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Vom Wadi Shuwaymiyah nach Hasik

Wir verlassen das Wadi Shuwaymiyah über die Wellblechpiste, es gibt keinen anderen Zugang.
Im Ort kaufen wir frisches Brot und Wasser, dann fahren wir über die neue Küstenstraße 42 in Richtung Süden.

Kurz hinter Shuwaymiyah führt sie schnurgerade direkt an der Küste entlang, bis sie nach einigen Kilometern in einem steilen Anstieg auf die Hochebene hinauf führt.
Die neue Küstenstraße ist ein gigantisches Bauwerk, – immer wieder ist sie tief in die Felsen hineingegraben, die gewaltigen Felswände stehen rechts und links der Straße leuchtend gelb in der Mittagssonne, Fangzäune und Spritzbeton sollen Steinschlag und Erdrutsche verhindern, – das Verkehrsaufkommen ist äußerst gering in diesem Abschnitt, uns begegnen gerade mal 10 oder 15 Fahrzeuge auf der gesamten Fahrt, einen Ort kriegen wir heute gar nicht zu sehen, hier gibt es außer Landschaft nichts.
Immer wieder führt sie uns zu den spektakulärsten Orten dieser Gegend, vielleicht des gesamten Südens, immer wieder wird auf Parkplätze und Aussichtspunkte hingewiesen.

Zuerst gleich im Anstieg hinter Shuwaymiyah, von diesem Aussichtspunkt hat man einen wunderbaren Blick zurück auf die Küstenlinie bis hinüber zum Ort, türkisfarbenes, sauberes Wasser und schneeweiße Strände, – absolut leer, – noch ! Ein großes Schild an der Straße weist auf den Neubau eines Tourismus-Resorts hin, noch ist keine Bautätigkeit zu sehen.
Im Wasser vor der Küste schwimmt ein „schwarzer Teppich“, – mit dem Fernglas können wir erkennen, daß sich ein riesiger Schwarm Kormorane dort niedergelassen hat.

Weiter oben in den zerklüfteten Bergen das nächste Highlight.
Direkt links neben der Straße stürzt die Felskante einige hundert Meter tief hinunter in einen Canyon, tief eingeschnitten in den schwarzgebrannten Fels ist unten der Lauf eines ausgetrockneten Flußes zu sehen, der bis hinaus ins Meer führt.

Und nur wenige hundert Meter weiter der Hinweis auf den nächsten Aussichtspunkt, – nur wenige Meter abseits der Straße gibt er den Blick auf einen weiteren, noch größeren und eindrucksvolleren Canyon frei. Eine unglaubliche Landschaft liegt unter uns.
In keinem unserer Reiseführer gibt es einen Hinweis auf diese „kleinen Wunder“, vermutlich ist der Zugang zu ihnen erst mit dem Bau der neuen Straße möglich geworden.

Sie bringt uns weiter, ein Stück über das Hochplateau und dann in die zerklüfteten Berge des „Jabal Zaulaul“, – immer absolut unproblematisch, – sie ist bestens ausgebaut, – breit und sicher. Immer wieder gibt sie Ausblicke frei, die von hoch oben auf die Küstenlinie und hinunter aufs Meer gehen und immer wieder gibt es Parkplätze und beschilderte Aussichtspunkte.

Später führt sie in Serpentinen hinab, wieder tief in die Felsen eingemeißelt und manchmal ziemlich steil, bis sie unten auf Meereshöhe einen Wadi kreuzt, der durch eine Palmenoase hinaus ins Meer führt. Wir sind etwa 20 km vor dem Ort Hasik, auch hier hat man neben der Straße einen Aussichtspunkt gebaut, den wir anfahren.
Die Oase ist ein Augenschmaus, – ein kleiner Palmenwald, – meist mehrstämmige Dattelpalmen, – dahinter ein grün leuchtender See zwischen gelbweißen Felswänden, – die können wir nicht einfach so links liegen lassen !

Also drehen wir um und fahren in das Wadi hinein, einige hundert Meter tief, – weg von der Straße, dort hinten ist es traumhaft still, – das Wasser im See ist absolut badetauglich und herrlich warm, – der Tag ist gelaufen, – hier bleiben wir ! ( N 17° 36´04.7″ E 055° 15´19.8″ )
Unter den Palmen verbummeln wir den Nachmittag, suchen Holz zusammen, für unser allabendliches Lagerfeuer.
Als später der Vollmond hinter den Felsen hervor kommt und die Oase taghell erleuchtet, ist der Abend perfekt.
Nun ja, – fast, – nur ein paar Schnaken attackieren uns immer wieder.

Tagesetappe:   80 km                    Gesamtstrecke:   10.409 km

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Verfasst von - 25. Januar 2016 in Allgemein

 

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Von Sharbathat ins Wadi Shuwaymiyah

Irgendwann muß es halt doch weiter gehen.

