausgrabungen.
Über Thumrayt folgen wir der N 31 und biegen etwa 35 km hinter der Stadt links ab.
Etwa 40 km vor Shisr fahren wir ein gutes Stück in die endlos flache Wüste hinaus und suchen uns einen Stellplatz für die Nacht.
Die Auswahl ist deutlich begrenzt, es gibt mangels jeglicher Vegetation keinen Schatten, den wir ansteuern könnten, es gibt auch keinerlei Dünen oder Hügel, hinter die wir uns verziehen können, die Wüste ist hier flach, wie ein riesiger, endloser See.
So stellen wir uns eben mitten in die Ebene, das geht auch mal. ( N 18° 01´15.9″ E 053° 54´42.5″ )

Am Abend schrauben wir noch eine gute Stunde an unserem HerrMAN, – ein Vorderreifen fährt sich außen einseitig ab, und Klaus meint, wir sollten ihn umdrehen, er hat einfach Lust drauf, das zu machen, also packen wir es an, – und es funktioniert.
Bis wir fertig sind, duftet es schon wunderbar vom Grill, unsere Frauen waren offensichtlich auch nicht untätig, – danach gibts das obligate abendliche Lagerfeuer, bis tief in die Nacht sitzen wir zusammen und plaudern, – so ein Zigeunerleben hat schon was.

Tagesetappe:   170 km                    Gesamtstrecke:   11.157 km

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Verfasst von - 2. Februar 2016 in Allgemein

 

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