Wir fahren in Richtung Manji, – eine Wellblechpiste vom Feinsten, – es rappelt ziemlich heftig, – erst ab Tempo 50 wird es ruhiger, eine weiße Staubfahne zieht hinter uns her.
Der Strand zieht sich noch einige Kilometer in die Länge, – Manji ist offensichtlich gar kein Ort, nur ein paar Pavillons stehen am Strand, – ein Ausflugsziel, – und ein paar Arbeiter sind damit beschäftigt, den Müll am Strand einzusammeln ! Das ist doch mal was !
Wir können uns noch immer nicht losreissen und halten noch zweimal an, zuletzt vor dem Anstieg in die Hochebene, dort sind schon Klippen und kleine Riffe im Meer, Krabben und Krebse tummeln sich dort in Massen, die Reiher stehen im seichten Wasser und haben leichtes Spiel.

Nun schlängelt sich die Piste steil den Anstieg hinauf, – von oben haben wir noch einmal eine traumhafte Aussicht über die Bucht.
Nach etwa 20 Kilometern führt uns die Piste zurück auf die 41, auf der wir bis Shalim bleiben.
Wir wollen ein wenig einkaufen, allerdings sind die meisten Geschäfte wegen der Mittagszeit schon wieder geschlossen, nur ein wenig Obst und Gemüse können wir ergattern und nebenan in einem Restaurant wieder mal einkehren, ich esse Kamelfleisch mit Reis, – schmeckt absolut lecker.

In Shalim gehen wir auf die 42, eine ziemlich neue und gut ausgebaute Aspahltstraße, die nun immer an der Küste entlang bis Salalah führt.
Nach etwa 35 km sehen wir die steile Abfahrt, die hinunter in den Canyon von Ash Shuwaymiyah führt.
Absolut spektakulär, der Blick hinunter in das tief ausgewaschene Tal, weiß, gelb und braun gestreift leuchten die bunten Felsen in der Mittagsonne.
Die Abfahrt dort hinunter ist nicht weniger spektakulär, tief eingegraben in den Fels windet sich die neue Asphaltstraße wahnsinnig steil in den Canyon hinunter.
Irgendwie ist der Blick in jede Richtung, egal in welche, ein Augenschmaus, – links geht er tief in den Canyon hinein, – rechts weit an der steilen Abbruchkante entlang bis fast zum Horizont, – nach vorne schlängelt sich das schwarze Asphaltband durch das weißgelbe Gestein, bis hinaus ans Meer, – und der Blick zurück zeigt die gewaltige Abbruchkante in ihrer gesamten Breite und die Straße, die sich dort hindurch zwängt.

Das Städtchen Ash Shuwaymiyah, wenige Kilometer südlich bietet nicht wirklich viel, wir fahren hindurch, es gibt nichts, was uns zum Anhalten bewegen könnte.
Wir nehmen die Piste, die tief in das Wadi Shuwaymiyah hineinführt.
Sie ist ziemlich heftig, eine Schotterpiste mitten im Flußbett, tief gewellt und knallhart, wieder scheppert es heftig, hier hilft nur Tempo, ab 55 km/h ist von dem Wellblech nichts mehr zu spüren, nur vor den Kurven muß ich vom Gas, sonst wird es eng, die Bodenhaftung bei diesem Tempo ist nicht wirklich groß.
Das Wadi ist breit und traumhaft schön, – rechts und links ragen die hellen Felsen in den blauen Himmel, – im Wadi, rechts und links der Piste, stehen vereinzelt Akazien, hie und da trotten Kamele auf der Suche nach Futter hindurch.

Nach einigen Kilometern erscheinen erste Palmen zwischen den Akazien,  wir erreichen unser Ziel, den „Wasserfall“.
Aus einer wasserführenden Schicht kurz unterhalb des Hochplateaus läuft Wasser und sucht sich seinen Weg über die Felswand hinunter ins Wadi, – nicht viel, – unter einem Wasserfall stellen wir uns etwas anderes vor, – aber Wasser erzeugt hier sofort kleine Wunder, und so sieht es hier auch aus, von den Felswänden hängen große „Tropfsteine“ herab, in Etagen kommt das Wasser herab, auf der Oberen hat man ein ovales Wasserbecken angelegt, in dem sich das Wasser zu einem Pool sammelt, der türkisfarben in der Sonne leuchtet, eine Treppe führt aus dem Wadi nach oben, weiter unten „tropft“ das Wasser dann in ein zweites Becken, von dort läuft es in den Wadi.
In den Felswänden, auf den Etagen und unten im Wadi wachsen die Palmen, Sträucher und Gräser, wunderschön sieht das Grün vor den kahlen Felsen aus, das Plätschern des Wassers klingt irgendwie fremd in diesem ach so trockenen Tal.

Unterhalb des Wasserfalls richten wir uns ein, ein wirklich idyllischer Stellplatz. ( N 17° 55´58.2″ E 055° 31´42.5″ )
Als wir am Abend draußen sitzen, quakt immer mal wieder ein Frosch und der Vollmond taucht Felsen und Wadi in ein wundervolles Licht, – es herrscht absolute Stille, – kein Geräusch ist zu hören.

Tagesetappe:   120 km                    Gesamtstrecke:   10.329 km

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 24. Januar 2016 in Allgemein

 

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